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DOK Leipzig stellt Programm vor

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    Die Pressekonferenz und Programmveröffentlichung zum 62. DOK Leipzig Festival fallen in diesem Jahr zusammen. Es ist auch das letzte Festivaljahr unter der Regie von Direktorin Lena Pasanen. Nicht nur sie hielt kurze Rückschau, auch im Festival sind wieder Retrospektiven eingeplant, neben dem breiten Programm an Dokumentar- und Animationsfilmen.

    Überrascht war Programmchef Ralf Eue von der Vielzahl der iranischen Einreichungen. „Wir haben uns immer um Filme von dort bemüht, aber nicht mehr als aus anderen Ländern, daher ist ein plus von über 100 Prozent erwähnenswert. Die Filme versetzen den Zuschauer aus meiner Erfahrung heraus in ein anderes Zeitgefühl.“ Dazu gehört auch „Family Relations“, ein Film über die durchaus widersprüchliche Kritik von Kindern an ihrem Vater. Der Beitrag läuft innerhalb des internationalen Wettbewerbs.

    Als weitere Beiträge zu diesem ging Eue noch auf „Noodle Kid“ ein, der China einmal abseits von Klischees zeige. Es geht um ein Coming of Age und das Einwirken der gesellschaftlichen Moralvorstellungen auf einen Jugendlichen. Ebenfalls im internationalen Wettbewerb läuft Royal Train. Hier geht es um eine Nachfahrin des letzten rumänischen Königs, die mit einem Zug durchs Land reist und wieder Einfluss auf die Politik im Land nehmen will. „Der Film zeigt auch das Bedürfnis der Menschen nach Symbolik und der Widerstreit zwischen Royalismus und Moderne ist interessant“, so Lena Pasanen.

    Deutscher Wettbewerb auch mit regionalen Beiträgen

    Unter den Einreichungen für den deutschen Wettbewerb gibt es auch regionale Bezüge. Der Film „Zustand und Gelände“ beschäftigt sich mit Orten, an denen zu NS-Zeiten Unrecht geschah, das aber teils noch gar nicht aufgearbeitet ist. Dabei werden auch Orte in Sachsen gezeigt. „Landretter“ dagegen begleitet Menschen, die sich in ländlichen Gegenden für ihre Heimat engagieren und greift die Geschichte der Ex-Bürgermeisterin von Seifthennersdorf bei Görlitz auf.

    Dort wurde die Schule seitens des Freistaates geschlossen, der Lehrbetrieb aber weitergeführt. Auch der Blick über den deutschen Tellerrand hinaus wird im Wettbewerb vertreten sein.

    Und nicht nur im Wettbewerb sind Filme mit Bezug zu Sachsen zu sehen. „Spuren“ besucht nach dem Ende des NSU-Prozesses die Opfer und kommt mit ihnen ins Gespräch. Einen der Morde rekonstruiert dokumentarisch die Gruppe „Forensic Architecture“ und geht dabei auf einen beim Mord anwesenden Verfassungsschützer ein.

    "Spuren" lässt Angehörige der NSU-Opfer zu Wort kommen Foto: Aysun Bademsoy
    „Spuren“ lässt Angehörige der NSU-Opfer zu Wort kommen Foto: Aysun Bademsoy

    Neuigkeit: Symposium „Wem gehört die Wahrheit?“

    Eine Neuerung im Jahr 2019 ist das zweitägige Symposium unter der Fragestellung „Wem gehört die Wahrheit?“. Es findet am 31.10. und 01.11. ganztägig im Kupfersaal statt. Gezeigt werden „Filme mit Feindberührung“, wie es Ralf Eue ausdrückt. Protagonisten also, die ganz andere Werte haben als der Filmemacher. In den vergangenen Jahren führten nämlich Filme wie „Montags in Dresden“ oder „Lord of the Toys“ zu Diskussionen, die die Frage nach dem Umgang mit einer solchen Situation aufwarfen. Daher soll nun einmal viel Raum eingeräumt werden um über Haltungen zu diskutieren.

    Abseits von den Kinosälen ist auch wieder das DOK Neuland zu erleben, in dem 12 Beiträge zum Thema Virtuelle Realität im Untergeschoss des Museums für Bildende Künste zu sehen sein werden. Von einem 360 Grad-Film bis zu „Virtual Reality“-Erfahrungen sei auch hier das Spektrum breit gefächert.

    Pasanens Rückblick

    In ihrem letzten Jahr als Festivaldirektorin blickte Leena Pasanen auch zurück auf Erreichtes. Die Preisgelder seien gestiegen, das Festival noch einmal gewachsen was die Zuschauerzahlen angehe, und auch im Branchenbereich sei etwas passiert. Von all ihren Ideen am kontroversesten diskutiert war sicher die erklärte Frauenquote, zu der sie noch einmal Stellung nahm: „Wir sind froh, innerhalb der Wettbewerbe nun bei 45 Prozent weiblicher Regisseurinnen angekommen zu sein. Das geschah organisch, ohne das wir zu irgendeinem Zeitpunkt mal einen Film eines männlichen Filmemachers gegen den einer Filmemacherin ausgetauscht hätten. Ich bin froh, dass bei vielen Festivals das Thema diskutiert wird und wir mit vorne dabei waren.“

    Sie wolle aber keineswegs einem Nachfolger Dinge aufdrücken, da sie auch selbst die Freiheit genossen habe, Entscheidungen zu treffen.

    Nach „Lord of the Toys“-Kontroverse: DOK-Festival und Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ planen Zusammenarbeit

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