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Zartes Pflänzchen Fahrradstadt: Gefragte Förderung für Lastenräder, Fahrradzonen und eine (tageweise) autofreie Karl-Heine-Straße

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    Das Problem an Zeitenwechseln ist, dass sich viele Zeitgenossen nicht wirklich vorstellen können, wie ein Leben mit anderen Rahmensetzungen aussehen könnte. Sie empfinden schon die Vorstellung, ihr gewohntes Verhalten müsste sich ändern, als Bedrohung. Da verblüfft schon, wie stark die SPD-Fraktion im Stadtrat mittlerweile das Thema Radfahren besetzt. Die Fraktion kann sich mittlerweile sogar ganze Fahrradzonen in Leipzig vorstellen, ganze Quartiere, in denen das Fahrrad Vorrang hat.

    Das geht zwar noch nicht so weit, gleich ganze autofreie Quartiere zu fordern. Aber einige Leipziger/-innen können sich nach 25 Jahren endlich wieder vorstellen, dass man tatsächlich in einem Wohnquartier ohne Autos leben könnte. Es ist eine uralte Sehnsucht, denn wer sein Leben mit dem Rad gestaltet, den frustriert nur noch, wie Autobesitzer wirklich die komplette Stadt in Beschlag nehmen und auch Quartiere zuparken, in denen man eigentlich zur Bewältigung des Alltags kein Auto braucht.

    Im März tauchte das Thema im Stadtbezirksbeirat Alt-West auf, wo das Protokoll vermerkt: „Eine Anwohnerin berichtet von ihrer Idee für ein autofreies Plagwitz. Als Alternative für den motorisierten Individualverkehr könnten Lastenfahrräder dienen. Eine Möglichkeit der Erprobung könnte beispielsweise eine eintägige Straßensperrung sein bzw. ein ,Lastenrad-Festival‘.

    Der Stadtbezirksbeirat diskutiert die Möglichkeit, das Konzept mit der Europäischen Mobilitätswoche (16.-22.09.2020) zu koppeln und als neuen Schwerpunkt die Karl-Heine-Str. zu wählen anstatt des Lindenauer Marktes. Eine gemeinsame Sitzung mit dem Stadtbezirksbeirat Leipzig-Südwest sollte hier der Koordinierung dienen. Herr Simowitsch vereinbart dazu einen Termin mit dem Vorsitzenden des SBB Leipzig-Südwest.“

    Das heißt eben auch: Im Stadtbezirksbeirat Alt-West hat die Idee Zuspruch gefunden. Die eine Anwohnerin ist also nicht allein. Nun könnte es auf der Karl-Heine-Straße, wo sich die beiden Stadtbezirke berühren, tatsächlich mal so etwas wie ein paar Tage nur mit Fahrrädern geben.

    Während die SPD-Fraktion gern wissen will, ob Leipzigs Verwaltung die Möglichkeit zur Einrichtung kompletter Fahrradzonen überhaupt schon auf dem Schirm hat. „Gemäß der aktuellen StVO-Novelle können Kommunen künftig analog zu Tempo-30-Zonen auch Fahrradzonen einrichten. Hier sind nur Radfahrer erlaubt, außer ein Zusatzschild gibt die Zone auch für andere Verkehrsteilnehmer frei. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 30 km/h“, stellt die Fraktion in ihrer jetzt nach der Inkraftsetzung der Novelle zur StVO neu formulierten Anfrage zu diesem Thema fest und fragt: „Wie positioniert sich die Stadt Leipzig zu solchen Fahrradzonen? Gibt es in Leipzig schon Gebiete, in denen eine Fahrradzone geprüft werden soll? Wenn ja, wo? Wenn nein, wieso nicht?“

    Denn an anderer Stelle wird längst sichtbar, dass sich auch die Fahrradnutzung in Leipzig immer mehr ändert. Immer mehr Leipziger bewältigen auch Lastentransporte, für die sie vorher ein Auto gebucht hätten, mit dem Fahrrad. Worauf ja der Stadtrat mit der Einrichtung eines Förderprogramms reagierte. Das startete zwar Ende 2019 mit gewaltiger Verspätung.

