„Für die Vernunft“ – Ein ganz und gar christliches Plädoyer für Aufklärung, Vernunft und die Kunst des Lassens

Es ist gar nicht so leicht für einen Theologen wie Ulrich H. J. Körtner, noch ein Plätzchen zu finden für die Theologie und die Religion in einer zunehmend säkularen Welt, in der die Diskussionen überschäumen und ethische Grenzen niedergetrampelt werden, weil ganze Fähnlein enervierter Diskussionsteilnehmer Vernunft und Fakten für überflüssig halten. Ein postfaktisches Zeitalter? Das ist auch nicht wirklich neu, stellt Körtner fest.

Tatsächlich hat sich der Wiener Theologe sehr viel vorgenommen mit diesem Buch, das so passend zum Reformationsjubiläum ist. Und so unpassend, weil die Jubilierenden augenscheinlich vergessen haben, dass Luther nie nur eine innerkirchliche oder rein theologische Angelegenheit war. Er hat sich früh eingemischt in fundamentale gesellschaftliche Diskussionen. Körtner zitiert zu Recht die Zwei-Regimenten-Lehre, die man (wenn man es ganz billig haben möchte) als Legitimation für Obrigkeiten lesen kann. Wenn man es aber genauer betrachtet, hat Luther damit auch gleich Grundgedanken geliefert für moderne demokratische Staaten und für die (vernunftbasierte) Trennung von Staat und Kirche.

Eine Trennung, die bis heute selbst völlig ungläubigen Geistern schwerfällt. Was Körtner kritisiert: Woher kommen alle diese mit Ausrufezeichen versehenen Forderungen, die Kirche möge sich doch endlich wieder als moralische Anstalt zu Wort melden, Position beziehen zu den Problemen der Zeit und vor allem eines tun: sittliche Maßstäbe definieren?

Scheinbar ist alles durcheinandergeraten. Die Diskussionen werden immer aggressiver. Und alle möglichen Leute schwingen die Moralkeule. Was aus Körtners Perspektive auch damit zu tun hat, dass Gefühl, Moral und Vernunft durcheinandergeworfen werden und große Teile der Politik nur noch auf die Entfesselung von Emotionen setzen. Man tauscht nicht mehr vernünftig Argumente aus.

Was an seinem Büchlein fehlt, ist natürlich die Frage, woher das kommt, wer da eigentlich den vernünftigen Diskurs unterläuft, um öffentlich wissenschaftliche Fakten infrage zu stellen und die pure Emotion zum rationalen Entscheidungsmoment zu erklären.

Was spätestens sichtbar wird, wenn Körtner auf die Reichtums-Armut-Debatte eingeht und ausgerechnet Thomas Piketty vorwirft, emotional in eine Debatte eingestiegen zu sein und populistisch zu argumentieren, die eindeutig interessengesteuert ist und von Besitzstandsdenken dominiert.

Im Grunde zeigt der vielbelesene Autor Körtner, dass er auch nicht frei ist von Emotionen und Parteilichkeit. Der Mensch ist so. Gerade deshalb hat ja die Aufklärung am stärksten daran gearbeitet, die blanken Emotionen zu zähmen und ein Staatsverständnis zu entwickeln, das von emotionalen Debatten nicht beschädigt werden kann, sondern menschliches Handeln rational reguliert.

Was eine schöne klare Argumentationslinie ergäbe. Wäre da nicht die Theologie, die doch irgendwie ein Plätzchen für die Religion zu finden versucht. Wohin gehört sie? Ist sie gar ein Korrektiv für die immer mehr mit Emotionen durchtränkten Debatten der Gegenwart? Eine Art moralischer Maßstab? Sollte sich Kirche unbedingt einmischen? In die öffentliche Debatte schon, stellt er fest. Denn wenn Religion eine Haltung zur Welt ist und auch ethische Standards beinhaltet, dann ist der Christenmensch verpflichtet, dazu öffentlich auch Position zu beziehen. Wobei Körtner sich auf Luther bezieht und dessen Rechtfertigungslehre.

Was ein hübscher intellektueller Sprung ist, denn einerseits ist es die kleine Erinnerung auch für alle Ungläubigen, dass wir nun einmal alle Sünder sind, Menschen, die irren, Fehler machen, nicht alles wissen und auch nicht allmächtig sind.

