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Staatspreis Ländliches Bauen 2021: Sieger stehen fest

Von Sächsisches Staatsministerium für Regionalentwicklung
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    Die Preisträger des Staatspreises Ländliches Bauen 2021 stehen fest. Aus insgesamt 110 von Bauherren und Architekten eingereichten Projekten hat die Jury die Preisträger der vier Kategorien ausgewählt. Sie erhalten ein Preisgeld in Höhe von 5 000 Euro.

    Außerdem würdigte die Jury 20 weitere Bauobjekte mit einer Auszeichnung. Die Verleihung des Staatspreises, der für hervorragende Ergebnisse des Bauens in den ländlichen Regionen vergeben wird, findet im März 2022 statt.

    „Die hohe Qualität der eingereichten Bauten und Freianlagen ist beeindruckend. Besonders freue ich mich über den Ideenreichtum und Weitblick der Bauherren, Architekten und Handwerksfirmen in unseren ländlichen Regionen. Sie haben sowohl in vorhandenen, vorher leerstehenden Gebäuden als auch durch Neubauten mit Bezug zur ländlichen Umgebung hervorragende Antworten für das künftige Leben und Arbeiten in unseren ländlichen Regionen gefunden“, so Staatsminister Thomas Schmidt. „Die Ergebnisse des Staatspreises Ländliches Bauen zeigen nachhaltige bauliche Lösungen in hoher Qualität in Verbindung mit innovativen Nutzungs- und Raumkonzepten.“

    Der Staatspreis in der Kategorie Wohnen wird für die behutsame Sanierung und den zeitgemäß modernen Umbau einer Scheune zum Wohnhaus für eine junge Familie in Peißen (Stadt Pegau, Landkreis Leipzig) verliehen. In der Begründung der Jury heißt es: „Nach außen zeigt sich die sorgsam wiederhergestellte Scheune in der für die dörflichen Hofanlagen im Südraum von Leipzig typischen Klinkerfassade mit Profilierungen und Zahnfriesen.

    Im Inneren entstand in einem Teil der Scheune ein neuer zweigeschossiger Kubus in Holzständerbauweise. Gelungene Raumzuschnitte mit einer ausgewogenen Verteilung von Offenheit und der Möglichkeit des Rückzugs prägen das Konzept von modernem und behaglichen Familienwohnen. Die großzügige Fensteröffnung des ehemaligen Scheunentores durchflutet die zentral gelegene Wohnküche mit Licht und erzeugt eine fließende Raumwirkung in den Hofbereich hinein.

    Die eingesetzten Materialien wurden unter Beachtung von Kriterien der Nachhaltigkeit ausgewählt und nehmen Bezug zur traditionellen Scheunenbauweise. Gebürstete Fichtenholzoberflächen stehen im angenehmen Kontrast zum geglätteten Estrichboden im Erdgeschoss und hellen Wandflächen. Die Ausbildung der konstruktiven Details zeugt von hoher gestalterischer Sensibilität und handwerklichem Können.“

    Die Schaffung eines Co-Working-Space in einem denkmalgeschützten ehemaligen Spritzenhaus in Herrnhut (Landkreis Görlitz) wird mit dem Staatspreis in der Kategorie Gewerbliche Nutzung ausgezeichnet. »Die Investition für den Umbau des historischen Spritzenhauses wurde kostenbewusst auf das Wesentliche begrenzt. Im Ergebnis gelingt eine behutsame Erhaltung der denkmalgeschützten Bausubstanz in Verbindung mit einer einladenden, modernen Atmosphäre im Inneren und bis in den Stadtraum hinaus.

    Das Innere wird geprägt durch einen bis in die Dachkonstruktion offenen Raum. Die Anforderungen eines Co-Working-Space werden mit Büroboxen, Teeküche und Gemeinschaftsbereich sowohl räumlich als auch ästhetisch hervorragend erfüllt. In der barock geprägten ländlichen Kleinstadt Herrnhut ist ein urbaner ‚Raum von Welt‘ für Selbständige und Besucher im richtigen Maßstab entstanden«, so die Jury.

