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Internationale Wochen gegen Rassismus werben für Respekt und Teilhabe

Rund 60 Veranstaltungen gehören zum Programm der Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 12. bis zum 25. März, die dieses Jahr zum 15. Mal in Leipzig stattfinden. Die bundesweiten Aktionswochen wollen den Blick auf rassistisches und diskriminierendes Denken und Verhalten lenken und Strategien für ein gelingendes Miteinander aufzeigen.

Podiumsdiskussionen, Workshops, Filmvorführungen mit Diskussion, Theaterstücke sowie Lesungen thematisieren das Erstarken von Fremdenfeindlichkeit und rechtsextremen Bewegungen in der Gesellschaft, erinnern aber zum Beispiel ebenso an Antisemitismus und Antiromaismus während der nationalsozialistischen Diktatur. Zur Sprache kommen auch unzureichende Teilhabemöglichkeiten für zugewanderte Menschen in Lebensbereichen wie Arbeit, Ausbildung oder Gesundheit. Die Aktionswochen laden außerdem zu interkultureller Begegnung und zum Austausch von Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte ein. Im Programm enthalten sind einige Veranstaltungen der Leipziger Buchmesse, zum Beispiel zu den Themen Muslimfeindlichkeit oder Fluchtursachen. Viele Angebote, darunter Filme und Workshops, richten sich an ein jugendliches Publikum.

„Vorbehalte, Vorurteile und rassistische Einstellungen gegenüber verschiedenen Bevölkerungsgruppen wie Zugewanderten, Muslimen oder auch Menschen jüdischen Glaubens sind leider nicht nur in extremistischen Kreisen zu finden, sondern in der Mitte der Gesellschaft“, erläutert Stojan Gugutschkow, der Leiter des Referates für Migration und Integration, das die Internationalen Wochen gegen Rassismus in Leipzig koordiniert. „Das haben verschiedene umfassend angelegte Studien aufgezeigt. Umso wichtiger ist das Engagement einer breit aufgestellten Zivilgesellschaft, hier mit sachlichen Informationen aufzuklären und gemeinsam im Gespräch zu bleiben. Ich danke allen beteiligten Organisationen für ihren nach wie vor überzeugenden Einsatz dafür. Und ich freue mich, dass wir mit dem Antidiskriminierungsbüro einen kompetenten Partner für die Organisation der Internationalen Wochen gegen Rassismus in Leipzig gefunden haben“, fügt der Integrationsbeauftragte hinzu.

Sotiria Midelia, Geschäftsführerin des Antidiskriminierungsbüros Sachsen e. V. führt aus: „Mit diesen Aktionswochen setzt Leipzig ein deutliches Zeichen gegen Rassismus. In seinen verschiedensten Erscheinungsformen gehört er leider zur Lebensrealität vieler Menschen auch in unserer Stadt. Die Internationalen Wochen gegen Rassismus greifen das auf und bieten einer breiten Öffentlichkeit einen Rahmen, sich mit dem Thema auf verschiedenen Ebenen auseinander zu setzen.“

Aus dem Programm

Die Initiative Weltoffenes Gohlis und der Bürgerverein Gohlis laden für den 13. März in das Bonhoeffer-Haus zu einer Einführung in die „Mitte“-Studien der Universität Leipzig zu autoritären und rechtsextremen Einstellungen in Deutschland ein. Referent ist der Politikwissenschaftler Dr. phil. Alexander Yendell, der an der Erarbeitung der Studien mitgewirkt hat.

Das Leben einer Sinti-Familie von der Zeit im Konzentrationslager bis hin zur Gegenwart steht im Mittelpunkt einer Dokumentation, die der Verein Romano Sumnal e. V. am 15. März um 18 Uhr im Pöge-Haus vorstellt. Darin wird vom Widerstand, aber auch vom Antiromaismus heute und von der Suche nach der eigenen Identität berichtet.

Der Frage nach dem Zugang zu gesundheitlicher Versorgung für alle geht ein Informationsabend am 16. März um 17 Uhr in den Räumen des Mosaik e. V. im Peterssteinweg 3 nach. Der veranstaltende Verein Medinetz Leipzig geht dabei insbesondere auf die Situation von Menschen ein, die in Deutschland ohne Papiere leben.

Der Landesfilmdienst Sachsen e. V. ist im Programm mit Film- und Diskussionsveranstaltungen vor allem für junge Menschen vertreten. Zum Beispiel sind am 20. März Schulklassen ab 10 Uhr ins Cineding in der Karl-Heine-Straße 83 zu einem Workshop unter dem Thema „Neonazismus und Jugendkulturen“ eingeladen. Er vermittelt Kenntnisse zu Propagandastrategien der Neonaziszene und zeigt Handlungsmöglichkeiten auf, diesen wirksam zu begegnen.

Eine besondere Form, die Folgen der antimuslimischen „Spaziergänge“ für geflüchtete und schon lange hier lebende Migrantinnen und Migranten aufzuzeigen, hat der Leipziger Autor Taba Keutcha mit seinem politischen Kriminalroman „Die falsche Front“ gewählt. Zur Lesung aus diesem gerade erschienen Werk mit anschließender Diskussion laden der Vielfalt Verlag gemeinsam mit dem Referat für Migration und Integration und das Antidiskriminierungsbüro Sachsen am 20. März um 19:30 Uhr in dessen gerade bezogenen neuen Raum in der Sternwartenstraße 21 ein.

Einen offenen Themenabend zu antimuslimischem Rassismus veranstaltet das Netzwerk gegen Islamfeindlichkeit und Rassismus Leipzig e. V. am 21. März um 18 Uhr im Erich-Zeigner-Haus. In der „antirassistischen Küfa – Küche für alle“ besteht Gelegenheit zu gemeinsamem Essen und Diskutieren.

Informationen zu allen Veranstaltungen sind im Programmheft der Internationalen Wochen gegen Rassismus mit dem Logo „toLEranz. Vielfalt als Chance“ zu finden, das im Neuen Rathaus, in Bürgerämtern, Bibliotheken und an vielen weiteren Stellen ausliegt.

Im Internet ist es zu finden auf der Seite www.leipzig.de/antirassismus.

Warum so eilig oder Wie wird man wieder Herr seiner Zeit? – Die neue LZ Nr. 52 ist da

RassismusToleranz
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StuRa der HTWK Leipzig schließt sich dem Offenen Brief zu einer anderen Bildungspolitik in Sachsen an
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Foto: Ralf Julke

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