Auf Schienen durch Hannover: Neuer Wagen für den üstra-„Silberpfeil“ wird in Leipzig gebaut

Der Name wird den Leipzigern vertraut vorkommen: Silberpfeil. So benannte Mercedes seine Busse, die zur EXPO 2000 in Hannover zum Einsatz kamen und seitdem auch durch Leipzig rollen. Künftig werden neue Silberpfeile durch Hannover rollen. Gebaut unter anderem in Leipzig in der Heiterblick GmbH.

Die produziert schon seit einigen Jahren erfolgreich den Leoliner. Für den „Silberpfeil“, der künftig für die üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG durch Hannover rollen soll, haben mehrere Unternehmen eine Kooperation gestartet. Für die Gestaltung sind PanikRuhdorfer Designpartner aus Stuttgart verantwortlich.

Ein Konsortium aus der Vossloh Kiepe GmbH und der Alstom Transport Deutschland GmbH baut die neuen Stadtbahnen für Hannover. Der Spezialist für Stadt- und Straßenbahnfahrzeuge HeiterBlick ist als Lieferant für das Konsortium Vossloh Kiepe/Alstom für den wagenbaulichen Teil verantwortlich. Die modernen Stadtbahnen werden überwiegend im Leipziger Werk gebaut und die ersten Fahrzeuge voraussichtlich im Sommer 2013 geliefert.Den Vertrag über die Herstellung von 50 Fahrzeugen des neuen Stadtbahnwagentyps TW 3000 haben üstra und das Konsortium am 8. April 2011 in Hannover unterzeichnet. Beauftragt wurde das Konsortium von üstra mit der Lieferung von 50 Stadtbahnfahrzeugen mit der Option, weitere 96 Fahrzeuge gleichen Typs im Zeitraum 2015 bis Mitte der zwanziger Jahre zu bestellen. Der Auftrag über die 50 Fahrzeuge hat ein Volumen von rund 126 Millionen Euro.

„Bei Fahrgästen, Medien, Mitarbeitern und dem üstra Vorstand hat das 1:1-Modell, das sogenannte Mock-up, das Ende Januar vorgestellt wurde, Begeisterung ausgelöst“, teilt die HeiterBlick GmbH mit. Zuvor hatte sich auch die üstra ähnlich geäußert, nachdem Ende Januar das 1:1-Modell in Hannover vorgestellt worden war.“Mit diesem originalgetreuen Modell gewinnen wir nun erstmals einen realen Eindruck, wie das neue Stadtbahnfahrzeug von außen und innen aussieht, das uns die nächsten rund 40 Jahre begleiten und maßgeblich das Stadtbild Hannovers prägen wird“, freute sich der üstra Vorstandsvorsitzende André Neiß.

Das acht Meter lange und rund fünf Tonnen schwere Modell veranschaulicht den Fahrzeugkopf bis zur ersten Fahrgasttür und dient als Entscheidungshilfe dafür, ob alle ergonomischen und gestalterischen Anforderungen an das neue Fahrzeug ausreichend umgesetzt worden sind.

In die Entwicklung des Designs sind maßgeblich auch die Befragungsergebnisse von Fahrgästen und Mitarbeitern der üstra sowie Interessenverbänden eingeflossen. „Mit den neuen Stadtbahnwagen werden wir unseren Kunden einen deutlich verbesserten Komfort bieten und gleichzeitig energiesparender und damit umweltfreundlicher unterwegs sein“, betonte üstra-Betriebsvorstand Wilhelm Lindenberg.Grund für das große Bestellungspaket: Die ältesten in Hannover im Einsatz befindlichen Stadtbahnfahrzeuge des Typs TW 6000 haben mittlerweile – so wie Leipzigs Tatra-Bahnen – ein Alter von über 30 Jahren erreicht. „Dadurch nehmen Störungen zu, Ausfälle häufen sich, Ersatzteile sind immer schwerer zu beschaffen und die Akzeptanz der Kunden für das in die Jahre gekommene grüne Modell nimmt ab. Langfristig benötigt die üstra insgesamt 146 neue Stadtbahnwagen bis Mitte der zwanziger Jahre als Ersatz für die Wagen des Typs TW 6000“, erklärt die üstra das Problem.

