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Endlich wieder Regelverkehr: im Stadtgebiet enden am Wochenende zwei Umleitungen für Linienbusse. Das Krystallpalast-Varieté lockt in die rockigen 50er-Jahre, das Schauspiel widmet sich einer dunkleren Zeit und holt ein Stück über DDR-Repressionen auf die Bühne zurück. Gedenkveranstaltungen erinnern an zwei rassistische Morde, die Leipzig erschüttert haben und nicht vergessen werden dürfen.

Ende für Umleitungen im Busverkehr

Zwei länger bestehende Umleitungen im ÖPNV sollen heute enden. Nach Angaben der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) sind davon die Buslinien 79, 173 und 175 betroffen. Am S-Bahnhof Connewitz im Leipziger Süden ist die Buswendestelle in der Klemmstraße seit dem 24. August wegen Bauarbeiten gesperrt. Hintergrund ist der Neubau einer Ladestation. Die Linie 79 fuhr deshalb ab der Haltestelle K.-Jungbluth-Straße zum Connewitzer Kreuz und von dort zurück. Die Haltestelle direkt in der Wendestelle am S-Bahnhof Connewitz konnte während der Arbeiten nicht bedient werden.

Laut aktueller Verkehrsmeldung der LVB soll diese Einschränkung heute Nacht um 23:59 Uhr enden. Damit wird die reguläre Bedienung der Wendestelle ab Samstag wieder möglich. Unabhängig davon bleibt die Linie 79 im Bereich der Brahestraße voraussichtlich noch bis zum 30. Oktober von einer weiteren Umleitung betroffen.

Auch in Taucha im Landkreis Nordsachsen steht das Ende einer Busumleitung bevor. Wegen der Sperrung der Schloßstraße fuhren die Linien 173 und 175 seit dem 12. Oktober auf einer geänderten Strecke. In Richtung Taucha, An der Bürgerruhe, wurden die Busse ab der Geschwister-Scholl-Straße umgeleitet. Die Haltestellen Rathaus und Leipziger Straße entfielen während der Sperrung. Laut LVB endet auch diese Einschränkung heute Nacht um 23:59 Uhr.

An der Wendeschleife Klemmstraße geht eine neue Ladestation für Busse in Betrieb. Foto: Benjamin Weinkauf

Gedenken an Mordopfer rechtsradikaler Gewalt

Leipzig erinnert an diesem Wochenende an zwei Opfer rassistisch motivierter Gewaltverbrechen. Anlass sind der 30. Todestag von Achmed Bachir und der 16. Todestag von Kamal Kilade. Die erste Gedenkkundgebung findet heute um 17 Uhr an der Ecke Karl-Liebknecht- / Schletterstraße statt. Dort wurde Achmed Bachir am 23. Oktober 1996 im Alter von 30 Jahren von zwei Neonazis ermordet. Der aus Syrien stammende Asylsuchende hatte in einem Gemüsegeschäft in der Leipziger Südvorstadt versucht, bedrängten Kolleginnen beizustehen, als er erstochen wurde.

Die rassistische Motivation des Verbrechens fand erst Jahre später offizielle Anerkennung. Am Sonnabend, 24. Oktober, beginnt um 16 Uhr eine Kundgebung am Gedenkstein in der C.-W.-Müller-Anlage gegenüber dem Leipziger Hauptbahnhof. Dort wurde Kamal Kilade in der Nacht zum 24. Oktober 2010 in Bahnhofsnähe angegriffen und tödlich verletzt. Er war 19 Jahre alt. Im anschließenden Strafverfahren erkannte das Landgericht Leipzig die rassistische Motivation des Haupttäters an (LZ berichtete). Seit 2013 erinnert der Gedenkstein an den jungen Mann.

Beide Veranstaltungen greifen damit nicht nur die Jahrestage zweier rechtsextremer Gewalttaten auf, sondern richten den Blick auch auf den gesellschaftlichen Umgang mit rassistischen Verbrechen und die öffentliche Erinnerung an deren Opfer.

Gedenkstein für Kamal Kilade, der am 24. Oktober 2010 im Park gegenüber vom Hauptbahnhof von zwei Neonazis ermordet wurde. © Michael Freitag
Der Gedenkstein für Kamal Kilade am Hauptbahnhof. Foto: Michael Freitag

Theater gegen das Vergessen

Sie waren ein brutales Mittel der politischen Umerziehung von Kindern und Jugendlichen und haben ihre Opfer bis heute traumatisiert: die Jugendwerkhöfe als Strafanstalten des DDR-Bildungssystems. Im Schauspiel Leipzig steht heute um 20 Uhr die Wiederaufnahme des Dokumentartheaterstücks „Letzte Station Torgau. Eine kalte Umarmung“ auf dem Programm. In der Spielstätte Diskothek (Bosestraße 1) beschäftigen sich Regine Dura und Hans-Werner Kroesinger mit diesem besonders repressiven Kapitel der DDR-Geschichte.