    Aber am 29. April meldete das Leipziger Wirtschaftsdezernat stolz: „Bereits die erste Runde war stark nachgefragt und finanziell ausgeschöpft. 39 Anträge daraus wurden positiv beschieden, 11 weitere befinden sich noch in Prüfung. Auch für die zweite Auflage des Programms wird mit hohem Interesse gerechnet, da viele kleine Unternehmen auf die Coronakrise durch eigene umweltschonende Kundenbelieferung reagieren.“

    Bei der Anschaffung eines Lastenrades übernimmt die Stadt Leipzig bis zu 50 Prozent des Kaufpreises, höchstens jedoch 2.000 Euro pro Lastenrad. Durch das Programm sollen Lärm und Emissionen verringert und der Verkehrsfluss verbessert werden. Für Unternehmer ist diese Art der Logistik auch finanziell nachhaltig, da die Transportkosten vergleichsweise gering ausfallen.

    „Die Nachfrage nach dem von der Stadt Leipzig aufgelegten Programm zur Lastenradförderung war überraschend hoch und die Mittel sehr schnell ausgeschöpft. Daher freue ich mich sehr, dass wir nochmals 75.000 Euro in diesem Jahr zur Verfügung stellen können. Das Programm verbindet Umweltschutz und Wirtschaftsförderung“, äußerte Uwe Albrecht, Bürgermeister für Wirtschaft, Arbeit und Digitales der Stadt Leipzig.

    „Von der erfolgreichen Nutzung der ersten geförderten Lastenräder konnte ich mich heute persönlich überzeugen. Tagesmütter, Apotheker und Handwerker sind nur einige der vielen Anwendungsbeispiele. Geraden in Zeiten der Corona-Pandemie erkennen viele kleine Unternehmen die Chance, ihre Kunden kostengünstig und schnell zu beliefern“, ergänzte Clemens Schülke, Amtsleiter der Leipziger Wirtschaftsförderung.

    Für die SPD-Fraktion zeigt das natürlich, dass Leipzig hier auf dem richtigen Weg ist.

    „Wir freuen uns sehr darüber, dass das Förderprogramm für Lastenfahrräder eine so große Resonanz findet. Wir sind der Überzeugung, dass Lastenfahrräder ein Baustein für eine nachhaltige Mobilität sind und damit auch eine immer größere Rolle bei der Neuorganisation des urbanen Verkehrs spielen werden. Lastenräder können zur Verringerungen von Verkehren führen und die Parkplatzsituation entlasten, insbesondere im dicht besiedelten innerstädtischen Bereich“, erklärte in der vergangenen Woche SPD-Fraktionschef Christopher Zenker.

    Im Oktober 2017 schon war der Antrag zu einem Förderprogramm für Lastenfahrräder im Rat mehrheitlich beschlossen worden. Im Rahmen der Verhandlungen um den Doppelhaushalt 2019/20 ist es durch einen Haushaltsantrag von Christopher Zenker schließlich gelungen, das Programm auch finanziell mit 150.000 Euro zu untersetzen. Ärgerlich war dann nur, dass die Förderung erst im Dezember 2019 wirklich in Gang kam.

    „Die gute Annahme des Förderprogramms zeigt, dass Leipziger Unternehmen weiter sind als so manche Ratsfraktion. Bei der Verabschiedung stieß der Antrag in Teilen auf Häme, da sich einige Fraktionen nicht vorstellen konnten, dass es mit Lastenfahrrädern auch möglich ist zum Beispiel Pakete auszuliefern. Die damaligen Kritiker sind nun sicher von der Realität und dem großen Zuspruch, den das Programm erfährt, eines Besseren belehrt worden“, stellt Zenker fest.

    „Alternative Mobilitäts- und Transportkonzepte sind für viele Unternehmen durchaus ein Thema. Das ist gut und sollte auch weiterhin entsprechend unserer Möglichkeiten als Kommune gefördert werden.“

    Förderprogramm für Lastenräder in Leipzig ist endlich gestartet

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      9 KOMMENTARE

      1. Werte Ellen, Sie brauchen sich nicht über andere Leute lustig zu machen, wenn Sie deren Situation nicht vollständig erfassen. Fängt ja schon gut an mit den 2000 € für ein Lastenrad, das ich gar nicht beherbergen kann. Das, was die Stadtreinigung anbietet, kenne ich selbst fast schon auswendig. Beim Südkreuz haben Sie die Pointe nicht verstanden. Gibt noch mehr so Denklücken, aber ich drehe hier jetzt auch mal so süffisant ab.
        Falls Sie es bis hierher geschafft haben: Danke fürs Durchlesen. Bleiben Sie fit!

