Museum der bildenden Künste zeigt, was Leipziger Künstler zwischen 1900 und 1945 schufen

Für alle LeserWährend das Stadtgeschichtliche Museum die große Ausstellung mit Fotoarbeiten aus dem Atelier Hermann Walter 1913 bis 1935 zeigt, zeigt das Museum der bildenden Künste seit Donnerstag, 12. Dezember, quasi eine Zwillingsaustellung, denn sie zeigt, was Leipziger Künstler genau in der Zeit schufen, als Karl Walter und Bernhard Müller mit ihrer Kamera die großen Baustellen fotografierten. Sie setzt mit dem Jahr 1900 sogar etwas früher an.

Leipzig um 1900: Die Stadt wuchs innerhalb von dreißig Jahren von 101.272 auf 456.000 EinwohnerInnen. In dem Jahr wird die Kunstakademie in Königliche Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe umbenannt. Max Seliger übernimmt ein Jahr später den Rektorenposten. Die neu berufenen Professoren – wie Hugo Steiner-Prag, Georg Belwe und Walter Tiemann – bestärken die Verbindung zum Verlagswesen.

Das Künstlerhaus am Nikischplatz eröffnet. Unter der Federführung des Leipziger Künstlervereins bietet es Raum für Ausstellungen und Ateliers. Es setzt ein Zeichen, dass Leipzig mehr ist als „nur“ Musikstadt. Hier lebt und arbeitet eine Vielzahl von Kunstschaffenden.Von ihnen ist im 1858 auf dem Augustusplatz eröffneten Städtischen Museum Leipzig (heute MdbK) nicht viel zu sehen.

Der hier agierende Kunstverein, der im Haus über eine eigene Ausstellungsfläche verfügt, versucht dem entgegenzusteuern und den Kunstschaffenden so auch eine materielle Existenz in der Stadt zu schaffen. Denn Kunst in Leipzig bedeutet mehr als Max Klinger, der in dieser Ausstellung nicht vertreten ist.

In vier Kapiteln erzählt die Ausstellung „Sammlung im Blick: Leipziger Kunst 1900–1945“ wie sich die Situation im Kunstfeld veränderte, wie und welche Kunst das Museum sammelte, präsentierte und vermittelte. Der Blick in die Sammlung – und vor allem in das Magazin – spricht Bände über Kunstwerke, die einmal Gefallen fanden, über die Gesellschaft und die Verantwortlichen.

1900 bis 1918: Von der wachsenden Stadt bis zur Novemberrevolution

Nach der Jahrtausendwende wächst Leipzig immer weiter. Bis 1914 entwickelt sich die Stadt dank Eingemeindungen und stetiger Industrieansiedlung zur viertgrößten Metropole hinter Berlin, Hamburg und München. Führend ist die Messestadt nicht nur im Buch-, Musikalien- und Rauchwarenhandel, sondern sie gilt auch als Hochburg der organisierten Arbeiterbewegung.

1907 wird das Arbeiter-Bildungs-Institut gegründet. Im Ersten Weltkrieg verhält sich die Heimatfront keineswegs ruhig. Frauen stürmen im Leipziger Westen Butterläden. Gleichzeitig produzieren Unternehmen wie die HASAG, Bleichert, Schumann & Co, Stöhr & Co oder Grohmann & Frosch für die Rüstungsindustrie.

Max Seliger, Nackte Männer am Waldrand, 1897. Foto: MdbK

Max Seliger, Nackte Männer am Waldrand, 1897. Foto: MdbK

Die Innenstadt veränderte sich grundlegend. Seit der Einführung der Mustermesse 1895 entstanden überall neue Messehäuser, denen das barocke Leipzig weichen musste. Die Kunstschaffenden gründen den Verein Leipziger Jahresausstellung, um einmal im Jahr eine Ausstellung mit großer Beteiligung von Nicht-Leipzigern zu organisieren.

Die erste Ausgabe 1912 überzeugt durch ein „Bekenntnis zur Moderne“, die so im Museum nicht zu finden war. Der Erste Weltkrieg zeigt seine Spuren im Kunstfeld. Expressionistische Formsprache kombiniert sich hier mit religiösen Anleihen.

Gezeigt werden zu diesem Zeitabschnitt Arbeiten von: Rüdiger Berlit, Hans Domizlaff, Eugen Hamm, Franz Hein, Thomas Theodor Heine, Mathieu Molitor, Felix Pfeifer, Arnold Schmidt-Niechold, Carl Seffner, Max Seliger, Will Semm, Hugo Steiner-Prag.