Ein Punkt, an dem er natürlich (er ist ja Theologe) Gott ins Spiel bringt, der als einziger allmächtig sein kann, über den Dingen steht. Und da er auch Kant immer wieder bemüht, kommt so ein kleines Aha-Erlebnis dabei heraus. Denn dann ist Gott zuallererst ein Versuch des Menschen, unseren Bezug zur Welt in ein Bild zu fassen. In ein großes, sicher beeindruckendes Bild. Dann steht „Gott“ für unsere Ohnmacht, für die schlichte Tatsache, dass wir diese Welt nicht gemacht haben und trotzdem in unserer menschlichen Hybris versuchen, sie vollkommen zu beherrschen. Das ist der moderne Machbarkeitswahn, der gerade bei einigen technokratischen Akteuren zu einer Allmachts-Attitüde wird.

Dieses 500. Jahr der Reformation wäre tatsächlich eine herrliche Gelegenheit, einmal  öffentlich darüber zu diskutieren, was Luther eigentlich alles angerichtet hat. Und warum das auch mit all dem zu tun hat, was wir heute der Welt, der Natur, den Mitmenschen antun. Und warum Religion nichts ist, was in die Tiefen theologischer Dispute gehört, sondern gerade in den Zusammenhängen diskutiert werden muss, die Körtner anreißt – Moral, Ethik, Vernunft.

Zu Recht haben schon die klügsten der Aufklärer den aufkommenden Vernunftglauben kritisiert, in dem sich der Machbarkeitswahn der aufkommenden hochtechnisierten Gesellschaften schon im 18. Jahrhundert zeigte. Das geht bis hin zu Adam Smith, dessen Vorstellung vom vernünftigen Markt diese Hybris genauso beinhaltet. Worauf Körtner nicht eingeht. Im Grunde hätte das Büchlein auch noch ein ordentliches Personenregister und eine Liste aller zitierten Bücher gebraucht. Gerade weil Körtner auf viele innertheologische Diskussionen eingeht, die er freilich mit einigen ethischen und philosophischen Diskussionen der letzten Jahrzehnte verknüpft.

Natürlich kommt er auch auf die Grundwerte zu sprechen, die unsere heutigen Staaten bestimmen. Übrigens allesamt Ergebnis der Aufklärung, der Ausformulierung der Bürger- und Menschenrechte. Körtner meint, darin sei dann die lange christliche Tradition fortgesetzt, die ihrerseits wieder in den Moraldiskursen der Antike mündet.

Aber es hilft nichts. Hätten die Aufklärer und die Autoren der Menschenrechtscharta erst einmal die ethischen Gesetze der diversen (europäischen) Religionen seziert, um daraus etwas Neues zu machen, wären sie nicht weit gekommen. Was sichtbar wird, wenn Körtner das Dilemma der modernen Kirchen beschreibt, „die ihr Heil in säkularen Schwundstufen“ suchen, „nämlich Menschenwürde, Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und allseits geübte Toleranz“.

Warum er von „Schwundstufen“ spricht, wird etwas später deutlich, wenn er wieder auf Luther kommt: „Wenn Luther im Großen Katechismus erklärt, unser Gott sei das, woran wir unser Herz hängen, dann hat Theologie die kritische Aufgabe, im öffentlichen Raum und in den verschiedenen Öffentlichkeiten zu fragen, woran Menschen de facto ihr Herz hängen und welche Folgen dies nicht nur auf der individuellen, sondern auch auf der gesellschaftlichen Ebene hat.

Denn das, „woran wir unser Herz hängen“, das machen wir zu unserem Gott. Das bestimmt unser Handeln. Das beschwert uns aber auch, führt uns in die Irre, lässt uns Dinge vergötzen, die uns beherrschen (Vom Suchtcharakter unserer Gesellschaften haben wir ja nun wirklich schon genug geschrieben), die aber selbst wieder zu Macht werden, weil sie dann auch Gesellschaften beherrschen, Denken und Fühlen.

Manchmal hat man das Gefühl, Körtner hält sich mit der Zuspitzung dessen, was er schreibt, sogar noch zurück, will ganz im distanzierten essayistischen Diskurs bleiben.