      2. Zum Thema ÖPNV:
        „Es gibt nur einen Ausweg. Perfekter ÖPNV der in kürzester Zeit, zu jeder Tages – und Nachtzeit einen überall hin befördert[…]“
        Wenn wir schon bei der einzigen Wahrheit sind: Nur Verzicht ist der einzige Ausweg. Auch die leere Bahn, Bus, Zug, Sammeltaxi,…. was in Tagesrandlagen fährt bindet Ressourcen. Sowohl der Fahrer, das Fahrzeug, als auch seine Antriebsenergie usw. werden dann dafür verbraucht, dass ein Angebot für Wenignutzer bereitsteht. Dafür, dass dann kein Auto mehr angeschafft werden soll, rumpeln dann schwere Bahnen hochfrequent herum, damit immer stets ein Angebot an ÖPNV herrscht. Kann man natürlich auch machen, ist nur Politik.

        Die Argumente von Stefan, zum Beispiel mit der Erreichbarkeit des Sperrmülls per ÖPNV, kann ich teils ganz gut verstehen. Das ärgert einen. Aber die Begründung der momentan in den Medien dauerpräsenten Formulierung „alte weißen Männer“ finde ich wieder schade.

        Solange mit politischen Druck erwirkt wird, dass in neuen Bauprojekten Tiefgaragenstellplätze verkleinert oder verhindert werden, oder dass keine Sammelorte für Autos gebaut werden, solange verstehe ich, dass Leute ihre Autos woanders abstellen.
        Was ich nicht verstehe ist, wenn die Leute eigentlich Angebote im eigenen Haus haben, aber sie aus Kostengründen nicht nutzen wollen und dann doch wieder die Straße zuparken. Am Besten in zweiter Reihe oder direkt auf den Gehweg….

      3. Nun, Stefan, was wollen Sie denn eigentlich?
        Kein Lastenrad für ab 2000€ (keine Steuern, Kraftstoff etc. und wenn man sich irgendwo beteiligt, gehts in Selbsthilfe doch preiswerter..) selbst anschaffen.
        Radanhänger, den man aus dem Keller holen müsste, auch nicht.
        Alles zu Fuß und ÖPNV.
        Okay, was gibt es dann, außer Ihnen selbst, wie zu transportieren?
        (Wobei der Busfahrer und der Bus ja auch nicht von der Luft alleine lebt^^)

        Einen Einkauf über 300€ bei Ikea für 29€ nach Hause liefern lassen(1*), bekommt man so selbst mit gemietetem Transporter und Fahrer, auch Elektro, nicht hin.
        Problem während Corona ist auch da, dass eine In-Wohnung-Lieferung nicht möglich ist(war?).
        Muss man dann selber auf’s Grundstück, die Treppe hoch tragen.
        Sollte man dann aber auch so schreiben, wenn man da Kummer hat,
        vielleicht gibt’s ja nette Nachbarn.

        Aber vermutlich nur wenn Sie nicht täglich Ihre Wohnung zerlegen und neue Möbel kaufen müssen,
        und die alte Einrichtung entsorgen müssen.
        Womit wir bei Ihrem Dauerproblem „UNFÄHIGE STADTREINGUNG“ wären.

        Nun, ich habe da mal für Sie recherchiert.
        Wenn Sie außergewöhnlichen Restmüll haben und Ihre Hausgemeinschaft nicht damit belasten wollen, können Sie einen Restabfallsack im Bürgeramt (bzw. entsprechenden Verkaufsstellen(2*)) erwerben.
        „Die Gebühr für einen amtlich gekennzeichneten 60-Liter-Restabfallsack beträgt 6,00 Euro.“(3*)
        Und den dann einfach am Entleerungstag neben die schwarzen Tonnen stellen.

