In unserer LZ-Klimareihe fragen wir: Wer muss schon heute mit den Folgen der Klimakrise umgehen? Wie verändert sie Arbeit und Alltag – und wen haben wir dabei bislang zu wenig im Blick? Dafür sprechen wir seit Anfang 2026 mit Menschen aus Leipzig und der Region, die Veränderungen unmittelbar erleben – und mit Fachleuten, die erforschen, was auf uns zukommt und wie wir damit umgehen können. Den Anfang macht der Meteorologe und Klimawissenschaftler Dr. Karsten Haustein vom Institut für Meteorologie der Universität Leipzig. Er forscht unter anderem zum menschlichen Einfluss auf Extremwetter.
Folge 1: Gesellschaftliche Kipppunkte
Was bedeutet der Klimawandel konkret für unsere Region? Für Dr. Karsten Haustein ist klar: Wir müssen uns auf häufiger auftretende und länger anhaltende Hitze- und Trockenperioden einstellen. Besonders Ostdeutschland ist davon betroffen. Die Region erhält ohnehin weniger Niederschlag als viele westlichere Teile Deutschlands. Gleichzeitig können längere Hitzeperioden die Böden weiter austrocknen und den Wasserhaushalt zusätzlich belasten.
Dabei geht es nicht darum, jedes einzelne Extremwetterereignis vorschnell dem Klimawandel zuzuschreiben. Entscheidend ist die Veränderung der Wahrscheinlichkeit und Häufigkeit bestimmter Wetterextreme. Mit steigenden Temperaturen verändern sich auch die Bedingungen, unter denen Hitze, Dürre und Starkregen auftreten können.
Die Klimakrise stellt uns damit nicht nur vor eine naturwissenschaftliche Herausforderung. Sie ist auch eine gesellschaftliche und politische Frage: Wie reagieren wir auf Risiken, deren Folgen sich über Jahrzehnte entwickeln? Wie schaffen wir Vorsorge? Und wie bleibt Klimaschutz handlungsfähig, wenn Gesellschaften zunehmend polarisiert sind?

Haustein hat sich in Leipzig auch mit dem Zusammenhang von Klimaschutz und Demokratie beschäftigt. Klimapolitik findet nicht im luftleeren Raum statt. Sie ist darauf angewiesen, dass demokratische Gesellschaften wissenschaftliche Erkenntnisse ernst nehmen, unterschiedliche Interessen aushandeln und langfristige Entscheidungen treffen können.
Gerade angesichts zunehmender Polarisierung stellt sich deshalb eine grundsätzliche Frage: Was passiert, wenn Klimaschutz selbst zum gesellschaftlichen Konfliktfeld wird – und notwendige Veränderungen politisch wieder infrage gestellt werden?
Für Haustein ist dabei auch entscheidend, wie über die Klimakrise gesprochen wird. Wissenschaft müsse Unsicherheiten transparent machen, ohne daraus eine falsche Gleichgültigkeit abzuleiten. Denn Unsicherheit bedeutet nicht, dass wir nichts wissen. Im Gegenteil: Bei vielen Entwicklungen ist die Richtung eindeutig – und damit auch die Notwendigkeit, Vorsorge zu treffen und Handlungsmöglichkeiten zu schaffen.
Es geht also nicht nur um die Frage, wie heiß unsere Sommer künftig werden. Es geht darum, wie wir als Gesellschaft mit den Veränderungen umgehen, wer die Folgen trägt und ob wir rechtzeitig handeln.
Wir haben Dr. Karsten Haustein gefragt: Vor welchen Entwicklungen müssen wir uns besonders fürchten – und welche gesellschaftlichen Entscheidungen brauchen wir jetzt?
Dieses Gespräch ist Teil der LZ-Klimareihe mit Unterstützung des KuGel e.V. In den kommenden Wochen erzählen weitere Menschen, wie die Klimakrise ihre Arbeit und ihren Alltag verändert.
Wir finden: Solche Gespräche gehören in die Öffentlichkeit. Deshalb machen wir sie. Wenn ihr sie lesenswert findet, gebt ihnen die Reichweite, die guter Journalismus verdient.
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Es gibt 10 Kommentare
Seine lineare Darstellung des Wärmeübergangs ist wahrscheinlich dem verbreitenden Medium geschuldet und sehr vereinfacht.
Interessant ist, dass der Chef immer dann eingreift um den Duktus des Mediums zu retten, wenn kein anderer Leser das tut. Der Terminus „Wissenschaftlicher Konsens“ wirkt angesichts der anhaltenden Diskussion zum Thema eher wie das „Nomen est omen“ bei der Wahl des Papstes.
Earl, dann ist der Samen dicke..
Temperaturrekord in Möckern-Drewitz. Da kocht die Murmel und das Eiweiss gerinnt irreversibel.
Gesellschaftlichen Kipppunkt, haben wir am Sonntag in Sachsen-Anhalt erlebt. Die müssen anderes Wetter diesen Sommer gehabt haben.
Dr. Haustein gibt entgegen Ihrer Meinung keine Meinungen wieder, sondern den wissenschaftlichen Konsens und setzt diesen voraus, um Szenarien und Kommunikationsstrategien zu schildern.
Wer das nicht versteht, befasst sich (logischerweise) lieber mit Mützen und Frisuren. Insofern: alles richtig gemacht gerd stefan
Sicherlich mag es sich bei Herrn Dr. um einen studierten Kollegen der Wissenschaft handeln. Der Inhalt des Videos besteht aber vollständig aus der Wiedergabe von Meinungen. Auf dem Niveau „zum Klimawandel ist ja nun mal alles gesagt und bekannt und wer anderer Auffassung ist ist ein Klimaleugner“, mag das ausreichend sein. Sofern der Konsens aber nicht besteht, dann fehlt eben der wissenschaftliche Aufsatz und man hat nur noch die Gelegenheit das Kostüm zu studieren
Die Mütze ist aber wirklich auf maximalem Mausigkeitslevel. Oder wollten wir etwa doch aufhören über sowas wie Frisuren zu reden?
https://www.l-iz.de/politik/brennpunkt/2026/08/bilger-und-rainer-zwei-bundesminister-das-wetter-und-lockere-sprueche-666556#comments
Äusserlichkeiten kommentieren. Ganz großes Tennis bei wichtigen Themen und letztlich auch nur der Versuch, im Angesicht von Kompetenz die Fakten nicht verstehen zu wollen.
Also wenn es mir als einfacher Mensch zu kalt ist, dann setze ich eine Mütze auf und wenn es zu heiß ist, einfach wieder ab. In geschlossenen Räumen trage ich regelmäßig keine Mütze, es sei denn im Bett, da trage ich eine rosafarbene Schlafmütze.