Uraufführung: Der Reigen Ein überaus schönes Lied vom Tod

Einladend, forsch, grinsend, musizierend und grotesk tanzend, so wird der Tod als Knochenmann dargestellt im mittelalterlichen Danse Macabre. Ihm gegenüber - der Mensch: fragend, zaudernd, in einer Geste verharrend. Zahlreiche Spielarten des Totentanzes prägen seither die künstlerische Auseinandersetzung des Menschen mit dem Tod, alle Entwürfe spiegeln jedoch letztlich die Unfassbarkeit dieses Moments: der eigenen Begegnung mit dem Tod.
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Künstler/-innen verschiedener Genres, Kulturen und Generationen lassen uns teilhaben an ihren Vorstellungen, Ängsten und Strategien, mit der Gewissheit des kommenden Todes zu leben. In einem Reigen von Bildern, Bewegung, Wort und Klang wird der immer gleiche Moment in verschiedenen Modi durchgespielt: „geheimnisvoll“, „majestätisch getragen“, „in zarten Tönen, kaum berührt“, „melancholisch“, „aufgeregt, frivol, tänzerisch“ lauten die Spielanweisungen.

Und … am Ende können wir Zeugen einer Unsterblichkeit werden: Der derbe Kasper und der todessehnsüchtige Pierrot führen vor, wie der Tod überlistet werden kann.

Rose Breuss und ihre Cie. Off Verticality waren in den vergangenen Jahren bereits mit verschiedenen Arbeiten im Westflügel zu Gast. Erstmals werden nun Tänzer/-innen, Puppenspieler und Musiker/-innen in einer gemeinsamen Produktion auf der Bühne stehen.

COV / Cie Off Verticality

Die C.O.V./Cie. OFF VERTICALITY für zeitgenössische Tanzkunst wurde von Rose Breuss gemeinsam mit Johannes Randolf und mit Unterstützung des Landes Oberösterreich und der Stadt Linz 2009 in Linz gegründet. Der Kern des Schaffens sind Neukreationen und das Erarbeiten eines relevanten zeitgenössischen Tanzrepertoires. Die enge Zusammenarbeit mit dem renommierten Institute of Dance Arts der Anton Bruckner Privatuniversität prägt die Produktionen der Compagnie.

Christoph Bochdansky

studierte Bühnenbild am Mozarteum Salzburg und absolvierte anschließend das Figurentheatercolleg in Bochum. Mitarbeit bei verschiedenen Puppenspielensembles in Deutschland, Österreich und Holland. Er arbeitete als Regisseur, Ausstatter und Puppenbauer u.a. am Puppentheater der Stadt Halle, Theater Junge Generation Dresden, Oper Zürich, Białostocki Teatr Lalek, Polen.

Christoph Bochdansky war Gastdozent an der Musikhochschule Stuttgart, Studienzweig Figurentheater sowie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin, Abt. Puppenspielkunst und an der VSMU Faculty of Theatre Academy of Performing Arts in Bratislava, Slowakei tätig. Als Autor veröffentlichte Bochdansky 2015 im Wortreich Verlag Wien „Anmerkungen zur Umgebung“, ein Buch mit Kurzgeschichten, sowie 2019 den Roman „Botendienst ins Jenseits.“

Neben Solostücken (u.a. „Der Dämon“) arbeitet er mehrfach mit dem Figurentheater Wilde & Vogel, mit dem Wiener Musik-Duo „Die Strottern“ (Klemens Lendl und David Müller), mit dem Musiker Martin Ptak und der Choreographin Rose Breuss. Mit seinen Stücken war er zu Gast auf Festivals in den meisten Ländern Europas, in Taiwan, Indonesien, Israel sowie den USA.

Figurentheater Wilde & Vogel

Das Figurentheater Wilde & Vogel wurde 1997 von dem Figurenspieler Michael Vogel und der Musikerin Charlotte Wilde als professionelles freies Tourneetheater mit Sitz in Stuttgart, seit 2009 in Leipzig, gegründet. 2003 waren Wilde & Vogel Mitbegründer des Lindenfels Westflügel Leipzig, wo sie seither – als Duo oder gemeinsam mit anderen Künstler/-innen – mehr als 20 Produktionen herausbrachten. Zudem übernehmen sie am Westflügel auch die Organisation von Veranstaltungen und sind Teil der künstlerischen Leitung.

Stefan Wenzel

studierte Theaterwissenschaft an der Universität Leipzig, anschließend Figurentheater an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Seit 2012 ist er freischaffender Figurenspieler. Er wirkte in verschiedenen Filmprojekten mit und ist seit 2007 mit Musik- und Theaterproduktionen zu erleben.

Zusammen mit Samira Wenzel (Lehmann und Wenzel) gastierte er auf zahlreichen Festivals, ist seit 2012 Gastspieler am Puppentheater Magdeburg und wirkte 2013 in der deutsch-russischen Produktion „Makariens Archiv“ (Regie: Pawel Semtschenko). Seit 2019 tritt Wenzel gemeinsam mit Charlotte Wilde auch im Musik-Duo Protect Laika auf.

Rose Breuss

studierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Wien, Theaterschool Amsterdam, Temple University Philadelphia USA, University of Surrey und am Labanotation Institute. Choreographierte u.a. für die Wiener Festwochen, die Kammeroper Wien, die Staatsgalerie Stuttgart, die szene bunte wähne, das Tanzquartier Wien, das Grand Théâtre Luxembourg und Philharmonie Luxembourg, das Festspielhaus St. Pölten, die Bregenzer Festspiele, Odeon Wien (residency 2010-2012) und die Berliner Sophiensäle.

Gastspiele im In- und Ausland – u.a. Schweiz, Frankreich, Tschechien, USA, Luxembourg, Deutschland, Russland. Ausgezeichnet wurde Rose Breuss mit dem Max-Brand-Preis für Experimentelle Musik, dem Theodor-Körner-Preis für Wissenschaft und Kunst und der Prämie des Bundeskanzleramtes für die Choreographie Drift.

Seit 2006 ist Rose Breuss Institutsdirektorin des Institute of Dance Arts an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz. Sie habilitierte 2005 an der ABPU. Rose Breuss war als Gast an der Ballettschule der Wiener Staatsoper, an der Universität Salzburg, an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt, der Middlesex University London und der Bundeskulturstiftung Deutschland tätig.

Karten: 10,- / 15,- / 20,- Euro | Reservierung: service@westfluegel.de
Onlinekartenkauf über www.westfluegel.de
Westflügel Leipzig | Hähnelstr. 27 | 04177 Leipzig | www.westfluegel.de

Premiere: Mi, 18. November, 20:00
Weitere Vorstellungen: Do, 19., Fr, 20. und Sa, 21. Nov, jeweils 20:00 sowie So, 22. Nov, 18:00

Christoph Bochdansky [Wien], COV Compagnie Off Verticality [Linz] und Figurentheater Wilde & Vogel [Leipzig] in Koproduktion mit FITZ! Stuttgart und Westflügel Leipzig

Choreographie: Rose Breuss ::: Spiel, Ausstattung: Christoph Bochdansky, Michael Vogel ::: Tanz: Kai Chun Chuang, Damian Cortes Alberti, Marcela Lopez Morales ::: Live-Musik: Protect Laika (Stefan Wenzel, Charlotte Wilde)

30 Jahre deutsch-deutsche Parallelwelt: Höchste Zeit, die betonierten Vorurteile zu demontieren

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