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Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden und das LKA Sachsen haben nach der Sicherstellung einer Bombe am Flughafen Untersuchungen zu Herkunft und Hintergründen begonnen. Musikalisch geht es heute in Leipzig zu – mit den Hits der Dire Straits bei der Marktmusik und einer Führung durch eine Ausstellung zur Tonträgergeschichte. In Grünau wird ein politischer Quartierrundgang auf den Spuren der 90er Jahre angeboten, gefolgt von einer Gesprächsrunde zu rechter Gewalt im Stadtteil zu dieser Zeit,
Ermittlungen nach Fund von Bomben-Drohne
Einen Tag nach dem Sicherstellen einer Drohne und der Entschärfung einer daran befestigten Sprengladung auf dem südlichen Flugfeld des Leipziger Flughafens stellen sich die Umstände des Zwischenfalls noch immer diffus dar.
Im Rahmen einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am gestrigen Abend stufte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) das Ereignis als einen „sehr ernsten, sicherheitsrelevanten Vorfall“ ein. Er informierte darüber, dass ein am Sprengstoff befestigter Zünder abgerissen und es deshalb offenbar nicht zu einer Explosion gekommen sei.
Der sächsische Innenminister Armin Schuster (CDU) lobte in einem Statement die Arbeit aller zur Drohnenabwehr gehörenden Gremien von Bund und Land. „Das hat heute Nacht unter Hochdruck, Hand in Hand, hervorragend funktioniert.“
Doch diese Einschätzung scheint in einem Mißverhältnis zu einem Umstand zu stehen, über den verschiedene Medien (u.a. WELT) berichteten. Demnach habe ein Busfahrer die Drohne von seinem Fahrzeug aus über dem Boden schweben sehen, sei ausgestiegen und habe die Drohne zu Boden gedrückt und dann die Bundespolizei informiert. Diese behördlich bisher nicht bestätigte Darstellung wirft die Frage auf, was passiert wäre, hätte der Busfahrer eine andere Route für seine Fahrt gewählt.
An Spekulationen zu einem möglichen Absender der im schlimmsten Fall tödlichen Fracht beteiligten sich Dobrindt und Schuster nicht. Der Bundesinnenminister sprach lediglich von „fremden Mächten“, die hinter dem versuchten Anschlag stehen würden. Die Drohne war zwischen geparkten Ukrainischen Antonow-Frachtmaschinen gefunden und dann von Spezialkräften gesichert worden.
Die Geschichte dieser Flugzeuge und ihres Standortes geht bis ins Jahr 2006 zurück. Ein Verbund von NATO- und EU-Staaten hatte den Betrieb eines militärisch nutzbaren Luftlogistikbetriebs ausgeschrieben, den Zuschlag erhielt schließlich die „RUSLAN SALIS GmbH“, ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) der russischen Volga-Dnepr Airlines und der ukrainischen Antonow Airlines.
Nach dem Auslaufen des Vertrages im Jahr 2016 trennten sich die beiden Unternehmen und legten eigenständige Angebote vor. Das von Russland bekam den Zuschlag, weil es preislich unter dem der Ukraine lag. Zwei Jahre später stieg die russische Volga-Dnepr-Airline vorfristig aus dem Vertrag aus.
Da sich der Bedarf an großräumigen Maschinen für militärische und humanitäre Einsätze durch NATO und EU nicht verringert hatte, wurde das ukrainische Antonow-Unternehmen zurück auf den Leipziger Flughafen geholt.
Federführend in der Aufklärung des Zwischenfalls ist die Zentralstelle Extremismus Sachsen (ZESA) bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden. Die polizeilichen Ermittlungen führt das Landeskriminalamt Sachsen, konkret das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ). Dies geht aus einer offiziellen gemeinsamen Mitteilung vom 5. August 2026 hervor.