Die Außengestaltung der neuen „Silberpfeile“ wird durch die Farben Grün, Silber und Schwarz sowie hochstehende Fenster, Lichtstreifen über den Türen und einen Fahrzeugkopf mit Aufprallschutz geprägt. Erstmals gibt es einen Innenraum mit farbigem Licht. Das Beleuchtungskonzept sieht neben Weiß drei zusätzliche Farben vor, die abhängig vom gewünschten Effekt eingeschaltet werden können: Gelb für ein Gefühl der Wärme an kühlen Tagen, kühlendes Blau für warme Tage und ein beruhigendes Grün, zum Beispiel während der Messen. Für mehr Sitzkomfort im Innenraum sorgen eine freischwebende Längs- und Querbestuhlung für die Fahrgäste sowie ein Fahrersitz mit Memoryfunktion.

Das Fahrzeug soll 54 Sitz- und 114 Stehplätze bieten, 25,16 Metern lang und 2,65 Meter breit sein. Bei einem Gewicht von 39,8 Tonnen erreicht das Fahrzeug mit einer Antriebsleistung von 4 mal 125 kW eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.

Die bei der HeiterBlick GmbH hergestellten Straßenbahn-Produktlinien beruhen auf der bewährten Drehgestelltechnik, die dem Betreiber einen kostengünstigen Betrieb gewährleistet und dem Fahrgast gleichzeitig höchstmöglichen Fahrkomfort bietet. „Die Fahrzeuge von HeiterBlick sind individuell auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten und verbinden gleichzeitig formschöne Gestaltung mit robuster Technik. Die Stadt- und Straßenbahnen sind daher auch auf anspruchsvollen Strecken problemlos einsetzbar“, erklärt das Leipziger Unternehmen. „Die Wagenkästen der Fahrzeuge von HeiterBlick sind besonders langlebig, da ausschließlich geschweißte Stahlkonstruktionen zum Einsatz kommen.“

www.heiterblick.de

www.uestra.de


Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Leipziger Lichtfest am 9. Oktober 2020: Zu Hause dabei sein und ein Licht ins Fenster stellen
Vorstellung Lichtfest 2020 mit Bernhard Stief, Marit Schulz, Burkhard Jung und Michael Koelsch. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserCorona verändert alles – auch das Lichtfest. Seit 20 Jahren wurde es in Leipzig an jedem 9. Oktober gefeiert. Es fällt 2020 nicht aus. Aber 25.000 bis 30.000 Menschen auf dem Augustusplatz, das wäre ein Ding der Unmöglichkeit, so Oberbürgermeister Burkhard Jung. Aber ganz fällt es nicht aus. Die drei zentralen Ereignisse werden alle im Livestream gezeigt. Wir sind also alle zu Hause und zumindest virtuell dabei.
Kirschen essen: Wenn man nur genau hinschaut, ist die Bibel voller lebendiger Liebesgeschichten
Susanne Niemeyer: Kirschen essen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSchon mit ihrem Buch „Fliegen lernen“ hatte Susanne Niemeyer gezeigt, dass man die weltberühmten Geschichten aus der Bibel auch völlig anders lesen kann. Nämlich mit den Augen einer modernen, emanzipierten Frau. Mit „Kirschen essen“ zeigt sie erst recht, wie sehr die Bibelgeschichten immer noch aus Männer- und Machoperspektive interpretiert werden. 3.000 Jahre Männerignoranz sind einfach so zählebig, dass man das eigentliche Leben vor lauter Brettern nicht mehr sieht.
Donnerstag, der 17. September 2020: Abgespecktes Lichtfest und eine Entscheidung des EU-Parlaments
Auch in diesem Jahr wird das Leipziger Lichtfest stattfinden, allerdings unter Corona-Bedingungen. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie Stadtverwaltung gab am heutigen Donnerstag die Pläne für das diesjährige Leipziger Lichtfest bekannt. Auch in diesem Jahr soll an die Friedliche Revolution erinnert werden – allerdings sehen die Festivitäten unter Corona-Bedingungen etwas anders aus als gewohnt. Statt sich auf dem Augustusplatz und den Straßen in der Innenstadt zu begegnen, kommt das Lichtfest im Vorfeld „zu Besuch“. Außerdem können die Leipziger/-innen online an der Veranstaltung teilhaben. Die L-IZ fasst zusammen, was sonst noch wichtig war in Leipzig und Sachsen und weltweit.
Die LVB setzen bei Fahrausweiskontrollen auch künftig auf Deeskalation
Wenn alles nichts hilft, wird die Polizei gerufen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIm Juli sorgte ja bekanntlich die rabiate Vorgehensweise von Fahrkartenkontrolleuren der LVB für Schlagzeilen. Indem sie einen Fahrgast ohne Fahrschein zu Boden drückten, überschritten sie eindeutig ihre Kompetenzen. Und während sich die einen über die Gewalt in dem Vorgang aufregten, sah die CDU-Fraktion eher wieder das Problem der aggressiven Schwarzfahrer, die sich gegen eine Kontrolle wehren. Das Verkehrs- und Tiefbauamt hat jetzt auf die CDU-Anfrage geantwortet.
Leipziger FKK gibt es nur am Kulkwitzer See
Am Kulkwitzer See. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserCorona hat auch viele Leipziger/-innen gezwungen, ihren Urlaub daheim zu verbringen. War ja eigentlich nicht so schlimm: Badestrände gibt es direkt vor den Toren der Stadt. Und heiß war es auch. Und wenn es richtig knackig heiß wird, zieht der Mensch natürlich am liebsten alles aus. Was die Linksfraktion im Stadtrat auf die Idee brachte, mal wieder nach den FKK-Stränden in der Stadt zu fragen. Gibt es überhaupt welche?
Sumpfwald-Biotop in der Rietzschke-Aue soll erhalten bleiben, Wiesen werden extensiv gepflegt
Blühende Landschaft östlich der neuen Schule an der Ihmelsstraße. Foto: Alexander John

