Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft am Dienstag, den 08.09.2026, die Beschäftigten der Leipziger Messe GmbH zum Warnstreik auf. Unter dem Motto „Wir verdienen Respekt“ streiken die Beschäftigten für ihre Forderungen in der aktuellen Entgelttarifrunde.
Es gab bereits drei Verhandlungstermine zum Entgelttarifvertrag. Der Arbeitgeber hat kein für die Angestellten der Leipziger Messe GmbH akzeptables Angebot unterbreitet.
„Die Bezüge der Geschäftsführung sind innerhalb von zwölf Monaten um 7,7 % gestiegen. Das entspricht rund 2.200 € mehr pro Geschäftsführer und Monat. Uns wird dagegen für zwei Jahre gerade einmal eine Erhöhung um insgesamt 4,2 % angeboten. Und das bedeutet konkret: Trotz eines Abschlusses mit Laufzeit ab dem 1. Juli 2026 gibt es für uns neun Monate lang – bis zum 1. April 2027 – überhaupt keine Erhöhung. Die nächste Erhöhung käme dann erst ein Jahr später.
Zusätzlich soll eine Einmalzahlung in diesem Jahr die fehlende dauerhafte Erhöhung abfedern – ohne unsere Gehälter nachhaltig zu erhöhen und ohne Auswirkungen auf unsere Rente. Mit diesem Paket wären die nächsten 24 Monate abgegolten. Die Lohnerhöhung kommt dann zwar netterweise immer an meinem Geburtstag – aber das ist keine Balance.“ sagt Kollegin Maria Kober-Mandel, seit 19 Jahren beschäftigt bei der Leipziger Messe.
„Die ver.di-Mitglieder der Leipziger Messe wollen ihren Lebensstandard halten – nicht ihren Wohlstand vergrößern. Dafür braucht es eine angemessene Lohnerhöhung.“, sagt Lena Kirschenmann, zuständige Gewerkschaftssekretärin. „Leider hat die Geschäftsführung die Forderungen der Beschäftigten bisher nicht ausreichend ernst genommen. Stattdessen wurde uns ein Angebot vorgelegt, das weder die vergangenen Preissteigerungen ausgleicht noch die zukünftige Kaufkraft sichert. Deshalb rufen wir zum Warnstreik auf.“
Paul Schmidt, ver.di-Fachbereichsleiter und Verhandlungsführer ergänzt: „Die Kolleg:innen der Messe haben Forderungen auf den Tisch gelegt, die nicht nur den aktuell Beschäftigten zugutekommen, sondern auch die Attraktivität der Messe als Arbeitgeber erhalten sollen. Statt diese ernsthaft zu verhandeln, legt die Geschäftsführung eigene Forderungen vor, die die Arbeitsbedingungen verschlechtern würden: Erschwerniszuschläge sollen abgeschafft werden. Stunden aus Sonderformen der Arbeit sollen nur noch ausgezahlt und nicht mehr auf das Gleitzeitkonto gebucht werden können. Bei vielen der Forderungen weigert sich der Arbeitgeber, diese überhaupt zu diskutieren.“
Die Kolleg*innen versammeln sich um 9 Uhr vor dem Messesee an der Messe-Allee 1. Die Streikkundgebung beginnt um 9 Uhr.
Der Entgelttarifvertrag wurde zum 30.06.2026 von ver.di gekündigt. Die Forderungen sind:
- Lineare Entgelterhöhung (Anlage 3 ETV): Erhöhung der Tabellenentgelte um 350,00 € monatlich für alle Beschäftigten mit Wirkung zum 01.07.2026
- Laufzeit des ETV: 12 Monate, bis 30.06.2027
- Erweiterung der Entgeltstufen: Einführung einer Stufe 7 und einer Stufe 8 in den Entgeltgruppen B1 bis B5 (§2 Abs. 2 ETV) sowie Verkürzung der Stufenlaufzeit auf 2 Jahre bis Stufe 3 und 3 Jahre ab Stufe 4 (§4 Abs. 3 ETV)
- Aufnahme der Funktionsbezeichnung „Assistent mit vertieften Kenntnissen“ in die Entgeltgruppe B3 (Anlage 2 ETV)
- Anpassung des §3 Abs. 5: „Neue Eingruppierungen richten sich nach den einschlägigen Merkmalen der Anlage 1 (Matrix) zum Entgelttarifvertrag. Auf dieser Grundlage ordnen die Tarifvertragsparteien neue Funktionen einer Entgeltgruppe zu (Anlage 2).“
- Anpassung der Höhe der Jahressonderzahlung (§ 8 ETV Abs. 1) auf ein monatliches Tabellenentgelt zuzüglich der sonstigen in Monatsbeträgen festgelegten Entgeltbestandteile auf Basis der vorhergehenden letzten zwölf vollen Kalendermonate (unter Berücksichtigung der 1/12 Regelung bei späterem Eintritt ins Arbeitsverhältnis)
- Arbeitszeitverkürzung (§7 MTV): Reduzierung der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit auf 38 Stunden bei vollem Lohnausgleich
- Gesundheitstage für ver.di-Mitglieder (§26 MTV): Erhöhung des Anspruchs auf 3 bezahlte Gesundheitstage pro Kalenderjahr oder wahlweise eine Einmalzahlung in Höhe von 500,00 € brutto
Die nächste Verhandlungsrunde ist am 10.09.2026.






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