Fluglärm im Januar 2018

Neue Rekorde am Flughafen Leipzig und Hiobsbotschaften aus den Koalitionsverhandlungen

Für alle LeserAls Matthias Zimmermann, Sprecher der Bürgerinitiative "Gegen die neue Flugroute", den von CDU, CSU und SPD ausgehandelten Koalitionsvertrag durchlas, packte ihn das Grauen. Denn da haben die Koalitionäre eigentlich schon aufgeschrieben, was sie aus dem Flughafen Leipzig / Halle machen möchen: ein Frachtflugdrehkreuz mit Rund-um-die-Uhr-Betrieb und ohne Einschränkungen. Und ohne Einschränkungen heißt wohl auch: in jede Richtung und mit jeder Turbine.

Ein Satz im Koalitionspapier beschäftigt sich direkt mit dem Flughafen Leipzig / Halle. Der geht so: „Für den Flughafen Leipzig-Halle wollen wir die Frachtfluglanderechte erweitern und diesen generell als Landepunkt für den Luftfrachtverkehr in die assoziierten Dokumente und damit in die Luftverkehrsabkommen aufnehmen.“

„Lässt hier schon China grüßen?“, fragt Zimmermann.

Aber augenscheinlich steckt noch mehr hinter dieser Floskel. Denn wirkliche Frachtflugbeschränkungen gibt es ja am Flughafen Leipzig / Halle nicht. Zeitliche Beschränkungen gibt es nur für den Personenflugverkehr. Fracht darf hier zu jeder Zeit geflogen werden. Aber die Frachtflieger starten und landen größtenteils in der Nacht. Was Gründe hat. Denn so lasssen sich die nächtlichen Verbindungen weltweit optimal fliegen. Was man schon 2004 wusste, als man das ganze Regelwerk um den Flughafen so strickte, dass man mit ihm dem bis dahin in Brüssel heimischen Frachtflieger DHL geradezu goldene Stufen baute.

Er bekam eine eigene Startbahn mit passgenau zugeschnittenen Flugregeln. Und in Brüssel verlor man den Frachtverkehr gegen einen Konkurrenten, der jede Regel des Nachtflugverkehrs unterlief, an die sich Brüssel halten musste.

Nur im Planfeststellungsbeschluss für diese Startbahn standen ein paar kleine Einschränkungen, mit denen man damals die Betroffenen im Fluggebiet ruhigstellte. Dazu gehört die gleichmäßige Auslastung beider Startbahnen genauso wie die begrenzte Nutzbarkeit einer eigentlich nur für Notfälle gedachten „Kurzen Südabkurvung“.

Eine Route, die in niedriger Höhe über den Leipziger Westen und den Auenwald und damit direkt über Leipzig führt.

Als die Startbahn 2007 inBetrieb ging, merkten die Betroffenen bald, dass sich die Nutzer des Flughafens nicht die Bohne an diese kleinen Einschränkungen hielten, klagten vor Gericht und schrieben zwei Petitionen an den Bundestag. Die zweite wurde im Sommer vom Bundestag positiv entschieden, der Verkehrsminister hätte sie also umgehend umsetzen müssen. Was Alexander Dobrindt (CSU), der Verkehr allein als Betriebsvorrrecht großer Konzerne betrachtet, einfach nicht tat.

Ergebnis: Weder die „Kurze Südabkurvung“ wurde vor den schweren Fliegern bewahrt, noch wurde die gleichmäßige Bahnverteilung auch nur angestrebt – nicht mal seit Herbst 2017, als Sachsens Verkehrsminister kundtat, die notwendige von der EU geforderte Sicherheitsechnik dafür sei vorhanden.

Tatsächlich sagt das Koalitionspapier nun: Im Osten Deutschlands gelten andere Regeln. Hier hat man sich zu fügen, wenn jemand entscheidet, Flieger direkt über die Stadt zu leiten und die Nachtruhe durch einen Ausbau des Frachtflugbetriebs gänzlich zu zerstören.

