Mit James Hawes auf einer rasanten Fahrt durch 2.000 Jahre deutscher Geschichte

Die fatale Rolle des preußischen Ostelbiens in der deutschen Geschichte der letzten Jahrhunderte

Für alle LeserDie Engländer waren bezaubert, als der Verlag Old Street Publishing Ltd. 2017 „The shortest History of Germany“ von James Hawes herausbrachte. Einen Vorgängerband hatte es 2010 schon mit „The shortest History of Europe“ von John Hirst gegeben. Es passiert Erstaunliches, wenn man eine Geschichte von 2.000 Jahren tatsächlich versucht, in 300 Seiten zu packen.

Denn dann braucht man einen roten Faden oder einen blauen, mit dem die Logik in der Entwicklung so seltsamer Gebilde wie Europa bzw. Deutschland sichtbar wird. Eine Logik, die mit den üblichen Fürsten-, Kriegs- und Nationalerzählungen wenig zu tun hat, die ja bekanntlich eher 1.000-seitige Schwarten füllen und den Leser erschlagen mit Namen, Titeln, Schlachten und anderem Mumpitz, der die Köpfe verkleistert.

Denn das ist alles Staffage, der ganze Bühnenfirlefanz von ruhmsüchtigen Leuten, der sie größer und wichtiger dastehen lässt, als sie tatsächlich waren. Es überblendet die großen Muster, die tatsächlich eine Rolle gespielt haben bei der Entstehung einer Nation. Obwohl das ein moderner Begriff ist. In der Geschichte changiert ja alles, sucht aber trotzdem die gemäßigte, nachhaltige Form.

Und das macht James Hawes, der deutschen Lesern auch als Autor eigenwilliger Romane bekannt ist, mit dem Kunstgriff deutlich, seine deutsche Geschichte praktisch mit Cäsar beginnen zu lassen. Denn Cäsar war es ja, der den Bewohnern der Landstriche jenseits des Rheins erstmals den Namen Germanen verpasste, obwohl die sich selbst nicht so nannten. Am großen Fluss, der für Jahrhunderte die Grenze zwischen dem Römischen Reich und dem Land der dann von Tacitus zu „edlen Wilden“ gemachten Germanen bildete, war alles im Fluss.

Germanen lebten hüben wie drüben. Wer westlich des Rheins lebte, wurde romanisiert. Davon erzählen heute noch die eindrucksvollen Funde von Trier bis Xanten. Und die wichtigste These von Hawes dabei: Die beiden großen Ströme, die den Vormarsch der Römer stoppten, bilden bis in die Gegenwart auch die markanten Bruchstellen innerhalb Deutschlands – mit einem unstreitig westlich orientierten Deutschland westlich des Rheins, einem sich ebenfalls westlich einsortierenden klassischen Lebensraum der Deutschen zwischen Rhein und Elbe (bis wohin es die Römer auf ihren Expeditionen schafften). Und dem unheimlichen Rest östlich der Elbe: Ostelbien, das irgendwie immer nicht richtig dazugehörte und sich im Lauf der Geschichte auch immer eher nach Osten orientierte.

Aus nachvollziehbaren Gründen, was aber anfangs nichts mit Moskau und Ulbricht zu tun hatte, sondern bis weit ins 13. Jahrhundert hinein natürlich damit, dass das alles eigentlich slawisches Siedlungsgebiet war, das ab Karl dem Großen in den Fokus der westlichen Eroberer geriet und auch zu Kaiser Ottos Zeiten, als eigentlich das deutsche Reich tatsächlich entstand, nur eine aufrührerische Provinz war, eher Kolonie, von Markgrafen mit fester Hand befriedet, aber erst spät wirklich ins Reich integriert.

Nur gehen die Slawen auch Hawes irgendwann verloren, nur die Unsicheren, in ihrer Existenz sich immerfort unsicher fühlenden Bewohner des Landstrichs bleiben in seiner Geschichte. Was für ihn auch die Wahlerfolge der AfD im Osten erklärt.

