Wenn Polizisten so richtig die Nase voll haben: Henner Kottes „Der Pianist ohne Gedächtnis“

Man muss ziemlich lange warten auf den Pianisten. Und dann kommt er gar nicht wirklich. Stattdessen dröselt sich die Einstiegsgeschichte auf, mit der Henner Kotte seinen neuen Leipzig-Krimi beginnen lässt. Der Leser ist direkt dabei beim ersten Todesfall. Aber dann holt Henner Kotte sein eigenes Piano raus und spielt sein Stück aus dem Leipziger Tollhaus. Nicht pianissimo, eher sforzando, würde der Klavierspieler sagen.

Vom Fieber geschüttelt war seine Leipziger Mordkommission auch schon 2005, als mit „Abriss Leipzig“ der erste Band der Reihe um Kriminalkommissar Kohlund und seine Kollegen erschien. Ein Fieber, das man seither auch in den Kriminalromanen anderer Leipziger Autoren so wiederfindet. Irgendwie musste tatsächlich erst Henner Kotte kommen und den Stöpsel ziehen, damit sich all dieses Unbehagen in drängende, oft geradezu musikalische Ermittlungen ergoss, in denen Leipzig seine schmuddeligen, aalglatten, raffgierigen, sachensumpfigen, rotlichtigen und anderen sonst eher schamhaft verborgenen Seiten zeigen konnte.

Einer der Gründe, warum gerade das Krimi-Genre derzeit in deutschen Landen so einen Boom erlebt, ist ganz sicher das öffentliche Eiapopeia der gewählten Politik. Das ganze Land ist zugekleistert mit einer bunten Alles-ist-gut-und-wir-sind-Weltmeister-Soße. Nur vor Ort, da wo die Leute leben, bekommt man noch mit, dass es immer wieder klemmt, erodiert, vandaliert und muffig riecht, weil sich hinter den Kulissen des schönen Scheins die Gschaftlhuber eingenistet haben. Auch in Leipzig.

Dann und wann suppt das auch in die Gazetten, die dann frohlockend ausbreiten, was unter der Decke qualmte. Wobei die Leser dann in der Regel die Erfahrung machen, dass sich trotzdem nichts ändert. Unverkennbar ist die Wut bei Henner Kotte gewachsen. Wenn sie nicht gar schon in Verachtung umgekippt ist gegenüber all den Karrieristen, die auch nach 25 Jahren fröhlicher Einheitssoße die Entscheidungswege verstopfen und vor nichts mehr Angst haben, als dass die angemalte Fassade einen Riss bekommen könnte.Der typische Vertreter dafür ist in Kottes Buch der Dezernent für Inneres, Herr Schwäblein-Kunz, den Kotte vorsichtshalber bei der Stadt Leipzig angesiedelt hat (die keinen Dezernenten für Inneres hat). Man könnte ja sonst auf die Idee kommen, er würde andere Typen dieses Kalibers in anderen Behörden meinen, die keine Skrupel kennen, in die Arbeit der Polizei hineinzudirigieren und dann, wenn große Kriminalfälle die Öffentlichkeit erregen, auch noch den Druck erhöhen: Bringepflicht für die Kriminalbeamten. Aber schleunigst.

So dass die Beamten der beiden Mordkommissionen, die Kotte parallel ermitteln lässt, im Grunde die ganze Zeit damit beschäftigt sind, sich zu rechtfertigen, den Druck zu verkraften und gegeneinander zu arbeiten, weil so ein System vor allem Karrieristen befördert. Seitenweise gibt es ein Neiden und Verachten. Die vergangenen neun Jahre haben im Kriminaldezernat keine Besserung gebracht. Im Gegenteil, unterschwellig gärt es. Und Kohlunds Kollegin Schabowski ist längst innerlich auf dem Absprung. Erst recht, seit der Karrierist Thorst Schmitt zum Leiter des Dezernats wurde.

Da vergisst man streckenweise, wenn Henner Kotte die Saiten seines Pianos klirren lässt, dass es eigentlich zwei mysteriöse Fälle zu lösen gilt – einmal das seltsame Verschwinden einer dementen alten Frau, zum anderen den Tod eines jungen Mannes, der im Uferbereich des Zwenkauer Sees gefunden wurde. Beide Fälle schier unlösbar, weil wichtige Hinweise fehlen, die Spuren in die Irre führen.

