Agrar-Industrie, Landfraß, geschrumpfte Lebensräume

Das große Insektensterben und die lange Vorgeschichte von Ignoranz und Lobby-Politik

Für alle LeserDie sogenannte Krefeld-Studie sorgte im vergangenen Jahr für einen regelrechten Aufschrei in den Medien. Über 75 bis 80 Prozent der Insektenmasse ist in den vergangenen 30 Jahren aus Deutschland verschwunden. Seitdem sind Worte wie Insektensterben und Artenschwund in vieler Munde. Immer mehr Menschen begreifen, weil es so anschaulich ist, dass in unseren Landschaften eine stille Katastrophe passiert. Und sie haben begriffen, dass das unsere Existenz infrage stellt. Aber wer kümmert sich denn schon um Insekten?

Andreas H. Segerer tut es. Er ist einer der wenigen festangestellten Schmetterlingsforscher (Lepidoperologen) in der Bundesrepublik, arbeitet an der Zoologischen Staatssammlung München und beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Vorkommen von Schmetterlingen in Bayern. Und er kennt noch eine Kindheit mit summenden, surrenden, singenden Wiesen, mit blühenden Obstbäumen, in denen es von Bienen und Hummeln nur so brummte, mit einem Tümpel voller Wasserläufer und auch Mücken. Das war in den 1960er Jahren und das Paradies lag im Grunde gleich hinter seinem Elternhaus in Regensburg.

Davon ist nichts geblieben. Das ganze Gebiet wurde mit Eigenheimen zugebaut. Und wie Eigenheime heute aussehen, weiß jeder. Da gibt es keine blühenden Wiesen, keine summenden Hecken, keine naturnahen Wassertümpel. Der Rasen wird mit der Mähmaschine auf grünes Millimetermaß getrimmt. Die Hecken bestehen aus giftigen Gewächsen, die man anderswo nur auf Friedhöfe pflanzt. Es blüht auch nichts, zumindest nichts Wildes. Und wenn etwas summt, fiept oder quakt, holen die Eigenrasenbesitzer die Chemiekeule raus mit Pestiziden, die in der Landwirtschaft aus guten Gründen inzwischen verboten sind.

Und wer spazieren geht in dem, was wir heute noch Landschaft nennen, läuft meist durch eine gespenstische Stille. Denn das große Sterben hat schon vor Jahrzehnten eingesetzt. Denn es musste gar nicht erst die Krefelder Masse-Studie geben, damit die Insektenforscher in Deutschland merkten, dass etwas Bedrohliches im Gange war. Alle Roten Listen bei deutschen Landesregierungen erzählen davon.

Und bei Segerer kommt hinzu: Er kennt die Forschungspraxis, kann auf über 150 Jahre Schmetterlingswissen in Bayern zurückgreifen, kennt also auch die Belege, welche Schmetterlingsarten in welchen Gebieten im 19. Jahrhundert noch in Bayern gefunden wurden. Er kennt die Biotope. Und er kann auch Karten beisteuern, die zeigen, wie die Populationen zurückgingen und ganze Gebiete verwaisten. Vor allem bei den großen Prachtschmetterlingen, die einen in den 1960er Jahren noch umflatterten, wenn man über eine blühende Wiese ging. Heute umflattert einen da gar nichts mehr und man ist fast glücklich, wenn man noch einen Kohlweißling sieht.

Die Menschen, die heute Eltern und Großeltern sind, sind die letzten, die in ihrer Kindheit noch blühende Landschaften erlebt haben, denn natürlich hängt es mit blühenden Landschaften zusammen.

Segerer nimmt seine Leser systematisch mit in sein Forschungsfeld. Aber genau dieselben Phänomene können zum Beispiel die Leipziger UFZ-Forscher über das Vorkommen wilder Bienen beschreiben. Es betrifft wirklich alle Insekten. Selbst so emsige Tierchen wie die Ameisen. Aber auch Wespen und Mücken. Ihnen wurde systematisch der Lebenstraum entzogen, als in den 1970er Jahren die industrielle Landwirtschaft ihren Siegeszug antrat und die alte, kleinteilig bewirtschaftete Feldflur bereinigt wurde – damals wurden nicht nur im Osten, sondern auch im Westen „störende“ Hecken, Wiesen, Raine und Wäldchen untergepflügt.

