Kirchenbauwerke gehören zu vielen Ortschaften. Sie sind bekannt als Wahrzeichen, Ortsmittelpunkt oder Orientierungsmarke. Die Gotteshäuser haben architektonisch, kunsthistorisch und regionalgeschichtlich vielfältige Bedeutung. Diesmal geht es um eine Kirche in Landsberg im Saalekreis bei Halle an der Saale.
Die Kirche St. Nicolai zu Landsberg ist die denkmalgeschützte evangelische Kirche in der Stadt Landsberg im Saalekreis in Sachsen-Anhalt, verzeichnet im örtlichen Denkmalverzeichnis als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 55192. Sie gehört zum Pfarrbereich Landsberg im Kirchenkreis Halle-Saalkreis der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
Die Kirche wird seit der Profanierung der römisch-katholischen Kapelle im Schloss Hohenthurm auch als Gottesdienstort der katholischen Pfarrei St. Mauritius und St. Elisabeth Halle-Mitte für die Kuratie Hohenthurm genutzt, nachdem sie zuvor schon mitbenutzt wurde.

Bauwerk und Geschichte
Die Kirche ist ein einschiffiger Bruchsteinbau und dem heiligen Nikolaus geweiht. Mit dem West-Querturm und der Ost-Apsis ist sie ein für die Gegend typischer Kirchenbau. Entstanden ist das Gotteshaus in der Zeit vor 1200. Bei späteren Anbauten wie Sakristei- und Portalvorbau sowie Umbauten wurde darauf geachtet, dass die Kirche ihr einheitliches Erscheinungsbild behält.
Um 1180 im spätromanischen Stil erbaut, liegt die evangelische Stadtkirche St. Nicolai mitten im ältesten Ortskern der Stadt Landsberg. Von den sie umgebenden Gebäuden meist verdeckt, ist ihr markanter Kirchturm aus der Ferne weithin sichtbar.
Über dem ursprünglichen Eingangsportal, das vermutlich im 15. Jahrhundert mit einer Vorhalle erweitert wurde, befindet sich das älteste Zeugnis der Kirche – das romanische Tympanon: Die Szene zeigt den Schutzheiligen und Namensgeber des Sakralbaus, Bischof Nicolaus von Myra, der mit dem bischöflichen Hirtenstab dargestellt wird. Umgeben ist er von Lamm und Löwe als Sinnbild für Christus und die Tugendhaftigkeit.
Das Kircheninnere ist schlicht gestaltet. Die hölzerne barocke Kanzel stammt aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und ist reich mit Bildern der Evangelisten verziert.
Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1666, der die halbe Landsberger Innenstadt verwüstet hatte, wurde das Kirchenschiff umfassend umgebaut. Die ursprüngliche Größe ist am Giebel an der Ostseite zu erkennen.
Der Entwurf für das Bleiglasfenster in der Apsis stammt von Werner Rataicyk aus Halle (Saale).

Eine Besonderheit der Kirche stellt das Weule-Uhrwerk der Kirchturmuhr dar. Dieses Meisterwerk des Uhrmacher-Handwerks aus dem Jahr 1910 verrichtet seitdem zuverlässig seinen Dienst.
Orgel
Die romantische Orgel mit zwei Manualen, Pedal und 13 (laut einem Foto: 16) Registern auf mechanischen Schleifladen, die vollständig original erhalten ist, schuf August Ferdinand Wäldner aus Halle an der Saale. Das Instrument wurde 1881 erschaffen.

Glocken
Der Turm der Kirche trägt seit 2018 wieder drei Bronzeglocken. Bis 2018 trug der Turm neben der historischen Bronzeglocke von Franz Schilling zwei Eisenglocken mit den Tönen e′ und g′.
Im Jahr 2018 wurden zwei neue Bronzeglocken von der Glocken- und Kunstgießerei Rincker in Sinn gegossen, das Schlagton-Motiv wandelte sich zu g′ – a′ – h′, die historische Glocke wurde in das neue Geläut integriert und die gesamte Anlage saniert.
Koordinaten: 51° 31′ 32,1″ N, 12° 9′ 36,4″ O
Die Kirche St. Nicolai Landsberg auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/St._Nicolai_(Landsberg)
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