Am 19. Juni entschied die Leipziger Ratsversammlung nicht nur über die Zukunft der drei Bürgermeister für Soziales, Umwelt und Wirtschaft. Auch eine andere - wohl ebenso wichtige Personalie stand zur Entscheidung: Wer wird künftig Geschäftsführer der neuen Wirtschaftsförderung Region Leipzig GmbH (WRL). Denn die Stadt Leipzig, die IHK zu Leipzig und die beiden Landkreise Leipzig und Nordsachsen haben sich ja 2012 zu einer gemeinsamen Wirtschaftsförderung entschlossen.

Die Landkreise hatten mit ihren bisherigen Fördereinrichtungen immer ein wenig gehadert, haben aber Leipzig auch immer wieder wichtige Ansiedlungen abgejagt, wenn es um preiswertes Bauland oder günstigere Steuern ging. Aber das Gegeneinander hat nie wirklich Punkte gebracht. Die Ansiedelungen im Direktionsbezirk kommen immer der ganzen Region – auch länderübergreifend nach Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg – zu Gute. Wer eine qualifizierte Arbeit findet, der pendelt auch. Die Pendlerverflechtungen Leipzigs in die Region sind eng.

Und eigentlich ist auch eine Unterfütterung der seit zehn Jahren existierenden Metropolregion überfällig. Das geht nur, wenn wenigstens der Leipziger Kernbereich in Wirtschaftsfragen mit einer Stimme spricht. Dazu soll es in der WRL ein ganzes Team von Managern geben.
Am 19. Juni wurde nun ein alter Bekannter zum ersten Geschäftsführer der WRL auf fünf Jahre gewählt: Lutz Thielemann. Am 1. August soll er seine Arbeit aufnehmen.

Die Leipziger kennen den 1968 in Wurzen geborenen Betriebswirtschaftler, Marketing- und Kommunikationsfachmann noch aus seiner Zeit als Geschäftsführer der Marketing Leipzig GmbH, der er von 2001 bis 2006 war, bevor die Leipziger Marketing-Agentur mit dem LTS, dem touristischen Expertenteam der Stadt zusammengeschweißt wurde und für die neue Organisation unter dem Namen LTM mit Volker Bremer ein neuer Geschäftsführer gefunden wurde.

Thielemann ging damals nach Görlitz und machte seit 2007 das Marketing für die Europastadt Görlitz-Zgorcelec GmbH, in der die Stadt Görlitz neben Marketing und Tourismus auch die Wirtschaftsförderung versammelt hat. In seine Zeit als Marketing-Chef von Leipzig fallen im wesentlichen die ganzen Aktionen zur Bewerbung der Fußball-WM und die Entwicklung des seitdem gültigen Labels “Leipziger Freiheit”.

Leipzig als Heimatstadt und Wohnort seiner Familie ist er die ganze Zeit treu geblieben. Jetzt kann man gespannt sein, ob der der Wirtschaft der Region neue Glanzpunkte versetzt und das Marketing für den Wirtschaftsstandort auf eine endlich wieder wahrnehmbare Höhe hebt. Denn das, was auf dem Gebiet in den letzten Jahren lief, kann man wohl eher unter Plauderstündchen als unter Vermarktung einer Metropolregion verbuchen. Und vielleicht kommt auch der Dreiklang mit der Wirtschaftsinitiative Mitteldeutschland und dem Städteverbund in der Metropolregion Mitteldeutschland endlich zustande.

Da sitzen eine Menge Leute in ihren Geschäftszentralen und sind jetzt sehr gespannt.

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