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Fliegende Biber und das Wunder vom Crostigall

Ringelnatz-Verein organisiert Autorenpatenschaft für ein Buch von Grundschülern

Das ist ein Kracher! Der riesige umgestürzte Baum, den die Biberfamilie im Goldenen Tälchen in Dehnitz mit seinen Zähnen durchgenagt hat, beeindruckt am meisten. Fraßspäne, hinterlassen von den Zähnen eines großen Bibers, verschwinden in als Andenken in Hosentaschen. Die 16 Kinder der Anna Hood-Gäng sind auf dem Wachtelberg und im Goldenen Tälchen unterwegs mit Annett Steinert vom Geopark Porphyrland. Sie entdecken die Spuren des Supervulkans, die Spuren der Eiszeit an der Mulde und das älteste Pflanzenschutzgebiet in Deutschland.

Was sie mitnehmen, ist Thema bei den nächsten Workshops im „Seepferdchen“. Als Autorenpate zur Seite steht ihnen der Hallenser Lyriker und Schriftsteller Andre Schinkel. Da die Kinder ihr Buch selbst illustrieren, verrät Heike Lichtenberg, eine bekannte Buchillustratorin, ihnen ihre Geheimnisse.

Großformatige Zeichnungen entstehen und die Erlebnisse in Dehnitz gewinnen Farbe: Eine riesige Eule schwebt übers Blatt. Ein Vulkan spuckt Feuer und Asche. Ein Biber nagt an einem großen Baum, einer erhebt sich in die Lüfte. Warum nicht? Die Anna-Hood- Gäng ist eine Dichter- und Literatenwerkstatt. Da können Biber fliegen und erleben Abenteuer. Auf einem der Bilder besteigen sie einen Vulkan.

Andre Schinkel feiert mit den Kindern diese Kreativität. „Jedes Kind sollte solche Möglichkeiten bekommen, denn jedes Kind ist schöpferisch“. Und er hält es mit Ringelnatz: „Das Sonderbare und das Wunderbare sind nicht imstande, ein Kind zu verwirren.“

Ermutigt, ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen, hat die Wurzener auch der Schriftsteller Jürgen Jankofsky. Er hat die Anna Hood erfunden und seinem Kinderbuch folgen mittlerweile Kinder in zehn europäischen Städten. Mit seiner Gitarre kam er auch nach Wurzen und stellte sein Buch und die Folgen vor. Natürlich ist Anna eine geistige Schwester des Rebellen Robin Hood, aber sie lebt heute. Alle Gangs stellen ihre Ergebnisse bei www.annna-hood.de ein. Dort findet man auch die Wurzener.

Andre Schinkel, weiß: „Jedes Kind ist in der Lage, etwas zu unserem Buch beizutragen.“, Er hat schon die Anna-Hood-Gäng in Braunsbedra begleitet und mit den Kindern zusammen ihr Buch auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt. Er dichtet mit den Kindern das Alphabet rauf und runter, weiht sie in Reime und Halbreime, Stabreime und weitere Geheimnisse ein.

„So manche Geschichte und mancher Vers ist schon in der Mappe für die Manuskripte verschwunden“, freut sich Eva Hänsel, die das Projekt für den Ringelnatz-Verein betreut. Weitere Erlebnisse stehen der Anna-Hood-Gäng noch bevor. Ringelnatz‘ Tiergedichte werden sie bei einem Besuch im Zoo Leipzig zu eigenen Tiergedichten anregen.

Gemeinsam lernen sie in einer Druckwerkstatt, was zum Buchbinden und zum Drucken gehört und versuchen sich selbst an Kunstdrucken. Auch dabei steht ihnen eine Künstlerin zur Seite.

„Seit mein Sohn zu Ihnen kommt, liest er Bücher.“ Arthurs Mutter ist glücklich darüber. Am Ende des Jahres wird Arthurs Name selbst in einem Buch stehen. Noch bis Jahresende macht die Dichter-Gäng aus Schülern der Ringelnatz-Grundschule und der Diesterweg-Grundschule das Wurzener Land zum literarischen Gegenstand. Spätestens zur Buchmesse wird der Mitteldeutsche Verlag ihr Buch herausgeben.

„Wir hoffen bis dahin, dass auch das Ringelnatz-Geburtshaus fertig ist und die Kinder ihr Buch dort vorstellen können“, meint die Vereinsvorsitzende Viola Heß mit Blick auf den verordneten Baustopp am Ringelnatzhaus. Weiterhin fest davon überzeugt, dass des Dichters Geburtshaus demnächst und bald eröffnet wird, gab Andre Schinkel dem gemeinsamen Buch den Titel „Anna Hood und das Wunder vom Crostigall“.

 

25. Juli, 11 Uhr, 11 bis 13 Uhr, Innenhof Kulturhaus Schweizergarten
„Das Meerschweinchen im Kartoffelsalat“
Lustiges und Skurriles für Erwachsene und Kinder
Lesung von und mit André Schinkel
Eintritt frei

Machtgefälle im Kopf. Die neue „Leipziger Zeitung“ Nr. 80 ist da: Was zählt …

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Informationstafeln zur Geschichte von Schlobachshof. Foto: Schlobachshof e.V.

Foto: Schlobachshof e.V.

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