        Na und was nach „zumutbarer Zerkleinerung“ immer noch nicht in die Restmülltonne (den gekauften Sack) passt und
        kein Auto etc. sondern sowas bis 4 Kubikmeter ist:
        „Möbel
        Matratzen
        Fußbodenbeläge
        Teppiche
        Fahrräder
        Kinderwagen
        Gardineneinrichtungen
        Hausrat wie Lampen, Koffer, Ski, Sonnenschirme u. Ä.“
        kann ENTWEDER kostenfrei auf Wertstoffhöfen abgegeben werden
        ODER für eine vorher bezahlte Sperrmüllwertmarke von 21 Euro und einem vereinbarten Termin auf dem Fußweg (z.Zt. nur, nach Corona 50€(?) mit Treppe aus Wohnung) an die Stadtreinigung übergeben werden.(4*)

        Nun und wenn Sie dann schon mal auf der Seite der Stadtreinigung sind,
        da gibt’s einiges Aktuelles.
        Corona-Partys auf Spielplätzen mit Glasscherben über Nacht find ich zum Beispiel abscheulich
        und bin der Stadtreinigung dankbar, wenn sie sich zeitlich vorher darum kümmert, dass sich da kein Kind verletzt:
        https://www.stadtreinigung-leipzig.de/aktuelles/Glasscherben-auf-dem-Spielplatz-im-Rosental.html

        PS: Da finden Sie auch die Karte Ihrer 25 Papierkörbe im Lene-Voigt-Park
        und was darein gehört:
        stadtreinigung-leipzig.de/leistungen/Entleerung-Papierk%C3%B6rbe.html

        Ich könnte jetzt noch was über alternative Lieferdienste per Lastenrad schreiben,
        aber ich vermute mal, dass wird Sie nicht interessieren.
        Also den Link gibt’s nur für die, die es bis hierher geschafft haben 😉
        https://www.rush-kurierkollektiv.de/preise

        1*)
        ikea.com/de/de/customer-service/services/delivery/

        2*)
        Verkaufsstellen Restabfallmarken, selber prüfen, ob wegen Corona geöffnet:
        stadtreinigung-leipzig.de/assets/files/PDF/service_tipps/Verkaufsstellen.pdf

        3*)
        stadtreinigung-leipzig.de/assets/files/PDF/Satzungen/awgs_2021.pdf

        4*)
        stadtreinigung-leipzig.de/Sperrmüll

      4. Ja, klar, sowas musste ja kommen, und schon wird der Ball wieder an die schlechten Organisation des Stadtverkehrs vermeintlich zurückgespielt.

        Die Argumente (Kita, Schule, Arbeitsplatz) sind nun hornalt. Man kann sich im WWW belesen, wie man diese Probleme anders angehen könnte.

        „Einziger Ausweg“? Also Taxiqualität zum Kindertarif des ÖPNV?!

        Mir sagt jedenfalls die Totalität des „einzig“ im einzigen Ausweg nicht sonderlich zu.

        Ich habe übrigens kein Auto und fahre schon seit acht Jahren nicht mehr Fahrrad – genau wegen der Leipziger Autofahrer. Es macht null Spaß mit denen. Nein, ich bin kein Rüpelradler, nein.

        Früher und in anderen Städten war ich absoluter Cityradler mit Fahrerei auch nach sonstwohin in der Region – wenn die Busse zu schlecht fuhren.

        Nun mache ich alles zu Fuß oder mit ÖPNV. Ist meine Wahl, zumal ich sowieso keinen Führerschein habe.

        Ich wünsche mir auch mal was in Totalität: Tag und Nacht perfekter Anlieferverkehr zum geringen Aufpreis (und nicht gefühlte 10% des Warenpreises) und feinste Transportmöglichkeiten zum nächsten Wertstoffhof.

        Für Möbel und Großgeräte muss ich einen Fahrer samt Transporter an“mieten“. Ein schwedisches Möbelhaus hat die Konditionen für die Außenstelle in Leipzig verschlechtert. Vermutlich, damit wieder mehr Autofahrer die Merseburger Landstraße blockieren. Die Grenzkosten für die Autofahrer für die zusätzliche Anfahrt nach Sachsen-Anhalt rein liegen locker unter dem Preisaufschlag für den internen Transport des Möbelhauses zur Außenstelle. Für mich ist es günstiger, die Waren in der Filiale am Südkreuz (in Berlin) einzukaufen und zu transportieren als in der bekannten Filiale dicht hinter der Grenze. Der Busfahrer der 131 würde mich mit dem Regal gar nicht reinlassen…

        Derzeit ist es so, dass ich immer mehrere Hundert Meter meinen Sperrmüll händisch tragen muss, egal, zu welchem Leipziger Wertstoffhof ich mit den LVB anreise (und für das Sperrgut eine Extra-Karte löhne). Manchmal geht es auch mit der Sackkarre, aber Platz für ein Lastenrad oder auch nur für einen Leiterwagen habe ich im Kellerabteil nicht. Das Lastenrad würde ich gar nicht die Kellertreppe hochkriegen.