Die Felder wurden immer riesiger und Monokulturen eroberten die Landwirtschaft. Und da man immer öfter nur noch Kulturen anbaute, die sicheres Geld versprachen, gab es auch immer weniger Fruchtwechsel. Jahr für Jahr wird das Gleiche angebaut. Und um die Böden überhaupt noch ertragfähig zu halten, wird alles überdüngt. Und weil die Monokulturen besonders anfällig sind für spezialisierte Schädlinge, entstand eine riesige Pestizid-Industrie. Der zähe Streit um das Mehrfach-Insektizid Glyphosat liegt noch gar nicht lange zurück.

Und das Zeug ist ja mittlerweile nicht nur in Flüssen, Seen, Grund- und Trinkwasser nachweisbar oder gar am Ende der Nahrungskette in Backwaren und Bier. Es verbreitet sich auch über die Feldränder hinaus mit dem fatalen Ergebnis, dass selbst in den viel zu klein beschnittenen deutschen Naturschutzgebieten der Artenreichtum zurückgeht.

Warum das so ist, erzählt Segerer so bildhaft, wie man es sich damals gern von seinem Biologielehrer gewünscht hätte. Kommt Biodiversität überhaupt noch vor im Biologieunterricht? Wird es nicht nur angefragt und abgehakt? Denn so, wie deutsche Politiker in den letzten Jahrzehnten argumentiert haben, kann man nur davon ausgehen, dass sie vom Aufeinanderangewiesensein aller Lebewesen keine Ahnung haben. Sie haben sich von der Agrar-Industrie-Lobby vor sich hertreiben lassen.

Mit Betonung auf Industrie, denn die Bauern sind nicht wirklich die Feinde der Biodiversität, auch wenn ihre Verbandssprecher oft genau so agieren. Denn dass in Deutschland noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts ein Artenreichtum auch an Insekten existierte, hatte auch mit den Bauern zu tun. Wir leben in einer menschgemachten Landschaft. Und die jahrhundertelang dominierende kleinteilige Feldwirtschaft ließ auch hunderte unterschiedlicher Biotope entstehen, in denen sich neue Insektenarten ansiedelten. Natürlich schildert das Segerer hauptsächlich am Beispiel der Schmetterlinge.

Aber mit dem Siegeszug der Agrarindustrie wuchs der Druck auf alle Landwirte enorm, immer mehr immer billiger zu produzieren. Wer überleben wollte, passte sich dem „Diktat des Marktes“ an, vergrößerte die Felder, düngte, sprühte und beseitigte jede Störstelle auf immer größeren Feldern. Es ist kein Zufall, dass der Beginn dieser Art Industrie-Landwirtschaft direkt zusammenfällt mit dem Beginn des Insektensterbens.

Segerer macht am Ende auch eine kleine Liste der Ursachen auf. Auch im Widerstreit mit der Agrar-Lobby, die medial immer wieder Gehör findet und selbst wissenschaftliche Studien mit dem scheinheiligen Argument vom Tisch fegt, es gäbe ja nicht DIE EINE Ursache für das Insektensterben. Gibt es auch nicht. Da haben die Herren Verbandspräsidenten und Konzernsprecher wahrscheinlich vergessen, wie radikal sie die Landwirtschaft seit den 1970er Jahren umgekrempelt haben.

Und zwar nicht nur in Europa. Heute haben alle großen Industriestaaten dieselben Probleme – von den USA bis China. Überall sorgt derselbe Effizienzdruck dafür, dass Landschaften leer geräumt werden und immer gigantischere Mono-Kulturen das Bild bestimmen. Und dass die Insekten, Vögel und Säugetiere verschwinden. Denn alles hängt in der Natur mit allem zusammen. Das Verschwinden der Feldvögel haben die Forscher ja sogar noch früher bemerkt als das Verschwinden der Insekten. Es fiel einfach eher auf. Da viele von ihnen auf Insekten als Nahrung angewiesen sind, fanden sie in dieser Welt einfach keine Nahrung mehr.

