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Leipziger Universitätsprofessorin Carmen Bachmann will den beruflichen Neubeginn erleichtern

„Chance for Science“ veröffentlicht Lehrvideos für geflüchtete Wissenschaftler

Die von der Leipziger Universitätsprofessorin Carmen Bachmann ins Leben gerufene Initiative „Chance for Science“ hat jetzt Lehrvideos veröffentlicht, die geflüchteten Wissenschaftlern den beruflichen Neubeginn sowie die Vernetzung mit Kollegen erleichtern sollen. Die insgesamt elf Kurzfilme, die auch auf dem Youtube-Kanal der Universität Leipzig zu finden und mit Unterstützung des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft entstanden sind, informieren unter anderem über Spezifika der deutschen Hochschullandschaft, das Leben auf dem Campus sowie die Anerkennung von akademischen Titeln. Unter „Career Development“ wird Hilfestellung zu Bewerbungsanforderungen und prozessen gegeben.

Der Block „Teaching and Research“ befasst sich mit wissenschaftlichem Arbeiten und wie man einfacher einen Doktorvater findet. „Auch auf diesem Gebiet gibt es kulturelle Unterschiede, die den meisten Geflüchteten nicht bewusst sind“, erklärt Prof. Dr. Carmen Bachmann, die an der Universität Leipzig Lehrstuhlinhaberin für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät ist.
Die Videos wurden in englischer Sprache aufgenommen. Es besteht zudem die Möglichkeit, deutsche, arabische oder türkische Untertitel auszuwählen.

In Workshops mit geflüchteten Akademikern im Jahr 2017 in Leipzig habe sie gemerkt, dass teilweise ein enormes Informationsbedürfnis zu grundlegenden Themen bestehe, die in den einzelnen Herkunftsländern ganz anders angegangen werden, berichtet Bachmann. Zum Beispiel gebe es häufig deutliche Unterschiede in der akademischen oder wissenschaftlichen Laufbahn. Auch die akademische Landschaft in den Herkunftsländern sei oft anders strukturiert als in Deutschland.

„Wir haben auch bei der Arbeit mit Geflüchteten gemerkt, dass teilweise einfach schon der Lebenslauf – trotz guter fachlicher Qualifizierung – nicht den deutschen Konventionen entspricht. Dies macht es natürlich Geflüchteten auch nicht leichter, in dem hier doch sehr kompetitiven Umfeld zu bestehen“, sagt Bachmann. Die digitale Plattform kenne im Gegensatz zu Workshops keine Teilnehmerbegrenzung und kann beliebig skaliert werden. Zugleich fehlten die finanziellen Mittel für weitere Workshops.

Ehrenamtliche Initiative im Jahr 2015 ins Leben gerufen

Bachmann hat im September 2015 die Initiative „Chance for Science“ ehrenamtlich ins Leben gerufen. „Die Idee war, dass es zahlreiche Geflüchtete gibt, die nicht darauf warten können, bis wir Anträge stellen, Drittmittel einwerben und einen Projektplan entwerfen. Vielmehr wollten zwei Mitarbeiter und ich damals einfach sofort aktiv werden, um geflüchtete Akademiker mit deutschen Akademikern zu vernetzen mit dem Ziel, dass diese nicht untätig und ohne ihr Wissen einsetzen zu können in Flüchtlingsunterkünften sitzen“, sagt sie.

Zu Beginn der Initiative hätten sich meist syrische Akademiker an sie gewandt. Seit etwa zwei Jahren gebe es deutlich mehr Anfragen von türkischen Geflüchteten. Während aus Syrien Geflüchtete aller Bildungsschichten nach Deutschland kamen, ist bei Geflüchteten aus der Türkei der Akademikeranteil deutlich höher, berichtet Bachmann. I

m Austausch mit türkischen Geflüchteten seien auch Themen wie „akademische Freiheit“ deutlich präsenter. Derzeit sind 754 Personen, darunter 262 Geflüchtete, auf der Plattform angemeldet. Die Geflüchteten können sich eigenständig registrieren und dort nach Fachkollegen suchen. Regelmäßig kommen auf Bachmann per Telefon oder E-Mail geflüchtete Akademiker zu mit der Bitte, Kontakte zu deutschen Fachkollegen zu knüpfen. Auf diesem Weg wurden bereits einige geflüchtete Wissenschaftler vermittelt.

