Unmittelbar nachdem ihr zweiter Mann unter die Erde gebracht ist, verhängt Bernarda Alba eine achtjährige Trauerzeit über ihr Haus und schließt die Tür zu. Ihre fünf erwachsenen Töchter werden von der Außenwelt abgeschnitten. Das Haus wird zum geschlossenen System, Bernarda darin zur Vollstreckerin von Tradition und Ehrbegriff. In Trauerkleider eingezwängt, überwachen die Töchter sich gegenseitig und neiden einander das kleinste Stück erträumter Freiheit.
Doch mit der Unterdrückung und Rivalität wächst im Haus auch die Gier nach Sinnlichkeit, die Sehnsucht nach Liebe und Berührung, nach Freiheit und einem Leben jenseits der Mauern. Sie staut sich an, wird kompromisslos und bedrohlich, bäumt sich auf, um das System zu sprengen …
Federico García Lorca schrieb „Bernarda Albas Haus“ 1936 kurz vor seiner Ermordung durch Faschisten zu Beginn des Spanischen Bürgerkriegs. Es ist nicht nur sein letztes, sondern wohl auch sein radikalstes Theaterstück. Symbolisch verdichtet erzählt dieses Drama sehr konkrete Schicksale und legt dabei zeitlose Zusammenhänge frei.
Salome Schneebeli und ihr Team widmen sich diesem modernen Klassiker in einer choreographischen Inszenierung auf der Großen Bühne. Schneebeli arbeitete international als Tänzerin, Performerin und Choreographin an zahlreichen Häusern. Als Regisseurin inszenierte sie zuletzt u. a. am Staatstheater Nürnberg und nun bereits zum vierten Mal am Schauspiel Leipzig.
„Bernarda Albas Haus“, Premiere am 16. Oktober, 19.30 Uhr auf der Großen Bühne des Schauspiels Leipzig.
Mit: Paulina Bittner, Anne Cathrin Buhtz, Vanessa Czapla, Katja Gaudard, Pauline Malkowski, Emmeline Puntsch, Bettina Schmidt, Lilli Schnabel, Alana Lu Wendsche
Regie & Choreographie: Salome Schneebeli, Bühne: Demian Wohler, Kostüme & Video: Heta Multanen, Musik: Janos Mijnssen, Dramaturgie: Matthias Döpke
Weitere Termine: 30. Oktober, 19.30 Uhr, 15. November, 18 Uhr, und 20. Dezember, 18 Uhr.
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