Ein großes Polizeiaufgebot wird am Sonntag das Regionalliga-Spitzenspiel zwischen dem 1. FC Lok Leipzig und Jena absichern. Es wird mit 10.000 Zuschauern gerechnet. Die Gewerkschaft ver.di ruft zu weiteren Streiks auf. Betroffen sind AOK und Veolia. Und die HTWK bemängelt einen Standortnachteil im Ringen um die klügsten Köpfe. Die LZ fasst zusammen, was am Freitag, dem 6. März 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Fußball – Leipzig – Polizei!

Es wird lebhaft am kommenden Sonntag rund um die Leipziger City. Zum einen gibt es anlässlich des Internationalen Frauentags gleich mehrere Versammlungen und Demonstrationen im Stadtgebiet. Und dann ist ja auch noch Fußball. Nicht irgendein Spiel, sondern der Regionalliga-Spitzenkracher zwischen dem Tabellenführer 1. FC Lok und dem Zweitplatzierten FC Carl Zeiss Jena. Die Polizei hat für diese Partie direkt die Sicherheitskategorie 1 ausgerufen und wird entsprechend prominent präsent sein.

Kräfte der Polizeidirektion, der Bereitschaftspolizei und des Polizeiverwaltungsamtes – Hundestaffel, Wasserwerferstaffel, Reiterstaffel und Überwachungsdrohne. Es wird für dieses Fußballspiel also das große Besteck aus der Schublade geholt. Immerhin 1.200 Fans haben sich aus Jena angekündigt. Lok hofft auf insgesamt 10.000 Zuschauer. Und auf ein Fußballfest. Und natürlich auf einen Sieg. Anpfiff im Bruno-Plache-Stadion ist um 14 Uhr.

Neue Warnstreiks angekündigt

Während bei den Verhandlungen um den Haustarif im Zoo Leipzig ein Kompromiss gefunden zu sein scheint, wie die LZ hier berichtete, ruft die Gewerkschaft ver.di in anderen Sparten zu weiteren Warnstreiks auf. In der Abfallwirtschaft beispielsweise. Hier sind die Beschäftigten des Entsorgungsdienstleisters Veolia Umweltservice Ost GmbH in Sachsen, Thüringen, Brandenburg, Berlin und Niedersachsen erstmals dazu angehalten, am Montag, dem 9. März, ganztägig ihre Arbeit niederzulegen.

Begründet wird diese Maßnahme mit fehlender Verhandlungsbereitschaft des Arbeitgebers. So sei eine Tariferhöhung von lediglich 45 Cent pro Stunde angeboten worden, während der gesetzliche Mindestlohn um 1,08 Euro angehoben wird. Ver.di fordert hingegen eine Entgelterhöhung um 300 Euro pro Monat sowie Regelungen zu Erschwernis- und Schmutzzulagen. Der nächste Verhandlungstermin steht am 23. März in Leipzig an.

Am kommenden Dienstag, dem 10. März, sollen zudem die Beschäftigten der AOK PLUS an allen Standorten im gesamten Bundesgebiet ganztägig streiken. Eine zentrale Kundgebung ist für 11 Uhr in Dresden vor der AOK PLUS Hauptverwaltung am Sternplatz angekündigt. Das erste vorgelegte Arbeitgeberangebot liegt deutlich unter den Erwartungen der Beschäftigten und sei laut ver.di nicht verhandelbar.

„Die Tarifgemeinschaft AOK hat in der zweiten Verhandlungsrunde an unsere ver.di-Verhandlungskommission kommuniziert, sie wolle den Beschäftigten nicht das geben, was möglich ist, sondern nur das, was nötig ist. Das löst bei den Beschäftigten, die täglich hervorragende Arbeit für die Versicherten erbringen, Empörung aus“, so Matthias Kretzschmar, ver.di Fachsekretär Sozialversicherung.

Leipziger Hochschule schlägt Alarm

Die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) macht sich Sorgen um die Zukunft. In einem öffentlichen geteilten Weckruf fordert sie die Einführung eines eigenständige Promotionsrechts für Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Sachsen. „Ihnen bleibt in Sachsen bislang das Recht verwehrt, eigenständig Doktorarbeiten zu betreuen – dieses bleibt im Freistaat an Universitäten gebunden“. Der Freistaat könnte bald das einzige Bundesland ohne diese Möglichkeit sein. „Es setzt seine wirtschaftliche Zukunft aufs Spiel“, mahnt die HTWK, die darin einen klaren Standortnachteil sieht.

„Ohne eigenständiges Promotionsrecht kann Leipzig bei der Förderung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und bei der nötigen Forschungsintensität nicht mithalten“, heißt es in dem Schreiben. „Sachsen insgesamt ist – entgegen seinem Ziel, Hochtechnologie und Innovation zu fördern – bei diesem Thema Schlusslicht. Und Leipzig mindert seine Chancen, eine führende Rolle bei nachhaltiger Innovation und technologischer Entwicklung einzunehmen.“

Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft Kultur und Tourismus (SMWK) reagierte auf diesen – wie sie es nennen – „Vorschlag“ der HTWK mit einer eigenen Stellungnahme. Grob zusammengefasst wird darin zum Ausdruck gebracht, dass eigentlich alles super ist, so wie es ist. Dabei drängt sich nicht der Eindruck auf, dass zeitnah eine nähere inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Vorstoß aus Leipzig zu erwarten ist.

Worüber die LZ heute berichtet hat:

Olympia-Silber im Viererbob: Begeisterter Empfang für Felix Straub

Toter Säugling gefunden: Kripo ermittelt und bittet um Zeugenhinweise

Arbeitskampf im Zoo Leipzig beendet? Einigungsvorschlag liegt vor

Hallo Leipzig: So startet Freitag, der 6. März 2026

Mobilitätsbefragung von 2023: Die Leipziger sind immer häufiger mit Rad und zu Fuß unterwegs

Die Buchhandlung der Exilanten: Die unerzählte Geschichte zweier berühmter Pariser Buchhandlungen

Enough is enough! Generalstreik am 9. März gegen die Ausbeutung von Frauen*, männliche Dominanz und Gewalt

Baubeginn im September: Pilotprojekt Solarcarports auf dem Park+Ride-Platz Neue Messe genehmigt

Was sonst noch wichtig war:

Der Bundestag hat heute mehrere Änderungen an der Krankenhausreform beschlossen. Die Opposition kritisiert diesen von Bund und Ländern verhandelten Kompromiss. Beschlossen wurde dieser letztlich mit den Stimmen der schwarz-roten Koalition.

Der Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen hat die neue AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland NRW“ als rechtsextremistischen Verdachtsfall eingestuft. Die Organisation will nun rechtliche Schritte gegen diese Einstufung prüfen.

Das US-Justizministerium hat zusätzliche Epstein-Akten veröffentlicht. Diese sollen Details enthalten, die Präsident Donald Trump belasten. Scheinbar seien die Dokumente bisher versehentlich noch nicht an die Öffentlichkeit gelangt.

Die israelische Armee setzt ihre Angriffe gegen die iranische Führung fort. Sie gab an, in Teheran den unterirdischen Militärbunker des kürzlich getöteten iranischen Staatsoberhaupts Chamenei mit Kampfjets attackiert zu haben, der immer noch von der Führungselite des Landes genutzt worden sei.

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