Die Zahlen für den Januar sprechen schon Bände.

Trotz vorhandener Sicherheitstechnik erfolgten wieder 93 Prozent aller nächtlichen Starts und Landungen von der stadtnahen Südbahn. Wahrscheinlich reicht ein Runzeln der Augenbraue bei DHL und die Deutsche Flugsicherung springt und weist die Frachtflieger alle auf die Südbahn ein. In der Kernnacht von 0 bis 5 Uhr starteten und landeten hier sogar 97 Prozent aller Flieger.

Das ganze Palaver über die fehlende Sicherheitstechnik in der „Fluglärmkommssion“ und im Dialogforum war also nichts als Blendwerk.

Amtliche Legendenbildung

Mit 1.833 Starts und Landungen in dieser Zeit wurde übrigens ein neuer Rekord verzeichnet. Ob da noch Ohrstöpsel reichen, wie Zimmermann meint, darf wohl bezweifelt werden. Vor allem, weil nach wie vor schwere, laute und alte Maschinen im Einsatz sind. Was DHL nicht mehr fliegt, fliegen eben andere Gesellschaften, die ihre Maschinen möglichst billig einkaufen oder chartern. Oder auch gern wieder mit teuren lauten Militärfrachtern landen. Der Irak-Krieg ist zwar lange vorbei, aber augenscheinlich haben die Amerikaner wieder einen erheblichen Teil ihrer Militärtransporte nach Leipzig verlegt.

Vielleicht nach der Trumpschen Devise, man sei zwar irgendwo präsent, beteilige sich aber auf keinen Fall an den dort stattfindenden Kriegen. Die Zahl der schweren Frachter, die in Leipzig starten und landen, hat sich seit 2008 übrigens mehr als verdoppelt.

Und wie ist das mit der „Kurzen Südabkurvung“, über die eigentlich nur kleine Maschinen in seltenen Ausnahmefällen fliegen dürfen?

Allein 115 Maschinen nutzten diese Route direkt über Leipzig und Auenwald im Januar 2018, womit man die Zurückhaltung der Vorjahre wieder aufgegeben hat. Auch DHL nutzte die Route zehn Mal, fünf Mal war die laute AN 12 auf dieser Route zu hören. Dann wackeln auch in Connewitz die Wände.

Ergebnis: Auf diesen Flughafen haben die Bürger keinen Einfluss. Sowohl „Fluglärmkommission“ als auch Dialogforum haben sich als reine Placebo-Maßnahmen erwiesen. Politiker, die in Wahlkämpfen noch ankündigen, sie würden den Bürgern wenigstens zum Einhalten der vereinbarten Regeln verhelfen, verstummen und tauchen ab, Petitionen werden einfach ignoriert. Stattdessen beschließen SPD und Union im Koalitionspapier einen massiven Ausbau des Flugbetriebs.

Was natürlich vor dem Hintergrund des strukturschwachen Ostens und der wichtigen Rolle Leipzigs als Metropolknoten verständlich ist. Natürlich braucht es hier so einen Flughafen, der dafür sorgt, dass wenigstens rund um Leipzig die Post abgeht.

Aber das funktioniert nur wirklich, wenn die Politik dem Mumm hat, die wichtigsten Lärmschutzregeln auch durchzusetzen. Und die Frage zu beantworten, wer eigentlich dafür geradesteht, wenn so ein Brummer in der Leipziger Südvorstadt in der Luft havariert einschlägt.

Der Fluglärmreport für Januar 2018.

