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Leipziger pilgerten nach Eicha, um die Predigt auf Deutsch zu hören

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    Protzig stehen sie da, und ein Hauch Romantik umgeistert ihre Zinnen, Tore, Bäume und Parks von Schlössern, Burgen und Herrenhäusern, selbst dann noch, wenn sie längst verlassen sind. Manches Haus zeigt neuen Putz, frische Farbe, ausgebesserte Details an Skulpturen, Fenstern und Fassaden. Glück haben sie gehabt, diese alten Bauten, wenn sich jemand um sie kümmert.

    Manche Tore sind verschlossen, Schilder warnen vor wachenden Hunden. Anderswo sind Besucher willkommen und schauen sich um (wie L-IZ.de),  staunen oder lassen sogar ihre Fantasie spielen…

    In Leipzig, im albertinischen Sachsen, kam Martin Luthers Reformation erst 1539 an. Im ernestinischen Teil Sachsens war man um Jahre voraus. Für die Leipziger begann die Reformation allerdings schon „auswärts“, in Eicha! Heute gehört der Ort zu Naunhof.

    Für die Albrechtshainer, Eichaer und Erdmannshainer zum Beispiel war der, sagen wir mal „neue Glaube“, schon normal. Und  da nahmen sich auch Leipziger Menschen die Freiheit, dabei zu sein, wo auf Deutsch gepredigt wurde. Man pilgerte aus Leipzig zum Beispiel nach Eicha. Vier Stunden soll man dort hin zu Fuß unterwegs gewesen sein. Obrigkeitlich war der Ausflug in Sachen Glauben sogar verboten worden, doch „Wessen Straße ist die Straße? Wessen Welt ist die Welt?“  würde man später sagen oder „Freiheit ist auch die Freiheit des Andersdenkenden“. Doch noch herrschte geistiger Feudalismus in deutschen Landen.

    Eicha und die Leipziger

    Erdmann Hannibal Albrecht schreibt in seiner „Sächsisch-evangelisch-luther’schen Kirchen und Predigergeschichte von ihrem Ursprung an die bis auf gegenwärtige Zeiten“, Leipzig 1799:   […]. Viele aus Leipzig besuchten Pfeffinger’s Vorträge und genossen das Abendmal unter beyderley Gestalt in der Kirche des Klosters Eicha.“

    So muss Eicha auch als ein Ort der Reformation für Leipzig gelten. Johannes Pfeffinger war der fortschrittliche Prediger, möglich war es in diesem anderen Teil Sachsens. Er war nicht der einzige, aber der für die Leipziger am nächsten erreichbare. Er wird später der erste Leipziger Superintendent werden. (Johannes Pfeffinger als Zeitgenosse Martin Luthers ist einen L-IZ.de-Beitrag extra wert.)

    In Leipzig wurde 1527 noch ein Nürnberger Buchhändler auf dem Marktplatz enthauptet, weil er Schriften von Martin Luther verkaufte. Es hat nichts mit der Leipziger Stadtbevölkerung zu tun, den vermeintlichen kaufmännischen Pfeffersäcken, denn die landesherrliche Obrigkeit bestimmte und entschied in Glaubensfragen dort wo es die Kirche nicht schon selbst tat.

    Nun wurden schon Mitte Oktober in Leipziger Bäckereien die Reformationsbrötchen gekauft. Welch ein religiöser Fortschritt! Die Backware, traditionell zum Reformationstag am 31. Oktober bestimmt, ist eine Legende in Variationen. Wo nämlich die Form herkommt bleibt ein Rätsel, von einer stilisierten Bischofsmütze etwa oder dem Symbol der Lutherrose. Man schaue sich in Bäckereien die aktuellen Formen an.

    Das Kloster ist nicht mehr da, aber die Steine sind noch da

    Eine mit Liebe und Fantasie gestaltete Tafel erklärt Kloster-Geschichte. Foto: Karsten Pietsch
    Eine mit Liebe und Fantasie gestaltete Tafel erklärt Kloster-Geschichte. Foto: Karsten Pietsch

    In Eicha entdeckt man das Kloster nicht auf den ersten Blick. Als Gutshof und landwirtschaftlicher Betrieb hat das Gelände einige Epochen überdauert, die Bauwerke künden davon. Nun finden sich neue Eigentümer, darunter offensichtlich Freunde und Bewahrer alter Gemäuer.

