1.8 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

OBM-Kandidatin Barbara Höll antwortet auf Leserfragen: Kinderbetreuung in Leipzig

Mehr zum Thema

Mehr

    Die Zahl der Geburten in Leipzig ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Ab August 2013 besteht ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem 1. vollendeten Lebensjahr.Was wollen Sie gegen den Mangel an Kinderbetreuungsplätzen - vor allem in kinderreichen Vierteln - tun? Welche Maßnahmen halten Sie für realistisch?

    Hier helfen nur massive Investitionen und Personal im Hochbauamt, damit diese auch verwaltungsseitig betreut werden können. Der derzeitige einseitige Druck auf die Freien Träger, zu investieren, ist aus meiner Sicht bedenklich. Die Kommune muss ihren Anteil in der Kitalandschaft wieder ausbauen. Leipzig ist beim Anteil kommunaler Einrichtungen in Sachsen Schlusslicht. Das Ausweichen auf Tagespflege muss moderat geschehen und ist keine langfristig tragfähige Lösung, denn spätestens ab dem 3. Lebensjahr haben diese Kinder einen Anspruch auf einen Kitaplatz.

    Zudem werden bereits jetzt in Leipzig prozentual so viele Kinder in Tagespflege betreut wie nirgendwo sonst in Sachsen. Im Bereich Kindertagesstätten wird Leipzig punktuell um Systembaulösungen wohl kaum herumkommen. Das darf aber nur das letzte Mittel der Wahl sein.

    Was halten Sie vom derzeitigen System der Kita-Platzvergabe und was wollen Sie daran ggf. ändern?

    Eine zentrale Vergabe lehne ich ab. Sie löst das Problem des Mangels an Plätzen nicht. Trägervielfalt heißt auch freie Wahl der Kita durch die Eltern. Ich werde jedoch den Bedarf realistischer planen. Denkbar ist eine Bedarfserfassung im Rahmen der Geburtsurkundenvergabe.

    Werden Sie sich für eine gerechte Entlohnung des Betreuungspersonals (Erzieherinnen in Kitas UND Tageseltern) einsetzen? Welchen Netto-Lohn soll ein Erzieher/eine Erzieherin für 36 Stunden/Woche mindestens erhalten?

    Selbstverständlich. Grundlage der Entlohnung aller Erzieherinnen sollte der mit den Gewerkschaften ausgehandelte Tariflohn entsprechend TVöD sei. Die Erzieherinnen bei den Freien Trägern sind dabei den Erzieherinnen im Öffentlichen Dienst mindestens gleichzusetzen. Für die Tagespflege sind bundesweit einheitliche Regelungen zu treffen. Auch hier sollte sich die Entlohnung am Tariflohn (entsprechend der Qualifikation) orientieren.

    Topthemen

    - Werbung -

    Aktuell auf LZ