Nach einem Sieg und einem respektablen Remis hat der 1. FC Lok für eine kleine Euphorie im Umfeld gesorgt. Mit einem Sieg beim Kellerkind Grün-Weiß Piesteritz am Sonntag, 13:30 Uhr könnte die weiter steigen. Co-Trainer Eric Eiselt ist sich sicher, dass seine Jungs wieder alles geben werden und freute sich riesig über fanorganisierte Verbesserungen in der Trainingsarbeit.
Eric Eiselt ist ein echtes Lok-Kind. Von Kindesbeinen an
zelebrierte er auf dem Probstheidaer Rasen. Seitdem hat sich auf
dem Gelände infrastrukturell wenig getan. Im Winter trainieren
manche Teams auf dem Schotterplatz hinter der Tribüne, andere in
der kalten Kunstrasenhalle, deren Ballfangnetze mit diesem Jahr 30
Lebensringe auf dem Buckel hatten. Früher waren sie mal weiß, am
Ende waren sie kritzegrau und hatten die Spannung komplett
verloren. Letzte Woche segneten sie endlich das Zeitliche. „Die
Faninitiative ?Lokisten kaufen sich raus‘ sponserte den Einbau
neuer Netze mit über viertausend Euro. Seitdem wirkt die Halle viel
freundlicher und jeder sieht: Bei Lok tut sich was“, freut sich
Eiselt, der nicht nur Co-Trainer der ersten Mannschaft ist, sondern
auch dreimal wöchentlich die E-Jugend des Vereins coacht.
Mirko Linke, der die Faninitiative zur Unterstützung des
Nachwuchses und zur Verhinderung der Nachwuchskooperation mit RB
leitet, die mittlerweile über 14.000 Euro gesammelt hat, freut sich
mit Eiselt. „Wir wollten zu allererst an einer Stelle helfen, wo
alle Nachwuchsmannschaften bei der Trainingsarbeit in Probstheida
etwas davon haben. Die Wahl fiel schnell auf die veralteten Netze.
Dass Fans ihrem Verein auf diese Weise helfen, gibt es in
Deutschland eigentlich nur noch bei Union Berlin.“ Stadionsprecher
Linke hat am Sonntag, wenn die erste Mannschaft in Piesteritz
aufläuft, gewissermaßen spielfrei, kann sich das Spektakel vom
Sportplatzrand – etwas anderes ist der Volkspark in Piesteritz
nicht – anschauen.
Eric Eiselt wird an der Seitenlinie stehen und ein weiteres
Endspiel seiner Mannschaft sehen. „Jedes Spiel ist in unserer
Situation wie ein Finale und auch in Piesteritz müssen wir 120
Prozent geben, um einen Sieg einzufahren“, ist sich Eiselt sicher.
Als gewissenhafter Co hat er beobachtet, dass die Jungs „hungrig
sind und richtig Lust haben, Fußball zu spielen.“ Warum dieser
Eindruck nach einer langen Durststrecke erst in der Rückrunde
entsteht, kann Eiselt nur schwerlich beantworten. „Wir hatten von
Anfang an das Ziel, aber nun wissen die Spieler wahrscheinlich,
dass sie jetzt jedes Spiel gewinnen müssen und was anderes gar
nicht zur Disposition steht. Dazu kommt, dass jeder jeden an die
Hand nimmt, die Jungs helfen sich gegenseitig.“
Noch vor zwölf Jahren hatte Lok-Trainer Willi Kronhardt den gerade
mal 20-Jährigen Eiselt an die Hand genommen. Kronhardt, am Abend
seiner Karriere, probierte noch mal alles beim VfB, musste aber
aufgrund von Knieproblemen mehr zusehen als zuspielen. Nach seiner
Rückkehr als Trainer nach Probstheida übernahm er Eiselt von seinem
Vorgänger Sadlo als Co-Trainer. Eiselt ist auf seine Position stolz
wie Bolle. „Von Willi lerne ich viel und der Job ist für mich ein
schöner Zusatz zu meiner E-Jugend. Obwohl wir viel absprechen, habe
ich genug Freiraum, um mich einzubringen.“, so Eiselt. Jede
Trainingserwärmung ist sein Bier, 20 Minuten hat er, um „die Jungs
hochzufahren.“ Doch was macht er nun lieber: Herrenbereich oder
Nachwuchsbereich? „Die Entscheidung fällt schwer. Der
Nachwuchsbereich ist für mich sehr interessant, weil ich mich
selbst noch mal als kleinen Steppke sehe und mich erinnere, wie wir
richtig gut ausgebildet wurden. Soweit muss Lok auch wieder kommen,
denn Geld um Spieler einzukaufen, werden wir sicher auch in Zukunft
nicht haben.“
Doch vielleicht liegt Eiselts Zukunft auch im Herrenbereich. „Ein Cheftrainerposten käme für mich sicher zu früh. Bis Saisonende werde ich noch beide Mannschaften trainieren, dann werden wir sehen, wie es mit mir weitergeht“, so der mittlerweile 33-Jährige, „am besten, nachdem wir aufgestiegen sind.“ Elf Spiele sind es noch, nach einem Remis beim Tabellenführer FSV Zwickauer und einem Heimsieg gegen den Vierten Rot-Weiß Erfurt II ist der Glauben an den Aufstieg in die 4. Liga nach Probstheida zurückgekehrt. „Jeder sieht, dass sich in Probstheida was tut, ob in der Ersten oder in der Infrastruktur. Das ist ein gutes Gefühl, das wir mit einem Sieg in Piesteritz verstärken wollen. Die Jungs werden mit breiter Brust auflaufen und alles geben.“
Info: Markus Saalbach ist nach seiner Knöchelverletzung wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, wird aber in Wittenberg genauso fehlen wie die Tschechen Jiri Masek und Martin Dolecek. Rico Engler ist noch zwei Spiele rotgesperrt.
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