Die Relegation steht vor der Tür. Schon wieder! Im vergangenen Jahr sowie auch 2020 hatten die Fußballer des 1. FC Lok bereits auf diesem Wege an die Pforte zur 3. Liga geklopft. Sie blieb verschlossen. Noch. Das soll jetzt endlich anders werden. Vor rund 11.000 Zuschauern im ausverkauften Bruno-Plache-Stadion wollen die Leipziger den Relegationsfluch bezwingen. „Die Hütte muss brennen! Wir müssen alles in die Waagschale werfen!“, heizt Meister-Trainer Jochen Seitz den Kessel schon mal vor.

Grund zum Optimismus gibt es allemal. Alleine die Tatsache, in der stark besetzten Regionalliga Nordost bereits zum zweiten Mal in Folge den Titel gewonnen zu haben, ist ein Ausrufezeichen. Zwei Jahre hintereinander hatte Lok zudem die beste Defensive gestellt. Nur 54 Gegentore in zwei Spielzeiten zusammen sprechen für sich. Zum Vergleich: Sieben Teams im Nordosten haben alleine in dieser Saison mehr als 54 Gegentreffer kassiert. Und auch die Offensive kann sich mit 65 Toren sehen lassen – exakt genau so viele wie im Vorjahr.

Offensive und Defensive kann der Relegationsgegner Würzburger Kickers allerdings auch. Deren Tor-Bilanz aus diesem Spieljahr liest sich mit 74:25 durchaus eindrucksvoll. Kein Team in der Bayern-Regionalliga erzielte mehr Treffer und keines kassierte weniger Gegentore. Ein wachsames Auge sollten die Leipziger daher vor allem auch auf die beiden Torjäger Tarsis Bonga und Jermain Nischalke werfen, welche jeweils 15 mal erfolgreich waren.

Cheftrainer Jochen Seitz (Lok Leipzig) auf der Pressekonferenz vor dem Hinspiel der Relegation um den Aufstieg in die 3. Liga. Foto: Jan Kaefer

Doch das hat Lok-Coach Seitz alles längst analysiert. Zudem kennt er die Würzburger auch noch aus seiner Zeit bei Viktoria Aschaffenburg. Er erwartet daher keine großen Veränderungen in der fußballerischen Herangehensweise der Kickers. „Mir ist nicht Angst und Bange“, sagte der 49-Jährige auf der heutigen Pressekonferenz, „wir haben so viel zu gewinnen und können alles erreichen, was wir uns wünschen.“ Doch dafür, auch das ist ihm klar, muss alles passen. Die Effektivität sei entscheidend, unterstrich Seitz.

So soll eine gute Basis für das Rückspiel am Montag in Würzburg gelegt werden. Denn erst dann wird die Entscheidung über den Aufstieg fallen. „Wir wollen einen Kampf auf Biegen und Brechen liefern“, verspricht der Trainer. Wenn es nach Lok-Legende Djamal Ziane ginge, wäre ein 7:0-Sieg ein gutes Fundament. Augenzwinkernd, versteht sich. Ein Sieg zu Null im Heimspiel würde ihn dennoch mit einem angenehmen Gefühl nach Bayern reisen lassen.

Djamal Ziane (13, Lok Leipzig) auf der Pressekonferenz vor dem Hinspiel der Relegation um den Aufstieg in die 3. Liga. Foto: Jan Kaefer

„Wir sind immerhin Lok Leipzig und spielen vor ausverkauftem Haus. Verstecken werden wir uns nicht!“, so die Ansage des Stürmers. Wichtig sei dabei, einen kühlen Kopf und die Ruhe zu bewahren sowie in beiden Spielen an die Leistungsgrenze zu gehen. Und auch „die Zuschauer werden eine große Rolle spielen“, ist Ziane überzeugt. „Die haben uns auch schon gegen Magdeburg den nötigen Punch gegeben“. Nach zweimaligem Rückstand in diesem letzten Saisonspiel, kam Lok dadurch noch zu einem klaren 5:2-Sieg samt Meisterschaft.

Ein solches Resultat gegen Würzburg würden gewiss alle Blau-Gelben bereitwillig unterschreiben. „Am Ende zählt auf dem Platz“, fasst Djamal Ziane alles Gesagte zusammen. Und auf den Platz geht es zunächst am 28. Mai um 19 Uhr im Bruno-Plache-Stadion.

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