Eine schöne These, die scheinbar vieles erklärt, was in der deutschen Geschichte schiefgegangen ist. Wobei Hawes natürlich in einem recht hat: Deutschland ist tatsächlich die Mitte Europas. Kein Land ist schon aufgrund seiner Lage und Größe zwangsläufig so hin- und hergerissen zwischen dem Westen und dem Osten wie Deutschland.

Da ist es schön, mit Hawes über die ganzen zwei Jahrtausende zu verfolgen, wie aus dem von Cäsar definierten Siedlungsgebiet der Germanen erst das Ostfränkische Reich wird, dann der Kern dessen, was sich immer als Deutschland verstanden hat und was nach 1945 dann zur BRD wurde. Keine Überraschung also, wenn der Rheinländer Adenauer dieses westliche Deutschland immer als das eigentliche betrachtete und von allem jenseits der Elbe gern als „Asien“ sprach.

Was nicht mit der russischen Besatzungsmacht allein zu tun hatte, sondern mit seiner langen Erfahrung als Politiker aus dem katholischen Rheinland, der im Lauf seines Lebens immer wieder erlebte, wie aus dem preußischen Osten des Reiches erst zwei Kriege angezettelt wurden und auch noch eine wilde Junkerdiktatur geboren wurde, die es ohne den erzkonservativen Osten nie gegeben hätte. Denn nichts anderes war das Nazi-Reich, was einem natürlich wie Schuppen von den Augen fällt.

Denn aus der seit 1990 geschriebenen Geschichtsbetrachtung ist es fast verschwunden. Da musste man sich wieder mit dem ganzen verlogenen Ehrenquark der Wehrmacht beschäftigen, mit dem hochbezahlte Historiker das Nazi-Reich und seine wilden Heere weißzuwaschen versuchten. Da war selbst die DDR-Geschichtsschreibung weiter. Vielleicht gerade deshalb, weil man einerseits die kritische linke Geschichtsbetrachtung eines Franz Mehring fortführte (Stichwort: „Lessing-Legende“), andererseits natürlich auch ein produktives Verhältnis zu jenem Land suchte, das bis 1945 große Teile der späteren DDR umfasste: Preußen.

In der Spätzeit der DDR dominierte dann zwar eine ziemlich seltsame Preußenverehrung – nicht nur in der von preußischem Drill dominierten NVA, sondern auch in der Aneignung von echten preußischen Kommissköppen wie Friedrich Zwo und Bismarck. Aber ganz verschwand die klare und berechtigte Kritik an der fatalen Rolle des preußischen Junkertums und Militarismus aus Mehrings Analyse nie.

Und auch Hawes kommt irgendwann zwangsläufig zu Preußen und seiner fatalen Rolle als innerdeutsche Hegemonialmacht. Und sehr schön bildhaft schildert er die Funktionsweise dieses Staates, in dem die preußischen Landadeligen (die Junker) das Sagen hatten, sämtliche hohen Posten in Verwaltung und Militär besetzten und spätestens ab 1866 ihre arrogante Art, die Welt zu betrachten, zur Staatsraison erst des Norddeutschen Bundes und dann des Reiches machten.

Und sehr treffend schildert Hawes, wie das dominierende preußische Junkertum ab 1866 (und auch durch Bismarck) seine Art, die Welt zu sehen, zur deutschen Politik machte. Das Deutsche Reich zwischen 1871 und 1945 nennt Hawes deshalb auch folgerichtig eine „preußische Anomalie“. Nicht einmal in der Weimarer Republik gelang es, den preußischen Militarismus und Junkergeist zu zähmen. Im Gegenteil: Die preußischen Adelssöhne machten gleich 1919 bruchlos weiter und agierten in den Freikorps brutal und rücksichtslos.

