Artikel aus der Rubrik Gesellschaft

Nachdenken über ... Ärsche, Teil 2

Gibt es tatsächlich kein Rezept gegen die Zerstörung des gesellschaftlichen Gesprächs?

Foto: Marko Hofmann

Für FreikäuferWir leben in einer Zeit, in der, wie es scheint, der Stinkefinger überall zur üblichen Kommunikation wird. Scheinbar. Ich betone es, weil das Sich-dran-Gewöhnen schon seit einigen Jahren um sich gegriffen hat. Und weil es Ursachen hat. Mehrere. Und weil dahinter etwas steckt, was auch im hohen Haus von „Spiegel“ nicht begriffen wurde, sonst hätte man dort Hasnain Kazims Kommentar zur Österreich-Wahl nicht veröffentlicht. Weiterlesen

Ein andauernder Angriff auf die Pressefreiheit

Gastkommentar von Christian Wolff: Dominosteine der Demokratie – und wie sie fallen

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserKommentar„Es ist offen gesagt ekelhaft, dass die Presse schreiben kann, was sie will. Jemand sollte das überprüfen.“ Das schleuderte Donald Trump am vergangenen Dienstag den anwesenden Journalisten im Weißen Haus entgegen – im Beisein des kanadischen Ministerpräsidenten Justin Trudeau und seiner Frau. Längst sind die Zeiten vorbei, dass eine solche Äußerung zu einem weltweiten Aufschrei geführt hätte. Zu viele haben sich schon an diese Ausfälle gewöhnt oder sind müde geworden, sie zu kommentieren, geschweige denn dagegen zu protestieren. Weiterlesen

Nachdenken über ... Paniksituationen

Warum wir wieder lernen sollten, Menschen, die ihren Beruf beherrschen, zu achten und zu respektieren

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserJüngst habe ich hier Jan Skudlareks Buch „Der Aufstieg des Mittelfingers“ besprochen. Mit einigen naheliegenden Vermutungen darüber, warum unsere Gesellschaft gerade dabei ist, regelrecht auszurasten und die Kontrolle zu verlieren. Aber Beleidigung gehört auch heute nicht zum „guten Ton“. Sie ist Zeichen für etwas Anderes. Weiterlesen

Warum nicht mal wieder übern Ring?

Lichtfest 2017: Die Luft ist raus + Audio

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDer Leo Leu war ja nun wirklich nicht da. Deshalb wohl und weil es mich eben noch irgendwie interessierte, war ich, der „Jungspund“, wie auch in den letzten Jahren auf dem Augustusplatz. Und natürlich in der Nikolaikirche, so viel Zeit muss dann schon sein. Fanden auch die 1.400 anderen Gäste des weltbekannten Gotteshauses am 9. Oktober und sie wurden nicht enttäuscht. Was hingegen ab 20 Uhr auf dem Augustusplatz stattfand, kann man wohl nur noch als ein Jahr um Jahr hohler werdendes Ritual oder besser noch, als schalen Nachhall vormaliger Lichtfeste betrachten. Die Luft ist endgültig Weiterlesen

Die Gedanken sind frei ...

Lichtfest 2017: Leo Leu beschließt, nicht mehr hinzugehen

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserKommentarJetzt hab ich mir schon meine blauen Augen geholt. Leo, wie kannst du nur! Lichtfest ist wichtig! Bist doch sonst auch gern hingegangen. Geb ich zu. Bin ich. Vielleicht am gernsten von Allen. Aber manchmal ist das so im Leben. Wissen Sie ja selbst. Da hat man so ein Gefühl, dass man eigentlich was verpasst hat. Irgendwie nicht rechtzeitig aufgestanden ist und tschüss gesagt hat. Schön war die Zeit. Aber das ganze Leben lang „Schön war die Zeit“? Nein. Nicht wirklich. Das Lichtfest muss ohne mich auskommen. Weiterlesen

Kirche & Zivilgesellschaft

Ein Umbruch steht bevor: Peterskirch-Pfarrer Andreas Dohrn im Gespräch

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserLZ/Ausgabe 47Es dreht sich etwas in Leipzigs Kirchgemeinden, teils dramatisch, aber kaum bemerkt von der Öffentlichkeit. Unmerklich, aber unaufhaltsam sinken die Zahlen der Gemeindemitglieder. Veränderte Aufgaben in der Zivilgesellschaft und eine große Strukturreform der Sächsischen Landeskirche zwingen so zum Umdenken in der christlichen Glaubenslandschaft Leipzigs. Einer der Vordenker dieser Entwicklungen ist Andreas Dohrn, Gemeindepfarrer der Peterskirchgemeine Leipzig. Weiterlesen

Freitagabend bei IKEA

Gastmanns Kolumne: Das Leben in wachsenden Ringen

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDu weißt, dass deine ganz, ganz wilden Zeiten vorbei sind, wenn du am Freitagabend mit einem Stempel auf dem Handgelenk nach Hause kommst. Um 20 Uhr. Vom IKEA-Småland-Bällebad und nicht aus einem Tanzlokal in der Früh. Das macht aber nichts. Denn die Männer, die du früher um zwei Uhr in der Früh beim Tanz anzutreffen wusstest, triffst du nun hier. Zwischen Hemnes und Billy. Sie haben nicht mehr zwei Mojito, einen für dich, einen für sich in der Hand, sondern zwei große Kerzenstumpen in Anthrazit (beide für sich), geben dir höflich-verlegen den Ellenbogen zum Gruß und Weiterlesen

