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Autodiebe aus Litauen: „Wenn wir die Hintermänner benennen, sind wir tot“

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    "Seit Leipzig verfolgen mich zwei junge Männer in einem schwarzen Transporter. Ich kann sie nicht abschütteln, das macht mir Angst." Mit Worten wie diesen meldete sich im Mai 2009 ein BMW-Fahrer bei der Berliner Polizei. Diese beobachtete daraufhin den Transporter und stellte fest, dass hier eine Autoschieber-Bande am Werk war. Zwei Männer aus Litauen, Ervinas P. und Gintaras P., klauten hochpreisige Autos sozusagen auf Bestellung: BMW X5 und X7, alle in bestimmten Farben und mit bestimmter Ausstattung.

    Auch ein LKW war dabei. Jeder Wagen war zwischen 70.000 und 120.000 Euro wert. Die Schadensbilanz des litauischen Duos beläuft sich auf über eine Million Euro. „Sie stahlen die Autos unter anderen in Leipzig und Hannover, schafften sie nach Berlin, von wo aus sie nach Polen, Weissrussland und eben auch Litauen gebracht wurden“, stellt Rüdiger Harr, Richter am Landgericht Leipzig, fest.

    Nachdem das Bundeskriminalamt ihnen auf die Schliche gekommen war, flohen sie nach Finnland, wo sie weiter klauten, jedoch umgehend gefasst wurden. Nachdem sie dort bereits eine Haftstrafe verbüßt haben, standen der 26- und der 32-Jährige nun in Leipzig vor Gericht. „Sie haben uns ganz klar zu verstehen gegeben: Wenn wir etwas zu den Hintermännern sagen, sind wir tot“, so Richter Harr. Vertreten wurden sie von Staranwalt Ulrich Endres aus Frankfurt am Main, der spektakuläre Fälle wie den Kindermörder Magnus Gäfgen vertreten hat.

    „Wie sie an den wohl gekommen sind? Es werden wohl jene Hintermänner damit zu tun haben, die diese kleinen Lichter im Mafia-Netz nicht nennen können“, mutmaßt Harr. Zudem haben die litauischen Behörden gemauert und Ermittlungen in ihrem Land für nicht nötig befunden. Der Fall erinnert Harr stark an italienische Mafiafilme. Dass die beiden Auftragsdiebe, die übrigens mit Hightech-Ausrüstung die Wegfahrsperren der teuren Autos knackten, alles gestanden und damit das Verfahren abkürzten, kürzte auch ihre Strafe ab.

    „Mit drei Jahren für den jungen Mann der neun Taten begangen hat, sowie drei Jahren und elf Monaten für den mit elf Taten, entspricht das auch dem, was wir uns vorgestellt haben“, so Harr. Der Staranwalt hat bereits angekündigt, dass seine Mandanten das Urteil akzeptieren werden.

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