Kirchenbauwerke gehören zu vielen Ortschaften. Sie sind bekannt als Wahrzeichen, Ortsmittelpunkt oder Orientierungsmarke. Die Gotteshäuser haben architektonisch, kunsthistorisch und regionalgeschichtlich vielfältige Bedeutung. Diesmal geht es um ein kleines, feines Gotteshaus im Saale-Orla-Kreis in Thüringen.

Die denkmalgeschützte, evangelisch-lutherische Kirche St. Martin zu Zoppoten steht in Zoppoten, einem Ortsteil der Stadt Saalburg-Ebersdorf, im Saale-Orla-Kreis in Thüringen. Die Kirchengemeinde Zoppoten gehört zum Pfarrbereich Zoppoten im Kirchenkreis Schleiz der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Geschichte

Die Entstehung der Kirche fällt in die Zeit kurz nach 1200. Später veranlasste der Deutsche Orden eine Erweiterung der Kirche, bei der die kleine, aus Apsis und Chor bestehende Kapelle um das Langhaus zu einer rechteckigen Saalkirche erweitert wurde. Die Mauern des östlichen Gebäudeteils sind erhalten geblieben. Die ehemalige halbrunde Apsis wurde abgetragen. Im 15. Jahrhundert wurde das Gotteshaus umgebaut.

Kirche Zoppoten. Subbass1, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=133930773
Kirche Zoppoten. Subbass1, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=133930773

1791 wurde es mit den heutigen Fenstern und dem südlich auf das Zwerchhaus gesetzten Dachreiter mit Laterne versehen. Bis dahin hingen die drei Kirchenglocken in einem frei stehenden Glockenstuhl vor der Kirche.

Die heutige Gestaltung des Innenraums, der mit einem hölzernen Kreuzgewölbe überspannt ist, geht zurück auf die Renovierung von 1910. Unter dem Anstrich des Innenraums der Kirche im Bereich des Altarraums wurden damals Wandmalereien aus der Zeit der Romanik entdeckt, sie sind jedoch bei einer erneuerten Ausmalung der Kirche wieder abgedeckt worden.

Blick vom Altar zur Orgel. Subbass1, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=133930753
Blick vom Altar zur Orgel. Subbass1, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=133930753

Die Emporen und die Patronatsloge stehen auf geschnitzten Säulen aus dem 17. Jahrhundert. Die Brüstung der Loge ist versehen mit Porträts von Martin Luther, Philipp Melanchthon, Friedrich des Weisen und König Gustav Adolf von Schweden und dem Wappen der Familie von Reitzenstein.

Orgel

Die Orgel mit 17 Registern, verteilt auf zwei Manuale und das Pedal, wurde 1910 von Ernst Poppe & Sohn gebaut und 2006 vom Vogtländischen Orgelbau überholt.

Die Orgel. Subbass1, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=133932565
Die Orgel. Subbass1, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=133932565

Jüngere Vergangenheit

Das Gotteshaus wurde im Jahr 1964 von Malermeister Treuhard Grimm aus Zoppoten im damals modernen Stil umgestaltet. Ab 2003 gab es umfangreiche Renovierungs- und Restaurationsarbeiten in der Kirche. Das Altarfenster wurde von der Fachhochschule Erfurt restauriert und mit Schutzverglasung versehen, und die Elektrik wurde von Elektromeister Erich Kuhn aus Pöritzsch komplett erneuert. Die Restaurierungswerkstatt Müller aus Plauen übernahm die malermäßigen Aufgaben.

Emporenblick. Subbass1, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=133930709
Emporenblick. Subbass1, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=133930709

2006 erhielt die Fürstenloge von Beate Demold aus Sömmerda eine aufwändige Restauration mit Herstellung des Originalzustandes aus dem 17. Jahrhundert. Der Radiosender MDR Kultur übertrug am 19. Juli 2026 den evangelischen Gottesdienst aus dieser Kirche und schuf damit überregionale Aufmerksamkeit für dieses Gotteshaus.

Koordinaten: 50° 29′ 26,4″ N, 11° 41′ 45,2″ O

Kirche St. Martin auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/St._Martin_(Zoppoten)

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