Manches klingt wie im Film, ist aber leider Realität. Vermutlich war eine Biene der Auslöser für einen folgenschweren Unfall mit einer sächsischen Schmalspurbahn. Die Regionalliga-Fußballer des 1. FC Lok hingegen wollen auch in der kommenden Saison eine erfolgreiche Schiene fahren. Und: Ex-Kanzlerin Angela Merkel wird mit dem Leipziger Mendelssohn-Preis geehrt. Die LZ fasst zusammen, was am Mittwoch, dem 24. Juni 2026, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Biene bringt Zug zum Entgleisen
Man soll die Macht der kleinen Dinge niemals unterschätzen! Wie die Polizeidirektion Leipzig heute mitteilte, hat es gestern in Oschatz einen Zusammenstoß eines Lkw mit der Lok der Döllnitzbahn gegeben, die daraufhin entgleiste. Der Grund: Eine Biene!
Nach Angaben des Lkw-Fahrers sei dieser an den Bahnübergang der Oschatzer Ambrosius-Marthaus-Straße herangefahren. Dann passierte es: Der 63-Jährige wurde von einer Biene gestochen! Das hatte ihn offenbar so erschreckt, dass sein Wagen, am Stopp-Schild vorbei, auf die Schienen fuhr. Doch hier näherte sich bereits die Schmalspurbahn – zum Glück mit nur geringer Geschwindigkeit. Dennoch konnte der Fahrer des Schienenfahrzeugs den Zusammenstoß nicht mehr verhindern.
Die Zugmaschine sprang aus dem Gleis, und es entstand ein Sachschaden, der im sechsstelligen Bereich vermutet wird. Glück im Unglück: Bei dem Unfall wurde niemand verletzt. Mit einer anderen Lok wurden schließlich die Anhänger der Döllnitzbahn von der Unfallstelle entfernt. Zur Bergung der verunfallten Lok musste zudem die Straße vorübergehend gesperrt werden. Nun ist es an der Polizei in Oschatz herauszufinden, was es tatsächlich mit der Bienen-Geschichte auf sich hat.
1. FC Lok nimmt wieder Fahrt auf
Bei der Fußball-Loksche aus Leipzig hofft man, auch im kommenden Spieljahr wieder unfallfrei auf der Erfolgsschiene dahinzugleiten. Am heutigen Nachmittag standen die Regionalliga-Kicker nach einer sehr kurzen Sommerpause erstmals wieder zum Training auf dem Rasen im Bruno-Plache-Stadion. Dabei fehlte Dorian Cevis, den Probleme mit einem Weisheitszahn plagen, sowie der noch an der Schulter verletzte Jonas Arcalean. Jan-Philipp Stein, ebenfalls noch angeschlagen, griff zumindest schon mal wieder leicht ins Geschehen ein. So weit ist es bei Malik McLemore noch nicht, er beobachtete die schweißtreibende Einheit vom Spielfeldrand aus.
„Alle anderen sind gesund und munter aus dem Urlaub zurückgekommen und hatten alle fleißig ihre Trainingspläne erledigt. Die sind alle fit, folglich können wir anfangen, Fußball zu spielen“, war Sportgeschäftsführer Toni Wachsmuth zufrieden. Neben dem frisch verpflichteten Torwart-Neuzugang Felix Daffner (kam von RB-U19), war auch das U19-Eigengewächs Samim Bigi sowie vier neue Probespieler dabei.
Dabei handelte es sich um Innenverteidiger Anton Lange (20), der zuletzt in der Regionalliga Nord bei Hannover 96 II kickte; um den offensiven Mittelfeldmann Patrick Vuc (22), der vom CSC Selimbar aus der 2. rumänischen Liga kam; um den defensiven Mittelfeldspieler Gabriel Sadlek (20), der beim MSV Duisburg 3. Liga spielte – und um Mittelstürmer Noah Wallenßus (21) vom niedersächsischen Oberligist Schwarz-Weiß Rehden. Ab morgen stößt auch noch Lok-U19-Talent Hannes Schneider (18) zum Team und am Samstag U19-Torwart Nuno Hannß (17).