Deswegen ist aus Forschersicht ziemlich eindeutig, dass drei Hauptgründe für das Insektensterben verantwortlich sind: a) die intensivierte Landwirtschaft mit ihren gnadenlosen Gesetzen des maximalen Ertrages und b) der Landfraß, der genauso ungehindert weitergeht und vor allem wertvolle Ackerflächen, Wiesen und Biotope verschlingt. An ihrer Stelle entstehen artenarme Wohngebiete, Straßen, Parkplätze, Gewerbe. Und c) das Schrumpfen der übrig gebliebenen Siedlungsinseln, auf denen sich viele Arten nicht mehr selbst erhalten können.

Und damit das ein Bild ergibt, erklärt Segerer auch, wie wichtig eben nicht nur der Schutz winziger Biotop-Inseln ist. Eigentlich auch nichts Neues. Aber es muss wohl erst hundert Mal erzählt werden, bis es auch die zuständigen Politiker begreifen, dass die heutigen Schutzgebiete viel zu klein und zu vereinzelt sind. Es fehlen Verbindungen, die den Tieren und Insekten den Übergang über die riesigen, nahrungslosen Zwischenräume ermöglichen. Es gibt kaum noch Austausch im Genpool, die Populationen werden kleiner und verlieren ihre Widerstandskraft. Und dann verschwinden sie, verstummen die kleinen Restwiesen.

Und das hat alles nichts mit Romantik zu tun. Am Ende seines Teils kommt Segerer auch auf den wirtschaftlich berechenbaren Nutzwert der Insekten zu sprechen. Man kann es bei der Bestäubungsarbeit der Bienen genauso berechnen wie bei der Bodenaufbereitung durch Regenwürmer. Und das sind nur die sofort greifbaren Beiträge. Es geht bei Insekten, die eigentlich sogenannte Schädlinge als Beute bevorzugen, weiter – die in der Regel gleich mitvergiftet werden, wenn man Insektizide über alle Flächen versprüht.

Im Grunde sind wir gerade erst dabei zu lernen, wie komplex die Lebensräume um uns sind und wie sehr wir davon abhängig sind, dass sie intakt bleiben. Denn wenn das Artensterben schon auf so viele Insektenarten übergegriffen hat, wann ist dann der Punkt erreicht, an dem das ganze System kippt, weil Vögel und Kleinsäuger keine Nahrung mehr finden und die Selbstregulation der viel zu kleinen Biotopinseln zusammenbricht?

Segrerer klingt zu Recht besorgt. Weil er auch erlebt hat, wie die Warnungen der Forscher seit Jahrzehnten verhallten, abprallten an Ministern, die lieber die Agrar-Politik der Konzerne verteidigten, als den Ernst der Lage zu begreifen und gegenzusteuern. Was sie gemacht haben war – auf europäischer Ebene genauso wie in Deutschland: Sie haben an Symptomen herumgedoktert, Förderprogramme aufgelegt, die unübersehbar nicht helfen.

Rausgeschmissenes Geld. Alibi-Politik. Und sie haben gerade den Bauern, die wieder auf eine ökologische Landwirtschaft umsteigen wollten, lauter bürokratische Hürden in den Weg gelegt. Von irgendwelchen tiefgreifenden Landesprogrammen zur Wiederherstellung einer intakten Landschaft ganz zu schweigen. Obwohl sie es alle wissen.

Und da kommt dann im zweiten Teil des Buches Eva Rosenkranz ins Spiel, die mit sehr viel Euphorie über all jene Initiativen berichtet, mit denen Bürger, Kommunen und Bauern schon gegensteuern – sei es die Anlage von kilometerlangen Blührändern an sonst monotonen Feldern, sei es die Anlage von Blühwiesen oder die Beendigung des fatalen „Grünflächen“-Denkens in den Städten.

Denn dort hat man ja all die Jahre auf monotone grüne, in kürzesten Abständen immer wieder gemähte Rasen gesetzt. Die Parks sehen genauso trist und langweilig aus wie die Vorgärten der Eigenheimbesitzer. Und natürlich summt da auch nichts, denn die Nahrungsgrundlage der Insekten wird ja genauso wegrasiert wie ihre Brut.