Die Spur des rechten Straßenterrors durch Grünau
Oft werden sie als die „Baseballschlägerjahre“ bezeichnet: die neunziger Jahre waren geprägt von radikalisierten politischen Auseinandersetzungen. Mit dem eigentlichen Sportgegenstand loszuziehen, um nicht nur Zerstörungen anzurichten, sondern gezielt Jagd auf Menschen zu machen, war eine brutale Begleiterscheinung der gesellschaftlichen Neuausrichtung nach dem Mauerfall.
Heute lädt die Veranstaltung „Baseballschlägerjahre in Grünau“ im KOMM-Haus (Selliner Straße 17) zur Auseinandersetzung mit rechter Gewalt in Leipzig-Grünau ein. Den Auftakt bildet um 17 Uhr ein Stadtteilrundgang, der konkret zu Orten führt, an denen es in dieser Zeit zu rechter Raumnahme und Gewalt kam. Im Anschluss beginnt gegen 18:30 Uhr im Wagner-Saal des KOMM-Hauses ein Podiumsgespräch, das bis etwa 19.30 Uhr geplant ist.
Thematisiert werden unter anderem rassistische Übergriffe, Anschläge auf Unterkünfte für Asylsuchende, die Aneignung von Jugendclubs durch rechtsextreme Gruppen sowie die Auswirkungen dieser Entwicklungen auf den Stadtteil bis heute. Während der Rundgang historische Schauplätze in Grünau aufsucht, ordnet die anschließende Diskussion die Ereignisse historisch ein und schlägt den Bogen zur aktuellen Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus.
Zu den Gästen gehören der Sozialwissenschaftler und Experte für rechte Gewalt in Grünau Paul Zschocke, der ehemalige Jugendsozialarbeiter Willie Wildgrube sowie weitere Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Die Moderation übernimmt die Journalistin Carolin Haentjes. Der Eintritt ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Diesen Bahnausfall sollten Sie am besten verschlafen
Schlimm genug, wenn man nachts reisen muss. Heute müssen sich Fahrgäste der Regionalexpresslinie RE 10 auf Einschränkungen einstellen. Wegen Bauarbeiten fällt der Zug RE18398 mit planmäßiger Abfahrt um 23:31 Uhr in Leipzig Hauptbahnhof in der Nacht zum Freitag, 7. August 2026, zwischen Leipzig Hauptbahnhof und Falkenberg (Elster) aus.
Die Einschränkung gilt von 23:30 Uhr bis 1:20 Uhr. Als Alternative empfiehlt die Deutsche Bahn die Nutzung der Züge der S4. Fahrpläne für gegebenenfalls notwendigen Ersatzverkehr sind in der DB Regio Verkehrsinfo unter bahn.de abrufbar.
Musik der Dire Straits bei gutem Essen
Zwar sind sie keine „Brothers in Arms“, doch wohl zumindest im Geiste. Heute steht im Rahmen der Leipziger Marktmusik die Musik der Dire Straits und von Mark Knopfler im Mittelpunkt. Die Tribute-Band THE SCUTTLES spielt ab 17 Uhr vor dem Alten Rathaus Hits wie „Money for Nothing“, „Sultans of Swing“, „Romeo & Juliet“, „Walk of Life“, „Telegraph Road“, „Private Investigations“ oder „Going Home“.
Der Eintritt ist frei, es gibt Sitzplätze mit und ohne gastronomischen Service. Wer einen bewirtschafteten Sitzplatz nutzen möchte, kann diesen bei einem der beteiligten Gastronomen reservieren, was hier online bequem möglich ist. Voraussetzung für den Konzertbesuch ist dies jedoch nicht. Das Festival läuft noch bis zum 9. August und bietet seit dem 31. Juli täglich zwei Live-Konzerte auf dem historischen Marktplatz. Die gastronomischen Freisitze von Auerbachs Keller, Fairgourmet und Ratskeller Leipzig öffnen jeweils schon ab 16 Uhr.
The Scuttles wurden Anfang 2004 gegründet und haben sich vollständig auf die Musik der Dire Straits sowie Solostücke von Mark Knopfler spezialisiert. Nach einer Aufbauphase tritt die Band nach eigenen Angaben seit 2008 regelmäßig auch außerhalb Leipzigs auf.
In einer früheren Mitteilung geht Sänger und Leadgitarrist Daniel Hütel auf den Beginn der Laufbahn ein: „Am Anfang stand der Ehrgeiz, ‚Sultans of Swing‘ auf der Gitarre spielen zu können.“ Aus diesem Ansatz entwickelte sich nach und nach ein ausschließlich den Dire Straits und Mark Knopfler gewidmetes Programm.
Die Band war bereits mehrfach bei großen Leipziger Open-Air-Veranstaltungen zu erleben, darunter bei den Classic Open 2010 auf dem Augustusplatz vor mehr als 1.000 Besuchern.
Erreichbar ist der Marktplatz u. a. mit den S-Bahn-Linien S1, S2, S3, S4, S5 und S5X. Toiletten befinden sich am südlichen Eingang zum S-Bahnhof Leipzig Markt. Dort steht nach Veranstalterangaben auch ein barrierefreies WC zur Verfügung.

Musik fürs Auge
Wir bleiben musikalisch – und das schon zur Mittagszeit. Heute lädt das Deutsche Musikarchiv der Deutschen Nationalbibliothek im Rahmen der Reihe „Musik am Mittag“ zu einem Kurzrundgang durch die Ausstellung „Von der Edison-Walze zur Blu-ray“ ein.
Unter dem Titel „Schellack, Wachs und Pferdehaar – Die frühen Jahre der Tonträgergeschichte“ werden ausgewählte Exponate vorgestellt, darunter besondere historische Tonträger, frühe Abspielgeräte sowie ein Reproduktionsklavier. Die Besucher erfahren, wie sich Tonträger und Wiedergabegeräte im Laufe der Zeit entwickelt haben und wie ein Klavier ohne sichtbaren Pianisten Musik erzeugen kann.
Das staatliche Archiv sammelt Musik, um diese dauerhaft zu erhalten und verfügbar zu machen. Es ist damit das zentrale musikbibliografische Gedächtnis Deutschlands. Grundlage der Sammlung sind Notenausgaben und Tonaufnahmen, die von allen deutschen Notenverlagen und Labels aufgrund einer gesetzlichen Ablieferungspflicht an das Archiv übergeben werden.
Mit dem Format „Musik am Mittag“ bietet das Deutsche Musikarchiv eine regelmäßige Gelegenheit, tiefergehende Einblicke in die Ausstellung zu gewinnen.
Die flinke Führung beginnt um 12:30 Uhr, der Eintritt ist frei. Und natürlich muss die Ausstellung nicht nach der Express-Erkenntnis-Runde verlassen werden. Es gibt viel zu entdecken, Hörstationen helfen dabei. Weitere Termine für diesen besonderen Besuch gibt es hier online auf der Seite des Musikarchivs.

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