„Das sind alles junge Spieler, die wir jetzt einfach mal hier sehen wollen und denen wir die Chance geben wollen, sich zu zeigen und in zwei Testspielen zu spielen“, erklärt Wachsmuth der LZ. Bedingt durch Relegation und Trainersuche geht für ihn die Action auf dem Transfermarkt erst jetzt so richtig los. Besonders die Offensivabteilung steht hier im Fokus. Und ein weiterer Torwart soll definitiv noch verpflichtet werden. Die leichte Start-Verzögerung sieht der Sport-Geschäftsführer gelassen. „Es geht nicht darum, zum ersten Training die ganze Mannschaft komplett zu haben“, sagt er.
Aber: „Wenn wir in drei Wochen ins Trainingslager fahren, wollen wir natürlich schon ein paar Neuzugänge dabei haben, denn dann ist es nicht mehr allzu lange bis zu den Spielen. Wir werden aber definitiv auch nach den ersten Spielen noch verpflichten. Dann sind immer noch fünf Wochen Transferfenster, und es kommt vielleicht noch der ein oder andere Spieler auf den Markt, der jetzt noch mit anderen Optionen liebäugelt. Das ist immer eine Möglichkeit, relativ spät noch gute Spieler verpflichten zu können.“
Die in den letzten beiden Jahren doch recht erfolgsverwöhnte blau-gelbe Anhängerschaft wird dem neuen Trainer Torsten Ziegner dabei gespannt auf die Finger schauen. Ein paar erste Eindrücke können schon am kommenden Wochenende gewonnen werden, wenn die Loksche zu den ersten beiden Testspielen aufläuft. Am Freitag, 26. Juni, wird um 18 Uhr beim Kreisligisten Droyßiger SG auf dem „Sportplatz am Wald“ gespielt. Einen Tag später, am 27. Juni, ertönt um 14 Uhr der Anpfiff beim Sachsenklassist VfB Zwenkau auf dem „Sportplatz am Eichholz“.
Bitte, Merkel!
Angela Merkel (CDU), langjährige Bundekanzlerin von 2005 bis 2021, erhält den Mendelssohn-Preis Leipzig 2026. Das hat die Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung heute bekanntgegeben. Diese würdigt damit Merkels „besonderen Verdienste um die Einigung und Integration Europas und dessen Zusammenhalt als Friedens- und Wertegemeinschaft“.
Sie habe über viel Jahre hinweg „Europa entscheidend geprägt und in Zeiten von Euro- und Flüchtlingskrise, Brexit und Coronapandemie in höchstem Maße Verantwortung übernommen und Handlungsfähigkeit bewiesen“. Auch ihr Eintreten für die Überwindung der Ost-West-Teilung Europas angesichts der Erfahrungen der deutschen Wiedervereinigung wird gewürdigt. „Dabei ließ sie sich stets von den humanistischen Idealen leiten, die auch Felix Mendelssohn Bartholdy vertrat, und ihrem tiefen Glauben an die Menschlichkeit, Vernunft und Kultur.“
In der Kategorie „Musik“ wurde zudem Prof. Jörg Widmann als Preisträger bestimmt. Die Stiftung würdigt damit „den international erfolgreichen Klarinettisten, Dirigenten und Komponisten für seine beeindruckende Vielseitigkeit und herausragende künstlerische Leistung. (..) Er führt seine Werke regelmäßig als Solist und Dirigent weltweit auf und komponierte 2016 die Paraphrase über Mendelssohns Hochzeitsmarsch aus dem Sommernachtstraum. Zudem widmet er sich intensiv der musikalischen und kompositorischen Nachwuchsförderung, zuletzt an der Barenboim-Said Akademie in Berlin“.
Tatsächlich verliehen wird der Preis allerdings erst am 1. November beim Eröffnungskonzert der Mendelssohn-Festtage. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) wird diesen dann persönlich überreichen.
