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Landesgeschichte

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Alexander Querengässer: Torgau im Großen Nordischen Krieg. Foto: Ralf Julke

Torgau im Großen Nordischen Krieg: Ein völlig anderer Blick in das Torgau zur Zeit August des Starken

Torgau hat einen sehr aktiven Geschichtsverein, dem es ein Herzensanliegen ist, die Geschichte der einstigen sächsischen Residenzstadt auch in einer anspruchsvollen Schriftenreihe zu beleuchten. Dazu lädt der Verein auch kompetente Autoren ein, die sich – wie der Historiker Alexander Querengässer – sowieso schon mit zumeist „vergessenen“ Kapiteln der sächsischen Geschichte beschäftigen. Und der Große Nordische Krieg passt tatsächlich nicht in das Bild, das die Sachsen so gern von sich malen.

Wolfgang David: Im Aufwind der Macht. Foto: Ralf Julke

Im Aufwind der Macht: Ein mitreißender Roman über den berühmtesten sächsischen General der Napoleonzeit

Der Titel ist ein wenig irreführend, denn nichts strebte Johann Adolf von Thielmann weniger an als Macht. Er ist der Held dieses Romans, in dem der Dresdner Autor Wolfgang David ihn durch jene beiden Jahre begleitet, in denen er erst den Russlandfeldzug Napoleons mitmacht und die sächsischen Truppen bei Borodino befehligt, bevor er im Frühjahr 1813 die Seiten wechselt. Und dabei galt er nach 1806 als größter Unterstützer Napoleons in Sachsen.

Meißnisch-sächsische Mittelalterstudien. Ausgewählte Schriften von Manfred Kobuch. Foto: Ralf Julke

Meißnisch-sächsische Mittelalterstudien: Das Jubiläumsbuch für Manfred Kobuch, das jetzt mit 20-jähriger Verspätung erschien

Es gibt tatsächlich Bücher, die kommen mit 20 Jahren Verspätung, weil der Jubilar eigentlich nur noch ein bisschen redigieren wollte. So wie diese Sammlung von Studien, die eigentlich im Jahr 2000 zum 65. Geburtstag des sächsischen Landeshistorikers und Archivars Manfred Kobuch erscheinen sollte – als Nr. 6 der Schriftenreihe der Rudolf-Kötzschke-Gesellschaft. Sogar die Würdigung durch seinen Historiker-Kollegen Karlheinz Blaschke war schon geschrieben.

Jürgen Herzog, Elfie Werner (Hrsg.): Das Priesterhaus Georg Spalatins in Torgau. Foto: Ralf Julke

Das Priesterhaus Georg Spalatins in Torgau: Das Buch zur Rettung eines besonderen Torgauer Kleinods

Die Reise nach Torgau lohnt sich – auch nach dem großen Reformationsjubiläum 2017, als es ja nicht nur in Sachsen große Ausstellungen gab und zuvor gewaltige Anstrengungen, historische Gebäude, die mit Luther und der Reformation etwas zu tun hatten, wieder nutzbar zu machen. Das einst Georg Spalatin gehörende Haus in der Katharinenstraße 8 in Torgau ist dabei etwas Besonderes. Nicht nur wegen Spalatin.

Alexander Querengässer: 1719. Hochzeit des Jahrhunderts. Foto: Ralf Julke

1719. Hochzeit des Jahrhunderts: Alexander Querengässer rekonstruiert die teuerste Hochzeit, die Dresden je erlebt hat

Geschichte ist ein Sammelsurium aus Chancen und vergeigten Gelegenheiten. Nicht nur, wenn es um den „richtigen Moment“ zum Beispiel für Erfindungen oder Revolutionen geht. Manchmal schüttelt die Nachwelt dann den Kopf. Zum Beispiel über diesen überambitionierten Kurfürsten Friedrich August I., den die Sachsen bis heute als den Starken verehren. Der hatte tatsächlich vor 300 Jahren mal die Kaiserkrone im Visier.

Steffen Raßloff: Mitteldeutsche Geschichte. Foto: Ralf Julke

Mitteldeutsche Geschichte: Wie Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt entstanden und trotzdem nie eins wurden

Das Buch kommt Ihnen bekannt vor? Dürfte es auch sein. Denn es erschien erstmals 2016 in der Edition Leipzig und trifft einen Nerv. Vielleicht auch nur eine Idee, die auch Historiker immer wieder umtreibt: Wie entsteht eigentlich bei Menschen so ein Gefühl, sich einer Landsmannschaft zugehörig zu fühlen? Ein Gefühl, das sogar 1990 stark genug war, die Wiederherstellung der Länder in ihren historischen Konturen zu erzwingen?