Foto: Alexander John

Für alle LeserAm 20. Juli berichteten wir über das blühende Biotop, das nach dem Auflösen der Kleingartenanlage in der Rietzschke-Aue in Sellerhausen entstanden ist. Die Frage dabei stand im Raum, ob bei der von der Stadt geplanten Grünflächengestaltung dieser Artenreichtum wieder verloren geht. Die Frage bewegte auch Tobias Peter, der die Stadtverwaltung deshalb anfragte. Das Amt für Stadtgrün und Gewässer erklärt jetzt, wie man sich die Umgestaltung genauer vorstellt.
Am 19. September belebt sich der Kubus auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz: Dürremonitor, Umwelttracker und der Sound von Tschernobyl
Der Kubus auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit dem 5. September laufen die Menschen am Leipziger Wilhelm-Leuschner-Platz direkt durch einen geheimnisvollen Kubus aus schwarzem Gitter – das „Sperrgebiet“. Es ist eine Installation der Schaubühne über Umweltzerstörung, Klimawandel und menschengemachte Sperrgebiete in Natur und Gesellschaft. Am Samstag, 19. September, laden die Schaubühne, das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung nun ein zum Forschungstag im „Sperrgebiet“.
Ökolöwe mahnt: Das Verkehrsdezernat verbaut die Zukunft der Luppe-Aue
Nahlebrücke. Quelle: Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.

Quelle: Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.

Es war zu erwarten, dass def Stadtrat diese Vorlage am Mittwoch, 16. September nicht mehr schaffen würde: "Ersatzneubau Leutzsch-Wahrener Brücke (II/5) im Zuge der Gustav-Esche-Straße über die Nahle - Bestätigung der Vorzugsvariante". Die Vorlage kam knapp vor den Sommerferien erst ins Verfahren. Und erst am Mittwoch konnte auch der Ökolöwe seine Position formulieren.
Linke Antrag abgelehnt: Regierungskoalition findet keine Position zu Mühlrose
Mühlrose am Tagebau Nochten in der Oberlausitz. Bild: Google Maps

