Jens Kunze beleuchtet ein besonderes Kapitel sächsischer Königsgeschichte: König Albert und das alte Jagdschloss zu Wermsdorf

Für alle LeserSachsen ist ein Schlösserland. Manche sind aus der Werbeschleife für den schönen Freistaat gar nicht wegzudenken. Andere führen eher ein Aschenputteldasein, werden von großen Prachtschlössern überstrahlt, so wie in Wermsdorf das Alte Jagdschloss durch das viel berühmtere Schloss Hubertusburg. Wermsdorf ist damit die einzige Gemeinde in Sachsen mit zwei Schlössern.

Und natürlich sammelt der örtliche Heimatverein – genauer: Heimat- und Verschönerungsverein Wermsdorf e. V. – alles, was es auch zur Geschichte der Wermsdorfer Schlösser zu finden gibt. Wohl wissend, dass das stets nur zufällige Fundstücke bleiben, wenn nicht ein versierter Historiker sich einmal daransetzt, die vorhandenen Archive der Landesgeschichte zu durchforsten nach Akten, Fakten und Rechnungsbelegen. So, wie das Jens Kunze jetzt getan hat, der unter anderem die im Sächsischen Hauptstaatsarchiv gelagerten Akten des Königlichen Hofmarschallamtes durchforstete.

Der Hofmarschall war jener Amtsverwalter, der den ganzen königlichen Haushalt organisieren musste. Hier liefen alle Bestellungen und Rechnungen zusammen, hier wurde das Personal organisiert, wurden Schlösserrenovierungen „gemanagt“ und die Reisen der königlichen Familien geplant und abgesichert. Wer alle diese Akten durchsucht, bekommt einen pfenniggenauen Einblick in das Leben der Könige und Königinnen, Prinzen, Hofdamen, Leibwächter und Kochgehilfen, all den vielen Leuten, die am Ende so einen Hofstaat ausmachten. Auch nach 1831 noch, als aus dem absoluten Königtum in Sachsen eine konstitutionelle Monarchie geworden war.

Was die Sachsen noch lange nicht zu Königsuntreuen machte, schon gar nicht die bürgerlichen. Sie liebten ihre Könige – bis auf König Georg, den Bruder und Nachfolger von König Albert, der in diesem Buch die Hauptrolle spielt. Denn Albert war es, der 1874 das alte Jagdschloss, das einst sein Vorfahre Kurfürst Christian II. 1609/1610 in Wermsdorf bauen ließ, wieder als Jagdschloss revitalisieren ließ. In der Zwischenzeit war es fremdgenutzt worden, so, wie es vielen sächsischen Schlössern erging. Und auch heute wird es ja nicht mehr als Schloss benutzt, dafür hat die Gemeinde Wermsdorf, der der Freistaat Sachsen das Schloss nur zu gern überließ, seine Gemeindeverwaltung darin untergebracht, die Touristinformation, ein kulturelles Begegnungszentrum, das Wermsdorfer Standesamt, den örtlichen Polizeiposten und auch noch einen Reitstall.

Man sieht noch, dass es ein typisches Renaissanceschloss ist. Mit märchenhaften Vorstellungen von verwunschenen Prinzessinnen und edlen Prinzen aber sollte man es nicht in Verbindung bringen. Dafür waren die Prinzen und Prinzessinnen, die König Albert, König Georg und dann auch noch dessen Sohn, der letzte sächsische König Friedrich August III., nach Wermsdorf einluden, in der Regel schon zu betagt. Man darf sich eher befrackte und uniformierte Herrengesellschaften vorstellen, wie sie auf einigen der Bilder im Buch zu sehen sind, die hier zur Jagd zusammenkamen und mit dem König des abends dinierten oder am Spieltisch saßen.

