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NABU Sachsen: Land soll Streuobst besser vermarkten

Streuobstexperten aus ganz Deutschland zu Gast in Leipzig

Der NABU-Bundesfachausschuss (BFA) Streuobst tagt von Freitag 10.03.2017 bis Sonntag 12.03.2017 in Leipzig. Die Experten kommen dreimal jährlich in wechselnden Bundesländern zusammen. Sie stellen das einzige Gremium in Deutschland dar, das sich auf Bundes- und internationaler Ebene systematisch mit Fragen rund um den Streuobstbau beschäftigt. In Leipzig widmen sich die Experten besonders der Vorbereitung der Tagung für die Lizenznehmer des Streuobst-Qualitätszeichens, der besonderen Bedingungen der Streuobstbewirtschaftung in Sachsen und natürlich der Verarbeitung durch mobile Mostereien.

Weitere wichtige Themen der NABU-Streuobst-Experten sind Themen wie die Mistel im Streuobstbau und der Umgang mit dieser bundesweiten Herausforderung, Mundraub vor Ort in Leipzig und der Informationsaustausch auf Bundes- und internationaler Ebene.

„Streuobstwiesen sind die Lebensräume Mitteleuropas mit der höchsten biologischen Vielfalt – unsere Hotspots der Biodiversität. Über 5.000 Tier- und Pflanzenarten und rund 3.000 Obstsorten sind allein in Deutschland nachgewiesen. Streuobstwiesen unterliegen auch in Sachsen einer starken Gefährdung durch Siedlungserweiterungen einerseits und Verbrachung andererseits. Vor diesem Hintergrund besitzen Maßnahmen für den Schutz und die naturverträgliche, möglichst rentable Nutzung dieser Lebensräume höchste Priorität und sind im Vergleich zu bisher deutlich auszubauen“, so Beate Kitzmann und Dr. Markus Rösler, die beiden Sprecher des NABU-BFA Streuobst. Eine Kernforderung des BFA Streuobst ist es, die Streuobstbestände deutschlandweit unter gesetzlichen Schutz zu stellen.

Darüber hinaus regen die Streuobst-Experten des NABU die Förderung der Vermarktung von Streuobstprodukten an. Hierzu wäre ein Förderprogramm für die Vermarktung von getrennt erfassten Streuobstprodukten nach dem Vorbild von Baden-Württemberg hilfreich, „denn auf dem deutschen Getränkemarkt gibt es leider einen millionenfachen Missbrauch des ungeschützten Begriffes ‚Streuobst‘“, erläutert Rösler. „Keltereien, die das Hochstamm-Obst getrennt erfassen und den Landwirten bei klaren Umweltstandards wie dem Verzicht auf synthetische Pestizide faire Preise bezahlen möchten, benötigen eine offensive und deutlich bessere Unterstützung durch die sächsische Landesregierung, um sich mit ihren Streuobstgetränken auf dem Markt behaupten zu können“, so Rösler.

Der NABU-BFA Streuobst sowie der NABU Sachsen fordern die Mostereien daher auf, künftig faire Preise für Mostobst zu zahlen: „Genauso wie die Milchbauern zu Recht 40 Cent je Liter Milch fordern, bedarf es im Streuobstbau rund 25 Euro je Doppelzentner für Mostobst, um langfristig rentabel wirtschaften zu können.

Mit dem Streuobst-Materialversand, Streuobst-Rundbrief, Liste der mobilen und stationären Mostereien, dem Streuobst-Qualitätszeichen sowie regelmäßigen international ausgerichteten Tagungen versteht sich der NABU-BFA-Streuobst als „Spinne im Netz“ der Streuobstaktivitäten in Deutschland und verbindet Verbraucher, Keltereien und Baumschulen, Politik und Wissenschaft.

Alles Wissenswerte rund um den Streuobstbau und den genauen Tagungsort erfahren Sie unter www.Streuobst.de.

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Foto: Marko Hofmann

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Die Schließung der Schulsporthallen stellt auch die Leichtathleten vor Probleme. Foto: Jan Kaefer

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