Die sächsische FDP unterstützt den "Greifswalder Appell" zum Schutz einzigartiger Kulturdenkmäler in der Landschaft vor der Errichtung neuer Photovoltaik- und Windkraftanlagen. "Der deutsche Kunsthistorikerverband macht damit auf eine Gefahr aufmerksam, die insbesondere Regionen bedroht, die von touristisch bedeutenden Denkmälern oder Landschaften leben. Diese Warnung sollten wir hierzulande ernst nehmen", erklärt Sachsens FDP-Generalsekretär Torsten Herbst.

In der sogenannten “Greifswalder Erklärung” des 32. Deutschen Kunsthistorikertags heißt es: Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien sei die Wirkung “zehntausender Denkmale” in Deutschland beeinträchtigt. “Inzwischen wurde mit dem Bau einer neuen Generation von Windkraftanlagen begonnen, deren Höhe nicht mehr wie früher um die 60 Meter, sondern bis zu 200 Metern beträgt. Sie werden damit deutlich höher als der Kölner Dom. Solche Anlagen sind in der norddeutschen Tiefebene über viele Kilometer sichtbar”, erklären die Kunsthistoriker, deren Bundesverband derzeit rund 2.400 Mitglieder hat.

“Soweit dürfen wir es in Sachsen nicht kommen lassen”, warnt FDP-Politiker Torsten Herbst. “Wir brauchen strenge Kriterien für die Genehmigung dieser gigantischen Windräder. Denn es geht neben dem Schutz betroffener Anwohner auch darum, dass Sachsens Tourismusregionen nicht verschandelt werden – das gilt für Landschaften ebenso wie für Kulturdenkmäler. An der Tourismuswirtschaft hängen am Ende immer auch Arbeitsplätze dran”, betont Herbst.

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Er verwies auf zahlreiche Initiativen, mit denen die FDP in Sachsen dafür kämpfe, den Wildwuchs von Windkraftanlagen im Freistaat zu stoppen. “Wir haben als CDU/FDP-Koalition in Sachsen gerade die Ziele im Klima- und Energieprogramm von geplanten 33 Prozent auf künftig 28 Prozent gesenkt, das betrifft den Anteil der erneuerbaren Energien am sächsischen Stromverbrauch in den kommenden zehn Jahren”, sagt Herbst.

Zudem sollen Windräder künftig nicht in Wäldern stehen dürfen. Außerdem will sich die sächsische FDP auf Bundesebene für die Aufhebung der Bauprivilegierung von Windrädern einsetzen, demnach soll in den Ländern künftig selbst entschieden werden dürfen, ob und wo Windkraftanlagen genehmigt werden dürfen. “Und nicht zuletzt haben wir als Freistaat eigene Vorschläge für eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) auf Bundesebene gemacht, um die Wurzel des Übels anzupacken: die Übersubventionierung von erneuerbaren Energien. Wir wollen, dass sich künftig auch Strom aus Sonne, Wind, Biomasse und Wasser am Markt bewähren muss”, sagt Herbst mit Blick auf eine entsprechende sächsische Initiative im Bundesrat.

Greifswalder Appell des 32. Deutschen Kunsthistorikertages:
www.kunsthistoriker.org/fileadmin/redaktion/pdf/Greifswalder_Appell_Kunsthistorikertag_2013.pdf

Weitere Informationen zum Bundesverband deutscher Kunsthistoriker:
www.kunsthistoriker.org

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