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Um das Radfahren sicherer und attraktiver zu machen, wird die Nonnenstraße in Plagwitz in der Woche ab Montag, dem 29. Juni, zur Fahrradstraße umgestaltet, kündigt das Dezernat Stadtentwicklung und Bau an. Auf einer Länge von rund einem Kilometer wird sie zwischen Erich-Zeigner-Allee und Karl-Heine-Straße entsprechend ausgeschildert und markiert. Sie steht damit künftig vorzugsweise dem Radverkehr zur Verfügung, per Zusatzbeschilderung ist sie zudem für den motorisierten Verkehr freigegeben. Alle Grundstücke bleiben damit für die Anwohnerinnen und Besucher auch mit dem Kfz erreichbar.
Das Mobilitäts- und Tiefbauamt nutzt dabei erstmals den Leitfaden Fahrradstraßen des Freistaates Sachsen, weshalb sich die Nonnenstraße künftig von den bestehenden 18 Fahrradstraßen in Leipzig unterscheiden wird. Um auf die Gefahr durch sogenannte Dooring-Unfälle hinzuweisen und ihnen vorzubeugen, wird beidseitig über die gesamte Länge ein Sicherheitsstreifen neben den Parkflächen markiert. Radfahrerinnen sollen immer links dieses Sicherheitsstreifens fahren, so das Planungsdezernat.
Ein wenig anders als andere Fahrradstraßen
Die Fahrradstraße wird gegenüber den einmündenden Straßen – Weißenfelser Straße, Ernst-Mey-Straße und Erdmannstraße – bevorrechtigt. Diese Vorfahrtssituation wird visuell verdeutlicht, indem die Einmündungen rot markiert werden.
An der Industriestraße ist jedoch die Hauptstraße weiter vorfahrtsberechtigt. Auch das Fahrradstraßenpiktogramm sieht etwas anders aus als in den bestehenden Fahrradstraßen Leipzigs: In der Nonnenstraße wird das entsprechende Verkehrszeichen aus der Straßenverkehrsordnung mit Kaltplastik aufgetragen.
Zu Beginn der Fahrradstraße auf Höhe der Erich-Zeigner-Allee wird die Fahrbahn eingeengt, um baulich eine sogenannte Torsituation zu schaffen. Zusätzlich werden drei Lieferzonen für den Wirtschaftsverkehr markiert, die bestehenden Kurzzeitparkplätze bleiben erhalten.
Insgesamt kostet die Umgestaltung 64.000 Euro, 54.000 Euro davon übernimmt der Freistaat Sachsen.
Radfahrerinnen dürfen in der Nonnenstraße künftig jederzeit nebeneinander fahren, die Gehwege bleiben weiterhin den Fußgängern und radfahrenden Kindern unter acht Jahren vorbehalten. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde dürfen Autofahrerinnen nur dann ausschöpfen, wenn Radfahrer dadurch nicht behindert oder gefährdet werden. Auf der neuen Fahrradstraße gilt das Rechtsfahrgebot.
Das meistgenutzte Verkehrsmittel
Verkehrszählungen hatten ergeben, dass das Fahrrad in der Nonnenstraße das meistgenutzte Verkehrsmittel ist. Sie ist zugleich eine Hauptroute im Leipziger Radnetz. Studien zeigen, dass auf entsprechend ausgewiesenen Straßen weniger Unfälle passieren – etwa, weil die Geschwindigkeit dem langsameren Radverkehr angepasst ist.
Im Vorfeld der Planung gab es eine Bürgerinformationsveranstaltung mit Anwohnerinnen und Gewerbetreibenden, bei der über die anstehenden Änderungen informiert wurde. Das Mobilitäts- und Tiefbauamt will die Auswirkungen der neuen Fahrradstraße nun beobachten und nachsteuern, falls dies nötig und möglich ist.
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