    Ein Wegweiser weist „Zum Klostergelände“, dort informiert eine Schautafel. Deren Design spricht eine eigene Sprache mit fantasievoller Gestaltung. Man schaue sich um und entdecke Stück für Stück mögliche Ursprünge und Reste eines Klosters, eines Gutshofes. Es bleiben Vermutungen. Aber die umliegenden Häuser zeigen altes Feldsteinmauerwerk, hier wurde mit alten Steinen immer wieder neu gebaut.

    Fotos, die 1993 veröffentlicht wurden, zeigen das Gelände vor dem Gutshaus als großen gepflasterten Platz, wie zur Aufstellung der landwirtschaftlichen Geräte und Technik angelegt. Inzwischen ist hier wieder ein beschaulich-ländlicher Dorf-Platz entstanden. Ein verfallener Kellerzugang verrät, wie Vorräte früher eingekellert worden sind. Aber dieses Bauwerk dürfte längst nicht so alt sein, wie das Kloster.

    War das größere, zweistöckige Gebäude früher das Abthaus? Jenes, was dann als Gutshaus diente? Es hat einen „Anbau mit einem kreuzgratgewölbten Stallgebäude“. 1993 vermutete man im Buch „Schlösser um Leipzig“: „Möglicherweise bewahrt die Anlage noch Bausubstanz des mittelalterlichen Klosters.“ Warum auch nicht, in Sachsen wird immer aufgehoben, weiter benutzt, neu verarbeitet, umgebaut. Eine Reihe von Bauwerken aus der Landwirtschaft rundum zeugen davon. So, als hätte jemand überlegt, sie vielleicht doch noch mal gebrauchen zu können. Man schaue sich die Ahnentafel der Veränderungen an putzbröckelnden Giebelwänden an, so lange sie noch stehen. Inzwischen ist das Gutshaus, oder auch das mutmaßliche Abthaus, in Privatbesitz, wurde saniert und ist, das ist das Schöne daran, in Benutzung! Ein neugieriger Blick über den Gartenzaun verrät, da wurde gerade eine Art kleiner Klostergarten neu angelegt.

    Reformationsbrötchen und Reformationstag

    Ob die heutigen Sachsen tiefe religiöse Gefühle hegen, hat nichts mit Reformationsbrötchen und Reformationstag zu tun. Danach wird beim Verkauf der Kuchenstücke nicht gefragt. Aber berufliche Pendler zwischen den Feiertags-Regionen der Reformation und von Allerheiligen, selbst wenn sie gar keine Kirchensteuer bezahlten, fanden einen Vorzug, als sie rechtzeitig auf Reisen gegangen waren und nach der Rückkehr feiertags wegen nicht arbeiten gehen konnten. Regionale Feier- oder Gedenktage sind also nicht zu unterschätzen! Und modernen freiwilligen oder zwangsweisen Tagelöhnern sind Feiertage völlig egal oder werden sogar als störend empfunden. Gott arbeitete auch 7 Tage die Woche und ist immer da und ständig erreichbar. „Wer aber will sich Gott gleich fühlen?“, so erklärte es einst ein Fremdenführer in Israel seinen Kursanten.

    Salzstraße

    Wie auf eine Kette gefädelt liegen die Dörfer Albrechtshain, Eicha und Erdmannshain hintereinander. Damit soll ein alter Verkehrsweg verbunden sein, vermuten die Historiker. Salzhändler sollen auf diesem Weg von Halle an der Saale kommend, über Taucha nach Naunhof und Grimma weitergezogen sein in Richtung Böhmen. Ein Aufenthalt in Leipzig war nicht nötig, also machte man einen Umbogen um die Stadt, das sparte Reisekosten für Einreise, Unterkünfte, Nahrung, Ausreise, Zölle. Und es sparte Zeit.

    Schon vor der Gründung des Klosters soll Eicha ein Wallfahrtsort gewesen sein, was auf eine Begebenheit zurück gehen soll, die mit einem Fuhrmann und einer Marienerscheinung oder einem Marienbild zu tun hat. Im Kapitel „Vorsicht“ wird die Überlieferung für heutige Reisende zusammen gefasst

    Almosen, Ablass und Geschäft

    Schön früher gegründet, erhielt das Antoniterkloster Eicha 1497 die päpstliche Bestätigung. Für seine Dienste an den Kranken war der Orden bekannt, die Antonius-Regel verpflichtete zum Gebet, Askese, Fasten, Enthaltsamkeit, Schweigen, Arbeit und Demut. Unter dem Namen „Antoniusfeuer“ wurde eine Krankheit bekannt, die im Mittelalter Ursache von Seuchen war. Mutterkornbrand entstand durch den Verzehr von Roggenprodukten, die aus mit Mutterkornpilzen befallenem Getreide hergestellt waren. Bei den Kranken starben unter Schmerzen Finger, Zehen und Gliedmaßen ab, manchmal retteten nur Amputationen das Leben.

