In den Bereichen der Logistik gibt es noch ein großes Innovationspotenzial. Dabei ist es egal, ob es sich um die interne Logistik des Unternehmens handelt, oder aber die Auslieferungslogistik. Die Transformation der Logistikabläufe und die Innovationsbereitschaft in diesem Bereich fordert von den Unternehmen nicht nur das nötige Know-how, es braucht vor allem auch das passende Fachpersonal. Die IT-Abteilung ist, wie in vielen anderen Bereichen der Innovationsfindung, die treibende Kraft.

Digitalisierung ermöglicht Innovation

Viele innovative Ideen werden nur dann möglich, wenn weite Teile des Unternehmens digitalisiert wurden und im Sinne „Industrie 4.0“ zusammenwirken. Eine Vernetzung der Logistik ermöglicht so ganz neue Ansätze, welche Abläufe automatisieren, vereinfachen und optimieren.

Gerade in der Verkehrs- und Logistikbranche investieren nur etwa 10 % der Unternehmen stark in die Digitalisierung, wo der Durchschnitt im Dienstleistungssektors bei 21 % liegt. Insgesamt scheint der Wille in der Logistikbranche, in Innovationen zu investieren, nicht so hoch zu sein wie in anderen Bereichen. Für Experten ist aber klar, dass gerade die Innovationsbereitschaft der kritische Punkt ist, um sich für den Wettbewerb der Zukunft aufzustellen.

Innovationen in der Intralogistik

Bei den logistischen Arbeitsschritten, Waren- und Materialflüssen eines Unternehmens auf dem Werksgelände präsentieren sich einige interessante neue Technologien und Innovationen. Durch die Vernetzung der Produktionsschritte und der Überwachung durch verschiedene Sensoren und Kamerasysteme, lassen sich die Vernetzung von Container, Lagerbühnen, Regale usw. realisieren.

Mit der Registrierung der einzelnen Produkte lassen sich auf diese Weise Warenfluss und Lagerbestand zentral mit einem System überwachen und prüfen, ob prognostizierte Zahlen mit den tatsächlichen Zahlen übereinstimmen. Ein Großteil der zurückgelegten Wege von Flurförderfahrzeuge sind Strecken, die immer wieder gefahren werden müssen. Der Einsatz von autonom agierenden Fahrzeugen ermöglicht es, das eingesetzte Personal zu reduzieren und Waren zuverlässig zu transportieren.

Kommissionierung

Schon jetzt werden, gerade in der Kommissionierung von vielen verschiedenen Einzelprodukten in großen Lagerhallen von Amazon und Co., Augmented Reality Lösungen getestet. So kann bei der riesigen Anzahl von verschiedenen Regalen, Fächern und Fluren beispielsweise angezeigt werden, wo das nächste Produkt zu finden ist und es können intelligente Laufwege berechnet werden, um effizient und kraftsparend zu arbeiten.

Müssen besonders schwere Produkte von Hand bewegt werden, können Roboter helfen. Ein anderer Weg ist der Einsatz von Ergoskeletten, auch Exoskelett genannt. Hierbei handelt es sich um eine angetriebene Stützstruktur, die den Menschen bei der Ausführung von körperlich schweren Arbeiten unterstützen kann.

Urbane Logistik

In der urbanen Logistik zeigt sich nun immer mehr der flexiblere Einsatz von verschiedenen Fahrzeugen für die letzte Meile. Bei der Belieferung des Endkunden wird nun nicht mehr nur auf Kleintransporter und Kleinwagen gesetzt. Gerade E-Mobility hat hier einiges an Innovationen möglich gemacht. Im Stadtverkehr ist ein kleines und agiles Fahrzeug meist viel praktikabler.

So werden immer häufiger E-Bikes und elektrische Lastenfahrräder benutzt. Auch der Einsatz von E-Autos ist immer häufiger zu beobachten, für den Einsatz in der Stadt sind diese auch perfekt geeignet. Die Anwohner in den Städten profitieren so von weniger Lärm und weniger ausgestoßenen Schadstoffen.

Tourenplanung mit künstlicher Intelligenz

Die Tourenplanung ist einer der zentralen Punkte, bei der Lieferdienste ihre Effizienz optimieren können. Bei der Lieferung des Supermarkteinkaufes oder auch Getränkelieferungen werden inzwischen immer häufiger Bestellungen gesammelt und dann von einem intelligenten lernenden Algorithmus die optimale Route berechnet. Dazu werden verschiedenste Datensätze eingepflegt, nicht einfach nur ein Ort auf der Karte und der schnellste Weg, sondern auch die Peripherie wie prognostizierte Engstellen oder Staumöglichkeiten.

Globale Ansätze

Die Wirtschaft ist weltweit zusammengerückt und die Abhängigkeit von weltweiten Warenströmen und Lieferketten zeigt sich gerade in Krisen wie der Coronapandemie, aber auch dem russischen Überfall auf die Ukraine.

Auch bei dem globalen Ansatz wird die Beobachtung von Warenströmen und Lieferketten immer interessanter sein. Nur mit KI-unterstützen Systemen wird es möglich sein, schnell auf neue Krisen zu reagieren. Visual Analytics kann dabei unterstützen, die riesigen Datenmengen, die bei der Überwachung der globalen Lieferketten anfallen, zuverlässig zu sichten und besser einzuordnen.

Ausblick

Es gibt breite Ansätze, die Logistik auf allen Ebenen zu optimieren. Die aktuellen Krisen zeigen, welche Einflüsse gestörte Warenströme auf die Unternehmen und damit auch auf die Bürger haben, die weiterhin ihre Produkte im Fachhandel, Supermarkt oder an anderer Stelle beziehen möchten.

Die Realität hat sich nun dahin gehend sichtbar verändert, dass man auch in Zukunft von Einschränkungen in globalen Lieferketten ausgehen kann. Durch Innovationsanstrengungen in diesem Bereich wird es besser möglich sein, schnell und im Sinne des Unternehmens auf Krisen zu reagieren und Lieferketten besser zu lenken.

Schnelligkeit auf diesem Gebiet wird in Zukunft immer wichtiger sein. Gleichzeitig rückt die Nachhaltigkeit der Unternehmen und auch deren ethisches Auftreten immer mehr in den Vordergrund. Der Einsatz von E-Mobility und nachhaltigen, umweltfreundlichen Lösungen wird für Kunden ein immer wichtiger Punkt. Auch hier wird eine frühe Positionierung den entschiedenen Wettbewerbsvorteil bringen.

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