    In der Kategorie Öffentliche Nutzung wird die Modernisierung und Erweiterung der Grundschule in Hauptmannsgrün (Gemeinde Heinsdorfergrund, Vogtlandkreis) mit dem Staatspreis ausgezeichnet. „Die Grundschule mitten im Dorf wurde durch Initiative der Gemeinde und der Dorfbewohner in Verbindung mit jahrgangsübergreifendem Unterricht in ihrer für den Ort wichtigen Funktion erhalten. Das L-förmige Schulgebäude entstand in den sechziger Jahren.

    Mit dem Bauvorhaben wurde der Nordflügel niedrigschwellig saniert. Der Westflügel wurde als mehrstöckiger Holzmassivbau neu errichtet und eine Turnhalle integriert. Wände und Decken sind aus oberflächenfertigem Massivholz. Die Innenräume bestechen durch bauphysikalische und räumliche Qualität sowie einfache, handwerklich gelungene Details in Verbindung mit kostenbewusstem Bauen. Die Fassade besteht aus einer Holzdeckleistenschalung, die hervorragend mit dem dörflichen Kontext korrespondiert. Sie wird durch Fensterbänder sowie Stützenverkleidungen und Lamellen in leuchtendem Rot gegliedert und setzt damit einen modernen und zeitgenössischen Akzent im Ort.

    Das Schulgebäude ist barrierefrei, die Räume werden durch eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Frischluft versorgt. Die wesentlichen Holzbauelemente wurden durch eine Firma aus der Region hergestellt. Die ländliche Gemeinde Heinsdorfergrund setzt mit diesem konsequent nachhaltigen Bauvorhaben Maßstäbe für öffentliche Bauten über die Region hinaus. Die Lebensbedingungen im Dorf Hauptmannsgrün und den umliegenden Orten wurden mit diesem Schulbau in höchster Qualität und mit konsequentem Blick auf Zukunftsanforderungen verbessert“, begründete die Jury ihre Auswahl.

    Für die Gestaltung der Ortsmitte von Dommitzsch (Landkreis Nordsachsen) wird ein Staatspreis in der Kategorie Multiple Nutzung und bauliches Ensemble verliehen. Die Begründung der Jury lautet: „Das Rathaus wurde denkmalgerecht saniert und ein Außensitzbereich des Cafés im alten Ratskeller geschaffen. Auf dem Marktplatz entstanden Pflanzflächen mit langen Sitzbänken, die zum Verweilen am beliebten Elberadweg einladen. In einem benachbarten Gebäude des Rathauses ist die neue Touristeninformation untergebracht. Es wurde dafür komplett entkernt und neu konzipiert.

    Der bis in die Dachspitze erlebbare Innenraum erhält durch den skulpturalen Einbau einer diagonal ausgerichteten Treppenanlage mit Sitzstufen aus Eschenholz und eines Informationstresens mit darüber liegender Galerie eine spannungsreiche Gliederung. Hier können verschiedenste Veranstaltungen und Ausstellungen stattfinden. Die ländlich geprägte Kleinstadt gewinnt im Ergebnis ein hohes Maß an Attraktivität für ihre Bewohner und Gäste.“

    Eine Auszeichnung im Wettbewerb erhalten 20 weitere im ländlichen Raum realisierte Bauprojekte. Darunter sind die hervorragende Sanierung und der Umbau historischer Wohnstallhäuser in Kleinhartmannsdorf (Gemeinde Eppendorf, Landkreis Mittelsachsen) und in Klingenberg (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) sowie die Sanierung eines Einfamilienhauses in Neustadt (Vogtlandkreis) und der Umbau des Bahnhofs Steudten (Gemeinde Seelitz, Landkreis Mittelsachsen) zum Wohnen.