    Im Jahr 1095 stiftete ein französischer Ritter die Laienbruderschaft der Antoniusherren, Namenspatron war der Mönchsvater Antonius, der Eremit. Doch wie kamen die Antoniter ins Land von Elbe und Mulde? Fritz Kuhwatz schrieb in einem Artikel der Tourismus-Zeitung der Dübener Heide im Jahr 1999, dass der askanische Herzog Bernhard (1180-1212) den Antonitern ein Stück Land in der Nähe der Stadt Prettin an der Elbe geschenkt habe, wo ein Hospital entstand und mit ihm die Gemeindepräzeptorei Lichtenberg, später Lichtenburg.  Dafür wurden Almosen gesammelt, die Antoniter zählten zu den Bettlerorden. Das Sammelgebiet beschränkte sich nicht auf Kursachsen, sondern auch das Bistum Meißen, das Erzbistum Magdeburg, die Bistümer Merseburg, Naumburg, Brandenburg sowie Teile des Erzbistums Mainz mit den Diözesen Halberstadt und Hildesheim. In Wittenberg gab es seit 1403 Antoniter und seit 1457 einen Antoniterhof, der bis 1536 von den Mönchen genutzt und dann an einen Universitätsprofessor verkauft wurde.

    Antoniter hatten eigene Heilmittel: Bestandteil einer infektionshemmenden und schmerzstillenden Heilsalbe, des „Antoniusbalsams“ war Schweineschmalz. Zu Gebeten wurde den Kranken auch „Antoniuswein“ gereicht. Zur Herstellung jener Heilmittel benötigten die Antoniter sozusagen auch eine landwirtschaftliche Produktion bis hin zum Weinanbau in der Region Lichtenburg, in Schweinitz und Jessen.

    Erdmannshains Kirche erzählt viele eigene Bau-Geschichten und die des Klosters aus dem Nachbarort Eicha. Aus dem Kloster soll noch die Glocke stammen, die den Erdmannshainern heute die vollen Stunden läutet. Ein Wiesenlabyrinth lädt zum meditativen Spaziergang ein. Foto: Karsten Pietsch
    Erdmannshains Kirche erzählt viele eigene Bau-Geschichten und die des Klosters aus dem Nachbarort Eicha. Aus dem Kloster soll noch die Glocke stammen, die den Erdmannshainern heute die vollen Stunden läutet. Ein Wiesenlabyrinth lädt zum meditativen Spaziergang ein. Foto: Karsten Pietsch

    „Mit der Zeit wuchs der Reichtum der Antonitermönche in Lichtenburg durch das Almosensammeln sowie durch Schenkungen und Geldgeschäfte gewaltig an“, schrieb der Historiker Fritz Kuhwatz. „Das führte jedoch u. a. dazu dass die Krankenpflege in den Hintergrund trat und das Leben der Mönche von ihrer Ordenregel immer mehr abwich. … Da sie sich auch mit dem Ablasshandel beschäftigten und den wortgewaltigen und erfolgreichen Ablasshändler Johann Tetzel in ihrem Namen wirken ließen, wurden sie bei der Reformation von Martin Luther besonders attackiert, was schließlich zum Untergang des Ordens in Deutschland führt.“

    Eicha ist in Schriften Martin Luthers erwähnt und besonders hervorgehoben als ein Ort der Marien-Verehrungen, in dem zur Anbetung von Bildnissen, wie üblich an Pilgerorten, große Geschäfte im Namen Gottes und des Glaubens gemacht wurden.

    „Wallfahrer kamen von sechs bis sieben Meilen weit her, denn die Menschen des Spätmittelalters besaßen einen unstillbaren Hunger nach Gottheit“, wird L. Febvre von Uwe Schirmer im Buch „Kloster Eicha“ zitiert, und er kommentiert: die für das ganze Mittelalter kennzeichnende Form der dinglichen Frömmigkeit wurde im Heilsdrang noch stärker quantifiziert. Heiligen- und Reliquienkult, Wallfahrts- und Prozessionswesen, Stiftungen und fromme Werke aller Art dehnten sich nicht aus. Wenn Martin Luther von Wittenberg nach Grimma gereist ist, dürfte sein Weg über Eicha geführt haben.

