Eine Reise zu den Aktivitäten um eine Leipziger DDR-Mustermesse 1969 gibt es am 27. Oktober in Horns Erben. Der Theaterabend beleuchtet den Zwiespalt zwischen Fortschritt und Unterversorgung, Propaganda und Alltag, Begegnung und Politik. Eine Geschichte um den Erfinder der Trinkgläser-Marke „Superfest“ verbindet Industrie- und Stadtgeschichte und zeigt die Ambivalenz zwischen Nostalgie, Mangelwirtschaft, Erfindergeist und staatlicher Kontrolle.
Live-Musik und internationale Gäste verstärken die Atmosphäre und Authentizität und lassen es kräftig menscheln. Es entsteht ein lebendiges Bild des Messe-Trubels!
Der Auftrag seiner Vorgesetzten ordert Adolf Südknecht auf die Messe. Nur: Was soll er dort? Der Zufall spielt ihm in die Hände, denn er macht zufällig eine bahnbrechende Erfindung. Plötzlich ist er Feuer und Flamme, denn dieses Produkt könnte sein Leben verändern. Und dann kommt es noch ganz dicke, denn es kündigt sich ein hohes Tier an…
Ab in die Geschichte mit Impro-Theater
Erarbeitet wird ein grober Handlungsbogen, der mit inhaltlichen oder schauspielerischen Vorgängen als Ankerpunkten fixiert wird. Texte werden nicht vorgegeben, sondern ausschließlich improvisiert. Die Schauspieler erschaffen dadurch, dass sie sich lediglich einen dramaturgischen Rahmen vorgeben und alle Texte aus dem Stegreif kreieren, eine unikate und in ihren Emotionen authentische Aufführung.
Das Projekt steht in Fortführung und Entwicklung des Langzeittheaterprojektes „Adolf Südknecht – Die Seifenoper-Improschau“. Die preisgekrönte Historien-Theatergeschichte wird seit 2012 ununterbrochen in bisher über hundertfünfundzwanzig Episoden gespielt. Mit dem Projekt soll formal angeknüpft werden an vergangene Projekte wie den Volksaufstand 1953, den Berliner Mauerbau 1961 und die 1968 zur selben Zeit stattgefundene und vom Theater Adolf Südknecht im Jahr 2023 im Paulinum realisierte theatralische Umsetzung der Sprengung der Leipziger Paulinerkirche und des Protestes dagegen.
Im Jahr 2024 wurde der aufkeimende Prager Frühling 1968 thematisiert. 2025 ging es um das Turn- und Sportfest der DDR und den beginnenden Staatsdoping. Das erste Halbjahr 2026 drehte sich um die erste bemannte Mondlandung.
Dabei sollen die bisher gewonnenen Erfahrungen des einzigartigen Theaterformates weiter ausgebaut und vertieft werden. Vor allem in Bezug auf die Verbindung von Unterhaltung, Information, historischer Vermittlung, städtischer und landesweiter Erinnerungskultur und der Suche nach theatralischen Formen wird dabei Wert gelegt.
Neben der Hauptbesetzung mit zwei Schauspielern und einem Musiker spielen pro Episode weitere Schauspieler und Dauergastmusiker Frank Berger mit. Jede Episode baut zeitlich und inhaltlich aufeinander auf, wird aber dennoch dramaturgisch in sich abgeschlossen sein. So ist für die Zuschauer ein Ein- und Ausstieg in die Theater-Reihe jederzeit möglich.
Das Theater Adolf Südknecht macht mit der Aufarbeitung historischer Ereignisse und deren Folgen auf das persönliche Umfeld einer Familie Geschichte sinnlich erfahrbar und schlägt so eine Brücke in die Gegenwart. Zielgruppe ist ein Publikum ab dem jugendlichen Alter. Durch die kontinuierliche Arbeit sind inzwischen ein großer inhaltlicher, historischer und künstlerischer Erfahrungsschatz und ein großes Netzwerk an bundesweiten Künstlern entstanden.
So hält das Theater Adolf Südknecht an der bewährten Konzeption des Kneipentheaters fest und entwickelt es in behutsamen Schritten in die Zukunft weiter: „Zeitreisen aus dem Wohnzimmer der Weltgeschichte!“
Theateraufführung „Adolf auf der Mustermesse“ am Dienstag, dem 27. Oktober, 20:00 Uhr in Horns Erben, Arndtstraße 33, 04275 Leipzig.
Karten gibt es an der Abendkasse und online über www.AdolfSüdknecht.de oder www.Horns-Erben.de.
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