Reinhardt Eigenwill: Kleine Stadtgeschichte Dresden. Foto: Ralf Julke

Kleine Stadtgeschichte Dresden: Wie packt man 800 Jahre Stadt- und Fürstengeschichte in ein Taschenbuch?

Wie erzählt man die Geschichte einer Stadt? Zwar besitzt Dresden seit seinem großen 800-Jahre-Jubiläum auch eine dreibändige wissenschaftliche Stadtgeschichte. Aber kann man das nicht auch in ein Taschenbuch komprimieren? Und was kommt dabei heraus, wenn man eine Stadt wie einen Organismus betrachtet, „der ständigen Wandlungen unterworfen ist“? Jedenfalls erklärt der Diplomhistoriker Reinhardt Eigenwill so im Vorwort seinen Ansatz.

Cordia Schlegelmilch: Eine Stadt erzählt die Wende. Foto: Ralf Julke

Eine Stadt erzählt die Wende: Wie die Wurzener die rasenden Veränderungen von 1989 und 1990 erlebten

Äußerlich gibt sich das Buch unscheinbar: In Mintgrün gefärbt, mit Buchstaben, die an Samisdat erinnern und einem Schwarz-Weiß-Foto der Wurzener Teppichfabrik aus dem November 1990. Da war die Soziologin Cordia Schlegelmilch in Wurzen mit Fotoapparat und Aufnahmegerät unterwegs, um wissenschaftlich festzuhalten, wie die Menschen einer Kleinstadt in der DDR die Transformation erlebten, die heute meist lax als „Wende“ bezeichnet wird.

Steffen Raßloff: Sachsen. 55 Highlights aus der Geschichte. Foto: Ralf Julke

55 Highlights aus der Geschichte: Ein Vorschlag aus Thüringen, wie man sich das Ländchen Sachsen erschließen kann

Deutschland ist – wie alle seine europäischen Nachbarn – ein Land voller Geschichte. Auch deswegen kommen jedes Jahr Millionen Touristen. Und sie reisen vor allem dorthin, wo die Spuren der Geschichte besonders gut zu sehen sind. Das entscheidet auch darüber, was in Sachsen besonders beliebt ist. Aber was ist es wirklich, mal so aus der Perspektive eines Thüringer Historikers betrachtet?

Steffen Raßloff: Kleine Geschichte der Stadt Dresden. Foto: Ralf Julke

Kleine Geschichte der Stadt Dresden: Jeder ist hier mit August verwandt

Ändert sich der Blick auf Sachsen und seine Hauptstadt, wenn man mal von draußen guckt? Zum Beispiel aus dem Nachbarland Thüringen, aus Richtung Ilmenau. Von da aus müsste „Elbflorenz“ ja eigentlich schon ein bisschen seltsamer aussehen als – sagen wir mal – vom Westrand des Freistaats Sachsen, der von Dresden aus regiert wird. Jedenfalls versucht es die dortige Regierung.

Jens Kunze: König Albert und das alte Jagdschloss zu Wermsdorf. Foto: Ralf Julke

Jens Kunze beleuchtet ein besonderes Kapitel sächsischer Königsgeschichte: König Albert und das alte Jagdschloss zu Wermsdorf

Sachsen ist ein Schlösserland. Manche sind aus der Werbeschleife für den schönen Freistaat gar nicht wegzudenken. Andere führen eher ein Aschenputteldasein, werden von großen Prachtschlössern überstrahlt, so wie in Wermsdorf das Alte Jagdschloss durch das viel berühmtere Schloss Hubertusburg. Wermsdorf ist damit die einzige Gemeinde in Sachsen mit zwei Schlössern.

Kai von Kindleben: Stülpner Karl. Foto: Ralf Julke

Das Leben des berühmten Stülpner Karl als große Foto-Roman-Erzählung

Im Erzgebirge ist er wohl nie aus der Erinnerung der Menschen verschwunden. Und außerhalb wurde er spätestens mit der legendären Verfilmung mit Manfred Krieg als Stülpner Karl berühmt. Mehrere Biografien über das Leben des „Robin Hood des Erzgebirges“ sind auch erschienen. Und trotzdem ließ die Gestalt den Fotografen Kai Kretzschmar alias Kai von Kindleben nicht los. Er wollte den Wildschützen unbedingt in Aktion versetzen.

Das Eichsfeld. Foto: Ralf Julke

Ein dicker Band mit lauter eindrucksvollen Karten: Das Eichsfeld

2015 war es, da erschien der erste Band der eindrucksvollen Reihe „Landschaften in Deutschland“ in neuem Layout. Nicht ganz zufällig war es der Band „Leipzig“, der in seiner kompakten Datenfülle zeigte, was Landeskundler alles über eine geografische Örtlichkeit zu erzählen haben. Jetzt haben sie wieder drei Jahre Arbeit in den nächsten Band, die Nr. 79 in der Reihe, gesteckt: „Das Eichsfeld“.