    Im Zuge der Auflösung des Klosters Eicha und der Veräußerung von Gebäuden und Grundstücken wurden stattliche Gelder genannt, enorme Summen im Grundstücksverkehrsmarkt, Gulden nach Hunderten oder gar nach Tausend gezählt,

    Kleine Ausstellung in Erdmannshain

    Sonderausstellungen im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig kommen und gehen, die Exponate wandern wieder an ihre Sammlungsorte. Leider verschwinden dann zu oft auch die Sonderanfertigungen. Erdmannshains Geschichtsverein ist es gelungen, die Tafeln zum Kloster Eicha aus der Schau „Umsonst ist der Tod – Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation in Mitteldeutschland“ abholen und ausstellen zu dürfen. Da stehen sie nun, an der Seitenwand im alten Chorraum, so dass sie die Sicht auf den historischen Raum nicht verstellen.

    Erdmannshains Kirche kann selbst Baugeschichten erzählen, mit dem Dachreiter, einer Saalkirche aus dem 13./14. Jahrhundert, die nach dem Umbau einer romanischen Chorturmkirche entstanden ist.

    Schon im Vorraum der Kirche wird an Ausstellungstafeln mit Daten und Fakten berichtet: unter anderem über den Prediger Johannes Pfeffinger auf dem Weg aus seiner österreichischen Heimat bis zur Anstellung als erster Superintendent an der Thomaskirche in Leipzig.

    Eichaer Glockenklang

    Eine der Glocken aus Eicha läutet heute in Erdmannshain, erklärt Wolfram Just bei einer seiner regelmäßign Kirchenführungen. Da spielte er auch selbst auf der Orgel ein „Ave Maria“ und ein Stück von Johann Sebastian Bach. Für die Patienten aus der nahegelegenen Klinik war es ein schöner Sonntagsvormittagsausflug, Wolfram Just holte sie in der Klinik ab und bringt sie auch zurück. An diesem Sonntag stammen fast alle aus Leipzig und Umkreis, waren aber vor ihrem Klinikaufenthalt noch nie in Erdmannshain. „Ich bin auch mit in die Kirche gegangen,“ sagt einer der Mitwanderer, „um mich zu bedanken, was mir hier Gutes passiert ist!“

    Vorsicht!

    Am linken Ufer der Parthe, drei Stunden nordwestlich von der Stadt Grimma und zwei Meilen von Leipzig liegt in der Nähe von Naunhof das Vorwerk Eicha. Dieses soll seinen Namen von einem hohlen Eichenbaum haben, der zur Zeit der Sorbenwenden hier stand und unter welchem diese ihre Abgötterei trieben. Nachher war der Ort angebaut und hier die Messe gelesen. Denn im Jahre 1454 hat ein Fuhrmann, der bei bösem und grundlosem Wege mit seinem beladenen Wagen unweit dieses Orts halten blieb, in seiner größten Angst und bei scheinbar unmöglicher Hilfe an dieser Eiche eine Tafel mit einem Marienbild erblickt, ist vor dasselbe nieder gekniet und hat gesehen, dass die Pferde den Wagen indessen fortzogen. Er hat darauf die Sage in Leipzig erzählt, man hat dann oft dahin gewallfahrtet und von den gebrachten Opfern eine schöne Kirche der Jungfrau Marie zu Ehren gebaut.

    Nach einer anderen Sage hätte der Fuhrmann unterwegs einen Fremdem mit einem schweren Paket aufgenommen, als er dort hin kam, konnte er auf einmal nicht weiter. Er betete also zu dem dort an einer Eiche befestigten Bild der Jungfrau Maria um Hilfe, da aber gleichwohl die Pferde nicht anzogen, so argwöhnte er, auf seinem Wagen befinde sich ein geraubtes Kirchengut. Er öffnete also sogleich das Paket des Fremden und fand darin eine aus einer Kirche von diesem gestohlene silberne Monstranz. Zur Erinnerung an dieses Wunder soll man dann zu diesem Bilde gewallfahrt sein. (Johann Georg Theodor Gräße, „Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen“)

    An den Parthenwiesen sind immer wieder Nässe, Sumpf und Morast möglich, auch wenn die professionellen Radio-Wettefrösche gern Optimisimus verbreiten wollen und einen „freundlichen Mix aus Sonne und Wolken“ verheißen. Möge allen vom Wege Abgekommenen ein Marienbild leuchten oder eine Marienerscheinung sie wieder sicheren Boden unter den Füßen und Rädern spüren lassen.