Im Zentrum der Inszenierung steht der „Geschlossene Jugendwerkhof Torgau“, der innerhalb des DDR-Heimerziehungssystems als besonders gefürchtete Einrichtung galt. Die Theaterarbeit zeichnet anhand historischer Unterlagen und der Erinnerungen ehemaliger Heiminsassen nach, wie Jugendliche durch strenge Disziplinierung, Zwangsarbeit sowie körperliche und psychische Gewalt gesellschaftlichen Vorstellungen angepasst werden sollten. Dabei richtet sich der Blick auch auf die langfristigen Auswirkungen der erlittenen Erfahrungen auf das Leben der Betroffenen.

„Letzte Station Torgau. Eine kalte Umarmung“ thematisiert die brutale Umerziehung in der DDR. Foto: Rolf Arnold

Anstelle einer weitreichenden szenischen Nachstellung der Übergriffe setzt die Produktion nach den vom Theater veröffentlichten Kritiken vor allem auf persönliche Zeugnisse und eine zurückhaltende Darstellung.

Regine Dura und Hans-Werner Kroesinger, die seit 2000 gemeinsam Theaterprojekte entwickeln, hatten sich am Schauspiel Leipzig bereits 2020 mit der Produktion „Brennende Erde“ der Geschichte des regionalen Braunkohletagebaus gewidmet. „Letzte Station Torgau. Eine kalte Umarmung“ wurde am 11. März 2023 uraufgeführt und kehrt nun auf den Spielplan zurück. Auf der Bühne stehen Paulina Bittner, Christoph Müller, Samuel Sandriesser, Teresa Schergaut, Nicolas Streit und Paula Winteler. Für die Live-Musik ist Jonas Marc Anton Wehner verantwortlich.

Die heutige Vorstellung ist nach Angaben des Theaters bereits ausverkauft, allerdings könnten kurzfristig zurückgegebene Eintrittskarten an der Abendkasse erhältlich sein. Wer für heute Abend keine Karten mehr bekam, hat am Sonntag, 8. November, um 20 Uhr erneut Gelegenheit, das Stück zu sehen. Am besten telefonisch reservieren (0341 / 12 68 168) – oder HIER ONLINE Karten sichern.

Nicolas Streit in „Letzte Station Torgau. Eine kalte Umarmung“. Foto: Rolf Arnold

Rockabilly-Fieber im Varieté

Mit „PETTICOAT – Das Rockabilly-Varieté“ startet heute um 20 Uhr eine neue Produktion im Leipziger Krystallpalast Varieté (Magazingasse 4). Bis zum 13. März 2027 nimmt die Show das Publikum mit in die amerikanischen 1950er-Jahre. Handlungsort ist das fiktive „Danny’s Diner“ an der Route 61 im Jahr 1956. Rock ’n’ Roll, Live-Musik, Tanz, Comedy und Artistik vermitteln das Lebensgefühl jener Zeit. Regie und künstlerische Leitung übernimmt Urs Jäckle. Die Produktion entstand in Zusammenarbeit mit DAKE Event.

Für die Choreografie sind Claudia Scharf und Marilia Zumpano verantwortlich, die musikalische Leitung liegt bei Daniel Vargas. Elisabeth Schiller-Witzmann entwarf die Kostüme, Elena Köhler das Bühnenbild. Auf der Bühne stehen unter anderem Komikerin Myriam Sutton, die Leiterbalance-Artistin Valeria Macaggi Chaparro, Tempojongleur David Severins, Tänzerin Lulu L’Amica, das Trapez-Duo V&A und Sänger Arne Hinz.

Die rund zweistündige Vorstellung einschließlich Pause ist regelmäßig mittwochs, donnerstags und freitags um 20 Uhr zu erleben. Samstags wird um 17 und 20 Uhr gespielt, sonntags um 15 und 18 Uhr. Im November und Dezember sind zusätzliche Termine vorgesehen, darunter weitere Freitagsvorstellungen um 17 Uhr sowie Dienstagsaufführungen und Weihnachtstermine im Dezember.

Die Premiere sowie die aktuellen Samstag- und Sonntagsvorstellungen sind ausverkauft, Restkarten sind noch für den 26. Oktober zu haben. Für die weiteren Shows gibt es noch Tickets. Der vollständige Spielplan mit allen Terminen und Kartenvorverkauf ist HIER ONLINE abrufbar.

La Popi (Australien) entführt uns in die 50er-Jahre. Foto: Sandrino Donnhauser

 

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