Aber Rosenkranz zeigt eben auch, dass jeder etwas tun kann. Kleingärtner können den Unfug mit dem Golfrasen beenden und wieder unberührte Biotope für Insekten schaffen, selbst Balkonpflanzen kann man insektenfreundlich auswählen und die völlig nutzlosen Pelargonien dezimieren. Man kann ökologische Landwirtschaftsbetriebe unterstützen und im eigenen Wohnort für die Rettung und Vergrößerung von Biotopen kämpfen. Man muss das nicht den oft genug lernunwilligen Verwaltungen überlassen.

Das Alarmzeichen haben 2017 viele gehört. Jetzt ist Zeit zum Handeln. Und wenn es erst einmal im Kleinen ist. Das Buch ist also beides: Eine wissenschaftlich sehr lebendige Einführung in ein wirklich alarmierendes Thema. Und eine Ermunterung an alle, die sich von der Untergangsstimmung der Politiker nicht anstecken lassen wollen und Wege suchen zu handeln. Und wer dann auch noch Tipps braucht, was man im Garten und auf der Wiese alles aussäen kann, damit die Insekten auch noch im Sommer und Herbst Nahrung finden, auch das bietet Eva Rosenkranz.

Andreas H. Segerer; Eva Rosenkranz Das große Insektensterben, oekom Verlag, München 2017, 20 Euro.

RezensionenInsektensterben
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Der Ökogarten VAGaBUND hat jetzt eine neue Fläche im Lene-Voigt-Park in Reudnitz
Schlüsselübergabe für den neuen VAGaBUND-Garten im Lene-Voigt-Park. Foto: BUND Regionalgruppe Leipzig

Foto: BUND Regionalgruppe Leipzig

Für alle LeserAuch in Connewitz wurden in den letzten Jahren viele beliebte Freiflächen bebaut. Um jede einzelne tut es den Bewohnern leid. Auch weil damit oft auch ein wichtiges Stück Kultur verloren geht. So wie in der Wolfgang-Heinze-Straße 36. Ende des Jahres 2017 bekamen sowohl der VAGaBUND-Ökogarten als auch die Kneipe Black label Kündigungen für die Nutzung der Gartenfläche bzw. des Freisitzes. Zumindest der BUND hat ein neues Stück Gartenland bekommen. Aber ganz woanders.
Das Lübecker Modell – ein Vorbild für Wälder in Deutschland und Europa
Waldweg im Auwald. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserWenn der vor wenigen Wochen zur Abstimmung vorgelegte Forstwirtschaftsplan für den Auwald Leipzig in Kraft treten sollte, werden im kommenden Winter allein im Waldgebiet der „Nonne“ 2.295 Festmeter eingeschlagen werden. Eine solche Menge an Holz kommt nicht allein durch die Entnahme junger Bäumchen zustande, es ist absehbar, dass es vielen Starkbäumen ans Leben geht.
Trump und Brexit machen Sorgen und der Online-Handel zerstört die Geschäftsgrundlage der Einzelhändler
Der sächsische Geschäftsklimaindex. Grafik: IHK Leipzig

Grafik: IHK Leipzig

Für alle LeserIn der sächsischen Wirtschaft macht sich Katerstimmung breit. Aus unterschiedlichen Gründen. Und möglicherweise geht das Jahr 2018 nicht als das Jahr in die Geschäftsbücher ein, in dem die wilde Zollpolitik des US-Präsidenten den Konjunkturaufschwung weltweit stoppte, sondern als das Jahr, in dem der Irrsinn der Internet-Giganten dem sächsischen Einzelhandel den Garaus machte. Amazon & Co. zerstören mehr Existenzen als Donald Trump.
Eigentümerziele werden ad absurdum geführt? In LWB-Neubau zieht jetzt ein Luxus-Hotel
Das frisch angebrachte Hotelschild. Foto: Tim Elschner