    Aus örtlichen Überlieferungen und der Literatur sind Berichte, Beschreibungen und Zusammenfassungen bekannt geworden, die wir gern vorsichtshalber mitteilen wollen, ohne jedoch immer die Sachverhalte zurück verfolgt oder aufgeklärt zu haben. Herausgeber, Redaktion und Autor können für Schäden versicherungsrechtlich nicht haftbar gemacht werden. Wer mehr weiß, weitere Erlebnisse mitzuteilen hat, über andere Dokumente verfügt oder mit den Beschreibungen verbundene auffällige Gegenstände besitzt, kann es gern der Redaktion mitteilen, damit eventuelle Warnungen weitergeben können.

    Extras in Eicha, Erdmannshain und Umgebung

    Erdmannshains Kirche nennt ist eine Radfahrerkirche am Mulde-Parthe-Radweg. Neben der Kirche gibt es ein Wiesenlabyrinth.

    Auf die „Radfahrerkirche“ weist ein altes Fahrzeug hin, das neben der Kirchenpforte im Baum geparkt wurde... Foto: Karsten Pietsch
    Auf die „Radfahrerkirche“ weist ein altes Fahrzeug hin, das neben der Kirchenpforte im Baum geparkt wurde… Foto: Karsten Pietsch

    In der Naunhofer Kirche spielt sich in einer Konzertreihe der Organist Espen Melbö durch das Werk Johann Sebastian Bachs. Im Sommer ziehen Moritzsee und Grillensee nahe der Autobahn A 14 badende, schwimmende, sonnende und wandernde Besucher an. Perfekt organisiert ist das Abkassieren der Parkgebühren, die einzige Infrastruktur einer so genannten Bewirtschaftung.

    Wo nachlesen? Wo weiterlesen?

    „Kloster Eicha – Wallfahrt-, Antoniter-, Reformations- und Ortsgeschichte“, Sax-Verlag Beucha, 1. Auflage 1997. Auf 128 Seiten wird als wissenschaftliche Untersuchung ein Bild vom Ort Eicha und dem Kloster entworfen. Zitate sind mit diversen Quellen nachgewiesen und auffindbar. Aus der regionalen Literatur geläufige Autorennamen wir Lutz Heydick, Uwe Schirmer, Günter Sämisch und Olaf Beyer sind dabei. Ebenso Günther Unteidig, einst Archäologe, dann Denkmalpfleger. Zwar nun im Ruhestand, war er neulich, wie er sagte, im Ehrenamt, und vermutlich aus Neugier auf alte Scherben, bei den Grabungen in Grimma nahe dem Mulde-Ufer dabei.

    „Lexikon des Mönchtums und der Orden“, Herausgegeben von Johanna Lanczkowski, VMA-Verlag Wiesbaden 1997.

    Wann? Wie? Wohin? Weiter?

    Halle/Saale, Taucha, Naunhof, Grimma. Historiker meinen, so seien einst die Salzhändler Richtung Böhmen gezogen.

    Eicha liegt 18 km nordöstlich von Leipzig, 14 km von Grimma entfernt. Ob mit dem Linienbus oder per Fahrrad auf dem Parthe-Mulde-Radweg, man muss aufpassen, um Eicha zwischen den Orten Albrechtshain und Erdmannshain zu finden.

    Eine Radtour-Beschreibung über 40 km Wegstrecke findet man auf der Internet-Seite von architektur-blicklicht. de, Radtour Landkreis Leipzig. Stationen: Belgershain, Köhra, Lindhardt, Pomßen, Großsteinberg, Grethen, Grimma, Rotes Vorwerk, Beiersdorf, Hausdorf, Klinga, Naunhof, Erdmannshain, Eicha, Albrechtshain, Fuchshain, Großpösna.

    Kirchenführungen in der Erdmannshainer Kirche, mit Ausstellungstafeln über das Kloster Eicha, mit Wolfram Just an Sonntagen um 10:30 Uhr am 08.11., 22.11., 13.12., 20.12.2015 und nach Vereinbarung.

    Der Museumshof und die Scheune sind von April bis Oktober jeden letzten Sonntag im Monat von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Kulinarisches Thema am 25.10.2015: Rund um Kürbis, Kartoffel und Zwiebel.

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