Die Gewerkschaft ver.di verhandelt für die Beschäftigten im Zoo Leipzig gerade den Haustarifvertrag mit dem Arbeitgeber. Momentan sieht es nicht nach einem Streik von „Elefant, Tiger & Co.“ aus, dafür rief ver.di am Tag vor der nächsten Verhandlungsrunde zu einer aktiven Mittagspause auf. Zwischen 12.20 und 12.50 Uhr trafen sich rund 50 Beschäftigte während ihrer offiziellen Mittagspause vor dem Eingang zum Zoo und machten auf ihre Forderungen aufmerksam.
Wir sprachen dazu mit Katharina Raschdorf, Gewerkschaftssekretärin bei ver.di, und Målin Stöcker, Service-Mitarbeiterin im Zoo Leipzig. Worum geht es eigentlich?
Zusammengefasst heißt das: Die Kernforderungen sind 300 Euro mehr für die Beschäftigten in Vollzeitarbeit, für Beschäftigte in Teilzeitarbeit entsprechend anteilig. Hier muss betont werden, dass vor allem die Angestellten im Servicebereich unfreiwillig in Teilzeitarbeit sind. Diese bekommen ausschließlich Teilzeitverträge, können also keinesfalls, gemäß der Forderung von Friedrich Merz, in Vollzeit arbeiten.
Ähnlich ist es bei den Minijobbern. Wie Målin Stöcker ausführte, ist der Zoo ein Saisongeschäft und es werden saisonal 70 bis 80 Minijobber eingestellt. Auch für diese gibt es keine Alternative, es gibt nur das Minijob-Angebot. Die Minijobber werden nicht nach Tarif bezahlt, sie erhalten für die gleiche Arbeit wie die anderen Beschäftigten nur den gesetzlichen Mindestlohn und keine Zuschläge, auch nicht für Sonn- und Feiertagsarbeit. Die Gewerkschaft bezeichnet das als Tarifflucht.
Anton Barske, Tierpfleger Zoo Leipzig, kommentierte das mit: „Damit der Zoo Leipzig einer der führenden Zoos Europas bleibt, braucht es eine angemessene Wertschätzung der Beschäftigten, die dies tagtäglich möglich machen. Dies drückt sich maßgeblich in guten Arbeitsbedingungen und fairen Löhnen aus.“
Fazit: Die Tarifverhandlungen werden am 4. März fortgesetzt. Es ist im Interesse des Leipziger Zoos und seiner Beschäftigten, der Leipzigerinnen und Leipziger und der Besucherinnen und Besucher unserer Stadt zu hoffen, dass eine tragfähige Lösung gefunden wird.
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