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Am Freitag, dem 26. Juni, war es endlich so weit, nachdem sich der Fertigstellungstermin immer wieder verschoben hatte. Selbst das Dezernat Stadtentwicklung und Bau sprach von einer „Geduldsprobe für Anwohnerinnen und Anlieger“. Doch nun ist die neue Karlbrücke in der Industriestraße zwischen Schleußig und Plagwitz auch für Fahrräder, Autos und die Busse der Linie 74 freigegeben. Fußgängerinnen konnten die Querung bereits seit Oktober nutzen.

Für 9,8 Millionen Euro ist in drei Jahren ein moderner Ersatzneubau entstanden. Lieferschwierigkeiten bei den Stahlbögen, zusätzliche Leitungsumverlegungen sowie zuletzt ein kalter Winter hatten die Arbeiten um rund neun Monate verzögert.

Die alte Ziegelbrücke aus dem Jahr 1900 war verschlissen: Gewölbe, Widerlager und Pfeiler wiesen offene Fugen und Risse auf, sodass der Bootsverkehr unter der Brücke nur noch mit Fangnetzen sichergestellt werden konnte. Eine umfassende Prüfung ergab, dass ein Neubau wirtschaftlicher als die Instandsetzung war.

Die neue Konstruktion aus Stahl und Stahlbeton ist mit 17,2 Metern zudem rund sieben Meter breiter als die alte, so dass zusätzlich zur Fahrbahn beidseitig Geh- und Radwege angelegt werden konnten. Dies schafft mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmerinnen. Darüber hinaus überspannt die Brückenkonstruktion jetzt pfeilerlos die Weiße Elster, diese kann selbst bei Hochwasser ungehindert abfließen. Je drei Bänke auf den neuen Brückenkappen laden mit Blick zur Weißen Elster zum Verweilen ein.

Verkehr neu organisiert

Im Umfeld der Arbeiten kam und kommt es zudem zu einer umfangreichen Neuorganisation des Verkehrs: So wurde an der Kreuzung Industriestraße/Holbeinstraße ein neuer Fußgängerüberweg gebaut. Diese Konstruktion ist ungewöhnlich, da hier auch für die beiden Einmündungen der Holbeinstraße Gehwegüberfahrten angelegt wurden. Damit kann der Überweg von allen Seiten barrierefrei erreicht werden. Dies ist Teil des Zebrastreifenprogramms der Stadt.

Um die Verkehrssicherheit zwischen Könneritzstraße und dem Kreisverkehr Erich-Zeigner-Allee zu erhöhen, gilt jetzt Tempo 30 in der Industriestraße. Passend zur Freigabe der Brücke konnten die Leipziger Wasserwerke jetzt ihre Arbeiten in der Holbein- und Stieglitzstraße abschließen. Dort wurden 500 Meter Mischwasserkanal und Trinkwasserleitung erneuert.

Blick von Westen auf die freigegebene Karlbrücke. Foto: Steffen Peschel
Blick von Westen auf die freigegebene Karlbrücke. Foto: Steffen Peschel

Auch für den Radverkehr verbessern sich die Bedingungen. Bis zu 3000 Radfahrerinnen und Radfahrer nutzten bereits vor den Bauarbeiten täglich die Industriestraße, der kurze Abschnitt östlich der Könneritzstraße ist daher als Fahrradstraße ausgewiesen. Die bisherigen Schutzstreifen werden jedoch häufig überfahren und Radfahrer oft ohne Mindestabstand überholt.

Deshalb wurden zwischen Erich-Zeigner-Allee und Holbeinstraße durchgehende Radfahrstreifen markiert. Östlich der Karlbrücke wird der Radverkehr zudem über ein Haltestellenkap geführt. Radfahrerinnen werden dabei durch eine Rampe und ein Piktogramm auf ihre Wartepflicht aufmerksam gemacht.

Auch zwischen Holbeinstraße und Könneritzstraße sind neue Radfahrstreifen vorgesehen, am nördlichen Fahrbahnrand kann dann nicht mehr geparkt werden. Vor dieser Umgestaltung ist jedoch noch in diesem Jahr eine Informationsveranstaltung für Anwohner und Bürgerinnen geplant.