Arbeitspapier der Otto-Brenner-Stiftung „Polarisiert und radikalisiert?“, Teil 1

Was Misstrauen in Medien mit Marktdenken, Ressentiments und gesellschaftlichen Milieus zu tun hat

Cover: Otto-Brenner-Stiftung

Für alle LeserEs wurde ja nun genug diskutiert über Lügenpresse, Misstrauen in Medien, Rechtspopulismus und was das alles miteinander zu tun haben könnte. Gleichzeitig gab es lauter Studien, die besonders dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Tageszeitungen hohe Glaubwürdigkeit bescheinigen. Aber es liegen auch Untersuchungen vor, die ein wachsendes Misstrauen gegenüber Medien belegen. Dass das kein Widerspruch sein muss, zeigt jetzt ein Arbeitspapier der Otto-Brenner-Stiftung. Weiterlesen

Eins von vielen falschen Heilsversprechen

Waffenbesitz als Konsumersatz für fehlende Konfliktfähigkeit

Montage: L-IZ

Für alle LeserDa bewegt nun das Massaker von Las Vegas die ganze Welt und die Ermittler und Kommentatoren rätseln, was diesen lonely wolf „Stephen C. Paddock dazu trieb, 58 Menschen zu erschießen und etwa 500 weitere zu verletzten“ (Spiegel Online). Aber wer die ganze Flut amerikanischer Western und Hardcore-Blockbuster der vergangenen 50 Jahre gesehen hat, der wundert sich gar nicht. Das, was in unserem Kopf abläuft, bestimmt, was wir tun. Und unsere Gesellschaft lügt sich tagtäglich in die Tasche. Weiterlesen

Tag der deutschen Ignoranz

Wie der MDR sich immer noch darüber wundert, dass sich Ostdeutsche als Ostdeutsche fühlen

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Tag der deutschen Ignoranz“, so darf man das wohl nennen, was da am 3. Oktober teilweise wieder zelebriert wurde mit falschen Erklärungen zur Deutschen Einheit. Oder Wiedervereinigung. Egal, wie man das nennt. Das war schon 1990 eine Schimäre, ein bloßer bürokratischer Akt mit einer unheimlichen nationalistischen Note. Man klatscht nicht mit nationalen Mythen zusammen, was sich das Gemeinsame erst erarbeiten muss. Weiterlesen

In der Sackgasse des Verdrusses

Gastkommentar von Christian Wolff: Dumm ist, wer den Dank vergisst

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserMit diesem einprägsamen Satz eröffnete 1997 der damalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Klaus Engelhardt, seine Predigt im zentralen ökumenischen Gottesdienst zum Tag der Deutschen Einheit. Zwanzig Jahre später, einen Tag nach dem Erntedankfest und wenige Stunden vor dem 3. Oktober 2017, hat der Satz nichts von seiner Prägnanz verloren: Denn wer sein Leben ohne die Perspektive der Dankbarkeit betrachtet, landet fast zwangsläufig in der Sackgasse des Verdrusses. Von diesem Verdruss – weniger über die Politik, als über das eigene Leben – ist am 24. September 2017 durch das Wahlergebnis ganz viel an die Oberfläche Weiterlesen

Würde, Würde, Würde

Gastmanns Kolumne: Süßer Vogel Jugend

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserTsunamigleich ist die Flut an Schwachsinnigkeiten, die beflissen immer wieder vom Ozean des Lifestyle-Journalismus auf uns hernieder rollt. Eine der am hartnäckigsten rollenden Wellen in diesem Zusammenhang scheint in letzter Zeit die Absurdität zu sein, mit der in dreistester Selbstverständlichkeit behauptet wird, dass irgendetwas Altes irgendetwas Neues sei: So titelt die „BILD der Frau“: Grau ist das neue Schwarz, während sich die „Petra“ sicher ist: Schlaf ist der neue Sex. Und das Magazin des „Zürcher Tagesanzeigers“ weiß sogar: Männer sind die neuen Frauen. Weiterlesen

Sprechen wir über Frames (1)

Warum Flüchtlinge und Ströme in Polizeimeldungen nichts zu suchen haben

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Dienstag, 25. September, haben wir uns recht ausführlich mit einer sichtlich verunglückten Pressemeldung der Leipziger Polizei beschäftigt. Und Polizei-Pressesprecher Andreas Loepki ist dann auch noch einmal recht ausführlich darauf eingegangen. Denn egal, wie man es dreht und wendet: Auch die Meldungen der Polizei stehen im Spannungsfeld öffentlicher Wahrnehmung. Auf einen Punkt ist er freilich nicht eingegangen. Das ist die Sache mit den Frames. Weiterlesen