Denn wenn wir uns von unseren Götzen beherrschen lassen, dann werden wir zu Getriebenen. Dann gehen wir mit der uns umgebenden Welt nicht mehr vernünftig, rational und rücksichtsvoll um, sondern werden beherrscht: von Sucht, von Gier, von Neid, von Zorn und Aggression. Von Emotionen, wie sie Körtner beschreibt, und von denen er früh im Buch schon feststellt, dass sie weder in der Religion noch in der Politik etwas zu suchen haben. Eben weil sie jede Debatte zerstören, auf Fakten und Wissenschaft herumtrampeln und der moralischen Prügelei in der Diskussionsarena den ganzen Platz einräumen.

Verständigung ist auf diese Weise nicht mehr möglich, weil es keine vernünftige Gesprächsgrundlage mehr gibt.

Und gerade die ist heute so bitter notwendig wie nie zuvor, denn hinter diesem fatalen Anspruch, dass Gefühle Fakten sein sollen und deshalb rechtmäßig alle wissenschaftlichen Erkenntnisse vom Tisch fegen dürfen, bloß weil sie als Gefühle „real“ sind, steckt natürlich menschliche Überheblichkeit. Wer seine Gefühle so zum Maßstab aller Dinge macht, der setzt sich nicht nur über alle anderen Menschen, über Vernunft und Wissenschaft, der versucht in Wirklichkeit auch Gott zu spielen, sich selbst zum Maßstab aller Dinge zu machen.

Für den ist jede Einschränkung und Begrenzung seines Tuns ein Angriff auf seine einzigartige Auserwähltheit. Wobei zu ergänzen ist: Das betrifft nicht nur einzelne Menschen und Politiker, sondern auch Konzerne, die die Machbarkeit all dessen, wozu sie technisch in der Lage sind, auch mit Gewalt durchzusetzen versuchen.

Welche Dimension das annimmt, wenn man es aus christlicher Perspektive betrachtet, macht Körtner im Kapitel „Die Welt verschonen“ deutlich, wenn er schildert, was passiert, wenn der Mensch auf sein Machbarkeitsdenken verzichtet und aus Vernunftgründen akzeptiert, dass er – um die einmalige Welt, in der wir leben, zu erhalten – auf den Zugriff verzichtet, die Natur, die Meere, die Gesellschaft verschont. Einfach verzichtet, alles haben zu wollen.

Was natürlich die Frage aufwirft: Braucht unsere heutige Gesellschaft nicht gerade deshalb eine ordentliche ethische Diskussion?

Braucht sie, stellt Körtner fest. Und die Religionen sollten sich daran unbedingt beteiligen. Denn es geht ja noch weiter. Es geht ja nicht nur um den fatalen Allmachtswahn, der Mensch könnte die Welt verbessern, indem er alles an sich rafft. Dieser Gedanke (der übrigens in der Bergpredigt vorkommt) hat auch eine erstaunlich soziale Komponente: „Die Anerkennung des Anderen, die ihm das Seine zukommen lassen will und auf sein Wohlergehen bedacht ist, drückt sich in einer theologisch reflektierten Zurückhaltung aus.“

Man merkt schon, dass das nicht nur eine theologische Frage ist, sondern eine, die direkt in unsere gesellschaftlichen Debatten gehört. Denn dieser Aspekt – „den Anderen und die Schöpfung sein zu lassen“ – kommt in den ganzen Diskursen nicht mehr vor.

Wir sind keine gelassene Gesellschaft mehr, sondern werden von Leuten dominiert, die es nicht mehr fertigkriegen, Menschen sein zu lassen. Die ihnen Respekt und Würde absprechen und dann auch noch alternativlose Szenarien fordern, regelrechte Ultimaten, als wenn sie ein gottgegebenes Recht dazu hätten.

Was übrigens dazu führt, dass Politik immer öfter alternativlos wirkt. Oder so getan wird, als sei sie das. Die Leute, die das verkünden, erklären sich quasi selbst zum Dämon der Geschichte, in göttlicher Position: Sie kennen den einen und einzigen richtigen Weg.