Und sie waren auch der Grundstamm des Offizierskorps, das von Hitler die Möglichkeit bekam, sich in genau jenen widersinnigen Schlachten auszutoben, von denen die preußischen Junker schon immer geträumt hatten. So wie sie es unter den preußischen Junkern Hindenburg und Ludendorff auch schon im 1. Weltkrieg durften.

Und natürlich liest man Hawes Geschichte aus ostdeutscher Perspektive mit einem gewissen Unbehagen, aus sächsischer Perspektive erst recht, denn Sachsen gehörte bis 1866 eindeutig zu den süddeutschen Staaten, die mit dem preußischen Machtanspruch ihre echten Probleme hatten. Hinter Hawes These von Ostelbien taucht also die fatale Rolle Preußens auf, das bis 1945 auch immer Grenzland und Kolonialmacht war, was seine eigenen Ostgebiete betraf, wo in der Regel deutschsprachige Minderheiten über eine slawische Mehrheit regierten. Und sie entsprechend ausplünderten. Die Leibeigenschaft hatte Friedrich Zwo ja nur auf den königlichen Domänen abgeschafft, auf den Gütern der ostelbischen Junker blieb die Unfreiheit der meist polnischen Arbeitskräfte erhalten.

Was dann auch den Zwiespalt der deutschen Politik ab 1871 ergab, wie Hawes zu Recht feststellt: Der Westen Deutschlands war modern, nach Westen orientiert und technologischer Spitzenreiter (auch bei der Entwicklung von Kriegswaffen), der preußische Osten war rückständig und geprägt vom militaristischen Korpsgeist der Junker. Und zwar so sehr, dass die NSDAP hier schon Wahlerfolge feierte, als sie im deutschen Süden und Westen noch längst keine Chancen hatte.

Hawes liebt es, Geschichte an Karten darzustellen und zu zeigen, wie stark deutsche Politik immer wieder auch von den alten konfessionellen Grenzen zwischen Katholiken und Protestanten geprägt war. Und da rückt selbst die Gestalt eines Luther bei ihm in ein anderes Licht, denn Luthers Verhältnis zur Obrigkeit fand im Lauf der Geschichte nirgendwo so eine radikale Bejahung wie just in Preußen. Oder mit Hawes’ Worten: „Der lutherische Christ konnte sein Heil nur sichern, indem er Gott im Himmel – und dem Landesherrn auf Erden – unbedingt Glauben und Treue zollte: sola fide.“

Das wird dann der preußische Untertanengeist. Und man möchte eigentlich abbiegen mit Hawes und darauf eingehen, was dieser Untertanengeist eigentlich angerichtet hat. Denn die Elbe ist wirklich unschuldig. Aber wenn Menschen jahrhundertelang unter Verhältnissen leben (müssen), in denen „Üb immer Treu’ und Redlichkeit“ gepredigt wird, dann prägt das. Dann bildet sich schon in dem, was Kindern beigebracht wird, das Verhältnis zu „denen da oben“ ab.

Ich biege hier natürlich ab aus Hawes’ „kürzester Geschichte“. Denn dazu regt sie natürlich an. Gerade dann, wenn man in der Landschaft aufgewachsen ist, die er so kritisch sieht. Aber es ist nicht die Landschaft, die kritisch ist. Es ist die gelebte Kultur. Das fiel selbst im „Luther-Jahr“ 2017 auf, in dem der große Reformator gefeiert, sein fatales Verhältnis zur Obrigkeit und zur Gewalt aber eher nur beiläufig diskutiert wurde. Und selbst von Fontane kennt man die intensiven Schilderungen, wie sehr lutherisch-protestantische Selbstzucht immer zwei Seiten zeitigte: die Bereitschaft zum Verzicht und zur Leistungserbringung ohne Klagen und Widerspruch – und auf der anderen Seite die militärische Rücksichtslosigkeit, allen Widerspruch auch mit dem Schwert oder dem Knüppel niederzuschlagen.