        Haben sie schon geschickt verteilt, die weißen Männer des gehobenen Mittelstands mit den Wertstoffhöfen. Der neue in der Geithainer Straße ist hier wieder eine tolle Farce. Danke, Stadt Leipzig.

        Die Stadt Leipzig hält halt ihre autolosen Bewohner stets jung und kräftig.

      5. Stefan,
        die Frage muss lauten.
        Warum gibt es über 200 000 private PKW in Leipzig.
        Sie werden bestimmt alle nicht aus Spaß dasein. Vielleicht hat dies etwas mit ÖPNV, Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes, Kita Platzes usw. zu tun.
        Würde gerne auf mein Kfz verzichten, dummerweise aus oben genannten Gründen nicht möglich.
        Wer seine Wohnung und Arbeit im Zentrum incl. Kita-Platz und Schule hat kann große Sprüche klopfen. Es gibt nur einen Ausweg. Perfekter ÖPNV der in kürzester Zeit, zu jeder Tages – und Nachtzeit einen überall hin befördert(was bei unserer Bürokratie und Bauweise wir nicht mehr erleben werden) oder wir werden uns mit den Fahrzeugen arrangieren müssen. Ansonsten sind ein Teil der Leipziger Bürger ausgeschlossen und gefrustet. Eine gespaltene Stadt haben wir schon, siehe OBM Wahl. Versöhnliche Angebote an alle sind meiner Meinung die beste Lösung.
        Schönen Abend Lutz

      6. Ergänzend: In Leipzig mit 600.000 Einwohnern sind lt. statistik.leipzig.de über 200.000 private Pkw gemeldet. Kein Wunder, dass diese Kisten echt überall stehen. Eine Wohnstraße hat nie soviele Stellplätze wie Wohnungen. Aufgrund eigener Schätzungen gehe ich vom Verhältnis 1:5 aus.

        Und ja, solange die richtig Falschen hier in Leipzig (weiße Männer des gehobenen Mittelstands) für alle entscheiden, kann man sich einen autofreien Alten Zoll in die Haare schmieren wie ein autofreies „Bayrisches Quartier“ (einen griffigen Namen hat das wohl nicht).

        Viele Leipziger denken ja immer noch, Fahrradstraßen oder gar autofreie Quartiere seien etwas „Neues“. Oder „ideologisch“: ein Wort, das ich eigentlich nur aus dem Kalten Krieg kenne.

        Neulich las ich in einem Kulturmagazin von einem externen Mitglied einer Auswahlkommission, dass „bei Euch Leipzigern der Tellerrand ganz schön hoch ist“. Da hat das Mitglied aber leider sowas von recht.

      7. Es wird wirklich Zeit, dass sich was ändert.
        Der Verkehr trägt zwar derzeit „nur“ mit ca. 12% zu den CO2-Emissionen bei. Der Verkehrssektor ist aber leider der einzige, der seine Emissionen nicht senkt, sondern steigert. Dies liegt auch an den vielen privaten PKW – über 48 Millionen haben wir davon. Und es werden immer mehr. In diesem kleinen Land. Mit 83 Millionen Menschen.
        Dabei leben wir im Jahr 2021, und es gibt wirklich gute Alternativen.
        Die genauen Kosten des Autoverkehrs weiß wahrscheinlich keiner so genau. Hier habe ich zumindest einen guten Ansatz zur Berechnung gefunden:

        https://freiraum-holzgestaltung.de/woodi/lastenrad-oder-auto-kosten-rechner/

      8. Autofreie Quartiere – ein Traum! Leider liegt das für viele Leute, wie im Artikel beschrieben, jenseits aller Vorstellungskraft.

      9. Es war so schön, als es noch größere Beschränkungen wegen des Corona Virus gab, mit dem Fahrrad durch Leipzig zu fahren. Man musste nicht soviel Angst vor rasenden und zu vielen Autos haben und die Luft war wesentlich besser! Wenn sich dann noch alle Radfahrer an bestehende Verkehrsregeln halten würden, wäre es wie im Paradies durch Leipzig zu fahren.

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