Es war ein früher Vogel, so schien es, als das Verkehrs- und Tiefbauamt (VTA) im August in Lindenau den ersten Lastenfahrradabstellplatz einrichtete. Viele Leipziger haben auf diese Abstellmöglichkeit freilich schon lange gewartet. Jetzt wollte die SPD-Fraktion im Stadtrat wissen, wie die Sache nun weitergeht.

„Seit dem Sommer 2021 testet die Stadt Leipzigs ersten Lastenfahrradparkplatz in Altlindenau an der Ecke Erich-Köhn-/Georg-Schwarz-Straße. Dazu wurde im Verkehrs- und Tiefbauamt eine neue Bauform des sogenannten Leipziger Bügels entwickelt, der mit nur 50 Zentimetern Länge und einem Querholm das Anlehnen und sichere Anschließen von Lastenrädern ermöglicht. Dieser Prototyp soll nach einem ersten Praxistest auch an anderen Standorten in Leipzig etabliert werden, erinnerte die SPD-Fraktion die Verwaltung daran, dass sie ja über das Ergebnis dieses Pilotprojekts Bericht erstatten wollte.Aber das kann sie eigentlich nicht. Aus nachvollziehbaren Gründen, wie das Verkehrs- und Tiefbauamt jetzt auf die Anfrage der SPD-Fraktion hin mitteilt:

„Nach 5 Monaten (Aufstellungsdatum: 04.08.2021) sind noch keine Aussagen zur Akzeptanz des Angebotes möglich. Für entsprechende Langzeitbeobachtungen steht leider kein Personal zur Verfügung. Die neu entwickelte Bügelform ist jedoch bereits durch fachkundige Nutzer als sehr zweckmäßig für das Abstellen unterschiedlicher Bauarten von Lastenrädern bewertet worden, sodass der weitere Einsatz dieser an das Leipziger Fahrradbügeldesign angepassten Bügelform vorgesehen ist. Auch in anderen Städten wird eine solche Kurzform eines Fahrradbügels eingesetzt (u. a. Berlin, Hannover).“

Das heißt: Für das VTA steht die künftige Nutzung dieses besonderen Abstellbügels nicht infrage. Und die SPD-Frage zu weiteren solcher Bügel für Lastenräder im Stadtgebiet beantwortet das VTA auch positiv. Denn inzwischen gibt es auch Anträge aus diversen Stadtbezirksbeiräten.

„Im Zuge der Antragstellungen aus den Stadtbezirksbeiräten im Haushalt 2021/22 sind zwei diesbezügliche Anträge eingegangen (Süd und Alt-West), deren Umsetzung gegenwärtig geprüft wird. Ein genauer Realisierungszeitpunkt kann im Moment noch nicht genannt werden“, teilt das VTA zwar mit.

Aber trotzdem soll noch 2022 was passieren:

„Im Zuge der Umsetzung des Aktionsprogramms Radverkehr 2021/22 wird zudem die Identifizierung weiterer Standorte vorgenommen und deren Realisierung in 2022 geprüft. Innerhalb des Fortschreibungsprozesses zum Radverkehrsentwicklungsplan, der im November 2021 angelaufen ist, wird das Thema ebenfalls aufgegriffen. Dabei sollen Standorte geprüft werden, die eine bestimmte Dichte von Lastenfahrrädern erkennen bzw. erwarten lassen, z. B. Geschäftsbereiche in Stadtteilzentren und der Innenstadt. Hierzu kommen auch Erkenntnisse aus dem durch den Nationalen Radverkehrsplan finanzierten Projekt ALADIN (Projektleitung: FH Erfurt) zum Tragen, an dem sich die Stadt Leipzig in den Jahren 2020/2021 beteiligt hat.“

Es könnten also noch 2022 weitere Standorte für Lastenfahrrädern hinzukommen. Aus dem einen frühen Vogel werden also ein paar frühe Vögel, die so langsam den Weg bereiten zu einer Stadt, in der Lastenfahrräder längst zu normalen Straßenbild gehören.

Hinweis der Redaktion in eigener Sache

Seit der „Coronakrise“ haben wir unser Archiv für alle Leser geöffnet. Es gibt also seither auch für Nichtabonnenten alle Artikel der letzten Jahre auf L-IZ.de zu entdecken. Über die tagesaktuellen Berichte hinaus ganz ohne Paywall.

Unterstützen Sie lokalen/regionalen Journalismus und so unsere tägliche Arbeit vor Ort in Leipzig. Mit dem Abschluss eines Freikäufer-Abonnements (zur Abonnentenseite) sichern Sie den täglichen, frei verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen in Leipzig und unsere Arbeit für Sie.

Vielen Dank dafür.

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Empfohlen auf LZ

- Anzeige -

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar