Die regionale Bio-Gemeinde trauert um Kuh Rosi, die als schwarz-weiße Zuchtkuh innerhalb einer braunen  Herde auf den Elbewiesen berühmt wurde. Jubel hingegen beim SC DHfK! Als erster Bobsportler des Vereins kommt Felix Straub mit einer Olympiamedaille nach Leipzig zurück. Und Bahnfahrer schauen heute gespannt nach Berlin. Dort begann am Morgen die fünfte Verhandlungsrunde zwischen der Lokführergewerkschaft und der Bahn.

Leipziger holt Olympiamedaille für den SC DHfK

Auch wenn es am Sonnabend noch nicht so recht klappen wollte mit dem olympischen Edelmetall, gestern aber wurde der Einsatz des Leipzigers Felix Straub als Anschieber im Viererbob von Francesco Friedrich doch belohnt und versilbert. Damit schreibt er Vereinsgeschichte! Er trat als erster Bobsportler des SC DHfK bei einem Olympischen Wettkampf an und schmückt diese Premiere gleich mit einem Platz auf dem Podest.

Der gebürtige Ansbacher widmete sich zunächst der Leichtathletik, kam 2017 zum SC DHfK nach Leipzig. 2019 wurde er U23-Meister über 200 Meter. 2022 wechselte er innerhalb des Sportclubs zum Bobsport und war 2024 als Teammitglied bei Pilot Francesco Friedrich sowohl Europa- als auch Weltmeister. Der 28-jährige Straub absolvierte eine Industriemechanikerausbildung und ist derzeit Polizeimeister bei der sächsischen Polizei.

Glücklich über die Olympiamedaille. Felix Straub ist seit 2017 beim SC DHfK. Foto: Sportstadt Leipzig GmbH

Trauer um Rosi, schwarzes „Schaf“ unter braunen Kühen

Eine Kuh macht Muh, viele Kühe machen Mühe. Und diese Mühe machen sich die Biobauern rund um die Elbweiderinder der Hereford-Rasse seit 2017. Das Graditzer Projekt ist ein fester Bestandteil der regionalen, ökologischen Landwirtschaft, die auf Nachhaltigkeit, artgerechte Haltung und Transparenz setzt. Deswegen kann man nicht nur über ein großes Netzwerk rund um Leipzig auf Produkte aus Graditz zurückgreifen, sondern dank der Torgauer Landpartien und der Elbweiderind-Wanderungen selbst miterleben, wie Bio-Landwirtschaft funktioniert.

Ein Tier ist dabei in den vergangenen Jahren zum unbestrittenen Star geworden – Zuchtkuh Rosi. Woher sie ihren Namen hatte, bleibt ein Geheimnis. Denn eigentlich war sie eher ein „Blacky“. In der gesamten Herde der elbischen Hereford-Kühe, die für ihr struppiges, rotbraun geflecktes Fell bekannt sind, war sie das „schwarze Schaf“. Vom Ursprung her war Rosi eine Holstein-Friesian-Kuh.

Rosi hätte eigentlich Blacky heissen müssen, obwohl sie in einer Herde von Brownies lebte. Jetzt ist die Kult-Kuh gestorben. Foto: Elbweiderind/schneider+freunde GmbH

Neun Jahre wurde sie alt, jetzt starb sie in der Leipziger Universitäts-Tierklinik infolge einer chronischen, schwerwiegenden Schädigung im Bereich der Wirbelsäule, wie das Unternehmen auf seiner Website mitteilte.

In der Region Leipzig wurden Herefords vor allem durch den Betrieb  mit den „Elbweiderindern“ bekannt, der die Rasse konsequent mit einem transparenten Weidekonzept verbindet. Das Bild der braunweißen Rinder auf offener Weide wurde so zum Symbol für regionale, nachvollziehbare Fleischproduktion jenseits industrieller Massenmast.

Auch wenn Rosi sich mit ihrem schwarz-weißen Fell um Traditionen der Rasse nicht scherte – aktuell, so heißt es von Unternehmensseite, sei ein weiblicher Nachkomme von Rosi in der Mutterkuhherde tragend und erwarte im März das erste Kalb.

Herefordkühe leben seit 2017 an der Elbe und sind Symbol für nachhaltige, ökologische Landwirtschaft in der Region. Foto: Elbweiderind/schneider+freunde GmbH

Bahn und GDL verhandeln wieder über Gehalt

In Berlin hat heute am Morgen die fünfte Verhandlungsrunde zwischen der Lokführergewerkschaft GDL und der Deutschen Bahn begonnen. Die Gespräche sind bis Freitag angesetzt und gelten als entscheidende Etappe im festgefahrenen Tarifkonflikt. Beide Seiten stehen unter erheblichem Zeitdruck, da die laufende Verhandlungsphase bis Ende Februar abgeschlossen sein soll.

Die GDL fordert eine Gehaltserhöhung von insgesamt acht Prozent. Davon sollen 3,8 Prozent als tabellenwirksame Anhebung direkt auf die Löhne aufgeschlagen werden, der restliche Anteil soll über strukturelle Änderungen im Tarifsystem erreicht werden. Die Deutsche Bahn bietet ebenfalls 3,8 Prozent in zwei Stufen an, zusätzlich 2,2 Prozent über Systemanpassungen sowie eine Einmalzahlung von 400 Euro.

Neben der Höhe der Einkommen ist auch die Laufzeit des neuen Tarifvertrags umstritten: Während die Bahn auf 30 Monate dringt, fordert die GDL eine deutlich kürzere Laufzeit von zwölf Monaten. Die Friedenspflicht im aktuellen Tarifstreit endet am 28. Februar. In dieser Zeit muss verhandelt und darf nicht gestreikt werden. Sollte es bis dahin keine Einigung geben, hieße das ab März wieder Stillstand auf den Bahngleisen.

Ohne Einigung im Tarifstreit bleiben ab März die Gleise wieder leer. Foto: matunjic
matunjic / Pixabay

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