Eine Postkarten-Zeitreise ins vergessene Kirschblütenland im Leipziger Süden

Für FreikäuferNicht nur Thomas Nabert wundert sich im Vorwort darüber, wie radikal die Landschaft im Leipziger Südraum aus dem Bewusstsein der Leipziger verschwunden ist. Als hätte der Kohlebergbau es in 80 Jahren tatsächlich geschafft, dort unten die Welt einfach abzuschneiden. Und alle touristische Vermarktung holt es nicht zurück. An den Tagebauseen endet die Welt. Rötha zum Beispiel liegt dahinter.
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Die Konzepte zum Neuseenland sind allesamt auf die Seen abgestimmt, auf deren Event-Vermarktung, Aufmotorisierung und jede Menge Krach und Lärm. Und die Interessen einiger privater Akteure, die zur historisch gewachsenen Landschaft überhaupt keine Beziehung haben. Das passt alles hinten und vorne nicht.

Das merkt auch der Leipziger spätestens dann, wenn er die Wege sucht in diese alte Landschaft und dann merkt, dass es schon an ordentlichen Radwegen mangelt, beim ÖPNV wird’s eh kompliziert. Und das Bewusstsein dafür, was am Rand der riesigen Tagebaue bewahrt wurde, fehlt meist auch. Da braucht es dann Bürgermeister wie Stephan Eichhorn, Bürgermeister von Rötha, die noch wissen, wie wichtig Geschichte ist, Kulturgeschichte sowieso.

2013 gab Pro Leipzig das Buch „Schloss Rötha“ heraus, ein Buch über ein Schloss, das es nicht mehr gibt, weil es die mächtigen Machthaber von 1969 als „Schandfleck“ abreißen ließen. Bewahren war wirklich nicht ihr Ding. Und der Sprachgebrauch kommt einem frappierend bekannt vor. Leute, die sich in keiner Kultur wirklich zu Hause fühlen, greifen gern zur rabiaten Sprache der LTI. Rötha hat es ein wichtiges Kleinod gekostet und natürlich einen Ort, der die Gegenwart mit der 300-jährigen Geschichte derer von Friesen verbindet, im Guten wie im Schlechten.

2013 kam dann die Idee auf, auch für Rötha einmal ein richtiges Postkartenbuch zu machen – so wie es das schon für verschiedene Leipziger Ortsteile gibt, gern gelesen und durchstöbert. Denn die Postkarten gerade aus ihrer Frühzeit erzählen von einer Welt, die heute in großen Teilen verschwunden ist. Im Leipziger Südraum eher selten durch Kriegseinwirkungen zerstört, dafür besonders durch den Kohlebergbau gebeutelt, der in den 1920er Jahren im Leipziger Süden Fuß fasste und die Landschaft in den nächsten Jahrzehnten radikal veränderte. Deswegen wurde beim Arbeiten am Postkartenbuch, wie es Eichhorn nennt, schnell klar, dass man sich gar nicht auf Rötha allein konzentrieren kann, sonst wird dieser gewaltige Umbruch gar nicht deutlich. Und so kamen auch Espenhain (das mit seinen rauchenden Schloten zum Synonym der DDR-Umweltverschmutzung wurde), Mölbis im Rußschatten von Espenhain („das schmutzigste Dorf der Republik“), Pötzschau und Oelzschau mit ins Buch. Und auch das, was der Titel mit „verlorene Orte“ bezeichnet: alte Dörfer, die dem Kohlebergbau komplett zum Opfer fielen: Zehmen, Rüben, Stöhna, Geschwitz, Kreudnitz und Trachenau. Alles Namen, die oft nur noch ganz alten Eingesessenen etwas sagen.

Die aber – das ist ein Glücksfall – genauso wie die anderen Orte in großen und kleinen Postkartensammlungen überdauerten, oft als Werbepostkarte einst beliebter Landgasthöfe oder kleiner Gewerbetreibender, die an alten Landstraßen nicht nur Lebensmittelgeschäfte betrieben, sondern meist gleich noch einen kleinen Gastbetrieb und später auch eine kleine Tankstelle. Die alten Postkarten zeigen aber auch den Stolz dieser oft sehr kleinen Dörfer: Kirche, Schule, Hauptstraße und Herrenhaus. Und immer wieder kommt die Pleiße ins Bild, die alte Pleiße, so, wie sie damals war: ein naturnaher Fluss, der eine breite Aue durchfloss und in weiten Mäandern unterwegs war. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts empfanden viele Leipziger diese Landschaft als romantisch, als Erinnerung an eine völlig andere Zeit. Und sie wanderten und fuhren hin. Die Sächsisch-Bayerische Staatseisenbahn fuhr ja über Espenhain. Sie hätte auch über Rötha fahren können – aber das verhinderte seinerzeit der Freiherr von Friesen, der lieber seine Landidylle bewahrte und sich auch gegen eine Aufwertung der Straße wehrte.

Auch das erfährt man, denn auch dieses Postkartenbuch beeindruckt nicht nur mit den vielen Stadt- und Dorfansichten von vor 100 Jahren. Zu jedem Ort gibt es ausführliche Informationen. Auch dieser Band ist ein Stück Regionalgeschichte. Ohne diese kleinen und größeren Begleittexte erschließt sich dieses Stück Geschichte nicht. Dazu hat der Bergbau viel zu viel verändert. Andererseits hat er das Leben der Menschen über Jahrzehnte geprägt. Das ist auch heute noch zu besichtigen. Auch als Menetekel, was menschliche Eingriffe mit einer einst reichen Kulturlandschaft anrichten können. Niemand kommt heute mehr auf die Idee, auf der zum Kanal verwandelten Pleiße mit Stechkähnen zu fahren, wie man das aus dem Spreewald kennt. Der Fischbestand hat sich ja ein wenig erholt, obwohl das Gewässer noch auf Jahre hin über eine Note 4 nicht hinauskommen wird. Daran werden auch alle Versuche der LMBV nichts ändern, irgendwie die Eisenoxide aus dem Wasser zu bekommen.