FluglärmFlughafen Leipzig / Halle
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Leipziger Wasserwerke nehmen Trinkwasserbrunnen auf dem Kurt-Masur-Platz in Betrieb
1,7 Mio. Euro für Telemedizinprojekt am Klinikum St. Georg
Experimentelles Performance-Konzert „The Monstrum Band“
Gebhardt beteiligt sich an Aktionen für Kindergrundsicherung
Polizeibericht, 24. Mai: Brutaler Messerüberfall, insgesamt 17 Autos beschädigt, Autounfall mit Mädchen
Infoabend zum Nahost-Konflikt
„Demokratie airleben!“ – Picknick am 27. Mai im Volkspark Kleinzschocher
Aktion zum Weltspieltag: Bewegungsparcour auf bunten Fußwegen
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Ist der stramme Bürger Diederich Heßling noch immer so lebendig wie 1918?
Das "Untertan-Projekt". Grafik: L-IZ

Grafik: L-IZ

Für alle LeserWann hat Diederich Heßling eigentlich Geburtstag? Gilt das Jahr 1912 als sein Geburtsjahr, als Heinrich Mann ein erstes Kapital aus dem Roman, an dem er seit 1906 schrieb, im „Simpliciccismus“ veröffentlichte? Oder 1914, als Heinrich Mann begann, den fertigen Roman in Fortsetzungen in der Zeitschrift „Zeit im Bild“ zu veröffentlichen? Bis kurz vor Kriegsbeginn im August. Und dann musste dieser Roman vier Jahre in der Schublade verschwinden. Klar: Sein wirkliches Geburtsjahr ist 1918. Und sein Geburtsort heißt Leipzig.
Grüne kritisieren Kostenexplosion für das Bauvorhaben der staatlichen Schifffahrtsgesellschaft SBO
Das Niedrigwasser der Elbe am 13. August 2015. Foto: GRÜNE Landtagsfraktion Sachsen

Foto: Grüne Landtagsfraktion Sachsen

Für alle LeserAm Mittwoch, 23. Mai, wurde der Hafen Torgau der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe GmbH (SBO) nach drei Jahren Bauzeit und dem Einsatz von rund 18,6 Millionen Euro an Steuergeldern im Beisein des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) eröffnet. Ein Aufwand, bei dem sich der Grünen-Abgeordnete Wolfram Günther nur noch fragt: Hat hier jemand zu viel Geld?
Die Sprengung der Leipziger Universitätskirche war durch die Leipziger nicht zu verhindern
Bauabschlussfeier des Freistaates Sachsen im Paulinum am 23. August 2017. Foto: Swen Reichhold / Universität Leipzig

Foto: Swen Reichhold / Universität Leipzig

Für alle LeserAm 23. Mai vor 50 Jahren besiegelten die Leipziger Stadtverordneten das Schicksal der einstigen Universitätskirche St. Pauli am Karl-Marx-Platz. Wenn sie das überhaupt konnten. Aber tatsächlich stimmten sie mit nur einer Gegenstimme für die Neugestaltung des Universitätscampus am Karl-Marx-Platz – Abriss und Sprengung von Paulinerkirche und Augusteum mit eingeschlossen. Das schwarze Jubiläum nutzte auch die Universität, um die historischen Vorgänge ein bisschen zu erhellen.
Grüne beantragen einen besseren Schutz für Whistleblower in Sachsen
Valentin Lippmann, Landtagsabgeordneter der Grünen in Sachsen. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserStaaten haben Macht. Und diese Macht nutzten manche „Staatsdiener“ nicht immer zum Wohle der Bürger, oft genug sogar gegen sie. Und nicht nur in Staaten ist das so, auch in großen Konzernen. Gebe es nicht jene anständigen Menschen, die dann – trotz absehbarer Strafe – aus den finsteren Geheimnissen der Mächtigen plaudern, würden wir von vielen Gaunereien erst erfahren, wenn der Schaden nicht mehr reparierbar ist. Sachsens Grüne beantragen jetzt einen besseren Schutz für die Whistleblower.
„Weimar“ – Die Goethestadt an mehr als einem Tag samt Bauhaus und Weimarer Republik
Steffi Böttger: Weimar. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserStädte verändern sich. Und zehn – mittlerweile elf – Jahre reichen völlig, um selbst in die Stadtführer aus dem Lehmstedt Verlag Bewegung zu bringen und bei Herausgeber Mark Lehmstedt den Druck zu erhöhen: Den Band müssen wir jetzt aber neu machen. Denn es gibt Städte in Deutschland, da ist richtig Leben in der Bude. Zum Beispiel, weil man gerade ein richtig fettes Jubiläum vor der Nase hat. Oder zwei. So wie Weimar.
Video „Vorspiel“: Pokalfieber in L.E.
Letzte reguläre "Vorspiel"-Sendung vor der Sommerpause. Foto: Screenshot Heimspiel-TV