Worüber die LZ heute berichtet hat:
Keine Überraschung: CDU Leipzig schickt Michael Weickert ins Rennen zur OBM-Wahl 2027
Geplanter Verkauf des Capa-Wäldchens: Grüne fordern Änderung und unterstützen Demo
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Morgen wird es anders sein: Ein Roman aus der gar nicht gemütlichen Welt der hochtrainierten KI
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Was sonst noch wichtig war:
Der Sächsische Landtag hat heute das umstrittene neue Polizeigesetz beschlossen. Die Stimmen von CDU, SPD und teilweise dem BSW reichten für ein knappes 60:53-Votum. Hier sind einige Reaktionen auf diese Entscheidung:
Staatsminister des Innern Armin Schuster (CDU): „Das neue Gesetz erlaubt der Polizei das zu tun, was sie mit Blick auf die heutige Sicherheitslage und Digitalisierung können soll. Die neuen Regelungen sind in vielfältigen Beratungen und in einem viel beachteten Anhörungsverfahren auch von anerkannten Experten juristisch bestätigt und konkretisiert worden. Wir bewegen uns damit auch im Vergleich mit anderen Bundesländern auf der Höhe der Zeit. Die Polizei Sachsen erhält für unsere Gefahrenabwehr ein absolut modernes Polizeigesetz mit Instrumenten auf dem aktuellen Stand der Technik und wird damit auch neuen Kriminalitätsformen entschieden begegnen können.“
Marco Böhme (Vorsitzender von Die Linke Sachsen): „Aus einem Verfassungsgerichtshofurteil gegen Überwachung macht die Koalition noch mehr Überwachung. Die Rechtsprechung, die auf eine erfolgreiche Klage der Linksfraktion und der Grünen-Fraktion zurückgeht, wird ins Gegenteil verkehrt. Wir verteidigen die Grundrechte – die Koalition greift sie noch stärker an. Das ist ein Affront gegen den Verfassungsgerichtshof und ein Schlag ins Gesicht aller, die für Freiheit und Bürgerrechte kämpfen.“
Albrecht Pallas (Innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion): „Sachsen bekommt mit der heute beschlossenen Gesetzesnovelle ein modernes Polizeirecht, das die Sicherheit stärkt, ohne Freiheitsrechte preiszugeben. Kriminalität und Gefahrenlagen verändern sich durch die Digitalisierung. Deshalb braucht die Polizei moderne, rechtsstaatlich klar begrenzte Instrumente. Als SPD-Fraktion haben wir uns in den Verhandlungen daran orientiert, Sicherheitsinteressen und Freiheitsrechte in Einklang zu bringen. Wir haben klare Leitplanken durchgesetzt: engere Regeln für die biometrische Identifizierung, Einführung des Richtervorbehalts und der Dokumentationspflicht für alle Formen der automatisierten Datenanalyse, und keine Nutzung personenbezogener Daten beim Training von KI-Systemen.“
Ronny Wähner (Innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion): „Wir machen mit diesem Gesetz den Schwerkriminellen das Leben schwer. Terroristen, Extremisten und organisierte Täter nutzen verschlüsselte Kommunikation, digitale Plattformen und modernste Technologien. Mit dem neuen Polizeigesetz sorgen wir dafür, dass unsere Polizei mit ihnen Schritt halten kann. Die Beamten erhalten die Instrumente, die sie brauchen, um die Menschen in Sachsen wirksam zu schützen. Dieses Gesetz stärkt nicht nur die Sicherheit, sondern auch den Rechtsstaat. Wir setzen die Vorgaben der Gerichte um, präzisieren Eingriffsschwellen, bauen Kontrollmechanismen aus und stärken richterliche Vorbehalte. Gleichzeitig verbessern wir den Schutz von Opfern häuslicher Gewalt durch längere Wohnungsverweise sowie erweiterte Kontakt- und Annäherungsverbote. Sicherheit und Freiheit gehören für uns untrennbar zusammen“.
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