Alles sehr offiziös, im Grunde ein durchritualisierter Staatsakt, bei dem zwar die Könige und die geladenen Herren ihre Lust an der (organisierten) Jagd auslebten und tausenden Waldtieren den Garaus machten, aber die Einladungen wurden nie dem Zufall überlassen. Es waren vom Hofmarschallamt ordentlich durchorganisierte Treffen des Königs mit seinen adligen Standesgenossen und Honoratioren vor Ort, auch mal ein paar Standesgenossen aus der Toskana oder aus Preußen, spätestens unter Friedrich August III., der auch als Kommandeur an den diversen Kaisermanövern teilnahm, die Kaiser Wilhelm Zwo auch einmal nach Wermsdorf brachten.

Also ein Buch für Nostalgiker, die die „gute alte Zeit“ verklären möchten? Nicht wirklich. Eher ein Blick in eine Welt, die im November 1918 ihr Ende erlebte, eine Welt, in der es über der gewählten Regierung immer noch den König mit seinen starken Weisungsbefugnissen für Heer und Regierung gab. Man vergisst es ja fast: Auch in den 1. Weltkrieg zog Sachsen noch mit einer eigenen Armee. Die Könige schlugen alle eine militärische Laufbahn ein. Auch der hier gewürdigte Albert war Soldat durch und durch und umgab sich – wie Jens Kunze schreibt – wohl am liebsten mit Offizieren und (Ober-)Förstern. Was andererseits seiner Liebe zu Königin Carola keinen Abbruch tat, die seinerzeit nicht nur als Wohltäterin galt, sondern tatsächlich in vielen sozialen Projekten tätig war. Ein gut Teil von Alberts gutem Ruf hat er seiner Gemahlin aus Schweden zu verdanken.

Wobei die Sachsen ihn auch dafür verehrten, dass er an der Spitze der Armee nicht nur in Königgrätz auf dem Feld stand, sondern auch im Deutsch-Französischen Krieg (wo er sich freilich als ziemlich rücksichtsloser Offizier entpuppte – er hätte nur zu gern auch noch Paris bombardiert). Und das alles ist nur erklärlich, wenn man weiß, wie sehr alles Militärische damals nicht nur von den Adligen, sondern auch vom kleinen und großen Bürgertum verehrt wurde, jenen Ständen, die nun einmal die Offiziere stellten und sich nach dem Militärdienst mit Orden und Heldentaten rühmten.

Die kleinen Bauern, Arbeiter und Tagelöhner waren wahrscheinlich nie Mitglieder in all den Kriegervereinen, von denen auch Wermsdorf einen hatte. Hat das mal jemand untersucht? Es wäre an der Zeit. Denn das erzählt eine Menge darüber, welche Legenden und Heldengeschichten über ein Land erzählt werden und welche Erinnerungen an die Könige bewahrt werden. Wie weit ging die Königsliebe wirklich?

Historisch spielte das Jagdschloss Wermsdorf nie eine Rolle. Die Kurfürsten und Könige kamen wirklich immer nur für ein paar Tage oder Wochen mit ihrer Entourage, um in den umliegenden Wäldern organisiert zu jagen. Mit Jens Kunze können wir in die Rechnungen schauen, mit denen die Sanierung und Wiederherrichtung des Schlosses 1874 bezahlt wurden. Spätere Inventarlisten ermöglichen die Rekonstruktion von fast jeder Zimmereinrichtung, von den wichtigeren Räumen, in denen König und Königin wohnten und wo sich die Gäste zum Essen trafen, gibt es sogar Fotos.

Und zu jedem Jagdausflug gibt es die Organisationslisten des Hofmarschallamtes, das akribisch vermerkte, welches Personal mit auf Reisen ging und in welchen Zimmern es schlief, welche Vorräte und Geschirrmengen aus Dresden mitgebracht wurden – samt dem Meißner Porzellan, von dem gegessen wurde. Aber auch die Gästelisten sind erhalten, genauso wie die Sitzordnungen. Man kann also einen Blick hinter die Kulissen tun und lernt ein sehr professionelles Haushaltsmanagemt kennen.