Ergebnis ist eine zunehmende Visionslosigkeit, denn bekanntlich sind die Verkünder von Alternativlosigkeiten meist verdammt stur und phantasielos. Und vor allem: Sie verbieten den Menschen, ihr Leben und ihre Welt in Alternativen zu denken.

Dabei erzeugt schon die Fähigkeit zum Loslassen, zum Nicht-machen-Müssen eine Vielzahl von Alternativen. Und auch den Weg, Mitmenschen wieder mit Respekt zu betrachten und sie nicht fortwährend ändern und zurechtstutzen zu wollen. Stichwort: Leitkultur.

Leitkultur ist was für Leithammel. Und Leithammel führen die dumme Herde in den Schlachthof.

Körtners Buch ist – gerade in dem Versuch, auch deutlich zu machen, was eigentlich christliche Ethik zur aufgeklärten Gesellschaft beitragen kann – ein ambitioniertes Plädoyer für Vernunft, Misstrauen in instrumentalisierte Emotionen und für ein neues Bewusstwerden, dass Vernunft eben nicht bedeutet, dass wir das Machbare immerfort tun. Sondern dass wir – auch aus Respekt und Liebe zum Seienden – anfangen, das Lassen als Bereicherung für unser Leben zu begreifen.

Wir müssen nicht alles haben. Und wir müssen uns auch nicht alles gefallen lassen. Manchmal ist ein beherztes „Nein“ viel menschlicher als Jubel für den Schreihals in der Manege.

Ulrich H. J Körtner Für die Vernunft, Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2017, 15 Euro.

In eigener Sache: Lokaler Journalismus in Leipzig sucht Unterstützer

RezensionenMoralVernunftEthikAufklärungsquote
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Corona-Hilfe made in Leipzig: Initiativen, Ideen und Hilfsangebote aus der Zivilgesellschaft zur Milderung der Coronakrise
Alles dicht im Einkaufsmekka Bahnhofspromenaden - nur Apotheken, Lebensmittelhändler und Drogerien haben noch geöffnet. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserIn den vergangenen Tagen ist nach dem atemlosen Zuschauen der hereinprasselnden Verfügungen und Veränderungen seitens des Freistaates Sachsen eine erste Welle von Ideen und Initiativen entstanden. Alle sollen dazu dienen, über die staatlichen Lösungsangebote hinaus, erste Auswirkungen der Corona-Krise abzufedern. Die LZ hat die besten Initiativen herausgesucht und hofft, dass sich je nach eigenen Prioritäten auch die Leser unserer Zeitung an der einen oder anderen gelungenen Idee beteiligen.
Donnerstag, der 2. April 2020: Obdachlose, Geflüchtete und Senioren leiden besonders
Altenpflegeheim in Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserFür Obdachlose, Geflüchtete sowie Senioren und andere Pflegebedürftige ist die Coronakrise besonders problematisch. Die einen leiden unter fehlenden Einnahmen durch den Verkauf einer Straßenzeitung, andere sind von fehlender Hygiene und starker Isolation betroffen. Heute wurde außerdem bekannt, dass die Modernisierung der Hauptfeuerwache deutlich teurer wird. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 2. April 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
BSV Schönau: Pachtvertrag am Cottaweg endet – und dann?
Wohin geht's für den BSV Schönau, wenn der Pachtvertrag am Cottaweg endet? Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 77, seit 27. März im HandelDer BSV Schönau wird seinen angestammten Sportplatz am Cottaweg verlassen (müssen). Erst hieß es, er würde sich zukünftig einen Sportplatz mit der Spielvereinigung Leipzig teilen. Nach Informationen der LEIPZIGER ZEITUNG (LZ) sind diese Pläne inzwischen aber vom Tisch. Wie geht es nun weiter? Die LZ hat beim Sportamt der Stadt Leipzig nachgefragt.
Kahler Schulhof der Apollonia-von-Wiedebach-Schule soll mit Containeranbau bebaut werden
Baumfällungen auf dem Schulhof der Apollonia-von-Wiedebach-Schule. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 26. Februar kreischten die Sägen. Der Blick aus den Fenstern des Hauses der Demokratie zeigte Heftiges: Auf dem benachbarten Schulhof der Apollonia-von-Wiedebach-Schule wurde ein Dutzend Bäume gefällt. Einfach so: Linden, Bergahorne, prächtige Bäume. Waren sie krank? Werden derzeit nicht überall im Stadtgebiet Bäume gefällt, weil sie die Rußrindenkrankheit haben oder von Trockenheit geschädigt sind? Die Aufklärung gab es erst eine Woche später. Und die hatte es in sich.
Linke Abgeordnete fordert endlich spürbare Maßnahmen gegen rechtsradikale Kriminalität
Rechtsradikale Brandstifter blieben in Sachsen lange unbehelligt. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie offizielle Kriminalitätsstatistik der sächsischen Polizei ist das eine. Meist ist sie nur ein riesiger Berg von Daten, bei denen nicht mal klar ist, wie relevant sie sind. Etwas mehr Klarheit gewinnen die Abgeordneten des Sächsischen Landtages, wenn sie regelmäßig die Straftaten in den Bereichen der Politisch motivierten Kriminalität (PMK) abfragen. Kerstin Köditz, die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, ist natürlich besonders an rechtsmotivierten Straftaten interessiert.
Corona in Leipzig: Gähnende Leere in Bussen und Bahnen, aber der ÖPNV läuft
Die Dresdner Straße kurz vor der Kurve. Archivfoto: Ralf Julke