Alexander Querengässer: Friedrich der Streitbare. Foto: Ralf Julke

Endlich ein faktenreiches Buch zum Leben und Wirken des ersten Kurfürsten der Wettiner

Man darf durchaus staunen, wie schlecht erforscht die sächsische Geschichte tatsächlich noch ist, auch wenn alle naselang ein neuer Prachtband über August, die Gräfin Cosel oder das schöne Elbflorenz erscheint. Da schreibt so mancher nur von anderen ab und hübscht es auf. Deswegen fällt es richtig auf, wenn sich ein Historiker wie Alexander Querengässer einmal intensiv mit der Aktenlage zu Friedrich dem Streitbaren beschäftigt. Kennen Sie nicht? Dabei gäbe es ohne ihn gar keinen Freistaat Sachsen.

Freya Klier: Dresden 1919. Foto: Ralf Julke

Freya Kliers großes Panorama der Stadt Dresden im Jahr 1919

Menschen sind fehlbar. Und meistens sind sie überfordert, die Folgen ihrer Entscheidungen wirklich zu bedenken. Da dominieren Emotionen von Rache, Wut, tiefer Verletztheit und sorgen dafür, dass die Geschichte für Generationen auf katastrophale Gleise gerät. Was hat das mit Dresden im Jahr 1919 zu tun? Eine Menge. Gerade weil Freya Klier sich um die Komplexität eines Jahres bemüht, das bislang eher so mitdümpelte im Schatten von 1918.

Harald Meller, Kai Michel: Die Himmelsscheibe von Nebra. Foto: Ralf Julke

Die Himmelsscheibe von Nebra und die Entdeckung eines 4.000 Jahre alten Reiches mitten in Europa

Als Harald Meller 2001 zum ersten Mal von einem besonderen Schatzfund aus dem Süden Sachsen-Anhalts erfuhr, war er gerade frisch auf dem Posten des Landesarchäologen in Halle. Und er ahnte nicht, was für ein Abenteuer in der arg lädierten Scheibe steckte, die auf den Fotos zu sehen war, die ihm sein Berliner Kollege zeigte. Der erste Teil des Abenteuers machte in den Medien schon Furore. Der zweite war ein echter archäologischer Krimi.

Hartmut Ellrich: Das kleine Buch der Wettiner. Foto: Ralf Julke

Mit Hartmut Ellrich im Eilzugtempo durch 800 Jahre Wettiner-Geschichte

Man kann es ja mal versuchen, die ganzen Wettiner in so ein kleines Buch zu packen. Das ist mutig. Noch viel mutiger, als eine „Kurze Geschichte Deutschlands“ zu schreiben, wie es James Hawes getan hat. Denn zu Recht weist schon der Umschlag darauf hin, dass die Wettiner „eine der ältesten, mächtigsten und herausragendsten Familien des deutschen und des europäischen Hochadels“ sind.

Steffen Raßloff: Kleine Geschichte Sachsens. Foto: Ralf Julke

Mit Steffen Raßloff in Windeseile durch 1.000 Jahre sächsische Geschichte

Auch der Rhino Verlag in Ilmenau hat eine hübsche kleine Mini-Buchreihe, so wie der Verlag für die Frau in Leipzig – nur noch nicht ganz so lange und auch im Format ein klein wenig größer. Aber in die Jacketasche passen die kleinen Bücher allemal. Denn sie sind ja ideal zum Unterwegs-Lesen. Etwa wenn man einmal kompakt wissen will, was für ein sonderbares Land dieses Sachsen eigentlich ist.

Ulrich Eichler: Der sächsische Orgelbauer Johann Ernst Hähnel. Foto: Ralf Julke

Das fast vergessene Schicksal des sächsischen Orgelbauers Johann Ernst Hähnel

Glaube keiner Geschichte, die einem als einzig gültige erzählt wird. Wer sich wirklich einmal mit nur einem einzigen historischen Forschungsfeld beschäftigt hat, weiß, welches Unheil oft die ersten Biografen und „Standardwerk“-Verfasser angerichtet haben. Sie haben verknappt, zugespitzt, ihr eigenes Urteil zum Maßstab gemacht und einfach mal alles weggelassen, was in ihre Heldengeschichte nicht gepasst hat. So ist es auch mit den berühmten sächsischen Orgelbauern. Da war ja nur Silbermann, oder? Denkste.

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