Die Anomalie, die Hawes benennt, ist die schlichte Tatsache, dass schließlich selbst im Nazi-Reich das Denken der preußischen Offiziere als „deutscher Geist“ gefeiert wurde. Und die Rechtsradikalen von heute feiern nichts anderes als diese alte Überheblichkeit und Menschenverachtung der preußischen Landjunker. Aber wer sich umschaut, sieht, dass das alles immer noch da ist. Es steckt in den Köpfen, lauter Diederich-Heßling-Typen betreten die politische Bühne und benehmen sich so rücksichtslos, dreist und erpresserisch wie zu Bismarcks Zeiten die Junker aus Ostelbien.

Und sie bekommen Widerhall dafür. Ein Widerhall, der sich eigentlich nur daraus erklärt, dass die Erziehung zum (preußischen) Untertanen noch immer funktioniert. Sie wurde im Osten jedenfalls nie hinterfragt. Auch nicht, woher diese seltsame Haltung zum Staat kommt, in der der Wunsch nach einem „starken Führer“ noch genauso präsent ist wie die Verachtung für „die Politiker“. Oder noch schlimmer: „die Demokraten“.

Ich höre einfach auf an dieser Stelle. Es ist kein ganz zufälliger Abzweig aus Hawes’ Geschichte, den ich hier genommen habe. Mit dem Preußentum und einem fatalen Obrigkeitsverständnis bei Luther hat er auf jeden Fall zwei wesentliche Punkte genannt, die gerade die politischen Entwicklungen östlich der Elbe seit dem Großen Kurfürsten in ein gefährliches Fahrwasser gebracht haben. Und das steckt in den Köpfen, in der Alltagskultur und in der Erziehung. Es ist fatal, wenn man nach einer solchen Katastrophe wie dem Nazi-Reich nicht wirklich darangeht, die Ursachen solcher Fehlentwicklungen aufzudröseln.

Im Westen und im Osten hat man lieber schnell ein Mäntelchen des Verschweigens drübergelegt. Dem Westteil Deutschlands fiel es natürlich lagebedingt leichter, sich wieder in die westliche Staatengemeinschaft einzugliedern. Der Osten bekam seine nächste „preußische Herrschaft“, erzog weiter opferfreudige Protestanten (ohne Glauben) und anpassungsfähige Untertanen, die auch im Frühjahr 1990 nichts Eiligeres zu tun hatten, als den nächsten Starken Mann zu wählen. Und die jetzt untertänigst beleidigt herumlaufen und grölen „Merkel muss weg!“

Das ist ein verdammt alter Film, der da immer wieder gezeigt wird. Hoffnung zeichnet Hawes für Deutschland nur, weil dem westelbischen Deutschland „Staatsverehrung, puritanischer Eifer und schmissiger Militarismus immer völlig fremd gewesen waren“. Auf dieses Deutschland setzt er seine Hoffnung – und er erwartet von ihm auch, dass es endlich seine Rolle als „mächtiges Land im Herzen des Westens“ annimmt.

Und wir Ostdeutschen?

Tja. Da fehlt die Lösung noch. Aber vielleicht beginnt sie genau mit diesem über Jahrhunderte verkorksten Verhältnis zum Staat und zu „starken Männern“, dass es endlich zu überdenken gilt. Eigentlich – das kann man so zwischen den Zeilen lesen – fängt die Geschichte und das Erwachsenwerden des Ostens gerade erst an. Auch wenn nicht wirklich klar ist, ob wir das schaffen. Oder ob wir wieder mit unseren ostelbischen Möchtegern-Junkern versumpfen.

James Hawes Die kürzeste Geschichte Deutschlands, Propyläen, Berlin 2018, 18 Euro.