Foto: Tim Elschner

Für alle LeserDass es keine preiswerten Wohnungen werden würden, was die LWB hinter ihrem neuen Sitz in der Wintergartenstraße gebaut hat, war von Anfang an klar. Die Baukosten sind heute so hoch, dass auch die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) ohne Förderung keine Mietwohnungen unter 10 Euro je Quadratmeter bauen kann. Aber dass die Wohnungen dann gleich zu einem Luxushotel werden, verwundert den Grünen-Stadtrat Tim Elschner.
Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig fordert die Bußgelder der Automobilkonzerne für einen umweltfreundlichen ÖPNV
LVB-Bus auf der Piste. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie großen Zeitungen stöhnen alle, wie beklaut sich die Diesel-Auto-Besitzer durch den Mogel-Skandal der deutschen Autokonzerne fühlen. Entweder haben sich die närrischen Redakteure alle noch einen Diesel gekauft, als längst bekannt war, dass hier geschummelt wurde. Oder sie fahren mit Scheuklappen und Sonnenbrille durch den morgendlichen Stau. Denn was die viel zu vielen Autos verstopfen, das fehlt dem ÖPNV. Selbst Sachsens Verkehrsminister hat das gemerkt.
Mit Günter Pump in den erstaunlichen Küchen Schleswig-Holsteins unterwegs
Günter Pump: Die besten Rezepte aus Schleswig-Holstein. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Reihe mausert sich. Irgendwann gibt es ein ganzes Regal mit quadratisch-praktischen Rezeptsammlungen aus allen Regionen Deutschlands. Und dann hat man direkt vor Augen, wie vielfältig die deutschen Küchen sind. Immer noch. Und alle diese kleinen Kochregionen sind zu Recht stolz auf ihre Besonderheit. Tatsächlich laden diese Bücher ein, das ganze Land einfach mal kulinarisch zu bereisen.
Brandanschlag auf türkisches Restaurant in Chemnitz
Die Chemnitzer Umgebung direkt am Hauptbahnhof an einem normalen Nachmittag im Jahr 2017. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserAnfang Oktober ist eine mutmaßliche Terrorgruppe namens „Revolution Chemnitz“ verhaftet worden. Doch derzeit scheint es so, dass in der sächsischen Stadt eine weitere Gruppe migrantische Bürger terrorisiert. Nachdem es in den vergangenen Wochen bereits zu Angriffen auf ein jüdisches und zwei persische Gaststätten gekommen war, folgte nun ein Brandschlag auf ein türkisches Restaurant.
Leipziger Zeitung Nr. 60: Wer etwas erreichen will, braucht Geduld und den Atem eines Marathonläufers
Leipziger Zeitung Nr. 60. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserNa ja: Eine Spinne hat ihr Netz gesponnen und unseren Titelbildfotografen umgehauen. Es ist nun schon so lange Sommer, dass man fasst vergisst, dass es auch noch einen Altweibersommer gibt, in dem die Spinnen ihre Fäden fliegen lassen. Den haben wir jetzt. Und irgendwie klingt auch 60. „Leipziger Zeitung“ so, als hätte da eine fleißige Dame eifrig bis zur Rente durchgehalten – und macht trotzdem weiter. Denn: Gut Ding will Weile haben.
Pegida feiert Geburtstag: „Leipzig nimmt Platz“ kommt als Partycrasher
"Leipzig nimmt Platz" ruft zur "Herz statt Hetze"-Demo nach Dresden. Bild: platznehmen.de

Bild: platznehmen.de

Für alle LeserAm 21. Oktober möchte Pegida in Dresden seinen vierten Geburtstag feiern. Noch immer finden sich einige tausend Personen ein, die regelmäßig montags auf die Straße gehen, um menschenfeindliche Parolen zu rufen. Im Zusammenhang mit diesen Demonstrationen hat die Staatsanwaltschaft fast 200 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Diese betreffen sowohl Redner als auch Teilnehmer und umfassen Straftaten wie Körperverletzung und das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.
Ortsbesuch: Der Müllvulkan von Möckern – ist noch aktiv + Bildergalerie
Nahleberg in Leipzig-Möckern: Öffentlich zugänglich, aber auf eigene Gefahr. Foto: Michael Billig