1919 bis 1928: Vom Aufbruch in eine neue Zeit bis zur Weltwirtschaftskrise

Im Januar 1919 veröffentlicht das „Leipziger Tageblatt“ einen Artikel des Verlagsbuchhändlers Gustav Kirstein mit dessen Neujahrswünschen für das Museum. Er fordert freien Eintritt, mehr Leipziger Kunst und Zeitgenossenschaft. In der Folge melden sich Kunstkritiker und auch der Museumsdirektor selbst. Der Kunstverein reformiert sich. Bis in die zwanziger Jahre bleibt der Eintritt frei. Aber der Ruf des Museums ist nicht unbedingt glänzend.

Max Schwimmer beschreibt es 1922 in „Der Drache“ als „kläglichsten Bilderhaufen Mitteleuropas. Immer an der Kunst vorbei. Das Museum vermittelt nur Ewigkeitsschinken. Leipziger Kunst. Man friert bei diesen zwei Worten. Kunst und Kitsch. Die wenigen Künstler fristen ein erbärmliches Dachkammerdasein. Man lässt sie verkommen oder auswandern.“

Ab 1924 gibt das Arbeiter-Bildungs-Institut das Magazin „Kulturwille“ heraus. Darin finden die Museumsausstellungen Platz. Zudem werden Führungen für die Arbeiterschaft im Museum angeboten. Zwei Jahre später präsentiert der Kunstverein als Vereinsblatt „Mutter mit Kind (obdachlos)“ von Käthe Kollwitz. Erfüllt wurde damit die Forderung von Adolf Behne, Mitglied des Arbeiterrates für Kunst in Berlin, dass sich das besser situierte Publikum mit wirklichkeitsbezogener Kunst konfrontieren soll.

Walter Münze, Alfred Frank, 1921, Tempera und Öl auf Hartfaser. Foto: Walter Münze

Walter Münze, Alfred Frank, 1921, Tempera und Öl auf Hartfaser. Foto: Walter Münze

Die schlechte wirtschaftliche Lage der Kunstschaffenden führt 1927 zur Juryfreien Kunstausstellung. Hier zeigen 240 Kunstschaffende über 1.000 Werke. Die Stadt stellt Gelder zum Ankauf für städtische Einrichtungen zur Verfügung.

Gezeigt werden zu diesem Zeitabschnitt Arbeiten von: Oskar Behringer, Hildegard Domizlaff, Eduard Einschlag, Willi Geiger, Abraham Jaskiel, Käthe Kollwitz, Walter Münze, Marianne Oppelt, Max Schwimmer, Elisabeth Voigt, Fritz Zalisz.

1929 bis 1933: Krisenjahre

1929 gründet sich die lokale Asso-Gruppe. Bis 1933 gehören ihr etwa 25 Mitglieder an. Der Großteil der Mitglieder stammt aus dem Arbeitermilieu und sie studierten im Abend- und Direktstudium an der Kunstakademie, sind Teilnehmer der Volkshochschulkurse, die Alfred Frank und Walter Münze leiten, oder von der Marxistischen Arbeiterschule.

Frank prägt das Motto der Gruppe: Kunst ist keine Berufsfrage, sondern Willensausdruck des Gefühls. Wichtig ist nicht die Professionalisierung des Künstlersubjekts, sondern der soziale und politische Zusammenhalt der Gruppe. Kritik richtet sich gegen die „bürgerlichen, verbeamteten“ Künstler und ihren Stillleben und Darstellungen von nackten Frauen anstelle der Wirklichkeit.

Leipzig verzeichnete 1932 100.000 Arbeitslose. 1929 tritt Werner Teupser den Direktorenposten an und gestaltet die Dauerausstellung zeitgemäßer. Im Obergeschoss sind die Bildwerke von 1420 bis 1900 und im Erdgeschoss neben Arbeiten von Max Klinger Kunstwerke des Expressionismus und der Gegenwart zu sehen. Karl Lilienfeld stellt dem Museum bis 1932 seine Kunstsammlung mit zeitgenössischen Werken zur Verfügung.

Gezeigt werden zu diesem Zeitabschnitt Arbeiten von Gerhard Bettermann, Alfred Frank, Karl Krug, Trude Massloff-Zierfuss, Kurt Massloff, Karl Nolde, Hans Rossmanit, Friedrich Schmidt-Bellinger, Max Schwimmer, Grete Tschaplowitz-Seifert, Emil Zbinden.

1933 bis 1945: Nationalsozialismus

Im April 1933 wird das Gesetz zur Wiedereinführung des Beamtentums eingeführt und Professoren an der Kunstakademie wie Willi Geiger oder Hugo Steiner-Prag entlassen. Dem Vorstandsmitglied im Kunstverein – dem Verlagsbuchhändler Gustav Kirstein – dankt der Kunstverein und entlässt ihn im Juli aus den Ämtern. So sieht sich der Verein für den „Umbruch“ gerüstet.