Archivfoto: Ralf Julke

Für alle LeserVor vier Tagen titelte die BILD: „6 Millionen Euro Verluste für die Leipziger Verkehrsbetriebe“. Klar, auch die LVB sind nicht gefeit vor Einbußen durch die derzeitige Situation: Inzwischen gehören nahezu leere Bahnen und Busse zum alltäglichen Stadtbild. Trotzdem läuft der Öffentliche Nahverkehr unermüdlich weiter. Und das wird auch so bleiben, erklärt Marc Backhaus, Sprecher der Leipziger Verkehrsbetriebe.
Gewerkschaft warnt davor, das Arbeitszeitgesetz in der Lebensmittelbranche auszuhebeln
Damit der Einkaufskorb nicht leer bleibt: Beschäftigte in der Ernährungsindustrie und im Lebensmittelhandwerk arbeiten aktuell auf Hochtouren. Foto: NGG

Foto: NGG

Für alle LeserWahrscheinlich braucht es tatsächlich solche einschneidenden Krisen, damit auch die Politik wieder sieht, wer in unserer Gesellschaft tatsächlich systemrelevant ist. Das sind tatsächlich die Menschen in den Berufen, ohne die auch in Ausnahmezeiten nichts läuft. Darunter auch die Beschäftigten in der Lebensmittelproduktion. Sie sorgen für Nachschub im Supermarkt: Die rund 800 Leipzigerinnen und Leipziger, die in der Lebensmittelindustrie arbeiten.
Jahnallee, Ranstädter Steinweg, Connewitzer Kreuz, Innenstadtring: Überall fehlen jetzt Fahrspuren für den Radverkehr
Die freigeräumte Corona-Spur an der Haltestelle Hauptbahnhof. Foto: Ökolöwe

Foto: Ökolöwe

Für alle LeserEigentlich wäre es ein kluger Schritt gewesen, gerade in Zeiten von Corona ein paar Fahrspuren gerade in Innenstadtnähe für Radfahrer freizuräumen. Aber dazu hat sich Leipzigs Verwaltung noch nicht durchgerungen. Dafür schuf die Stadt jetzt an der Haltestelle Hauptbahnhof Platz für die an Bahnsteig 1 wartenden Fahrgäste. Dafür wurde tatsächlich eine ganze Fahrspur zur Verfügung gestellt. Das freut den Leipziger Ökolöwen – ein bisschen.
Sachsens aufgeblasene Statistik zur politisch motivierten Kriminalität
Entwicklung der politisch motoivierten Kriminalität aus Sicht der sächsischen Polizei. Grafik: SMI

