Es ist wie verhext. Auch im dritten Anlauf bleibt den Fußballern des 1. FC Lok Leipzig der Einzug in die 3. Liga verwehrt. Nach der 0:1-Hinspiel-Niederlage am vergangenen Donnerstag, musste sich das Team von Trainer Seitz im heutigen Rückspiel bei den Würzburger Kickers mit 1:2 erneut geschlagen geben. Für den Vize-Meister der Regionalliga Bayern geht es damit nun eine Liga höher, während die Loksche eine weitere Ehrenrunde in der Regionalliga Nordost drehen muss.

Ohne personelle Überraschungen waren beide Teams in dieses Rückspiel am ausverkauften Dallenberg gegangen. Lok startete mit der identischen Elf wie schon im Hinspiel. Die Leipziger Hoffnungen auf eine rechtzeitige Rückkehr von Von Piechowski hatten sich nicht erfüllt. Immerhin konnte aber McLemore zumindest wieder auf der Bank Platz nehmen. Würzburg musste verletzungsbedingt nur Thomann ersetzen, für den Meisel nachrückte.

„Die Würfel längst gefallen, doch kämpft bis zum Schluss“, hieß der Spruch, mit dem die Lok-Fans ihrem Team auf einem riesigen Banner den letzten Motivationskick mit auf den Weg gaben. Und tatsächlich präsentierten sich die Blau-Gelben vom Anstoß weg wach und engagiert. Zwar hatten die Würzburger in der 11. Minute durch einen Bonga-Schuss von der Strafraumgrenze die erste nennenswerte Chance, doch die Loksche wusste zu antworten.

Im direkten Gegenzug über die rechte Seite legte Adetula auf Öztürk ab, der herzhaft aufs Tor bolzte. Keeper Hipper konnte gerade noch zur Ecke klären. Und auch nach dieser lag den Leipzigern fast schon der Torschrei auf den Lippen. Für den bereits geschlagenen Kickers-Hüter, klärte Hägele den vielleicht etwas zu wenig scharfen Schuss von Wilton. Damit war Lok im Spiel und hatte sich den nötigen Respekt erarbeitet.

Und dennoch durfte Würzburg wieder über das erste Tor jubeln. Wilton ließ sich nach einer halben Stunde auf der linken Abwehrseite von Bonga zu leicht abschütteln. Dessen Hereingabe kickte Nischalke in der Mitte kompromisslos in die Maschen. Lok-Keeper Naumann hatte hier keine Abwehrchance – 1:0 für die Gastgeber. Die Hürde in Richtung 3. Liga war nun für die Loksche noch höher geworden. Für die zweite Halbzeit mussten nun dringend zählbare Lösungen her.

Für Cevis schickte Lok-Trainer Seitz nun den im Hinspiel noch verletzten McLemore auf den Rasen. Und Leipzig blieb engagiert, erhöhte Ballbesitz und Zweikampfquote. Einzig die zwingenden Torchancen blieben aus. Noch. Denn in der 71. Minute war es Lok-Routinier Ziane, der die über 2.000 mitgereisten Fans in Ekstase versetzte. Aus Nahdistanz drückte er die Eingabe von Meier über die Torlinie. Die Freude war allerdings schnell verflogen, denn im direkten Gegenzug stand plötzlich der gerade eben eingewechselte Cisse völlig blank vor Naumann und brachte die Würzburger mit 2:1 wieder in Führung (72.).

Dieser Treffer, das stellte sich bald heraus, war dann auch der Knackpunkt im Spiel – und letztlich der Endstand. Auch, weil ein mögliches weiteres Lok-Tor gegen Ende nicht als solches gegeben wurde. Während die Würzburger Kickers nach Abpfiff ausgelassen den – übrigens auch völlig verdienten – Aufstieg feierten, waren die Leipziger am Boden zerstört.

Doch trotz aller Enttäuschung über den erneut verpassten Aufstieg, kann Lok hoch erhobenen Hauptes den Heimweg in die Messestadt antreten. Die Mannschaft hat sich in diesem Rückspiel teuer verkauft. Im nächsten Jahr übrigens bleibt dem Nordost-Meister der Gang in die Relegation erspart. Schafft es Lok dann vielleicht auf diesem Weg?

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