    Auszeichnungen werden für die gewerbliche Umnutzung eines Faktorenhauses in Schönbach (Landkreis Görlitz) und den Ersatzneubau eines Versuchstechnikums in Zella (Stadt Nossen, Landkreis Meißen) vergeben.

    Für die gelungene Etablierung von Ferienwohnungen in ländlicher Bausubstanz werden die Bauprojekte Gutshof in Doberschau (Gemeinde Doberschau-Gaußig, Landkreis Bautzen), Rittergut Prossen (Stadt Bad Schandau, Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) und Gründerzeithaus in Panitzsch (Gemeinde Borsdorf, Landkreis Leipzig) ausgezeichnet. Ebenso die Schaffung eines Ferienhauses mit Kunst- und Kulturstätte in der Burgscheune Gnandstein (Stadt Frohburg, Landkreis Leipzig) sowie die Sanierung des Torhauses Wechselburg (Landkreis Mittelsachsen) für Gästezimmer und Ferienwohnungen.

    Weitere Auszeichnungen vergab die Jury für die Umgestaltung des Altes Forsthauses Collm (Gemeinde Wermsdorf, Landkreis Nordsachsen) in ein Wochenendausflugslokal sowie den Ersatzneubau der Jugendherberge in Schöneck (Vogtlandkreis).

    Auch der Umbau eines kommunalen Gebäudes zum Ärztehaus in Herrnhut (Landkreis Görlitz), die Sanierung der Schmiede in Badrina (Gemeinde Schönwölkau, Landkreis Nordsachsen) sowie der Umbau der früheren Lateinschule in Rochlitz (Landkreis Mittelsachsen) zur Bibliothek werden mit einer Auszeichnung gewürdigt. Eine weitere Auszeichnung erhält die niedrigschwellige Sanierung einer Scheune für eine multiple Nutzung in Polbitz (Gemeinde Elsnig, Landkreis Nordsachsen).

    Beispielhafte Freianlagen sind mit der Umgestaltung des Hermannplatzes in Bad Muskau (Landkreis Görlitz), der ergänzenden Gestaltung der Friedhöfe in Neuwürschnitz (Oelsnitz/Erzgeb., Erzgebirgskreis) als Orte der Begegnung sowie der Schaffung des „Grünen Bands“ in Radeberg (Landkreis Bautzen) entstanden. Auch diese Bauvorhaben erhalten eine Auszeichnung.

    „Das Sächsische Staatsministerium für Regionalentwicklung unterstützt Bauvorhaben auf dem Land auch finanziell“, betonte Minister Schmidt. „Allein in diesem Jahr wurden mit 20 Millionen Euro aus unseren Programmen LEADER und Vitale Dorfkerne 200 Bauvorhaben auf den Weg gebracht. Diese Unterstützung werden wir fortsetzen. Ich freue mich, im März 2022 unter dem Motto ‚Baukultur verbindet‘ Familien, Unternehmen, Kommunen und Vereine zur Verleihung der Staatspreise zu treffen.“

    Hintergrund:

    Der Staatspreis Ländliches Bauen wurde erstmals im Mai 2021 ausgelobt. Er führt als einer der drei sächsischen Baupreise des SMR den erfolgreichen Landeswettbewerb für das Bauen im ländlichen Raum weiter, der bereits 17-mal durchgeführt wurde. Bewerben konnten sich private Bauherren einschließlich Unternehmen und Vereinen sowie Kommunen, Architekten und Planer in vier Kategorien.

    Die Preisträger erhalten eine Prämie in Höhe von jeweils 5 000 Euro. Die Auswahl und Begutachtung der eingereichten Arbeiten erfolgte durch eine unabhängige Jury, in der Fachleute mit verschiedenen Arbeitsschwerpunkten vertreten waren, darunter Architekten, Denkmalpfleger, Freiraumplaner und Bauökologen. Die Jury hat 37 von insgesamt 110 eingereichten Projekten vor Ort begutachtet.

    Der Staatspreis wird finanziert mit Landesmitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.

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