Foto: Screenshot Heimspiel-TV

Für alle Leser Im Leutzscher Alfred-Kunze-Sportpark triumphiert die BSG Chemie Leipzig im Sachsenpokal der Männer. Im Frauen-Finale müssen sich die Leipziger Phoenixe dem FFC Fortuna Dresden geschlagen geben. Und beim "großen" Pokalfinale in Berlin stand "Vorspiel"-Moderator Norman Landgraf sogar selbst auf der Bühne. Alle News vom Pokalwochenende und weitere Regionalsport-Meldungen gibt es in der neuen Folge knackig zusammengefasst.
Kita-Umfrage: Ein fürs knausernde Sachsen erwartbares Ergebnis, viel Tamtam und ein Trojanisches Pferd
Kita in der Gustav-Freytag-Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs gibt Themen in der Landespolitik, die reißen einen nicht mal vom Hocker, wenn einer mit einer großen Pauke daneben steht. So ging es uns auch mit der sogenannten Kita-Umfrage des sächsischen Kultusministeriums. Darin ging es nicht einmal um Ideen, wie Kita in Sachsen besser werden könnte. Eigentlich war es eher eine Nutzerabfrage, welche Ausgabeprioritäten man jetzt im nächsten Doppelhaushalt setzen soll. Zukunftsweisend war daran wenig.
Ein überfälliges Geburtstagsständchen für Elsa Asenijeff
Büste und Gemälde von Elsa Asenieff im Museum der bildenden Künste. Foto Sibylle Kuhne

Foto Sibylle Kuhne

Für alle LeserFrauen werden immer wieder vergessen. Auch von Frauen. Zumindest ist keine einzige Stadtratsinitiative bekannt, in diesem Jahr auch die Frau zu würdigen, die einmal mehr war als nur die Muse Max Klingers. Tatsächlich war Elsa Asenijeff eine streitbare und moderne Frau, die mit ihrem Anspruch an Gleichberechtigung auch mit der bärtigen Männerwelt ihrer Zeit immer wieder kollidierte.
Grünen-Politikerin misstraut dem Versprechen, dass Sachsens Regierung die Gängelei bei Fördermitteln tatsächlich beenden will
Sachsen-Euro. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWer die Finanztöpfe verwaltet, der herrscht. Und in Sachsen wird seit Jahren schon über das Geld regiert. Das merken auch alle Kommunen, die ihre Förderanträge schreiben und dann merken, wie sie von einer kontrollsüchtigen Behörde gegängelt, hingehalten und düpiert werden. Da wirkte natürlich die Meldung von Finanzminister Dr. Matthias Haß vom 16. Mai erstaunlich – und auch verwirrend –, er wolle jetzt eine Kommission einsetzen, die die Förderverfahren endlich vereinfacht. Franziska Schubert glaubt nicht daran.
„Die Arroganz der Macht“ oder Warum der Nationalstaat heute so unter Legitimationsdruck steht
Rüdiger Voigt: Die Arroganz der Macht. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAn dieser Stelle haben wir ja schon einige sehr nachdenkliche Bücher aus dem Tectum Verlag besprochen. Zum Glauben, zum Geld, zum Wachstums-Wahnsinn. Auch in diesem Buch steckt ein wichtiges Thema, das mit allen anderen zusammenhängt. Auch wenn der Titel ablenkt, denn das Buch handelt (leider) nicht von der Macht, sondern vom Staat – und all den Illusionen, die sich Denker dazu ausgedacht haben.
Es gibt keine Krähenplage in Leipzig
Eine Saatkrähe auf dem Bayerischen Platz in Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDrastische Worte hatte die SPD-Fraktion in ihrer Anfrage zu einer vermeintlichen Krähenplage in Leipzig gefunden: „Die Krähen sind laut, rotten sich gern in größeren Gruppen zusammen und koten auf Autos, Fahrräder und Gehsteige.“ Aber augenscheinlich hat sich die Fraktion da von ein paar Zeitgenossen irre machen lassen, die glauben, ihr geputztes Auto sei wichtiger als die geschützten Rabenvögel. Von einem „Krähenkrieg“ hat jedenfalls das Umweltdezernat noch nichts gehört
Sachsen finanziert jedes Jahr ein professionelles Netzwerk zur Wolfsprävention und zur wissenschaftlichen Wolfsforschung
Der Canis lupus lupus (Europäischer Grauwolf) ist mit seinen 70 bis 90 Zentimetern Schulterhöhe und bis zu 50 Kilogramm Gewicht deutlich größer als ein Deutscher Schäferhund. Foto: Dieter Schütz, Pixelio