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Es gibt 4 Kommentare

Keine seiner Schilderungen ist falsch, ich hätte es aber nicht noch mal kommentiert. In der ewigen Bauzeit wurde ich dort oft genug schiebend angemotzt, das ich Platz machen sollte, wenn der ein oder andere Radler nicht absteigen wollte.
Und ja, es ist gut gemeint, aber praxisfremd. Zwischen „knapp am Lenker vorbei“ und 1,5 m gibt’s der Erfahrung nach für beide Seiten ein sinnvolles Maß. Die Sensibilität ist da definitiv größer geworden, seit diese besonders großen Abstandsvorgaben erhoben wurden.

P.S.: Wenn Sie bei ohne sicheren Mindestabstand nicht überholen können, dann lassen Sie es! Von mir würden Sie eine Anzeige bekommen.
Und auch bei 15 km/h haben die KFZ-Fahrenden einfach dahinter zu bleiben.

Sie sind der sachlichen Diskussion einfach ungeeignet, wenn Sie selbst den Mindestkonsens infrage stellen mit Ihren Stänkereien.

Hallo urs,

Sie fangen leider schon wieder an, auf Zwang zu projizieren und unsachlich über Selbstverständlichkeiten und positiven Verkehrsschutz zu schimpfen. Bitte suchen Sie etwas Abkühlung und unterlassen Sie derartige Fremdprojektionen und Fantastereien, damit Sie in Zukunft nicht wieder derart ausfällig und stänkernd provokativ unterwegs sind. Danke!

Weniger Parkplätze bedeuten übrigens weniger Parkdruck, auch wenn es Ihnen mit Ihrer ideologisch verbrämten und kognitiv dissonanten Antilogik nicht gefällt. Einen Kommentar zu Ihren ekelhaften Täter-Opfer-Umkehrten spare ich mir mal.

Das einzig „Praxisfremde“ hier ist Ihr peinliches Privilegdenken eines typischen, wegen realen Sicherheitsbedenken stänkernden Diesel-Dieters. Mit diesem Bild können Sie nun gerne die typische Reaktion zeigen und rumtrotzen und weiterstänkern, aber besser wäre mal, dass Sie ein wenig Abstand und Abkühlung suchen.

Bitte beehren Sie uns in Zukunft nicht mehr mit solchen abwertenden und nullwertigen Auswürfen, vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

Morrigan

„Die bisherigen Schutzstreifen werden jedoch häufig überfahren und Radfahrer oft ohne Mindestabstand überholt. Deshalb wurden zwischen Erich-Zeigner-Allee und Holbeinstraße durchgehende Radfahrstreifen markiert.“ Rührend! Wo bitte werden Radfahrer m/w/d/x nicht oft ohne Mindestabstand überholt? Überall, weil es praxisfremd ist und bleibt. Ich sehe noch Mark Daniel auf einem LVZ-Bild von vor Jahren, wie er mit einer auf 1,50m aufgeklappten Schmieche durch die Elsterstraße radelt. Man möchte auch nicht Radfahrer sein und nun mit 15km/h einen Troß Autos hinter sich herziehen, die alle wg. fehlender 1,50m-Abstände vom Überholen absehen. Was soll jetzt durch die Radfahrstreifen grundsätzlich für wen besser werden? Außer für die Gemüter der Autohasser?

Und wem geht nicht das Herz auf, wenn er/sie/es liest „Auch zwischen Holbeinstraße und Könneritzstraße sind neue Radfahrstreifen vorgesehen, am nördlichen Fahrbahnrand kann dann nicht mehr geparkt werden.“ Super, läuft, in den Nebenstraßen wird es noch bunter zugehen.

Die, die rücksichtslos drei Jahre die Sperrung für Radfahrer auf der Brücke ignoriert haben, werden genau die sein, die mit der größten Selbstverständlichkeit über böse Autos und fehlenden Platz und weitere Garstigkeiten geklagt haben und weiter klagen werden.

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