Eigentlich deutet sich längst an: Vieles kann der Mensch nicht wieder reparieren, es sei denn, er schafft mit sehr viel Aufwand wieder sich selbst reinigende Flusssysteme, wie sie bestanden, bevor man die Gewässer zwangsweise verlegte und kanalisierte. Dasselbe Thema gibt es für Weiße Elster und das einst berühmte Göselgebiet, das eine westlich, das andere östlich der hier beschriebenen Pleißenaue gelegen. Das wären Themen für andere Bildbände, die auch den Leipzigern zeigen, welch reiche Landschaften da im Süden verloren gegangen sind.

Landschaften, die für die Urgroßväter noch beliebte Ausflugsziele waren. Und zu Recht erinnern einige Bilder und Texte daran, dass auch Leipzig einmal richtige Kirschblütenfeste kannte, so wie die Japaner. Dafür pilgerten sie zu Tausenden nach Rötha zur Obstweinschenke, wo sie mittendrin waren im Obstland der Herren von Friesen. Denn die hatten ihren Besitz im späten 19. Jahrhundert zum Obstlieferanten für die große Stadt Leipzig gemacht und produzierten alles, was der Leipziger Markt brauchte – Kirschen, Äpfel, Pfirsiche, Erdbeeren, Rhabarber. Und damals entstanden auch die prächtigen Obstbaumalleen im Leipziger Land, mit denen die heutige Staatsregierung so stiefväterlich umgeht. Manche dieser Alleen gibt es noch. Sie geben einen kleinen Eindruck von der Blütenpracht, die damals den ganzen Raum um Rötha zum Leuchten gebracht haben muss.

Heute ist die Obstweinschenke eine ausgebrannte Ruine. Der Zeitpunkt, sie zu renovieren und wieder zum beliebten Ausflugsziel zu machen, wurde verpasst. Auch weil die touristischen Akzente im Leipziger Südraum anders und leider oft falsch gesetzt wurden. Wer lauter Events und Attraktionen im Kopf hat, hat nicht begriffen, was sich selbst die Leipziger eigentlich wünschen. Man muss nicht alles rekonstruieren. Aber man muss die Schönheiten der Landschaften wieder erlebbar und erreichbar machen. Und zwar nicht mit dem Auto. Wer solche Ansätze im Gewässer-Tourismus-Konzept für Mitteldeutschland gesucht hat, hat sie natürlich nicht gefunden. Wer stets nur Motorboot-Tourismus denkt, wird irgendwann blind für all die Dinge, die mit weniger Aufwand und viel mehr Nutzen getan werden könnten.

Die Landschaft, die gerade die Postkarten von vor 100 Jahren zeigen, wird man nicht wieder herstellen können, auch wenn etliche dieser Straßen und Gebäude noch immer so aussehen – mittlerweile hübsch saniert. So kann man mit Rötha natürlich auch ein typisches sächsisches Ackerbürgerstädtchen besichtigen, wie es damals viele gab in Sachsen. Nur sind die Straßen nicht mehr so schlammig, die alten Landwirtschaftsbetriebe sind verschwunden. Und die freche Sozialdemokratie, die sich bei Gastwirten mit vorlauten Reden unbeliebt machte, auch.

Heute nennt sich Rötha wieder Gartenstadt. Der Ruß aus den Brikettfabriken ist verschwunden, das Schloss leider auch. Aber den Schlosspark gibt es noch. Und natürlich das Heimatmuseum, das nun an Stelle des Schlosses davon erzählen muss, dass Rötha 1813 einmal kurz im Mittelpunkt der Weltgeschichte stand, als sich hier die Alliierten trafen, um ihr Vorgehen gegen Napoleon in der Völkerschlacht zu besprechen.

Der Band lädt natürlich ein, die ganze Gegend wiederzuentdecken und neugierig zu werden, abseits von dem, was die touristischen Vermarkter ständig als „Action“ anpreisen. Für viele Leser wird das Buch ein richtiges Aha-Erlebnis sein mit dem Blick in eine Welt, die teilweise tatsächlich Geschichte ist. Oder ein Oha-Erlebnis, „hätte ich gar nicht gedacht. Muss man mal hinfahren, wenn das Wetter schön ist.“ Es lohnt sich tatsächlich. Denn auch die Orte, die heute alle zu Rötha gehören, mussten und müssen sich neu erfinden. Vielleicht lohnt es sich irgendwann wieder, sich in Rötha unter den Kirschbaum zu setzen und eine blütenreiche Postkarte nach Leipzig zu schicken: „Gruß von der Baumblüte in Rötha“.

Helmut Hentschel, Thomas Nabert „Rötha mit Espenhain, Mölbis, Pötzschau, Oelzschau und verlorenen Orten auf alten Ansichtskarten“, Pro Leipzig, Leipzig 2017, 19 Euro

Die neue LZ Nr. 48 ist da: Zwischen Weiterso, Mut zum Wolf und der Frage nach der Zukunft der Demokratie

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