Zehn Stück gibt es schon in Sachsen, Dresden hat sogar zwei davon, Leipzig seit dieser Woche zumindest einen, gleich an der S-Bahn-Station Wilhelm-Leuschner-Platz: einen GPS-Referenzpunkt. Da werden in den nächsten Tagen lauter Leute stehen, die herausbekommen wollen, wie genau ihre ganzen elektronischen Spielzeuge ihren Standort angeben.

Der GPS-Referenzpunkt ist direkt auf der kleinen Sitzmauer zu finden vor dem S-Bahn-Zugang an der Petersstraße. Der mit Unterstützung des Staatsbetriebs Geobasisinformation und Vermessung Sachsen (GeoSN) realisierte Leipziger GPS-Referenzpunkt vor dem Nordausgang der S-Bahn-Station „Wilhelm-Leuschner-Platz“ wurde am Freitag, 7. Oktober, gemeinsam von Matthias Kredt (Leiter des Amtes für Geoinformation und Bodenordnung der Stadt Leipzig), Ria Liebscher (GeoSN) und Dr. Gunter Liebsch (Bundesamt für Geodäsie und Kartografie-BKG) zur Nutzung übergeben.

„Das GPS ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken und vielen Anwendern, zum Beispiel bei der Navigation im Auto oder beim Geocaching, zur Selbstverständlichkeit geworden. Dass sich hinter dieser Technologie vermessungstechnische Basisverfahren verbergen, dürfte kaum bekannt sein“, erläutert Matthias Kredt. „Mit dem Leipziger Referenzpunkt wollen wir daher auch die Gelegenheit nutzen, um das Vermessungswesen (Geodäsie), die Vermessungsbehörden auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene und privaten Vermessungsberufe wieder stärker in den öffentlichen Fokus zu stellen.“

Nutzer von GPS-Empfängern, Navigationsgeräten oder GPS-fähigen Smartphones können nun an diesem Messpunkt in der Leipziger Innenstadt die Genauigkeit ihrer Geräte kostenfrei überprüfen.

Das Global Positioning System (offiziell NAVSTAR GPS) ist ein globales Navigationssatellitensystem zur Positionsbestimmung, das im zivilen Bereich vor allem im Auto und im „Outdoor“-Bereich zur Anwendung kommt. Die Lage des Referenzpunktes wurde mithilfe des Satellitenpositionierungsdienstes der Deutschen Landesvermessung (SAPOS) und einem geodätischen GNSS-Empfänger mit einer Genauigkeit von 1 bis 2 Zentimetern im Bezugssystem ETRS 89 (Europäisches Terrestrisches Referenzsystem 1989) durch Mitarbeiter des Amtes für Geoinformation und Bodenordnung bestimmt.

Der Leipziger GPS-Referenzpunkt. Foto: Ralf Julke
Der Leipziger GPS-Referenzpunkt. Foto: Ralf Julke

So genau möchte es wohl Mancher in seinem Gerät auch haben. Wie macht man das? Die Stadt hat auch ein entsprechendes Faltblatt herausgegeben, wie man sein Gerät quasi eicht. Wir haben es unter dem Text verlinkt.

Schritt 1: „Stellen Sie Ihr Gerät auf das Bezugssystem ETRS89 oder WGS84 und die Koordinatendarstellung auf UTM Zone 33N oder ellipsoidisch (geografisch) ein.“
Schritt 2: „Legen Sie Ihr Gerät auf das Kreuz auf der Metallplatte.“
Schritt 3: „Bestimmen Sie die Standortkoordinaten mit Hilfe Ihres Gerätes (ggf. unter Einsatz einer entsprechenden App).“
Schritt 4: „Vergleichen Sie Ihre Messwerte mit den Koordinaten des Vergleichspunktes auf der Metallplatte.“

Des Weiteren kann mit einer entsprechenden App für Android- oder IOS-Endgeräte überprüft werden, wie genau der eigene GPS-Empfänger arbeitet. Bei Freizeit GPS-Empfängern ist eine Genauigkeit von vier bis 20 Metern realistisch.

Auf der 35 mal 35 Quadratzentimeter großen Kopfplatte sind die Koordinaten sowohl im Bezugssystem WGS84 (World Geodetic System 1984)/ETRS89 (European Terrestrial Reference System 1989) angegeben, bei dem man ebene Koordinaten bekommt, als auch die notwendigen Angaben in geographischen Koordinaten (nördliche Breite und östliche Länge), die zwangsläufig ellipsoidisch sind. Unsere Erde ist ja eine Art abgeplattete Apfelsine.

Die ebenen Koordinaten nach WGS84/ETRS89:

UTM Zone 33N  E  317172,0 m  (E)ast  N  5690513,2 m  (N)orth

Die geographischen Koordinaten (nördliche Breite und östliche Länge):

ellipsoidisch 51.336466° n. B.
12.375255° ö. L.
ellipsoidische Höhe 160,5 m
Normalhöhe über NHN 116,4 m
(Normalhöhennull Pegelhöhe Amsterdam)

Der Informationsflyer der Stadt Leipzig.

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