Gastkommentar von Christian Wolff

Nach der Bundestagswahl: Ein paar Gedanken zur Lage

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserAm Sonntag wurde die große Koalition krachend abgewählt. Gegenüber der Bundestagswahl 2013 haben CDU/CSU und SPD über 13 % an Zweitstimmen verloren, wobei der größte Anteil des Verlustes auf die CDU/CSU fällt. Profitiert haben davon vor allem zwei Parteien: die FDP und die AfD. Die Konsequenz aus diesem Wahlergebnis kann nur lauten: die SPD muss in die Opposition gehen. Ob sie sich darin erneuern kann, wird davon abhängen, ob sie in den nächsten drei Jahren in Kommunen und Bundesländern, insbesondere in Ostdeutschland, eine neue politische Basis für sozialdemokratische Grundpositionen aufzubauen vermag. Weiterlesen

Warum ein Europa-Projekt auch eine Vision für alle braucht, Teil 17

Wie Martin Schulz mit dem Verzicht auf Europa seine Kanzlerschaft vergeigt hat

Foto: Ralf Julke

Für FreikäuferIst Martin Schulz ein Engländer? Fast könnte man das meinen. Da startete er als Kanzlerkandidat und SPD-Hoffnungsträger furios ins Jahr 2017, hatte ein Ur-Thema, bei dem ihm niemand in Deutschland Konkurrenz machen kann. Der Ball lag auf dem Elfmeterpunkt. Und er hat ihn versemmelt. Obwohl er als langjähriger EU-Parlamentspräsident wissen müsste, dass das Thema Europa das wichtigste der nächsten vier Jahre wird. Gerade in Deutschland. Weiterlesen

„Radikale von Links“

Interview mit Juliane Nagel über umstrittene ZDF-Doku: „Ich fühle mich definitiv getäuscht“

Foto: Martin Schöler

Für alle LeserSeit den G20-Krawallen steht das Thema „Linksextremismus“ wieder verstärkt im Fokus von Medien und Politik. Das ZDF strahlte Anfang September eine Dokumentation mit dem Titel „Radikale von Links – Die unterschätzte Gefahr“ aus. Wegen falscher Zahlen und fragwürdiger Experten geriet die Produktion in die Kritik; das ZDF räumte teilweise bereits Fehler ein. Inhalt war auch eine Kundgebung gegen einen Naziaufmarsch in Leipzig. Die dort befragte Stadträtin Juliane Nagel (Linke) äußert sich nun im Interview mit der L-IZ zu den Hintergründen ihres Auftritts und der erneuten Stimmungsmache gegen Connewitz. Weiterlesen

Demobeobachtungen

Legida-Liveticker am 21.09.: Sie sind wieder weg + Videos

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser Legida ist zurück in Leipzig und der Gegenprotest ist auch wieder da. Mehr als acht Monate nach dem scheinbaren Ende möchten die völkischen Nationalisten erneut über den Innenstadtring laufen. Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ möchte das verhindern, ärgert sich jedoch über das Vorgehen der Versammlungsbehörde. Weiterlesen

Verwaltungsvorschlag zu CDU-Antrag

Für die Benennung eines Helmut-Kohl-Platzes sollte man sich lieber ein Jahr Besinnung gönnen

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDer Wunsch ist groß: Endlich ein Dr. Helmut-Kohl-Platz für Leipzig! Die CDU-Fraktion im Leipziger Stadtrat hat es beantragt, kaum war der einstige Bundeskanzler gestorben. Im Juni 2018, ein Jahr nach seinem Tod, solle ein Leipziger Platz nach ihm benannt werden. Den Vorschlag hatte man gleich mit dazugetan: Ein Plätzchen vor der Glashalle der Neuen Messe wäre schön. Weiterlesen

Gastmanns Kolumne: Haben Sie eine Paybackkarte?

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie gute Nachricht zuerst: Nächste Woche um diese Zeit haben wir es hinter uns – all die Plakate mit dem aufgesetzten Grinsen oder der aufgesetzten Ernsthaftigkeit, all die markigen Sprüche. Auf offener Straße werden wir vermutlich seltener und aus anderen Gründen mit Kugelschreibern und Rosen beschenkt werden. Hüpfburgen werden wieder zahlungspflichtig sein und im Fernsehen kann man sich wieder auf die Love-Island zurückziehen. Eine Insel. Eine Insel, auf der uns kein Hurrican stört. Weiterlesen

Vor der Bundestagswahl im Osten Leipzigs - Ein Interview

Ostsicht Festival will für kritischen Durchblick sorgen

Foto: Alexander Böhm

Für alle LeserAm kommenden Samstag findet das Ostsicht Festival im Stadtteilpark Rabet statt. Der Bildungsverein Parcours, der das Festival veranstaltet, hat das Datum eine Woche vor der Bundestagswahl gezielt gewählt: Er will junge und unentschlossene Erstwähler ansprechen und sie zum kritischen Nachdenken nicht nur über diese Wahl bewegen. Alexander Böhm hat für die L-IZ mit Max vom Organisationskreis gesprochen; wo man gern die zukünftigen Wähler sehen würde, über das Wahlkampfthema innere Sicherheit und über das Festival selbst. Weiterlesen