Um den steigenden Bedarf nach Wohnraum zu decken, entsteht in den kommenden Jahren östlich der Bremer Straße in Gohlis-Nord ein attraktives Wohnquartier für bis zu 1.350 Menschen. Der entsprechende Bebauungsplanentwurf Nr. 433 „Stadtquartier östlich der Bremer Straße“ für das ehemalige Kasernengelände wurde jetzt durch die Stadtspitze auf den Weg gebracht, der Stadtrat entscheidet abschließend darüber. Danach soll der Entwurf im Amtsblatt veröffentlicht werden, so dass sich Bürger, Verbände und Vereine weiter in die Diskussion einbringen können.
Das etwa 7 Hektar große Gebiet wird im Süden von der Max-Liebermann-Straße und im Westen von der Bremer Straße begrenzt, es reicht im Norden an eine Grün- beziehungsweise Waldfläche heran und im Osten an das Gelände der Bundesnetzagentur. Das Areal wurde 1935 als Kasernengelände in Betrieb genommen und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges von der Sowjetarmee übernommen, baulich erweitert und bis 1992 genutzt. Ein Großteil des Bereichs liegt seither brach.
In Kooperation mit den Grundstückseigentümern hatte die Stadt 2016 ein städtebauliches Konzept beauftragt, das auch als Grundlage für den Vorentwurf des Bebauungsplans diente. Während der Erarbeitung haben sich jedoch die Ziele der Stadtentwicklung geändert, beispielsweise hinsichtlich eines möglichen Schulstandortes. Auch die Anregungen von Verbänden und Vereinen haben zur Folge, dass das Gebiet nicht komplett baulich entwickelt werden soll: Um die Arten- und Naturvielfalt zu erhalten, bleiben Teilflächen im Nordosten unbebaut. Auch das südöstliche Grundstück an der Max-Liebermann-Straße, ursprünglich vorgesehen für Einzelhandel, wird zunächst nicht weiter betrachtet, da die konkreten Planungsziele noch nicht abschließend definiert werden können.
In dem neuen Stadtquartier sollen insgesamt etwa 770 Wohneinheiten geschaffen werden, davon 30 Prozent mietpreis- und belegungsgebunden. Im Bereich der Bremer Straße sollen in Anlehnung an die Bebauung der benachbarten, denkmalgeschützten Krochsiedlung vier- bis fünfgeschossige Wohnhäuser entstehen. In den an das Landschaftsschutzgebiet angrenzenden beiden nordöstlichen Baugebieten hingegen könnten Reihen- oder Stadthäuser gebaut werden.
Eine zentrale Grünfläche verbindet als so genannter „Grünkeil“ die Wohngebiete miteinander und dient als Naherholung für die zukünftigen Bewohnerinnen. Über einen städtebaulichen Vertrag soll gesichert werden, dass der Bereich auch öffentlich als Park genutzt werden kann.
Das Quartier ist verkehrstechnisch gut erschlossen und an den ÖPNV mit der Buslinie 80 direkt angebunden. Eine neue, von Süd nach Nord verlaufende Straße gewährleistet die Erschließung ab der Max-Liebermann-Straße, eine verkehrsberuhigte Quartierstraße sowie ein öffentlich nutzbarer Rad- und Gehweg binden diese in Ost-West-Richtung an die Bremer Straße an.






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