Seit Sonntag, 14. April, steht die Gedenktafel für Georg Schwarz wieder im Leutzscher Sportpark. Georg Schwarz (1896 - 1945) bezahlte den Widerstand gegen den Nationalsozialismus mit seinem Leben. Mit der Wiederaufstellung wolle man eine Lehre aus der Geschichte auf unaufdringliche Weise weitergeben, sagt Harald Fuchs, Aufsichtsratsvorsitzender der BSG Chemie.

Zum Leitbild der BSG Chemie zählen unter anderem zwei Punkte: die Verankerung im Stadtteil und die Pflege der Geschichte des Leutzscher Fußballs.

Beidem hat man mit der Wiederaufstellung der Gedenktafel für Georg Schwarz in besonderer Weise entsprochen, sagt Harald Fuchs, Aufsichtsratsvorsitzender des Sechstligisten. Zum einen sei der Mensch Georg Schwarz “ein liebenswerter Nachbar und sehr geachtet in der Nachbarschaft” gewesen, so Fuchs weiter. Auch als Betriebsrat der Leutzscher Eisengießerei Max Jahn war er anerkannt. “Die Erinnerung an Georg Schwarz ist im Viertel noch lebendig”, fasst Harald Fuchs seine Eindrücke zusammen.Darüber hinaus hieß die Heimstatt der BSG Chemie und ihrer Nachfolger zwischen 1949 und 1992 Georg-Schwarz-Sportpark. Ein “bitteres Kapitel” der jüngeren Vereinsgeschichte nennt es Fuchs deshalb, dass die Gedenktafel für Georg Schwarz in den 1990er Jahren aus dem Sportpark entfernt wurde. Dieses wolle man nun heilen. “Es ist eine grundsätzliche Frage für den Verein”, unterstreicht der Aufsichtsratschef unter Verweis auf einen Beschluss der Mitgliederversammlung aus dem August 2011.

Dem BSG-Fan Joachim Wenning ist es zu verdanken, dass die Tafel nicht verschollen ging. Jedoch konnte sie nur zerbrochen gerettet werden. Der Steinmetz Steffen Wegener aus Köhra fügte die Teile weder zusammen.

Die Bruchkante wird dennoch weiter zu sehen sein, betont Harald Fuchs. Damit solle zugleich das “bittere Kapitel” des Verschwindens der Tafel im Gedächtnis bleiben.

Für die Wiederaufstellung der Gedenktafel setzte sich zugleich die Leipziger Gruppe Gedenkmarsch um Richard Gauch ein. “Wir sehen es als Verpflichtung an, das Andenken an Georg Schwarz und seine Mitkämpfer in Ehren zu halten und mit unserer Unterstützung für verschiedene Projekte der Gruppe Gedenkmarsch und des Fanprojekts Outlaw an die jüngere Generation weiterzugeben”, erklären Richard Gauch und Harald Fuchs zur Rückkehr der Tafel in den Leutzscher Sportpark. Mit der Wiederaufstellung will die BSG Chemie “eine Lehre aus der Geschichte mitnehmen”, so Harald Fuchs.

Der gebürtige Zwenkauer Georg Schwarz engagierte sich nach dem Ersten Weltkrieg in der KPD und gehörte dem sächsischen Landtag an. Während der NS-Zeit wurde Schwarz mehrfach aus politischen Gründen inhaftiert. Er schloss sich der Leipziger Widerstandsgruppe um Georg Schumann, Otto Engert und Kurt Kresse an. Nach der Zerschlagung der Gruppe durch die Gestapo wurde er zum Tode verurteilt und am 12. Januar 1945 in Dresden hingerichtet.

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