Man erfährt auch von den An- und Abreisen des Hofstaats und da und dort auch vom Tagesprogramm der Gäste. Natürlich waren auch die Königinnen des Öfteren mit. Aber Königin Carola hatte für die Jagd sichtlich nichts übrig, sie besichtigte lieber die Heilstätte im Schloss Hubertusburg. Und die wahrscheinlich mit viel Zigarrenqualm und Alkohol verbundenen geselligen Abende verließ sie stets sehr früh, eine Migräne vortäuschend, um ihrem Göttergatten nicht direkt sagen zu müssen, dass ihr die raubeinigen Männerrunden nicht wirklich zusagten.

Es sind kleine Seitenlichter, die solche ganz persönlichen Dinge sichtbar machen.

Was die Rechnungen für 1874 freilich noch zeigen, sind natürlich solche Dinge wie der Einbau von 15 großen Kachelöfen und 29 einfacher Öfen. Man heizte zumeist mit Holz, teilweise auch mit Steinkohle. Man darf bei den alten Schlossbildern also auch durchaus auf die ganzen Schornsteine auf dem Dach achten. Wer freilich all die Öfen beheizte, ist erst einmal nicht zu erfahren. Man ahnt nur all die Dienstboten, die in aller Frühe, bepackt mit Holz und Kohleeimer schleppend, ausziehen, in den Zimmern die Öfen anzuheizen. Denn die meisten Jagden fanden ja im Herbst statt, einige auch bei Frost und Schnee im Winter.

Und nicht zu vergessen die große „Kochmaschine“, die in der Küche im Erdgeschoss eingebaut wurde: Das Hofmarschallamt musste die komplette Speisenversorgung in der Zeit absichern, in der die Jagdgesellschaft in Wermsdorf weilte. Nur selten wurden auch einmal hiesige Gastwirte mit der Verproviantierung beauftragt.

Und das passt alles in so ein gar nicht dickes Buch? Tatsächlich. Für alle Leser, die gern einmal erfahren würden, wer eigentlich für die Könige und ihren Hofstaat die ganze Arbeit machte, ein kleiner Einblick – wenn auch nur in das Sonderkapitel „Jagdausflüge nach Wermsdorf“. Aber auch die mussten organisiert werden von echten Profis. Und dazu zählte nicht nur der gut bezahlte Hofmarschall, dazu zählten auch die – hier jedenfalls – namenlos auftauchenden Menschen, die vor Ort tatsächlich ihren Job machen mussten (und dafür von dankbaren Gästen auch manchmal eine Gratifikation erhielten): Koch, Küchenfrau, Officianten, Kellergehilfe, Silberwäscherin (für das mitgebrachte Tafelsilber), Silberkammergehilfe, Jungfern und – nicht zu vergessen – „4 Leute vom Stall“. Denn wenn der König nach dem späten Frühstück zur Jagd wollte, mussten die Pferde gesattelt bereitstehen.

Je mehr Gäste erwartet wurden, je größer war dann auch der Stab der Dienstbaren. Die meisten Informationen stehen in langen Listen und Aufstellungen. Auch solchen aus den Jahren 1919/1920, als sich nun die neue, jetzt wirklich demokratisch gewählte Regierung etwas einfallen lassen musste, was sie mit den ganzen Besitztümern der Wettiner anfangen sollte, bevor man sich mit den Entthronten über eine Abfindung einigte.

Zumindest das albertinische Kapitel für das Jagdschloss Wermsdorf hat jetzt eine Menge mehr Farbe und Inhalt bekommen. Und wer bei seiner Schlössertour vorbeikommt, kann sich das Geschehen jetzt deutlich plastischer vorstellen – und bekommt auch eine Ahnung davon, was für Profijobs das eigentlich waren, die das gut organisiere Dienstpersonal da jedes Mal ableistete, wenn der König geruhte, auf die Jagd zu gehen.

Mehr Bücher zur Landesgeschichte.

Jens Kunze König Albert und das alte Jagdschloss zu Wermsdorf, Sax Verlag, Beucha und Markkleeberg 2019, 14,80 Euro.

RezensionenLandesgeschichteWermsdorf
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