Grafik: SMI

Für alle Leser„Die Zahl der Straftaten im Freistaat Sachsen ist im Jahr 2019 erneut gesunken“, meldete das Sächsische Innenministerium am 26. März und staunte geradezu, wie in fast allen Deliktbereichen die Zahlen geschrumpft waren, ohne dass Innenminister Roland Wöller erklären konnte, warum das so war. Aber ein Themenfeld fand er dann doch noch irgendwie bemerkenswert: die „politisch motivierte Kriminalität“.
Barfuß vor Penelope: Mit offenen Augen und unersättlicher Liebe zum Überfluss der Welt
Volker Sielaff: Barfuß vor Penelope. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs gibt Dichter, die tun so, als wären sie nicht von dieser Welt. Und es gibt jene, denen nichts wichtiger ist, als über diese Welt zu schreiben, ihr eigenes Dasein mittendrin, ihr Ausgesetzt- und Ausgeliefertsein. Die gar nicht anders können, als stets betroffen und gemeint zu sein von allem, was ihnen zustößt. Der Dresdner Autor Volker Sielaff ist so einer. Und wer hinter dem Penelope-Titel fein sortierte antike Verse erwartet, wird eines Besseren belehrt. Sofort. Mit einer zehnseitigen Liebeserklärung.
Mittwoch, der 1. April 2020: Zahlen zur rechten Gewalt in Sachsen
Kerstin Köditz (Linke). Foto: DiG/trialon

Foto: DiG/trialon

Für alle LeserDie Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz und die Opferberatungsstelle RAA haben heute jeweils ihre Zahlen zu rechter Gewalt im vergangenen Jahr vorgestellt. Die positive Nachricht ist, dass es zumindest keinen Anstieg gab. Außerdem gibt es nun mehr Platz für ÖPNV-Fahrgäste am Bahnhof und die Klimabewegung kämpft für Geflüchtete auf den griechischen Inseln. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 1. April 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
SFV-Präsident Hermann Winkler: „Die Attraktivität des Spielbetriebs aufrechterhalten.“
Hermann Winkler - Präsident des Sächsischen Fußball-Verbandes (SFV). Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 77, seit 27. März im HandelDas Fußballmagazin Kicker schlägt Alarm. Unter der Schlagzeile „Deutschland verliert 3.450 Nachwuchsteams in einem Jahr!“ wird ein dramatischer Rückgang der Anzahl junger Fußballerinnen und Fußballer beschrieben. Die LEIPZIGER ZEITUNG (LZ) nahm dies zum Anlass, beim Sächsischen Fußball-Verband (SFV) nachzufragen, wie sich die Situation im Freistaat darstellt. Ein Interview mit SFV-Präsident Hermann Winkler.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #25
Die Corona-Krise beschleunigt das Sterben der Lokalzeitungen in den USA. Grafik: L-IZ

Grafik: L-IZ

Für alle LeserDer Teufel scheißt auf den größten Haufen, auch wenn es ein Haufen Viren ist. Scheißegal. Der Teufel sagt sich: Geschäft ist Geschäft – und legt los. In diesem Fall plumpsen die Goldtaler, die aus der Berichterstattung über die Coronakrise entspringen, auf Google, Facebook und die großen Medienhäuser darnieder, derweil Lokalzeitungen nur ein paar Spritzer abkriegen.
Was die Corona-Krise die Leipziger Messe kosten wird, ist noch lange nicht bezifferbar
Glashalle der Neuen Messe mit Planschbecken. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas wirkt jetzt schon fast wie eine Geschichte aus dem letzten Jahr, obwohl es erst am 3. März passiert ist: Da sagte die Leipziger Messegesellschaft nach langen und heftigen Diskussionen die Buchmesse ab und sorgte damit sofort für ein Erdbeben bei Verlagen und Autor/-innen. Denn viele von ihnen bekamen sofort wirtschaftliche Probleme. Da war noch gar nicht absehbar, dass bald eine ganze Wirtschaft in den Stillstands-Modus geschickt werden würde. Damals stellte die Linksfraktion ein paar nur zu berechtigte Fragen.
Was sind triftige Gründe, um das Haus verlassen zu dürfen?
Alle schön verteilt am Cospudener See. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserKennt Ihr dieses alte Kinderspiel, das manche für rassistisch halten? Wen die Diskussion darüber, ob es das tatsächlich ist, interessiert, dem empfehle ich folgende Internet-Seite: „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann: Herkunft & Alternativen“ auf Giga.de.