Zwei echt harte Nüsse für Kohlund und Schabowski – wären die beiden nicht so unübersehbar mit sich selbst und ihren persönlichen Problemen beschäftigt. Und Kohlund ist dabei nicht der einzige, der nicht aus seiner Haut kommt und an der Kommunikation mit seinen Unterstellten oder gar mit seiner Frau verzweifelt. Kottes Helden sind angefüllt mit Frust, Selbstvorwürfen, Fluchtgedanken.

Alle scheinbar kurz davor, den Bettel hinzuschmeißen und wie weiland König Friedrich August III. zu sagen: Dann macht doch eiern Dregg alleene.

Denn viel Halt und Vertrauen bleibt auch in einer Polizeihierarchie nicht übrig, wenn weder der direkte Vorgesetzte ein Vertrauensstifter ist (stattdessen die erste Nacht im Amt zum Komplettbesäufnis nutzt), noch dessen amtlicher Vorgesetzter ein Mensch mit Rückgrat ist. Dieser schleimige Schwäblein-Kunz, der einfach für den schönen Schein Druck macht.

Am Ende sind es eher die unscheinbareren Kollegen und sogar Thorst Schmitt, die bei der Lösung der beiden Fälle helfen. Zwei Fälle, die beide davon erzählen, wie es um unser heutiges menschliches Miteinander bestellt ist. Dass der erste Fall – der der verschwundenen dementen Frau – ein Fall voller Tragik ist, setzt ihn umso stärker ab vom zweiten Fall. Der entpuppt sich zwar nicht als Mord – dafür begegnet man hier einem weiteren Kandidaten aus dem potenten, reichen und selbstgerechten Leipzig von heute, der mit Geld und Anwalt glattbügelt, was eventuell einen Schatten auf seine Familie werfen könnte.Womit man wieder beim sforzando der Kotteschen Spielart wäre, diesem nicht endenden Unwohlfühlen seiner Helden in ihren Rollen. Das sind keine Ermittler mehr, die schweren Herzens dem immer Bösen nachjagen und von der Pflicht getrieben sind, die Täter dingfest zu machen. Diese hier haben entweder innerlich längst gekündigt und finden kaum noch eine Motivation, Morde aufzuklären, oder sie sind vom Drang zerfressen, die Kollegen zu übertrumpfen, um schnellstmöglich Karriere zu machen.

So entsteht auch ein Zustandsbericht über unsere Gesellschaft und über das Leipzig des Jahres 2014. Vielleicht sieht es in der Polizeihierarchie noch nicht so aus. Aber es ist auch schwer vorstellbar, dass die „Polizeireform 2020“ andere Effekte haben sollte als dieses Jeder gegen Jeden, diesen Kampf ums scheinbar bessere Pöstchen. Das „Effizienz“-Denken der heutigen Politik ist ja auch nichts anderes als eine hoheitliche Verachtung der Arbeit, die unten beim Fußvolk tagtäglich geleistet wird. Irgendwann nimmt auch dort niemand mehr die kraftmeierischen Forderungen der „Schwäblein-Kunzes“ der realen Welt ernst.

Zumindest Henner Kotte macht das augenscheinlich ziemlich wütend. Das lässt er anklingen in seinem sforzando gespielten Stück. Mit „Der Pianist ohne Gedächtnis“ wird zwar eine einschlägige Meldung aus der Nachrichtenwelt zitiert. Aber man kann es auch auf dieses Leipzig der Gegenwart beziehen, in dem augenscheinlich ein Pianist die Musik macht, der kein Gestern und kein Morgen kennt und drauflos experimentiert – ganz ohne Gedächtnis. Das Woher und das Wohin sind ihm egal. Wichtig ist nur der schöne Schein.

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Der Pianist ohne Gedächtnis
Henner Kotte, Mitteldeutscher Verlag 2014, 9,95 Euro

Aber auch das kann Henner Kotte augenscheinlich nicht mehr hören und lesen, diese ganze potjemkinsche Beschönigung eines Zustandes, bei dem der Schein alles ist. Als gäbe es zwei Leipzig – eins für die zufriedene Politik und ihr plattes Marketing, und das andere Leipzig, das sich bis unten in die Schulklassen austobt, wo keiner der Loser sein will und sich alle zusammentun, um unter den Schwachen die Schwächsten zu dissen und zu mobben. Wie in der richtigen Welt der Eltern eben.

So gesehen, ist der Krimi auch ein Krankenstandsbericht. Mit aller Emotion dargeboten, die noch möglich ist, wenn einer nach Jahren der Diagnose so richtig, richtig sauer ist.

www.henner-kotte.de

www.mitteldeutscherverlag.de


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