Friedrich Schmitz-Bellinger, Komposition mit roter Kugel, 1930. Foto: MdbK

Friedrich Schmitz-Bellinger, Komposition mit roter Kugel, 1930. Foto: MdbK

Verlagsbuchhändler Fritz Lampe-Vischer schenkt dem Museum 1933 die Büste „Adolf Hitler“ von Hedwig Maria Ley – dabei handelt es sich um die erste von der NSDAP autorisierte Hitler-Darstellung. Das Hochbauamt überweist im April 1936 über 300 Plastiken, Gemälde und Grafiken – darunter Arbeiten von ehemals in der Asso agierenden Kunstschaffenden – an das Museum. Zur Registrierung der Arbeiten führt das Museum das Verwahrbuch ein.

Innerhalb der Aktion „Entartete Kunst“ 1937 kommt es zur Beschlagnahmung von fast 400 Kunstwerken aus der Museumssammlung, unter anderem von den Leipziger Künstlern Oskar Behringer, Rüdiger Berlit, Gerhard Bettermann, Eduard Einschlag, Willi Geiger, Eugen Hamm, Max Schwimmer und Fritz Zalisz. 1939 lässt das Museum die Namen der Spender Max Abraham, Hermann Aron Meyer, Friedrich Nachod und Wilhelm Breslau abdecken.

Ein Jahr später plant das Museum die „Einweihungsfeier der von Herrn Oberbürgermeister gekauften Kunstwerke aus nichtarischem Besitz“ – meint Ölbilder und „die Fülle von Klingerzeichnungen und Grafiken, die Frau Kirsteins Besitz waren“. Der Oberbürgermeister Alfred Freyberg kauft für das Museum aber auch „Der Handgranatenwerfer“ von Rudolf Lipus oder die Büste „Der Führer“ von Walter Zschorsch. Der ehemalige Oberbürgermeister Carl Goerdeler schenkt 1940 dem Haus das Bild „Ziehende Herde“ von Kurt Voss möglicherweise mit Hintergedanken.

Viele Arbeiten, die in den Leipziger Kunstausstellungen bis 1943 gezeigt werden, widmen sich Landschaften, Stillleben und Stadtansichten. Bei der Großen Deutschen Kunstausstellung in München von 1937 bis 1944 sind Leipziger Kunstschaffende regelmäßig vertreten – so Walter Arnold, Rudolf Lipus, Wilhelm Maaß oder Alfred Thiele. Künstlerische Arbeiten aus der Haft von Franz Ehrlich und Alfred Frank gelangen erst Jahrzehnte nach 1945 in die Sammlung.

Am 4. Dezember 1944 zerstören Bomben das Museumsgebäude.

Gezeigt werden zu diesem Zeitabschnitt Arbeiten von Walter Arnold, Arno Drescher, Franz Ehrlich, Rudolf Lipus, Fritz Kempe, Wilhelm Maaß, Ruth Meier, Rudolf Oelzner, Luise Rudolph, Doris Rücker, Walter Tiemann, Helmuth Tschörtner, Karl Walther, Kurt Voss

„Sammlung im Blick: Leipziger Kunst 1900–1945“ wurde von Britt Schlehahn, Leipzig, kuratiert. Zahlreiche der von ihr ausgewählten Gemälde, Grafiken, Plastiken und Dokumente zur Kunst- und Institutionsgeschichte werden erstmals öffentlich präsentiert. Eine Publikation zum Thema der Ausstellung ist für das Frühjahr 2020 geplant.

Gezeigt wird diese Ausstellung im Museum der bildenden Kunst vom 12. Dezember 2019 bis zum 16. Februar 2020.

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KommentarNatürlich staunten auch wir bei der L-IZ, als der Stadtrat im Januar plitzplauz und aus heiterem Himmel dem Antrag von Stadtrat Thomas Kunmbernuß (Die PARTEI) zustimmte, die Arndtstraße in der Leipziger Südvorstadt in Hannah-Arendt-Straße umzubenennen. Was dann, wie es aussah, einen ganzen Schwanz von Petitionen zu weiteren Straßenumbenennungen nach sich zog, weil ja auch andere griesgrämige Männer mit verqueren Ansichten im Leipziger Straßenraum gewürdigt wurden und werden.
Bilden Leipziger Straßennamen tatsächlich nur ein öffentliches Stadtgedächtnis?
Die viel befahrene Jahnallee. Foto: LZ

Foto: LZ

Für alle LeserMittlerweile beschäftigen ja eine ganze Reihe Anträge zu Straßenumbenennungen den Leipziger Stadtrat, nachdem der Anfang des Jahres schon der Umbenennung der Arndtstraße zustimmte. Zu jedem dieser Anträge verfasst das Dezernat Allgemeine Verwaltung in der Regel eine Stellungnahme – in der Regel ablehnend, weil seit 1999 so eine Art Stillhalteabkommen gilt, nachdem Verwaltung und Stadtrat eine Kompromissformel gefunden hatten, um die Umbenennungswelle der 1990er Jahre zu beenden.