RezensionenDeutsche Geschichte
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
OBM lädt zu Radrundfahrt durch den Leipziger Osten ein
Grüne zu den Vorwürfen der Behinderung von Pressearbeit durch die Polizei: Pressefreiheit ist zu schützen
Schaffung neuer Teilhabechancen für langzeitarbeitslose Menschen mit Behinderung völlig realitätsfern
„Für Clara“ – die 17. Schumann-Festwoche in Leipzig
Befragung zum Klimawandel 2018 startet
Wirtschaftsminister Martin Dulig: „Wirtschaft braucht gesteuerte Zuwanderung“
Dirk Panter unterwegs… in der Oberlausitz
Polizeibericht, 17. August: Fahrt in den Abgrund, Schwerer Verkehrsunfall, Brennende Autos
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

SPD-Fraktion fragt nach den Geldern für Querungshilfen in Leipzig
Zebrastreifen in der Bernhard-Göring-Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Situation am Goethesteig in Dölitz ist für die SPD-Fraktion im Stadtrat so ein typisches Beispiel dafür, wo gefährliche Straßenquerungen für Fußgänger mit wenigen Mitteln schnell entschärft werden könnten. Aber es passiert einfach nicht genug. Also führt die Fraktion dieses exemplarische Beispiel in ihrer Anfrage an, die darauf zielt, mit dem zur Verfügung stehenden Geld in Leipzig auch endlich die nötigen Querungshilfen herzustellen.
Lieber abmoderieren, bevor einer auf eine Idee kommt
Nuit debout 2016 in Leipzig. Foto: Michael Freitag

Nuit debout 2016 in Leipzig. Foto: Michael Freitag

Für alle LeserMan liest und staunt. Emsig sind die großen Zeitungen im Land schon mal dabei, das von Sahra Wagenknecht und Oscar Lafontaine initiierte Projekt #aufstehen abzumoderieren. Und sie kratzen alle Statements zusammen, die sie insbesondere aus deren Partei, der Linkspartei, bekommen. Das Ergebnis sieht dann so aus wie auf Zeit.de: „Linke-Politiker distanzieren sich von ‚Aufstehen‘“. Man fühlt sich geradezu ins Zeitalter Stalins und Ulbrichts zurückversetzt. Von Abweichlern distanziert man sich nun mal.
Dürre wird ein Dauerthema in Sachsen, wenn die Temperaturen weiter steigen
Abgeerntete Felder bei Wiederau. Foto: Michael Freitag

Abgeerntete Felder bei Wiederau. Foto: Michael Freitag

Für alle LeserNiemand wird nachher sagen können, er habe es nicht gewusst. Kein Politiker, kein Autofahrer, kein Energieunternehmen. Wir wissen längst, welche Folgen der Klimawandel auch für Deutschland und Sachsen haben wird. Und dass wir eigentlich keine Spielräume mehr haben – der Dürresommer 2018, der so sehr an den Dürresommer 2003 erinnert, wird nicht die Ausnahme bleiben, sondern zur Regel werden. Was Forscher des Umweltforschungsinstituts jetzt in ihrem Newsletter sehr anschaulich zeigen.
BSG Chemie besiegt Zweitligisten im DFB-Pokal + Update
Nach dem 2:1-Siegtreffer für Chemie im Pokal eskalierte Leutzsch. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserNach einem 0:1 Rückstand aus der ersten Halbzeit haben die Fußballer aus Leipzig-Leutzsch das kaum Geglaubte wahr gemacht. Wie zuletzt 1995 zog damit ein Verein im Alfred-Kunze Sportpark in die zweite Runde ein. Kai Druschky hieß der Siegtorschütze zum 2:1 in einer eher mittelmäßigen Partie mit viel Gestocher im Mittelfeld und langen Bällen nach vorne. Ein Niveau, das im Ganzen sonst eher unterhalb der fünften Liga anzutreffen ist, in der die Grün-Weißen einen guten Saisonstart hinlegten.
Grüne beantragen einen Schulneubau am ehemaligen Schwimmstadion statt eines Parkhauses
Der Parkplatz auf der Fläche des ehemaligen Schwimmstadions. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserJahrelang durften sich die Leipziger darüber wundern, warum es die Stadtverwaltung nicht fertigbekommt, rund um das Sportforum ein einigermaßen vernünftiges Verkehrskonzept hinzubekommen. Warum es fürs Anwohnerparken im Waldstraßenviertel genauso wenig eine Lösung gab wie für die unübersehbaren Probleme in der Jahnallee. So recht wollte der eine oder andere Verantwortliche im Rathaus nicht. Denn die Fraktion der Autoliebhaber, die jetzt unbedingt auch noch ein Parkhaus dort haben möchten, ist stark. Was die Grünen jetzt zum Reagieren bringt.
Festgesetztes Kamerateam: Polizeiskandal wird nach Kretschmer-Äußerung zu Polit-Affäre
Arndt Ginzel wurde in Dresden von Polizisten festgesetzt. Screenshot L-IZ.de von twitter.com/GKDJournalisten