Bild: Google Maps

Für alle LeserEs war eigentlich zu erwarten, dass Antonia Mertsching und Marco Böhme am Dienstag enttäuscht sein würden. Am Dienstag, 15. September, hat der Wirtschaftsausschuss des Sächsischen Landtages den Antrag der Linksfraktion „Klarheit herstellen: Kohle-Kompromiss entsprechend den Empfehlungen der Kommission einhalten bedeutet Erhalt von Mühlrose, Pödelwitz und Obertitz“ (Drucksache 7/2099) abgelehnt. Ein Schicksal, das schon hunderte Anträge der Opposition erlebten.
Der Stadtrat tagt(e): Eine kleine Debatte über die jüngsten Leipziger Gewaltnächte + Video
Mal ab und zu die Richtung angeben - Burkhard Jung im Stadtrat Leipzig führte die Debatte um die Gewalt in Leipzig ein. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserAuf Initiative des Oberbürgermeisters Burkhard Jung (SPD) hat der Stadtrat am Mittwoch, den 16. September, rund eine halbe Stunde über die gewalttätigen Konflikte in der vorletzten Woche im Leipziger Osten und in Connewitz diskutiert. Während einige Stadträte eine Mitschuld bei Linken sahen, thematisierten andere das Phänomen der Hausbesetzungen und inwiefern solche gerechtfertigt sein könnten.
Die Kunst im Gewandhaus: Der große Bildband, der erklärt, was im Gewandhaus alles an Kunst zu sehen ist
Die Kunst im Gewandhaus. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserBeinah hätte es noch eine Galerie gegeben, in der wechselnde Ausstellungen Arbeiten von bildenden Künstlern zur Musik gezeigt hätten. Aber den Gedanken ließen die Planer irgendwann fallen, als das neue Leipziger Gewandhaus am Augustusplatz nach und nach Gestalt annahm. Kunst ist trotzdem drin, sogar mehr, als der Betrachter von außen sehen kann, wo ihm das riesige Deckengemälde „Gesang vom Leben“ von Sighard Gille entgegenleuchtet.
„Wutschweiger“ feiert am 24. September Premiere
Theater der Jungen Welt. Foto L-IZ.de

Foto L-IZ.de

Seit Jahren ist Kinderarmut eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen in Deutschland, die Corona-Krise droht diese noch zu verschärfen. Jedes fünfte Kind in Deutschland ist aktuellen Studien zufolge von Armut betroffen – ein zumeist unsichtbares, aber akutes Problem inmitten der Gesellschaft. Das Stück „Wutschweiger“, ausgezeichnet mit dem niederländisch-deutschen Kinder- und Jugenddramatikerpreis Kaas&Kappes, dem Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg und nominiert für den deutschen Kindertheaterpreis stellt sich diesem.
Der Stadtrat tagt: Keine Umbenennung der Arndtstraße + Video
Thomas Kuno Kumbernuß (Die PARTEI) hatte vor Monaten den erfolgreichen Vorschlag zur Umbenennung der Arndtstraße in Hanna-Arendt-Straße eingebracht. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser Nachdem der Stadtrat am 22. Januar 2020 beschlossen hatte die Arndtstraße in Hannah-Arendt-Straße umzubenennen, wurde dieser Entschluss nun in der Sitzung am 16. September aufgehoben. Vorerst wird die Straße in der Südvorstadt also nicht in Hannah-Arendt-Straße umbenannt und behält ihren Namen.
Der Stadtrat tagt: Paternoster, es wird teuer! + Video
Oliver Gebhardt (Linke). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEr ruckelt, er zuckelt, er bleibt gern mal stehen: Der Paternoster im Neuen Rathaus soll von Grund auf saniert werden, damit er in Zukunft zuverlässiger funktioniert. Bisher hat er das nicht getan, denn er wurde immer nur dann repariert, wenn es akut notwendig war. Bereits im Februar hat die Linksfraktion im Stadtrat auf das Problem aufmerksam gemacht und dazu aufgefordert, das launige 80er-Jahre-Schmuckstück zu retten, unter anderem mit Einnahmen aus der Gästetaxe.
Der Stadtrat tagt: Kein guter Tag für Raucher/-innen + Video

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWer Zigarettenreste in die Umwelt wirft, muss künftig mit höheren Bußgeldern rechnen, und wer in bestimmten öffentlichen Gebieten rauchen möchte, wird dies möglicherweise bald nicht mehr tun dürfen. Das hat die Ratsversammlung am Mittwoch, den 16. September, beschlossen. Das Bußgeld soll in der Regel 50 Euro betragen und von Verboten wären unter anderem Spielplätze und Wartehäuschen an Haltestellen betroffen.