Der Umgang mit der digitalen Wirklichkeit und die damit verbundene Ausbildung in Medienkompetenz standen lange nicht auf der Agenda der sächsischen Staatsregierung. Doch ab dem Schuljahr 2015/16 sollen die ersten Tablets in die sächsischen Klassenzimmer kommen.

Deshalb wird der Einsatz mit dem Pilotprojekt “Klassenzimmer der Zukunft” an der TU Chemnitz Education (TUCed) erprobt. Dazu kommen 20 weitergebildete Lehrer für Gymnasien und Oberschulen, die als Multiplikatoren eingesetzt werden sollen. Ein Expertengremium rundet das Vorhaben ab. Es soll Ende diesen Jahres Maßnahmen vorlegen, für eine innovative Lern- und Lehrkultur.

Der LandesSchülerRat Sachsen (LSR Sachsen) begrüßt diesen Ansatz. In einer sich immer schneller entwickelten digitalen Umwelt, ist das Erlernen von Kompetenzen im Umgang mit den neuen Medien unerlässlich, genauso wie rechnen, lesen und schreiben. Dafür bieten Tablet-Computer eine gute Option. Sie sind schnell einsetzbar, flexibel und ermöglichen es den Lehrer schnell zwischen Schreib- und Druckschrift zu wechseln.

Auch das Aktualisieren von Büchern ist dadurch einfacher und weniger kostspielig. Dennoch bleiben für den LSR Sachsen Fragen offen. So ist unter anderem die Finanzierung der kostspieligen Tablet PCs nicht geklärt. Es ist noch nicht klar, ob der Freistaat oder die Kommunen bzw. die Schulträger die Kosten tragen. Auch an der mangelhaften Medienkompetenz vieler, gerade älterer, Lehrer, kann dieses Projekt scheitern. Deswegen ist der Nachholbedarf hinsichtlich Fort- und Weiterbildungen noch enorm, um das “Klassenzimmer 2.0” zum Erfolg zu führen.

Der Vorsitzende Patrick Tanzer dazu: “Endlich haben wir einen Ansatz, der die sächsische Schullandschaft von staatlicher Seite aus innovativ gestaltet! Doch jahrelang hat man in diesem Bereich die Lehrer Fort- und Weiterbildung schleifen lassen. Das wird nicht durch 20 Multiplikatoren auszugleichen sein. Wenn man hier nicht bis 2015/16 nachbessert, wird nur eine Menge Geld zum Fenster rausgeworfen.”

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