Screenshot L-IZ.de von twitter.com/GKDJournalisten

Für alle LeserWas als Polizeiskandal begann, ist binnen 24 Stunden zu einer handfesten Polit-Affäre geworden. Grund ist ein Tweet von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer. Der CDU-Politiker nimmt darin die Beamten in Schutz, die am Donnerstag in Dresden ein Kamerateam 45 Minuten lang festhielten und an der Arbeit hinderten.
Leipzig hat auch das Jahr 2015 mit einem Plus von 27 Millionen Euro abgeschlossen
Sparsamer Adler. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist schon seit geraumer Zeit zu spüren, dass Leipzigs Stadträte die ganzen Warnungen aus der aufsichtführenden Landesdirektion und die Alarmmeldungen aus dem Finanzdezernat der Stadt nicht mehr wirklich ernst nehmen, wenn es um den Haushalt der Stadt geht. Denn was in den Haushaltsplänen immer so bedrohlich aussieht, hat mit den realen Jahresergebnissen der Stadt immer weniger zu tun. Das zeigt gerade wieder der Jahresabschluss für das Jahr 2015.
Wie neoliberales Moduldenken Schüler entmutigt und eine Gesellschaft in Depression stürzt
Relief an der Friedrich-Schiller-Schule in Gohlis. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWie oft haben wir das schon gehört: „Bildung ist die Investition in die Zukunft!“? Und dann liest man selbst den gnadenlos neoliberalen „Bildungsmonitor“ der INSM und sieht – versteckt im ganzen Zahlensalat – dass es sächsischen Regierenden egal ist. Wirklich egal. Sachsen? Das Land, in dem die Stimmung bundesweit am tiefsten im Keller ist? Das hat miteinander zu tun. Erst recht, wenn man Thomas Dudzak folgt, der den „Bildungsmonitor“ mit linkem Blick seziert hat.
Wolfgang Schäuble bekommt einen Brief zum Bundestagsbeschluss zur Kurzen Südabkurvung
DHL-Flieger auf Abkürzung über Leipziger Stadtgebiet. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserVor einem Jahr, bevor sich ganz Deutschland in den Endspurt zur Bundestagswahl legte, entschied der Bundestag einmütig, dass der Petition zur Kurzen Südabkurvung am Flughafen Leipzig/Halle abzuhelfen ist. Normalerweise ist das ein Handlungsauftrag an die Bundesregierung. Aber sowohl der damalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt als auch seine Nachfolger Christian Schmidt und Andreas Scheuer (alle CSU) fühlten sich nicht bemüßigt, der Aufforderung nachzukommen. Nun bekommt Wolfgang Schäuble einen Brief.
Jugendparlament wünscht sich Lösungen für die zugeparkten Radwege in Leipzig
Hier mal ein Winterbild aus der KarLi. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserVor zwei Jahren waren es ja die Wirtschaftskammern, die die Diskussion um den Wirtschaftsverkehr in Leipzig anstießen. Eine durchaus berechtigte Diskussion, denn gerade die Unternehmen, die auf innerstädtische Transporte angewiesen sind, sind ja besonders betroffen, wenn die Straßen verstopft sind. Lieferdienste zum Beispiel. Ein Thema, mit dem sich jetzt das Jugendparlament beschäftigt hat. Mal von der anderen, der Radfahrerseite.
Gastkommentar von Christian Wolff zum Brückenfest am 25. August
Foto: Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“

