Vom 8. bis 25. September läuft in der Beuteltier Art Galerie in der Könneritzstraße 24 in Leipzig eine neue Ausstellung. Die Kunstausstellung heißt „I am not here“ und richtet die Aufmerksamkeit auf das Tabuthema Suizid. Fast jeder hat persönliche Erlebnisse damit, doch es wird viel zu wenig darüber gesprochen, findet Galeristin Susanne Höhne.

Jahr für Jahr sterben in Deutschland etwa 9.000 Menschen durch Suizid. Das sind mehr Menschen, als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten und illegale Drogen zusammen zu Tode kommen. Weit mehr als 100.000 Menschen leiden unter dem Verlust eines nahestehenden Menschen durch Suizid – jedes Jahr.

Die Kunstwerke der Künstlerin Jea Pics aus Leipzig zeigen, wie es sich anfühlt, wenn man am liebsten nicht mehr da sein möchte.

„Gründe für diesen Wunsch kann es viele geben. Ich finde, es ist wichtig, darüber zu sprechen, damit Menschen, die in ihrem Leben in ein tiefes Loch fallen, wirklich geholfen werden kann, damit sie dort wieder rauskommen“, sagt Susanne Höhne.

Zur Vernissage am Donnerstag, 8. September, wird die Künstlerin Jea Pics anwesend sein. „Wir möchten gern mit den Gästen über das Thema ins Gespräch kommen – und Hoffnung und Zuversicht schenken“, sagt Höhne.

Hintergrund zur Ausstellung

Die Kunstwerke sind Teil des neuen Buches „Sein oder Nichtsein – Suizid in Wissenschaft und Kunst“, welches im Verlag Edition Outbird erscheint.

Die Anthologie der beiden Herausgeber/-innen Dr. Katherina Heinrichs und Prof. Dr. Jörg Vögele vermittelt eindrucksvoll, wie einerseits vielfältig und andererseits wie endgültig der Themenkomplex Selbstmord ist.

Erschütterung und Fassungslosigkeit, persönliche Berichte von Betroffenen und Überlebenden, verschiedene wissenschaftliche und künstlerische Facetten – so wie die Werke von Jea Pics und das Titelbild von Holger Much – zeigen die Vielfältigkeit dieses traurigen Themas.

Zur Veröffentlichung des Buches am 10. September – dem Welttag der Suizidprävention – gibt es in Leipzig eine Lesung von mehreren Autoren der Anthologie, unter anderem mit Luci van Org, Jea Pics sowie Benjamin Schmidt und als David Gray als Moderator. Herausgeberin Dr. Katherina Heinrichs wird an diesem Abend einen Querschnitt des Werkes präsentieren.

Titelbild von "Sein oder Nichtsein",  Büttendruck von Holger Much: King Death. Foto: Beuteltier Artg Galerie
Titelbild von „Sein oder Nichtsein“, Büttendruck von Holger Much: King Death. Foto: Beuteltier Art Galerie

„King Death“ ist das Cover-Motiv des neuen Buches und stammt aus der Feder von Holger Much aus Albstadt. Der Künstler sagt: „Über das Motiv, so bewusst schlicht es gehalten ist, habe ich sehr lange nachgedacht. Es beschäftigte mich inhaltlich wie ästhetisch so sehr, dass ich davon einen großen Linolschnitt anfertigte, 45×80 Zentimeter, handgedruckt auf schwerem Büttenpapier. Es gibt nur vier Drucke.

Der erste Druck hängt im Kunstmuseum Albstadt zur Ausstellung ‚Storytelling‘. Der zweite Druck wird in wenigen Tagen in der Beuteltier Art Galerie in Leipzig zu sehen sein. Der dritte Druck befindet sich in Privatbesitz und Druck Nummer vier ist noch übrig.“

Die Ausstellung in der Beuteltier Art Galerie ist für alle offen, der Eintritt ist frei.

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