„Es ist ein spezielles Bedürfnis, wenn man sich auf einem Fachgebiet auskennt, dass man sich damit weiterbeschäftigt. Nicht genutztes Wissen, welches ja hart erarbeitet wurde, geht verloren“, warnt die Professorin. „Die Bereitschaft von Hochschullehrern, sich auf ihrem Fachgebiet mit Ihrer Expertise ehrenamtlich in die Gesellschaft einzubringen, könnte noch besser genutzt werden.“

Die Plattform

Auf dem Portal können geflüchtete Wissenschaftler und Forscher deutscher Universitäten und anderer Forschungsinstitutionen sowie auch Akademiker und Studierende entsprechend ihrer Fachrichtung Profile mit Angaben zur bisherigen Tätigkeit erstellen. Über eine integrierte Nachrichtenfunktion besteht die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme. Eine Einbindung in den wissenschaftlichen Diskurs kann beispielsweise erfolgen durch einen Zugang zur Bibliothek, die Einladung zu Veranstaltungen, Gastvorlesungen und Treffen der Forschungseinrichtung, das gemeinsame Verfassen wissenschaftlicher Publikationen oder gelegentliche Skype-Treffen zum wissenschaftlichen Austausch.

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Fridays for Future Leipzig ruft jetzt erstmals am Dienstag zum großen Protest gegen die Abwrackprämie auf
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Leipziger Animal Rebellion-Gruppe protestiert mit „Schließung“ von Fastfood-Filialen gegen Billigfleischproduktion
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Für alle LeserEs wird ja jede Menge rebelliert in diesen Tagen. Die einen rebellieren gegen Corona-Maßnahmen, die nächsten gegen Atomkraftwerke, andere gegen eine neue Abwrackprämie oder gegen die fossile Klimapolitik. Alles Zeichen dafür, dass sich gerade grundlegend einige Dinge ändern. In der Nacht zum Freitag rebellierte auch eine Leipziger Gruppe von Animal Rebellion. In diesem Fall gegen das Geschäftsmodell von Fastfood-Ketten und damit auch gegen das viel zu billige Fleisch.
Leipzig Automobil: 140 Jahre Leipziger Auto-Geschichte und ein mutiger Blick in die mögliche Mobilitätszukunft
Kulturstiftung Leipzig (Hrsg.): Leipzig Automobil. F

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich ist ja „Jahr der Industriekultur“. Aber davon war aufgrund der Corona-Beschränkungen bislang wenig zu spüren. Außer, man besucht zum Beispiel die bis August verlängerte Ausstellung „Silber auf Glas“ im Stadtgeschichtlichen Museum, die eine Menge Fotos aus der frühen Zeit der Leipziger Industrialisierung zeigt. Oder man schnappt sich jetzt diesen Themen-Sonderband, den die „Leipziger Blätter“ herausbringen und der die Leipziger Automobilgeschichte einmal in hunderten Bildern und vielen Facetten zeigt.
Freitag, der 29. Mai 2020: Experten buddeln am Bahnhof und Tierschützer „schließen“ Filialen + Video
Fastfood-Filiale in der Leipziger Innenstadt nach der symbolischen Schließung. Foto: Animal Rebellion Leipzig

Foto: Animal Rebellion Leipzig

Für alle LeserIn der Nacht von Donnerstag auf Freitag gab es in der Leipziger Innenstadt viel Aktivität. Während Expert/-innen am Hauptbahnhof eine vermeintliche Bombe untersuchten, die sich als Brunnen herausstellte, starteten Tierschützer/-innen eine Aktion gegen Fastfood-Filialen. Rund um Zwickau wiederum war die Polizei gegen Neonazis aktiv. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 29. Mai 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Panometer Leipzig: Veränderte Öffnungszeiten ab 1. Juni
CAROLAS GARTEN mit Insektenmodellen. Foto: Tom Schulze © Panometer

Foto: Tom Schulze © Panometer

Ab Pfingstmontag, den 1. Juni 2020, verändern sich die Öffnungszeiten des Panometer Leipzig temporär für die kommenden Monate. Das Panorama CAROLAS GARTEN ist ab nächster Woche montags bis freitags von 10 – 16 Uhr und an Wochenenden und Feiertagen von 10 – 17 Uhr geöffnet.