Foto: Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“

Für alle LeserZum vierten Mal rufen „Leipzig nimmt Platz“ zusammen mit vielen weiteren Initiativen zum Brückenfest „ankommen – platznehmen – mitgestalten“ am Samstag, 25. August 2018, von 14:00-22:00 Uhr Sachsen-Brücke, Anton-Bruckner-Allee, Clara-Zetkin-Park auf (https://platznehmen.de/unterstuetze-das-4-brueckenfest-2018/).
Ein besorgter Brief zur Rücksichtslosigkeit des Leipziger Wasserfestes
Einleiter aus dem Klärwerk Rosental in die Neue Luppe. Foto: Kirsten Craß

Foto: Kirsten Craß

Für alle LeserDie Berichterstattung zum seit 2001 in Leipzig stattfindenden Wasserfest haben wir schon vor geraumer Zeit eingestellt. Den ursprünglichen Zweck, das Leipziger Gewässersystem wieder in die Aufmerksamkeit der Leipziger zu rücken, hat es längst erfüllt. Aber in den letzten Jahren ist es zu einem reinen Volksfest geworden, bei dem die tatsächlichen Probleme des sensiblen Wasserknotens einfach ausgeblendet werden. Auch die Folgen des wasserarmen Sommers 2018. Dafür gibt’s jetzt einen besorgen Brief.
Drei Stadträte fordern, die Theaterspielstätte in der Gottschedstraße jetzt wirklich in Erbpacht an den Jazzclub Leipzig zu geben
Das einstige Theaterhaus Gottschedstraße 16. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Zukunft der ehemaligen Theaterspielstätte Skala gesichert“, meinte der Grundstückverkehrsausschuss der Stadt Leipzig kühn im November 2017, als man dem Verkauf der Immobilie Gottschedstraße 16 an die Kulturstätten Jäger GmbH & Co. KG i. G. mit Sitz in Leipzig für 1,8 Millionen Euro zustimmte. Mit der Auflage, die kulturelle Nutzung der einstigen Theaterspielstätte sofort vertraglich zu sichern. Doch das hat so nicht geklappt. Drei Stadträte beantragen jetzt, den Verkauf zu stoppen.
Skandal bei Merkel-Besuch: Polizisten setzen ZDF-Kamerateam fest
Arndt Ginzel wurde in Dresden von Polizisten festgesetzt. Screenshot L-IZ.de von twitter.com/GKDJournalisten

Screenshot L-IZ.de von twitter.com/GKDJournalisten

Für alle LeserDie Dresdner Polizei hat mal wieder einen Presseskandal. Am Rande des Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) setzten Polizisten am Donnerstag ein Kamerateam fest, das im Auftrag des ZDF die Proteste von Pegida-Anhängern filmen wollte. Dabei hatte sich ein aggressiv auftretender Demonstrationsteilnehmer bei den Beamten über die Journalisten beschwert.
Auch Sachsen hat die letzten zwei Jahrzehnte bei der Klimaanpassung grundlos vertrödelt
Gut beschattet: die Brockhausstraße in Schleußig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist ja nicht so, dass über den Klimawandel erst seit gestern diskutiert wird. Seit 1992 hat die Weltgemeinschaft ganz offiziell mit der „Agenda 21“ von Rio akzeptiert, dass man kapiert hat, was da auf die Staaten der Erde zukommt. Aber selbst 26 Jahre später tun viele Minister und Regierungen immer noch so, als ginge sie das alles nichts an. Außer wenn’s um Geldbeihilfen geht. Am Freitag, 17. August, nutzten deshalb die Grünen die Gelegenheit, ein Aktionsprogramm „Klimaschutz und Extremwetteranpassung“ für Sachsen vorzulegen.