Vom 31. Januar bis 2. Februar fand in Leipzig die Motorradmesse statt. Weitgehend unter Liebhabern des motorisierten Zweiradfahrens. Aber etwas anders als in den Vorjahren ging es nicht mehr nur um die großen, schweren Bikes, mit denen betuchte Angestellte am Wochenende Easyrider spielen können. Ein Thema rückte stärker in den Fokus, das auch den Stadtverkehr verändert. CDU-Stadtrat Karsten Albrecht hat es aufgegriffen.

“Die Motorradmesse bringt es an den Tag. Junge Leute interessieren sich vermehrt für Mopeds. Ist Leipzig darauf eingestellt oder bekommen wir in Zukunft Verhältnisse wie in mancher italienischen Stadt?”, fragt der Stadtrat aus dem Leipziger Süden. Zu recht. Denn wenn gerade die innerstädtischen Stadtquartiere immer mehr zugeparkt sind mit den Automobilen der älteren Generation, ist der Erwerb eines Autos für junge Leute immer unattraktiver. Man wird das Parkplatzproblem nicht mehr los, ist auch nicht wirklich flexibel. Da sind wendigere Fahrzeuge eine echte Alternative. Und es ist ja auch nicht erst ein Zukunftsthema. Auch die Zahl der Mopeds und Mofas auf Leipzigs Straßen nimmt zu, auch wenn die Stadt sie einfach mit unter die Motorräder subsummiert.

Auch wenn es jetzt noch kalt ist, der nächste Sommer kommt bestimmt, stellt Albrecht fest. Wer schon einmal zu dieser Zeit in Italien war, kenne das Bild. Lange Reihen von parkenden Mopeds. Man fragt sich: Wie finden die Leute ihr eigenes Moped überhaupt wieder? So viele dieser untermotorisierten Zweiräder stehen dort auf eigens für sie geschaffenen Parkflächen.

Karsten Albrecht zur möglichen Leipziger Zukunft: “Leipzig hat eine Infrastruktur für ÖPNV, Fahrradfahrer und Autofahrer geschaffen. Das Moped ist eine ökologische und kostengünstige Alternative zum PKW. Vor allem dann, wenn in den Autos immer nur eine Person sitzt. Das Moped verbraucht weniger Kraftstoff und stößt weniger CO² aus. Das Moped benötigt weniger Parkfläche als ein PKW.”

Die Leipziger nutzen diese Alternative zunehmend. Das wurde am Wochenende auch auf der Motorradmesse thematisiert. Doch für Mopeds sind zu wenige Stellplätze geschaffen worden, auf die außerdem nirgendwo hingewiesen wird, so Albrecht.

Das Ordnungsamt strafe jedoch vermehrt die Mopedfahrer ab, wenn sie auf Fußwegen oder neben Fahrradstellplätzen parken. Auf ausgewiesenen Parkflächen für Zweiradfahrer könne zwar geparkt werden, aber es sei für Mopedfahrer nicht möglich, Parkscheine sinnvoll an ihrem Verkehrsmittel anzubringen, ohne dass diese von Wind oder dritten Personen entfernt werden können.

Die CDU-Fraktion frage deswegen unter anderem die Stadtverwaltung an:

Wie viele öffentliche Parkflächen für Zweiräder sind in der Innenstadt überhaupt vorhanden?

Welche Maßnahmen sind geplant, den steigenden Bedarf an Stellplätzen für Mopedfahrer in Leipzig zu begegnen?

Die Stadt Leipzig soll in der nächsten Ratsversammlung am 12. Februar darauf antworten. Karsten Albrecht: “Sie sollte dieser Entwicklung geeignete Maßnahmen entgegensetzen.”

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