SC DHfK-Geherin Saskia Feige zeigte bei den European Championships in München ein sensationelles Rennen und erzielte mit EM-Bronze über die 20km den größten Erfolg ihrer bisherigen Karriere. Radsportlerin Romy Kasper lieferte gestern im Straßenrennen der Frauen eine starke Leistung mit dem deutschen Team und verhalf ihrer Teamkollegin Lisa Brennauer in deren letzten Karriere-Rennen zu Platz vier.

Der Himmel in München konnte am Samstag noch so grau sein, der Dauerregen noch so stark. Eine strahlte trotz des ungemütlichen Wetters übers ganze Gesicht und hätte der Sonne wahrlich Konkurrenz gemacht. SC DHfK-Geherin Saskia Feige hatte soeben die Ziellinie überquert und damit den größten Erfolg ihrer Karriere besiegelt: Bronze über 20 km Gehen bei der Leichtathletik-Europameisterschaft. In 1:29:25 Stunden gelang der 25-Jährigen zudem noch eine neue persönliche Bestzeit.

„Ich bin einfach nur supersuperglücklich und realisiere gerade nach und nach, was da gerade passiert ist“, sagte Saskia Feige unmittelbar nach ihrem fantastischen Rennen. Nach WM-Platz 15 in Eugene hatte sich die SC DHfK-Athletin vorgenommen, bei der Heim-EM in München mutig zu agieren und vor allem auf der zweiten Rennhälfte das Tempo mitzugehen.

Dieser Plan gelang der amtierenden Deutschen Meisterin hervorragend. Von Beginn an war Feige in der Spitzengruppe dabei, übernahm zwischenzeitlich sogar die Führung. Am Ende war sie auf Tuchfühlung zu Silber, kam jedoch knapp hinter der zweitplatzierten Polin Katarzyna Zdzieblo und der Europameisterin Antigoni Ntrismpioti aus Griechenland ins Ziel.

„Ich war ganz froh, aber auch ein bisschen überrascht, dass es so ein taktisches Rennen war“, so Feige und weiter, „von der Zeit her, wie wir es angegangen sind, war es perfekt für mich. Es war wirklich ein Rennen, wie ich es mir nur wünschen konnte. Ich habe nach dem richtigen Moment gesucht, um auch mutig vorneweg zu gehen. Irgendjemand musste dann auch entscheiden, das Rennen hintenraus schnell zu machen, weil sprinten können zum Schluss viele. Ich hatte das Gefühl, dass ich an dem Tag fit bin und das Tempo auch durchhalten kann. Am Ende wurde ich für den Vorstoß belohnt.“

Besondere Motivation auf der Strecke gaben ihr zudem die frenetischen Anfeuerungsrufe von Familie, Freunden und ihren Trainern Beate Conrad und Thomas Dreißigacker. „Ich habe jeden Meter meinen Namen gehört. Es war eine Wahnsinns-Stimmung. Vielen Dank an alle, die mich so unterstützt habe, ganz besonders auch an mein Trainerteam“, so Feige, die den Dauerregen in München als willkommene Kühlung von oben sah.

Am Nachmittag nach dem Rennen traf sich die 25-Jährige dann im gemütlichen Rahmen im Hotel mit Freunden und Familie. „Es war superschön, alle nochmal zu sehen. Und da habe ich meinen Erfolg dann auch das erste Mal mit den anderen zusammen realisiert. Das war ein wunderschöner Moment.“

Nach dem großen Erfolg von München steht für die Medizinstudentin morgen und übermorgen mit der Physikumsprüfung die nächste Herausforderung an. Nach einer weiteren mündlichen Prüfung wartet dann die wohlverdiente Pause für Kopf und Körper – und dennoch freut sich Saskia Feige schon jetzt auf die Zeit danach: „Diese EM-Medaille motiviert mich natürlich sehr für die nächsten Jahre. Mein nächstes großes Ziel sind die Olympischen Spiele in Paris 2024, aber 2023 findet auch noch die WM in Budapest statt. Ich nehme in jedem Fall viel Schwung aus dieser Saison mit.“

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