Foto: Michael Billig

Für alle LeserDie alte Mülldeponie im Stadtteil Möckern ist heute ein beliebtes Ausflugsziel. Sie liegt idyllisch in der Auenlandschaft und heißt inzwischen auch Nahleberg. Manch einer kennt diese einzige Erhebung weit und breit vielleicht nur unter diesem Namen – und weiß gar nicht, was sich unter ihrem grünen Mantel befindet. Doch der Mantel hat gewaltige Risse bekommen. Im Berg muss es brodeln. Die Deponie spuckt ihren Müll wieder aus. Wie ein Vulkan seine Lava.
Im Großstadtvergleich sind Mieten in Leipzig noch moderat, das Risiko für Anleger aber gering
Das Spannungsfeld zwischen Rendite und Risiko. Grafik: TAG Immobilien AG

Grafik: TAG Immobilien AG

Für alle LeserDie TAG Immobilien AG kümmert sich zwar eher um die Anleger, also all die Leute, die ihr Geld in Immobilien anlegen und dann erwarten, dass die Geldanlage auch wieder Rendite erzielt. Aber natürlich erzählt die Auswertung der TAG AG auch etwas darüber, ob Wohnkosten, Einkommen und Markt noch zusammenpassen. Denn wenn sich Mieter die Wohnungen nicht mehr leisten können, ist auch die Rendite im Eimer.
Die multimediale Ausstellung „Oh Yeah!“ lässt 90 Jahre Popmusik in Deutschland erleben
Ausstellung "Oh yeah!" Foto: Martin Luther, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Foto: Martin Luther, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Für alle LeserSeit Dienstag, 16. Oktober, ist im Stadtgeschichtlichen Museum eine Ausstellung zu sehen, die ihre Besucher daran erinnert, dass Erinnerungen nicht nur aus Bildern, Tagebüchern, Pokalen und all den anderen greifbaren Sammelstücken besteht, die so im Fundus eines Stadtmuseums landen, sondern auch aus Musik. Wer die richtige Scheibe rauspackt, kann Menschen ohne viel Aufwand in die Träume ihrer Jugend zurückkatapultieren. Eine, in der „Oh yeah!“ noch cool klang zum Beispiel.
Sachsens SPD schlägt die Einführung einer Hotline gegen AfD-Mobbing vor
Das Anschwärz-Portal der AfD kommt ganz schlecht an. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAnprangern, Verleumden, Einschüchtern. Mit ihrem Lehrerpranger hat die AfD endgültig gezeigt, wes dunklen Geistes Kind sie ist. Und worum es der Partei eigentlich geht, wenn sie von Meinungsfreiheit redet. Dass sie mit ihrem Vorstoß gerade in Sachsen in einen Leerraum vorstieß, hat vor wenigen Tagen erst die Grüne Abgeordnete Petra Zais auf den Punkt gebracht.
Das Leipziger „Café kaputt“ fordert ein „Recht auf Reparatur“ für alle Verbraucher
Die Mannschaft des "Café kaputt". Foto: Sebastian Kastenholz, Café kaputt

Foto: Sebastian Kastenholz, Café kaputt

Für alle LeserDass unsere Müllberge so wachsen und unsere Umwelt so zerstört wird, hat auch mit einer Art des heutigen Wirtschaftens zu tun, die Dinge so herstellt, dass sie immer schneller verschleißen, geplant kaputtgehen und dann nur noch weggeschmissen werden können. Selbst Dinge, die in einer vernünftigen Welt alle wieder zu reparieren wären. Logischer Schluss: Eine Forderung nach einem EU-weiten Recht auf Reparatur.
Sachsens Vorstoß im Bundesrat zur Änderung des Wolfsschutzes ist blanker Populismus
Rüde des Daubitzer Wolfsrudels auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz im sächsischen Teil der Lausitz. Foto: NABU/Jan Noack

Foto: NABU/Jan Noack

Für alle LeserBundesweit orakeln ja die Parteien aus der Großen Koalition in Berlin, woran es liegt, dass sie bei Wahlen derart abgestraft werden. Auch in Sachsen geht ja das große Geheule um. Aber am Mittwoch, 17. Oktober, machte Sachsens Agrarminister Thomas Schmidt deutlich, warum das so ist. Und warum mit der CDU im jetzigen Zustand kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist. Ein exemplarisches Beispiel von So-tun-als-ob-Politik.