Foto: Dieter Schütz, Pixelio

Für alle LeserBestimmt haben noch viele Ostsachsen die Bilder von lauter Schafskadavern vor Augen, die vor einem halben Jahr in diversen Zeitungen und Fernsehsendungen zu sehen waren. Die Wolfjäger machten mobil und malten das Bild eines durch nichts zu verschreckenden Raubtiers an die Wand. Da ging fast unter, dass Sachsen eigentlich ein funktionierendes Wolfsmanagement hat. Und der CDU-Landtagsabgeordnete Andreas Heinz hat sich jetzt aufgemacht, endlich einmal alle Zahlen zusammenzutragen.
Auch 2017 interessierte sich kein Käufer für die Biedenkopf-Tagebücher
Kurt Biedenkopf und das Cover des ersten Tagebuchbandes „Von Bonn nach Dresden“. Foto: Ralf Julke / Cover: Siedler Verlag

Foto: Ralf Julke / Cover: Siedler Verlag

Für alle LeserEigentlich hätten wir an dieser Stelle auch einfach den Artikel von April 2017 noch einmal hochladen können. André Schollbach, Landtagsabgeordneter der Linken, wollte es unbedingt noch einmal wissen. Vielleicht interessierten sich ja doch noch ein paar Leute für die 2015 mit so viel Pomp veröffentlichten Tagebücher des ehemaligen sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf. Aber Oliver Schenk kann ihn nicht trösten.
Zahl der ankommenden Geflüchteten in Leipzig sinkt auch 2018 immer weiter
Zahl der Leipzig zugewiesenen Flüchtlinge. Grafik: Stadt Leipzig, Sozialdezernat

Grafik: Stadt Leipzig, Sozialdezernat

Für alle Leser Es ist wie ein schlechter Refrain, den man sich seit 2015 immer wieder anhören muss: Deutschland würde die Zuwanderung nicht in den Griff bekommen, der Staat sei überfordert usw.. Als wenn noch immer so viele Menschen Zuflucht in Deutschland finden würden wie im einmaligen Jahr 2015. Aber selbst die Leipziger Zahlen zeigen, wie deutlich die Zahlen zurückgegangen sind.
Grüne berantragen Fußgängerüberwege an allen Zu- und Ausfahrten des Kreisverkehrs am Herzliya-Platz
Der 2014 neu gebaute Kreisel in der Karl-Tauchnitz-Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSo viele Kreisverkehre hat Leipzig ja nicht. Und die, die es hat, haben zuweilen ihre Tücken. Zum Beispiel, weil sie ein überhöhtes Kfz-Aufkommen ausgerechnet mit der wichtigsten Erholungsoase der Stadt verbinden: Die Rede ist vom Herzlyia-Platz direkt am Clara-Zetkin-Park. Da wo Fußgänger kaum noch ungeschoren über die Straße kommen. Die Grünen beantragen jetzt offiziell Fußgängerüberwege an allen Ausfahrten des Kreisels.